Unglaublich: Politik und Medien leisten Abbitte bei Maßnahmen-Kritikern… ...aber leider nur in London und Frankreich

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Manchmal kann man nur mit Neid über den Ärmelkanal blicken. Nicht nur, dass die Briten schon längst faktisch alle nennenswerten Corona-Maßnahmen abgeschafft haben, während hierzulande in Dauerschleife über Verschärfungen diskutiert wird. Eines der ranghöchsten Regierungsmitglieder hat zugegeben, dass der Lockdown „übertrieben, schlecht gehandhabt und schlecht kommuniziert wurde“; und in einer der namhaftesten Zeitungen der Insel war daraufhin jetzt ein Hohelied auf die Maßnahmen-Skeptiker zu lesen – bei denen, die in deutschen Medien immer noch als „Corona-Leugner“ diffamiert werden. Der 1855 gegründete „Daily Telegraph“ schreibt in einem Meinungsbeitrag in der Überschrift: „Bravo an die Lockdown-Skeptiker, die beschimpft und entlassen wurden, weil sie es gewagt hatten, die Freiheit zu verteidigen.“

„Halleluja. Preiset den Herrn. Endlich ist es passiert“ – so wird in dem Kommentar von Robert Taylor das Lockdown-Fehlereingeständnis von Rishi Sunak bejubelt, des Mannes, der bis vor kurzem Finanzminister war. „Ja, es war einsam. Aber jetzt sagt uns der Mann, der für die Finanzen der Nation verantwortlich war, verspätet, dass wir nicht allein waren“ – so schreibt Taylor, der sich damit selbst als Maßnahmen-Skeptiker outet. Und weiter: „Verbeuge dich, Rishi Sunak!“

„Ich musste zweimal hinschauen, als ich die Berichte sah. In diesen langen Monaten des Lockdowns war niemand in der Regierung, geschweige denn im Kabinett, bereit, so etwas zu sagen“, schreibt der Journalist: „Es blieb einigen mutigen Journalisten und Wissenschaftlern überlassen, sich der überwältigenden Macht der Lockdown-Fanatiker zu stellen, wobei die Polizei Menschen dafür bestraft, dass sie auf Parkbänken sitzen, und Nachbarn, die eifrig für sich gegenseitig einkaufen, so als wäre dies ein autoritäres Land.“

Pürner

Taylors Text klingt geradezu episch: „Es waren wenige Mutige, die die Fahne der persönlichen Freiheit aufrecht hielten. Das ist wirklich keine Übertreibung. Und diese Mutigen haben einen hohen Preis dafür bezahlt. In den sozialen Medien waren sie heftigen Beschimpfungen ausgesetzt. Ihnen wurde vorgeworfen, Menschenleben seien ihnen egal. Ja es wurde sogar behauptet, sie seien Mörder. In den Mainstream-Medien sah es nicht viel besser aus als in den sozialen Medien.“ Die Kritiker seien eine „kleine, unverhältnismäßig einflussreiche Gruppe, die ‘die Virulenz des Virus leugnet‘“, so der Vorwurf in den Schlagzeilen des „Guardian“.

Abgeordnete wie Neil O’Brien hätten Skeptiker öffentlich diskreditiert und ihnen vorgeworfen, sie hätten „verdammt viel zu verantworten“, beklagt Taylor. Und dreht den Spieß um: Es seien in Wirklichkeit Abgeordnete wie O’Brien, die viel Verantwortung auf sich geladen haben: „Weil Sie die freie Debatte erstickt haben, zusammen mit bestimmten Mainstream-Nachrichtenagenturen, weil Sie über einen Zeitraum von zwei Jahren nicht der Frage nachgegangen sind, ob der Lockdown mehr Schaden als Nutzen anrichtete.“

Die Schlussfolgerung des Journalisten und Maßnahmen-Skeptikers: „Ja, wir standen alleine auf weiter Flur. Aber jetzt sagt uns der Mann, der für die Finanzen der Nation verantwortlich war, verspätet, dass wir nicht allein waren. Er sagt uns jetzt, dass es falsch war, Wissenschaftler in einem solchen Ausmaß zu ermächtigen; falsch, der Expertengruppe SAGE solche Machtbefugnisse über die Politik zu geben; falsch, die langfristigen Auswirkungen des Lockdowns auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen nicht zu berücksichtigen; falsch, die unvermeidlichen enormen Verzögerungen bei der Diagnose von Krebs, Herzkrankheiten und Diabetes nicht zu diskutieren; falsch, Schulen zu schließen; und falsch, solche Angst einzuflößen.“

Genau das hätten „einige von uns die ganze Zeit gesagt“ und dafür einen „Haufen Beschimpfungen“ geerntet. Der Finanzminister selbst gestand ein, er sei daran gehindert worden, über seine Zweifel zu sprechen, und, als er es dennoch versuchte, auf „eine Mauer des Schweigens stieß“.

Taylor geht im Telegraph noch weiter: Er fordert „Vergangenheitsbewältigung“ – und will wissen, wie die Rolle der mutmaßlichen künftigen Premierministerin, Liz Truss, in der Corona-Politik war: „Ich würde gerne glauben, dass sie Teil des Widerstands war, aber wir brauchen eine klare Aussage von ihr. Hat sie die Expertengruppe SAGE im Kabinett herausgefordert? Hat sie sich für Kinder und wirtschaftlich Schwache eingesetzt?“

Dem Bericht zufolge behauptet Ex-Minister Sunak, in Protokollen von SAGE-Treffen seien abweichende Stimmen herausgeschnitten worden. Dazu Taylor: „Nun, warum sollte jemand das tun? In wessen Interesse wäre es? Warum sollten nicht alle Seiten veröffentlicht werden? Das ist ein ziemlich heftiger Vorwurf. Tatsächlich reicht es fast aus, um uns alle zu Verschwörungstheoretikern zu machen.“

Kopfzerbrechen für Boris

Doch Taylor lässt auch Sunak nicht aus der Verantwortung. Er begrüße zwar seine jetzigen Offenbarungen, schreibt er, aber er habe auch Fragen an den Ex-Finanzminister: „Er war nach Macht und Einfluss an zweiter Stelle nach dem Premierminister, und die Abriegelung war die folgenreichste, freiheitszerstörendste Regierungsinitiative seit dem Krieg. Daran hatte er starke Zweifel. Warum ist er dann nicht zurückgetreten? Ja, es wäre ein weiteres Kopfzerbrechen für Boris Johnson gewesen. Aber war er das angesichts der massiven Folgen der falschen Strategie nicht dem britischen Volk schuldig?“

Das Fazit von Taylor: „Es ist Tragödie über Tragödie. Okay, es ist eine Erleichterung zu hören, dass jemand im Herzen der Regierung den Mut hatte, das gefährliche Gruppendenken zu überwinden. Aber es ist ein schwacher Trost für Millionen von Kindern, deren Schulbildung und deren langfristige Perspektive irreparabel beschädigt wurden, und für Patienten, die erst jetzt erfahren, dass sie Krebs, Diabetes oder Herzkrankheiten haben, und für diejenigen, denen die Chance verwehrt wurde, einfach ihre einsamen, sterbenden Verwandten zu umarmen. Für all diese Lockdown-Opfer kommen Sunaks Worte zwei Jahre zu spät.“

Fremdschämen für Deutschland

Was für ein Artikel! Und das in einer der führenden Zeitungen des Landes! Während in Deutschland bei den Verantwortlichen jede Form von Selbstkritik zu fehlen scheint und man einfach weiter macht mit der Maßnahmen-Politik! Was für ein Kontrast! Und nicht nur in London sind solche Töne zu hören. „Natürlich bedauere ich vieles. Wir haben manchmal die Gesundheit über die Menschlichkeit gestellt“, sagte in Frankreich der Immunologe Jean-François Delfraissy. So hätten etwa Altenheim-Bewohner ihren Lebenswillen verloren, weil ihnen der Kontakt mit ihren Nächsten verboten wurde. Das bittere Fazit des Chefs des wissenschaftlichen Expertenrats, der Präsident Emmanuel Macron zu seinem harten Kurs drängte: „Bei den Schulen, bei den älteren Menschen hätten wir uns auf die Meinung der Bürger verlassen können. Aber die Politik wollte es nicht auf nationaler Ebene.“

In der Bundesrepublik sind solche Töne von Verantwortlichen Fehlanzeige. Man kann sich nur fremdschämen für Deutschland in diesen Tagen. Genauer gesagt für unsere Politik und unsere Medien. Wie lange müssen wir noch warten, bis ein Artikel wie der aus dem Telegraph in einer der großen deutschen Zeitungen oder bei ARD und ZDF erscheinen wird? Bis Corona-Hardliner wie Drosten, Brinkmann & Co. ihre Fehler eingestehen und um Nachsicht bitten?

Ich fürchte, in Deutschland wird auch die Corona-Vergangenheitsbewältigung nicht ohne den landesüblichen Fanatismus vonstattengehen. Am Ende, wenn der Druck durch die Berichte aus dem Ausland zu groß und das Versagen nicht mehr zu vertuschen ist, werden es dann alle schon lange gewusst haben – und schuld sein werden dann die Dauer-Bösen aus den „alternativen Medien“ – weil die nicht hartnäckig genug kritisiert haben. Die Wendehälse werden wie immer oben schwimmen und nachträglich die entschiedensten Maßnahmen-Kritiker sein. Doch bis dahin wird noch munter weiter Corona-Panikmache und Maßnahmen-Politik betrieben.

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Text: br

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