Venezuelas Absturz wird als Klimasieg gefeiert Sozialismus gilt plötzlich als CO₂-Strategie

Ein Gastbeitrag von Thomas Rießinger

Jetzt habe ich endlich die welthistorisch-positive Rolle von Hugo Chávez und Nicolás Maduro verstanden, und diese Erkenntnis verdanke ich Stefan Krauter, seines Zeichens Professor für „Elektrische Energietechnik – Nachhaltige Energiekonzepte“ an der Universität Paderborn. Er hat mir mit dem folgenden X-Post die Augen geöffnet:

Warum hatte ich das nicht schon früher bemerkt? Das einzige und darüber hinaus auch noch edelmütige Motiv der beiden sozialistischen Wirtschafts- und Freiheitsvernichter Chávez und Maduro lag im Klimaschutz! In der Rettung der Menschheit! Im Bewahren unserer Kinder und Kindeskinder vor dem Hitzetod! Denn noch 1997 konnte sich Venezuela einer täglichen Rohölproduktion von 3,45 Millionen Barrel rühmen – damals durfte man sich einer derartigen Fehlleistung noch rühmen, man wusste noch nicht, dass es sich eigentlich um ein Menschheitsverbrechen handelte. 1999 kam der gütige Hugo Chávez an die Macht, und schon ging es mit der Produktion bergab. Wie weitsichtig von ihm! Schon 2015, zwei Jahre nach Chávez’ Tod, hatte man sich auf ein Ausmaß von nur noch 2,59 Millionen Barrel reduziert, aber der Gedanke des Klimaschutzes fand seine stärkste Unterstützung erst unter Maduro, dem konsequenten Nachfolger. Es dauerte nur bis 2020, um die Produktion auf weniger als 400.000 Barrel herunter zu fahren; das war eine außerordentliche Leistung, für die ihm der Nobelpreis für Klimaschutz gebührte, wenn es ihn denn gäbe.

Doch wie schade! Maduro zeigte nicht die nötige Konsequenz, denn bis Ende 2025 war schon wieder eine Produktionsmenge von 1,14 Millionen Barrel zu verzeichnen, so etwas hatte es seit 2019 nicht gegeben. Während also der frühe Maduro in den Augen Krauters von tiefer Humanität geprägt war, weil er das Verbrennen des venezolanischen Öls und den daraus zwingend folgenden Massenmord durch Nicht-Förderung verhinderte, scheint ihm der menschheitsfördernde Impuls im Verlauf der letzten Jahre etwas abhanden gekommen zu sein; vielleicht weiß ja Stefan Krauter, woran es lag.

Aber eines ist klar, zumindest in den Augen des Paderborner Professors: „Weniger Öl ist weniger CO2 – gut so.“ Es spielt keine Rolle, ob die Menschen in Venezuela in Armut leben. Es darf konsequenterweise auch keine Rolle spielen, dass derzeit Zehntausende in Berlin ohne Strom in der Kälte ausharren, weil mehr Stromverbrauch auch mehr CO2 bedeutet, und das mag Krauter gar nicht.

Seine Äußerung scheint er aus „Zanzibar North, Tansania“ abgeschickt zu haben. Aber auch das Verbrennen von Kerosin „heizt den Planeten weiter auf und tötet langfristig Millionen Menschen“. Ich darf Herrn Krauter daher empfehlen, sich ausschließlich mithilfe elektrogetriebener Fähren, deren Strom nur aus erneuerbaren Quellen stammt, und dem Fahrrad auf den Rückweg nach Paderborn zu begeben.

Denn an einem Massenmord wird er sich ja wohl nicht beteiligen wollen.

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Thomas Rießinger ist promovierter Mathematiker und war Professor für Mathematik und Informatik an der Fachhochschule Frankfurt am Main. Neben einigen Fachbüchern über Mathematik hat er auch Aufsätze zur Philosophie und Geschichte sowie ein Buch zur Unterhaltungsmathematik publiziert.

Bild: Seventov/Shutterstock

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