Was die Deutschen wirklich über Corona denken Aktuelle INSA-Umfrage

18 Prozent der Deutschen halten Corona für nicht gefährlicher als eine normale Grippe. Das geht aus einer aktuellen, repräsentativen Umrage des Meinungsforschungsinstituts INSA hervor, das dazu 2046 Menschen in Deutschland per Telefon und Online befragte. 68 Prozent der Befragten stimmten der Aussage zu, „Corona ist aus meiner Sicht schlimmer als eine gewöhnliche Grippe“. 12 Prozent antworteten, sie wissen das nicht.

Angesichts der massiven Betonung der Risiken durch das Corona-Virus ist es fast schon erstaunlich, dass „nur“ zwei Drittel der Menschen Corona für gefährlicher halten als die Influenza und immerhin ein Drittel das nicht glaubt bzw. keine Meinung hat. Je nach Ausrichtung kann man das Ergebnis aber in zwei ganz unterschiedliche Richtungen drehen (neudeutsch „framen“) – und die zwei Drittel als viel oder wenig hinstellen. Oder betonen, dass ein Drittel nicht überzeugt sei von der größeren Gefährlichkeit.

Zu berücksichtigen ist auch, dass in Deutschland traditionell leichte grippale Infekte als „Grippe“ bezeichnet werden. Oft fehlt hier die Trennlinie zur „echten“ Grippe. Diese Influenza ist keineswegs eine harmlose Krankheit. So hieß es 2019 im Ärzteblatt: „Die außergewöhnlich starke Grippewelle 2017/18 hat nach Schätzungen rund 25.100 Menschen in Deutschland das Leben gekostet. Das sei die höchste Zahl an To­des­fällen in den vergangenen 30 Jahren, wie der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler erklärte.“ Zum Vergleich: An Covid-19 sind 2020 laut RKI 18.722 Menschen an gestorben (Stand 6.12.20). Kritiker bemängeln an den Zahlen, dass sie auch „mit Covid-19“ Verstorbene beinhalten und nicht nur „an Covid-19“ Verstorbene. Das könnte aber auch für die Grippe-Zahlen des RKI stimmen.

Interessant ist die Verteilung der Antworten nach Alter. Die Ältesten unter den befragten Personen sind dabei deutlich häufiger der Ansicht, dass Corona schlimmer ist als eine normale Grippe: So geben 79 Prozent der ab 60-Jährigen und 71 Prozent der 50- bis 59-Jährigen dies an, während Befragte zwischen 18 und 49 Jahren lediglich zu 58 Prozent bis 60 Prozent davon überzeugt sind, dass das Coronavirus schlimmer ist als eine normale Grippe.

Befragte, welche keinen Migrationshintergrund haben, sind häufiger davon überzeugt, dass das Coronavirus schlimmer ist als eine normale Grippe, als Befragte mit einem Migrationshintergrund (69 zu 61 %).

Weiter sind Befragte, welche sich ziemlich oder sehr stark für Politik interessieren, häufiger davon überzeugt, dass Corona schlimmer ist als eine gewöhnliche Grippe, als Befragte, die sich nur mittelmäßig, weniger oder gar nicht für Politik interessieren (75 bzw. 78 zu 47 bis 68 %). Diese Befragten geben häufiger an, es nicht zu wissen (10 bis 19 zu 5 bzw. 8 %) oder möchten keine Angabe machen (2 zu 3 bis 9 %).

Aktuelle Wähler von SPD (88 %), Grünen (86 %) und der Union (85 %) sind am häufigsten davon überzeugt, dass das Coronavirus schlimmer ist als eine Grippe. Dahinter folgen Wähler der Linken und der FDP (jeweils 68 %). Einzig Wähler der AfD verneinen absolut mehrheitlich die Ansicht, dass das Coronavirus schlimmer sei als eine normale Grippe (52 zu 34 %).

 

Bild: Shutterstock
Text: red

 

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