„Zwei Drittel der Corona-Intensivpatienten haben Migrationshintergrund“ Daten aus Kölner Klinik

Es ist ein Dokument mit hoher Sprengkraft. Erstmals liegt ein konkretes Papier vor, aus dem sich ergibt, welcher Anteil der Corona-Intensivpatienten einen Migrationshintergrund hat. Bereits Anfang März war eine sehr brisante Nachricht aus einer Schaltkonferenz von Lothar Wieler, dem Chef des Robert-Koch-Instituts, mit Chefärzten an die Öffentlichkeit gelangt – und hatte für heftige Diskussionen gesorgt (zumindest da, wo sie nicht, wie in vielen großen Medien verschwiegen oder versteckt wurde): Über 90 Prozent der Corona-Intensivpatienten sollten demnach in einer konkreten Lungenklinik einen Migrationshintergrund haben, bundesweit über 50 Prozent. Die Information stammte aus der „Bild“. Als er später auf der Bundespressekonferenz zu diesen Zahlen befragt wurde, zerredete sie Wieler. Die Antwort klang so wie der Versuch, etwas zu dementieren, was aber nicht gänzlich zu dementieren ist. Aber das ist meine persönliche, subjektive Wertung.

Das Herumeiern könnte Gründe haben. Laut Bild wird der extrem hohe Anteil von Intensivpatienten mit Migrationshintergrund „in der Bundesregierung als Tabu empfunden.“ So soll es aus der Runde des RKI-Chefs mit den Chefärzten hervorgegangen sein. Focus Online hat nun nach eigenen Angaben „ein Dokument mit einem alarmierenden Corona-Befund aus einem Kölner Großkrankenhaus erhalten“: „Die Auswertung bestätigt erstmals: Die Infektionswelle trifft besonders Menschen mit Migrationshintergrund“, schreibt das Portal: „Die Gründe dafür sind vielfältig, doch auch Zusammenkünfte von Clan-Familien könnten eine Rolle spielen. Just heute findet eine solche unter großem Polizeiaufgebot in NRW statt.“

Dem Bericht zufolge will der Informant  anonym bleiben, weil ihm das Thema zu heikel sei. Focus Online hat dem Bericht zufolge auch „eine Excel-Tabelle mit einem alarmierenden Corona-Befund aus einem großen Kölner Krankenhaus“ vorliegen. Diese Auswertung unter dem Kürzel „Coronavirus-Überwachung“ (Surveillance) bestätigt dem Bericht zufolge die „Vermutungen, die schon seit Wochen kursieren: Die Corona-Infektionswelle trifft insbesondere Menschen mit Migrationshintergrund.“

„Von Tausenden PCR-Getesteten, die in dieser Klinik aktenkundig sind, wurden vom 1. November 2020 bis Ende Februar 2021 knapp 290 Patienten stationär aufgenommen. Mehr als 55 Prozent von ihnen wiesen dem Dokument zufolge ausländische Wurzeln auf“, schreibt Focus Online: „Auch bei schweren Krankheitsverläufen besteht ein Übergewicht. Und: Von den 56 Menschen, die in dem Kölner Krankenhaus an oder mit Corona verstorben sind, blickt mehr als jeder Zweite auf einen Migrationshintergrund zurück.“ Ein ähnliches Bild gebe es auch auf der Intensivstation des besagten Klinikums: Zwei Drittel der 100 in diesem Zeitraum behandelten Intensivpatienten hatten demnach einen Migrationshintergrund. „Auffällig hoch liegt die Quote auch bei jenen Virus-Erkrankten, die invasiv beatmet werden mussten“, schreibt Focus Online: „Fast 40 Menschen mit einer Zuwanderer-Vita stehen hier 21 Männern und Frauen ohne Migrationshintergrund gegenüber. Betroffen waren demnach vor allem türkisch, arabisch, italienisch und osteuropäisch stämmige Patienten. Dies sind die ersten belastbaren Zahlen aus der Praxis einer der größten Kliniken in Köln.“

Zur Untermauerung seiner These beruft sich das Portal auch auf den Leiter der Lungenklinik Moers, Thomas Voshaar. Dessen Daten decken sich mit den oben geschilderten Erkenntnissen: „Der Chefarzt berichtete bereits Anfang März von Kollegen, die bekundeten, dass Menschen mit Migrationshintergrund auf ihren Intensivstationen überrepräsentiert seien. Demnach schwankte die Rate zwischen 50 und 90 Prozent.“

Laut einem Bericht der „Westfälischen Nachrichten“ gibt es auch im Raum Bielefeld ähnliche Beobachtungen. Gut die Hälfte der Corona-Patienten in den Krankenhäusern dort besitzen demnach ausländische Wurzeln. Dieser Wert liege deutlich höher als der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund in Nordrhein-Westfalen (29,3 Prozent).

Große Teile der Politik umgingen das Problem und auch der Fachverband Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin stelle keine entsprechenden Erhebungen an, heißt es in dem Bericht. Eine OECD-Studie fälle dagegen ein eindeutiges Urteil: „Der Untersuchung zufolge sind Einwanderer ‘besonders von den gesundheitlichen Folgen der Pandemie betroffen‘. Das liege einerseits daran, ‘dass sie häufig an vorderster Front‘ als Pfleger oder Ärzte im Kampf gegen Covid-19 arbeiten. Ein weiterer Grund: Die Lebensbedingungen bergen ‘höhere‘ Risiken – so etwa beengte Wohnverhältnisse oder ein Dasein in Armut.“

Zu diesem Bild passen auch neue Erkenntnisse des Berliner Senats: „Je höher der Anteil der Arbeitslosen beziehungsweise Transferbeziehenden in den Bezirken ist, desto höher ist die Covid-19-Inzidenz“, heißt es in einem Papier der rot-rot-grünen Stadtregierung in der Hauptstadt. Auch eine Studie des Fraunhofer-Instituts zur Corona-Infektionslage in Köln geht in die gleiche Richtung. Dem Papier zufolge „steigen die Inzidenzzahlen insbesondere in Stadtteilen mit hoher Arbeitslosigkeit nebst größerem Migrationsanteil – etwa in Köln-Meschenich und seiner Trabantensiedlung Kölnberg mit einem Inzidenzrekordniveau von 300 vor wenigen Tagen“, schreibt Focus Online: „Hier leben gut 44 Prozent Bürger, die im Ausland geboren wurden. Zwei Drittel der Bewohner verfügen über eine Zuwanderungsgeschichte. Chorweiler, Bickendorf, Volkhoven, Vingst, Finkenberg, Holweide – diese Viertel mit ihrer hohen Migrationsquote gehören derzeit allesamt zu den Corona-Hotspots im Kölner Raum. Dagegen liegt das gut bürgerliche Lindenthal ganz weit hinten bei den Infektionswerten.“ Allerdings gebe es auch Ausreißer.

Wiederholt sorgten Hochzeiten, religiöse Feste und Trauerfeiern in Bezirken, die stark von Migration geprägt sind, für Aufsehen. Aktuell bereiten sich die Behörden in Leverkusen mit Sorge auf die heutige Beerdigung eines Clan-Führers vor. Medien sprechen von „Alarm-Stimmung“ bei der Polizei. Zudem spielen nach Ansicht von Fachleuten auch kulturelle Umstände eine Rolle – etwa der oft größere und enger vernetzte Familienverbund bei Menschen aus Osteuropa, der Türkei oder des Orients. Auch dürften Sprach- und Verständigungsprobleme eine Rolle spielen. So informieren sich gerade viele ältere Menschen mit Migrationshintergrund auch in Deutschland noch vorwiegend aus Medien in ihren Heimatländern. Die deutschen Corona-Maßnahmen sind dort kaum oder gar kein Thema. Wer etwa als Russischsprachiger in Deutschland Medien aus Russland sieht, erfährt dort, dass trotz Corona dort ein weitgehend uneingeschränktes Alltagsleben möglich ist.

Die Problematik zeigt einmal mehr, wie stark die Tabuisierung von bestimmten Problemen deren Lösung im Wege steht. Ein erhöhter Anteil von Migranten an den Corona-Intensivpatienten sollte schon allein deshalb breit im Fokus der Öffentlichkeit stehen, damit das Problem wirklich erkannt wird. Denn nur für Probleme, die als solche erkannt sind, ist die Suche nach Lösungen möglich. Wegsehen und Tabuisierung haben noch nie ein Problem gelöst. Im Gegenteil. Sie verschärfen es.

Diejenigen, die selbst wenig haben, bitte ich ausdrücklich darum, das Wenige zu behalten. Umso mehr freut mich Unterstützung von allen, denen sie nicht weh tut!

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Bild: Reitschuster
Text: br


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