TV-Impf-Aktion: „Entwürdigend und zutiefst inhuman“ "Vorführung von alten Menschen"

Eine gute, langjährige Freundin hat mir heute den unten stehenden Gastbeitrag geschickt – aufgewühlt angesichts der Nachrichten über den Beginn der Impfung. Zuerst wollte sie sich durch das Niederschreiben ihrer Gedanken eigentlich nur beruhigen, nach der ersten Fassungslosigkeit. Aber dann fand sie, dass diese zu wichtig sind, um sie nicht zu veröffentlichen. Ich sehe es genauso:

„Alt wie ein Baum möchte ich werden, genau wie der Dichter es beschreibt“– mit diesem Hit der legendären Puhdys bin ich aufgewachsen. Heutzutage stelle ich mir mit inzwischen 54 Jahren immer öfter die Frage, ob dieses Ziel wirklich erstrebenswert ist. Mir geht es gut, ich fühle mich fit, aber was ist in 10, 20 oder gar 26 Jahren? Dann wäre mein 80. Geburtstag. Für viele rüstige Senioren heute ein Tag, auf den sie sich lange freuen. So tat es auch mein Vater, der an mehreren schweren Krankheiten litt, sein immer größeres Problem wurde aber die heftige Demenz. Schweren Herzens mussten wir ihn zu Beginn dieses Jahres in ein Pflegeheim geben, doch mit seinem Einzug dort begann auch bald Corona unser Leben voll in Beschlag zu nehmen. Die Heime wurden geschlossen und mein Vater verstand überhaupt nicht mehr, was mit ihm passierte. Er vermisste seine Frau, die sonst täglich bei ihm war, und auch uns Töchter. Er wollte nicht mehr leben. Er konnte nicht ahnen, wie wir darum kämpften, ihn wieder besuchen zu dürfen. Er nahm keine Nahrung mehr zu sich und verfiel immer mehr. So verstarb er Ende Mai und unser einziger Trost ist, dass man uns gestattete, in seiner Todesstunde bei ihm zu sein und seine Hand zu halten.

Seinen 80. Geburtstag, der vor einer Woche war, konnten wir nicht mehr mit ihm feiern. 80 Jahre – hätte er diesen Geburtstag erlebt, wäre er heute auch einer, der – im Pflegeheim lebend – als einer der Ersten die so angepriesene Corona-Impfung bekäme. Hätte man ihn überhaupt gefragt, ob er das möchte? Hätten wir als Angehörige mit Patientenvollmacht ein Widerspruchsrecht gehabt? Wäre ihm der Pflegeheimplatz gekündigt worden, wenn wir dagegen gewesen wären?

All dies beschäftigt mich, nachdem ich eben sehen konnte, wie Frau Hase und Frau Becher in einem Berliner Pflegeheim ihre Impfung mediengerecht inszeniert verabreicht bekamen und ihnen dazu gratuliert wurde. Hat man sie gefragt, ob sie gefilmt werden möchten? In den Hauptnachrichtensendungen wird man Frau Becher wohl heute nicht sehen. Sie wirkte völlig abwesend und ihr Satz: „Ich kann nicht mehr …“ wurde von der Pflegekraft überhaupt nicht beachtet. Diese Worte sind für mich ein Aufschrei, waren es doch genau die, die mein Vater bei meinem letzten Besuch zu mir mehr stammelte als klar aussprach. Man mag zu Corona und zur Impfung stehen, wie man will, aber dieses zur Schau stellen der Bewohnerinnen des Pflegeheims ist für mich entwürdigend und zutiefst inhuman. Wenn man als alter Mensch so vorgeführt werden darf, damit die Politik gemeinsam mit der Pharmaindustrie den Impfstart als Allheilmittel gegen die Pandemie zelebrieren kann, dann ist es momentan keineswegs erstrebenswert, alt wie ein Baum oder zumindest 80 Jahre alt zu werden.


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Bild: Cryptographer/Shutterstock
Text: red


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Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd, besagt ein chinesisches Sprichwort. In Deutschland 2021 braucht man dafür eher einen guten Anwalt.

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