Warum Wegners Absturz Merz‘ Menetekel ist Der CDU-Mann, der sich zu Tode angebiedert hat

Mit bitterer Miene erzählte Kai Wegner erst lange von seinen Erfolgen, als er am Freitag vor die Presse trat – und erst dann, nach der Selbstdarstellung, verkündete er kleinlaut, dass er seine Spitzenkandidatur zurückzieht. Dass es unfreiwillig war und der Regierende Bürgermeister damit seinem Sturz nur knapp vorauskam, sagte er natürlich nicht. Offiziell ist Wegner darüber gestolpert, dass er nach dem Anschlag auf das Berliner Stromnetz von Linksextremen im Winter nicht nur Tennis spielte, sondern dann auch noch log, er habe den ganzen Vormittag per Telefon die Situation gesteuert. Der „Tagesspiegel“ hatte die Telefonprotokolle freigeklagt und den CDU-Mann so öffentlich bloßgestellt.

Tatsächlich stolperte Wegner nicht nur darüber, dass er genauso wie Friedrich Merz log wie gedruckt. Er hatte, genauso wie der Bundeskanzler, im Wahlkampf eine Politikwende versprochen – nur um dann nach den Wahlen stramm auf SPD-Kurs umzuschwenken, um einen Koalitionspartner zu haben.

Durchsichtiges Manöver

 

Doch damit nicht genug – genauso wie Merz biederte er sich auf peinlichste Weise bei den rot-grünen Sittenwärtern an. Merz weinte sich ausgerechnet beim Spiegel darüber aus, wie schwer sein Amt sei, wegen der vielen Beleidigungen. Wegner ließ keine Gelegenheit aus, sich einzuschleimen bei den linken Kulturkriegern. Der jüngste Höhepunkt: Unter ihm, dem CDU-Mann sollte es erstmals einen eigenen Wagen des Senats bei der Parade zum Christopher-Street-Day geben – und ausgerechnet SPDqueer Berlin und die queerpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion Wiebke Neumann kritisierten ihn – mit der Argumentation, das gehe billiger und komme verdächtig kurz vor der Wahl im September.

Das ist ein Wesenszug moderner Christdemokraten: Sie wollen geliebt werden von den linken Medien, machen brav Männchen vor ihnen – nur um dann zu sehen, dass die umso beherzter zubeißen. Wie im vorliegenden Fall der „Tagesspiegel“.

Politischer Masochismus

Wegners Abgang ist dabei lehrreicher als sein Aufstieg. Wer als CDU-Mann den Linksmedien so verzweifelt nach dem Mund redet, dass er 375.000 Euro Steuergeld für einen Regenbogen-Doppeldecker hinblättert – der hat nicht verstanden, dass Unterwerfung im politischen Berlin kein Kapital erzeugt, sondern Blut im Wasser. Die Haie vom Tagesspiegel beißen nicht weniger hart, weil man ihnen einen Truck auf die Paradestrecke schickt. Im Gegenteil: Ein geschwächter Bürgermeister, der Angst hat und sich anbiedert, ist eine bessere Story als ein selbstbewusster Konservativer, dem man nichts anhängen kann. Wegner hat diese Lektion auf die härteste Art gelernt: Der Tagesspiegel hat ihm den Genickbruch verpasst – und er hatte ihm vorher noch die Tür aufgehalten.

Friedrich Merz könnte davon lernen. Wenn er es könnte.

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Beitragsbild: Symbolbild/KI/Gemini

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