Stuttgart 21: 1.000 Kilometer falscher Kabel – und niemand ist schuld Das neueste Debakel und was es über Deutschland verrät

Mehr als tausend Kilometer Kabel falsch verlegt. Offenbar aus Hektik. Der allergrößte Teil muss raus und neu rein. Eröffnung frühestens 2031 – wenn überhaupt. Kosten: ursprünglich drei Milliarden Euro versprochen, mittlerweile offiziell fast zwölf Milliarden, mit Folgeprojekten 25 Milliarden. Das Projekt läuft seit 16 Jahren. Und weil man unter Termindruck Kabel verlegte, ohne vorher zu prüfen, ob es die richtigen sind, darf jetzt alles nochmal von vorne beginnen. Das haben jetzt Recherchen des SWR an den Tag gebracht.

Wer zahlt? Sie wissen es.

Wer haftet? Niemand.

Man müsste lachen, wenn es nicht so traurig wäre.

Wenn es nicht unser Land wäre.

Wenn man nicht wüsste: Das ist kein Betriebsunfall. Das ist Deutschland 2026.

Ganz groß in Welt- und Klima-Rettung – aber ganz miserabel im Handwerk.

Willkommen im rot-grünen Utopia, vor dem Franz Josef Strauß einst prophetisch warnte (anzusehen hier).

Ein privater Bauherr, der so arbeitet, ist bankrott. Ein Staatskonzern, der so arbeitet, bekommt eine Pressemitteilung und eine Revisionskommission. Der Unterschied liegt nicht in der Kompetenz der Mitarbeiter – sondern im System: Wer Kosten und Risiken auf den Steuerzahler abwälzen kann, braucht keine Disziplin. Wer nicht scheitern kann, lernt nicht zu gewinnen.

Stuttgart 21 ist kein Einzelfall. Es ist ein Symptom.

Deutschland war einmal das Land, das die Welt mit Ingenieurskunst, Präzision und Verlässlichkeit beeindruckt hat. Heute wird es belächelt – von Menschen in anderen Ländern, die früher ehrfürchtig nach Deutschland geschaut haben. Was ist passiert?

Das Leistungs- und Verantwortungsprinzip wurde systematisch abgebaut. Nicht über Nacht, sondern Schritt für Schritt. Statt Kompetenz entscheidet zunehmend Haltung. Statt Ergebnis zählt Gesinnung. Diversität, Inklusion, die richtige Sprache, das richtige Weltbild – das sind die Kriterien, nach denen heute in weiten Teilen des öffentlichen Lebens, aber auch in der Privatwirtschaft, Personal ausgewählt und befördert wird. Wer am lautesten das vermeintlich Richtige sagt, steigt auf. Wer Ideologie liefert, fällt auf. Wer nachdenkt, wer Zweifel hat, fällt raus.

Organisierte Verantwortungslosigkeit

Und wer denkt, das sei ein Problem des trägen Staatsapparats, irrt. Die Krankheit hat längst auf die Privatwirtschaft übergegriffen. Konzerne mit Diversity-Abteilungen, die größer sind als ihre Entwicklungsabteilungen. DAX-Vorstände, die Klimaziele kommunizieren, während die Produktqualität verfällt. Die Lufthansa, die lieber ihre Maschinen regenbogenbunt lackiert als guten Service zu bieten. Quoten für Vorstände. Unzählige Beauftragte für Gedöns, für Bürokratie- und Ideologie-Schwachsinn. Personalabteilungen, die Kandidaten nach LinkedIn-Haltung filtern, bevor sie die Qualifikation prüfen. VW hat das Ergebnis dieser Logik gerade mit Werksschließungen und Massenentlassungen bezahlt. Auch dort hat niemand persönlich gehaftet.

Ein altes sowjetisches Sprichwort sagt: „Jeder Professor fühlt sich als Klempner und jeder Klempner als Professor, und im ganzen Land tropft es.“ Auf deutsche Verhältnisse würde ich es so ummünzen: Wenn jeder Professor und jeder Klempner vor allem Haltung zeigen muss, tropft es im ganzen Land.

Ja, bei uns tropft es überall. In der Bahn. In der Bundeswehr. In den Behörden. In den öffentlich-rechtlichen Redaktionen. In den Schulen. Überall dort, wo Ideologie wichtiger wurde als Können, wo das Bekenntnis zum richtigen Denken die Visitenkarte ersetzt hat.

Also eigentlich überall

Stellen Sie sich vor, in einem Krankenhaus würde nicht der kompetenteste Chirurg operieren – sondern derjenige, der am ideologisch gefestigtsten ist. Am lautesten für Diversität einsteht. Am konsequentesten gegendert hat. Und sei es der Müllmann. Absurd? Ja. Aber genau diese Logik hat sich in weiten Teilen des deutschen öffentlichen Lebens durchgesetzt – nur dass beim Bahnprojekt keine Leben auf dem Tisch liegen, sondern nur Milliarden Steuergelder.

Stuttgart 21 ist das sichtbarste Symbol dieser Entwicklung – weil die Zahlen so groß sind, dass man sie nicht totschweigen kann. Aber das Prinzip dahinter gilt überall: Solange niemand persönlich für Versagen haftet, solange Haltung wichtiger ist als Handwerk, solange der Apparat sich selbst schützt – wird es weitere Stuttgart 21 geben. Größer, teurer, später.

Jeder Klempner, jeder Professor muss Haltung zeigen. Und im ganzen Land tropft es. So stark, dass es ertrinkt.

Bei mir tropft es nicht. Dank Ihrer Hilfe. Hier können Sie mitmachen. Tausend Dank!

PS Mehr zum Thema: Willkommen an Bord von Franz Josef Strauß’ Narrenschiff Utopia.
Und meine Warnung vor Lenins Ur-Neffen vor der Bundestagswahl 2021 – die heute leider viel aktueller und akuter ist als damals: Schicksalswahl: Gnade uns Gott vor Lenins Ur-Neffen!

Bild: Facebook/Weltwoche

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