Welt retten! Aber nur mit richtiger Frisur! Wegen Dreadlocks: Fridays for Future verwehrt einer weißen Sängerin den Auftritt

Ein Gastbeitrag von Manfred Schwarz

Ronja Maltzahn – eine deutsche Singer-Songwriterin, die bisher schon auf vier Kontinenten aufgetreten ist und in vier Sprachen singen kann – hat jetzt etwas in Niedersachsen erlebt, was ihr bisher weltweit noch nie widerfahren ist: Für ihre Klima-Veranstaltung am kommenden Wochenende in Hannover haben Aktivisten von „Fridays for Future“ der Sängerin einen Auftritt schriftlich abgesagt.

Begründung: Die weiße Künstlerin trägt Dreadlocks.

Die Absage von „Fridays for Future Hannover“ hat Ronja Maltzahn auf ihren sozialen Medienkanälen veröffentlicht. Die FFF-Kämpfer begründen die Auftrittssperre damit, die Künstlerin würde sich als Weiße die Dreadlocks-Frisur fälschlicherweise „kulturell aneignen“, ohne dabei die systematische Unterdrückung von schwarzen Menschen zu erleben.

Weiter heißt es in der FFF-Textnachricht, die jetzige Frisur der Sängerin passe nicht zum „antikolonialistischen und antirassistischen Narrativ“ der geplanten Veranstaltung.

Aufgrund äußerlicher Merkmale ausgeschlossen

Die Musikerin, die in Bad Pyrmont lebt, und ihr Blue Bird Orchestra bedauern die Absage. Auf ihrem Instagram-Kanal schreibt die Künstlerin, dass sie sich darauf gefreut hätte, „ein Zeichen für Frieden und gegen Diskriminierung mit unserer Musik setzen zu dürfen“.

Und: „Schade, dass wir aufgrund von äußerlichen Merkmalen davon ausgeschlossen werden. Wir möchten keinen Menschen aufgrund von seiner/ihrer kulturellen Herkunft diskriminieren, sondern vielmehr kultureller Vielfalt eine Bühne geben, sie wertschätzen und zelebrieren.“

Dass die FFF-Bewegung sich hier einer Weißen gegenüber rassistisch verhält, thematisiert die Sängerin nicht.

Auftritt mit abgeschnittenen Haaren ist möglich

Doch eine kleine Chance wird Ronja Maltzahn offenbar noch eingeräumt. „Solltest du dich bis Freitag dazu entscheiden, deine Dreadlocks abzuschneiden, würden wir dich natürlich auf der Demo begrüßen und spielen lassen“, schreiben die FFF-Kämpfer in ihrer Nachricht. „Wir hoffen, dass du dich damit auseinandersetzt.“ Eine Sprecherin von FFF Hannover hat inzwischen gegenüber der „Neuen Presse“ die Echtheit des Schreibens bestätigt. Die Klimakämpferinnen appellieren an die Künstlerin, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Sie bieten der Sängerin ein Gespräch an – freilich erst in den Tagen nach der Freitags-Demo.

Konzert mit Udo Lindenberg

Ronja Maltzahn und ihr Orchester haben erst im vorigen Jahr den Panikpreis der Udo-Lindenberg-Stiftung für Nachwuchskünstler gewonnen.

Langeweile wird es für die Sängerin wegen der Absage allerdings nicht geben: Schon am Wochenende wird sie bei einem „Friedenskonzert“ in Schüttorf (in der niedersächsischen Grafschaft Bentheim) auftreten. Die Ticket-Einnahmen gehen an die Flüchtlingshilfe für Ukrainer.

Am 30. Juli tritt die Sängerin gemeinsam mit Udo Lindenberg auf – beim Hermann Hesse-Festival in der Landeshauptstadt Hannover.

Diejenigen, die selbst wenig haben, bitte ich ausdrücklich darum, das Wenige zu behalten. Umso mehr freut mich Unterstützung von allen, denen sie nicht weh tut!

Gastbeiträge geben immer die Meinung des Autors wieder, nicht meine. Ich schätze meine Leser als erwachsene Menschen und will ihnen unterschiedliche Blickwinkel bieten, damit sie sich selbst eine Meinung bilden können.

Dr. Manfred Schwarz (Politologe): Zivillehrer an der Hamburger Landespolizeischule, dann etliche Jahre Berufsschullehrer und Dozent in der staatlichen Lehrerfortbildung (Bereich: Politik); jeweils acht Jahre Medienreferent in der Hamburger  Senatsverwaltung und (nebenamtlich) Vizepräsident des nationalen Radsportverbandes BDR (verantwortlich für die bundesweite Medienarbeit / Herausgeber einer Internet-Radsportzeitung). CDU-Mitglied, sechs Jahre Mitglied des Hamburger CDU-Landesvorstands. Heute Autor für verschiedene Internetportale mit den Schwerpunkt-Themen Politik und Medien.

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