Warum die Maskenpflicht im Praxistest durchfällt Ergebnisse aus dem Labor lassen sich nicht auf den Alltag übertragen

Von reitschuster.de

„Es ist gleichzeitig wahr, dass Masken funktionieren, Maskenpflichten aber nicht“. Dieser Satz stammt von Dr. Shira Doron, die als Epidemiologin im renommierten Tufts Medical Centre in Boston (USA) arbeitet. An diesem scheinbaren Widerspruch erhitzen sich in den USA derzeit die Gemüter, da sich angesichts erneut steigender Infektionszahlen die Stimmen mehren, die eine Rückkehr zur Maskenpflicht fordern. Die Befürworter der Maskenpflicht weisen einerseits darauf hin, dass es sich dabei um eine vergleichsweise einfache Maßnahme handele, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern oder zumindest zu verlangsamen, andererseits ignorieren sie jedoch die Lehren aus den vergangenen beiden Jahren. Mehrere wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass sich Corona auch durch wie auch immer geartete Maskenpflichten nicht eindämmen ließ, ein kausaler Zusammenhang zwischen dem Tragen von Masken und dem Sinken oder Steigen der Infektionszahlen konnte nirgendwo auf der Welt beobachtet werden.

Wie die New York Times (NYT) berichtet, wurde in den USA die Maskenpflicht an einigen Schulen in Pennsylvania, Massachusetts, Kalifornien und Rhode Islands bereits wieder eingeführt. Der New Yorker Bürgermeister Eric Adams hingegen lehnt eine Maskenpflicht in seiner Stadt weiterhin ab. Kritiker werfen dem Demokraten deshalb „Corona-Müdigkeit“ und fehlenden Mut zur Ergreifung vermeintlich notwendiger Maßnahmen vor. Dabei scheint sich Adams in der Diskussion um die Maskenpflicht lediglich am aktuellen Stand der Wissenschaft zu orientieren, der unter anderem durch das eingangs erwähnte Zitat von Dr. Doron untermauert wird. Doch wie genau ist diese Aussage zu verstehen?

Masken schützen nur unter Laborbedingungen

Hochwertige Masken sind unbestreitbar in der Lage, Partikel bis zu einer bestimmten Größe aus der Atemluft des Trägers zu filtern. Genau diesen Zweck sollen zum Beispiel die eigentlich aus der Arbeitswelt stammenden FFP2-Masken erfüllen, nur dass sie in diesem Fall ihren Träger vor dem Einatmen potenziell gesundheitsschädlicher Stoffe schützen sollen. Dies gilt aber ausdrücklich auch nur dann, wenn diese Masken „richtig“ getragen werden, was sich bei weitem nicht nur auf den korrekten, eng anliegenden Sitz der Masken bezieht. Ebenso müssen regelmäßige Pausen eingehalten werden, worauf die Hersteller von FFP2-Masken ausdrücklich hinweisen. Darüber hinaus werden diese Masken in den meisten Fällen viel zu oft wiederverwendet, was nicht nur aus hygienischer Sicht ein Desaster ist. Aus diesen und weiteren Gründen weisen auch deutsche Experten wie etwa der UKE-Professor Johannes Knobloch nicht umsonst darauf hin, dass sie FFP2-Masken bei Laien für grundsätzlich ungeeignet halten.

Was im Labor und unter ganz bestimmten Voraussetzungen zu funktionieren scheint, lässt sich also nicht so einfach auf den Alltag übertragen. Da das pausenlose Tragen von FFP2-Masken schon aus gesundheitlichen Gründen nicht ratsam ist, kann es auch in den kurzen Tragepausen zu einer Ansteckung bzw. Weitergabe des Virus kommen. Oft werden gebrauchte FFP2-Masken auch auf Tischen oder Bänken abgelegt, wodurch es dann zu einer indirekten Infektion mit dem Virus kommen kann. Oder der Mund-Nasen-Schutz wird schlicht nicht fachgerecht aufgesetzt und sein Träger wiegt sich dadurch in falscher Sicherheit. Diese und weitere Faktoren erklären den zweiten Teil der Aussage von Dr. Doron auf sehr anschauliche Art und Weise. Steven Salzberg von der Johns Hopkins University weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es eben die am wenigsten komfortablen Masken seien, die den effektivsten Schutz böten. Eine großflächige Bedeckung des Gesichts gehe aber auch mit einem stark eingeschränkten Fluss der Atemluft einher, wie der Biostatistiker in der NYT warnt.

Experten fordern Rückkehr zur Eigenverantwortung der Bürger

Da sich Maskenpflichten im Kampf gegen Corona als weitgehend sinnlose Maßnahme erwiesen haben, fordern immer mehr Experten die Rückkehr zur Eigenverantwortung der Bürger. Jennifer Nuzzo, Epidemiologin an der Brown University in Rhode Islands, sagte dem US-Portal Vox: „Viele der Menschen, die keine Maske tragen, hatten bereits Covid und sind zudem geimpft.“ Diese Menschen würden sich dann fragen, warum und wie lange sie jetzt auch noch eine Maske tragen sollen. Nuzzo räumt dabei ein, dass es tatsächlich schwerfalle solchen Argumenten zu widersprechen.

Auch Dr. Aaron Carroll von der Indiana University plädiert dafür, nicht mehr länger „über Dinge zu streiten, die hoffnungslos politisiert wurden“, womit er sich unter anderem auf die Maskenpflicht bezieht. Dr. Doron erinnert sich an die Zeit vor Corona zurück, als in Krankenhäusern medizinische Masken ausschließlich von Ärzten und Krankenschwestern getragen worden sind. Patienten, ausdrücklich auch solche, die wegen Infektionskrankheiten stationär behandelt wurden, hätten dagegen nie Masken tragen müssen, wie die Epidemiologin betont.

Wer also der Meinung ist, dass ihm das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes etwas bringt und er dadurch das Risiko einer eigenen Infektion reduzieren kann, der sollte seine Maske natürlich tragen dürfen, wo und wann immer er das will. Ebenso hätten sich die allermeisten Maßnahmen-Kritiker ohne weiteres auch damit anfreunden können, die Masken im Frühjahr 2020 über den überschaubaren Zeitraum von einigen Wochen hinweg zu tragen. In einer Zeit, in der Corona aber immer mehr in die endemische Phase einzutreten scheint, ist es aber mehr denn je das Gebot der Stunde, den mündigen Bürger wieder in die Eigenverantwortung für sein eigenes Leben und das seiner Mitmenschen zu entlassen.

David
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Bild: Shutterstock
Text: reitschuster.de

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