Biontech-Boss Sahin: Keine klinischen Studien mehr für weitere Impfstoffe Nebenwirkungen sind für den Träger des Bundesverdienstkreuzes kein Thema

Von Daniel Weinmann

Man muss sich fragen, warum die reichweitenstarken Medien noch immer von Corona-„Schutzimpfungen“ schreiben. Mehr Euphemismus oder – um es mit George Orwell auszudrücken – „Neusprech“ geht kaum. Dass die Impfung nicht vor Ansteckungen schützt, ist selbst unter vielen Mehrfach-Vakzinierten zunehmend unstrittig. Einzig die Mär, dass man sich mit dem Impfstoff vor einem schweren Krankheitsverlauf schützen kann, treibt Panik-Infizierte zum Impf-Arzt.

Es ist aber nicht allein die fehlende Wirksamkeit gegen Ansteckungen. Vielmehr sind es die schweren Nebenwirkungen, die die Impfung infrage stellen. Genau diese sind für Ugur Sahin ebenso wenig ein Thema wie die nach wie vor nur bedingte Zulassung der Impfstoffe. Der Chef von Biontech, dessen Vakzin laut seinem US-Kooperationspartner Pfizer inzwischen rund dreieinhalb Milliarden Mal injiziert worden ist, warnt stattdessen lieber vor gefährlichen neuen Virus-Varianten im Herbst.

David
Diejenigen, die selbst wenig haben, bitte ich ausdrücklich darum, das Wenige zu behalten. Umso mehr freut mich Unterstützung von allen, denen sie nicht weh tut!

Und dafür gibt es in den Augen des Mannes, der in den Corona-Jahren 2020 und 2021 eine Vergütung von 30,8 Millionen Dollar erhielt, nur eine Lösung: Impfen, impfen und nochmals impfen. Dafür geht er buchstäblich über Leichen: Die Gesundheitsbehörden sollten bis Ende dieses Monats entscheiden, ob sie Covid-19-Impfstoffe gegen die neuesten Virusstämme zulassen – und zwar, ohne dass zuvor klinische Daten vorliegen müssen, forderte der Biontech-Chef in einem Interview mit der „Financial Times“.

Karl Lauterbach dürfte sich diebisch freuen

Die Sicherheitsdaten würden sich nicht von den Studien für den ursprünglichen Impfstoff und die auf Omikron zugeschnittene Impfung unterscheiden, da lediglich „eine Reihe von Aminosäuren des Spike-Proteins verändert werden“.

Zugleich bezieht er sich auf Studien, die seiner Ansicht nach darauf hindeuten, dass Impfstoffe, die zu einem früheren Zeitpunkt der Pandemie entwickelt wurden, gegen die neuesten Varianten weniger wirksam sind. Eine davon stammt aus seinem eigenen Unternehmen, an dem Sahin einen Anteil von rund 17 Prozent hält, die aktuell gut fünf Milliarden Euro wert sind.

Um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen, warnte er – Gesundheitsminister Karl Lauterbach dürfte sich diebisch freuen – dass eine Untervariante von Omikron auftauchen könnte, die sich dem Schutz der Impfstoffe vollständig entzieht, wenn sich die Länder auf die Auffrischungskampagnen im Herbst vorbereiten. Die Debatte darüber, ob eine schnellere Umstellung auf einen aktualisierten Impfstoff erlaubt werden soll, werde immer „dringlicher“, insistierte er gegenüber der „Financial Times“.

Künstliche Intelligenz, um die wahrscheinlichsten neuen Mutationen vorherzusagen

„Die Uhr tickt“, drängt Sahin. Selbst bei Impfungen, die eine schnelle mRNA-Technologie verwenden, wie die von Biontech und Moderna, könnten von der Auswahl eines Virusstamms bis zur Massenproduktion von Impfstoffen drei Monate vergehen. Wenn neue klinische Daten erforderlich seien, könne es vier Monate länger dauern.

Sein Aufruf kommt zu einem Zeitpunkt, da die oberste US-amerikanische Gesundheitsbehörde FDA (Food and Drug Administration) mit den Impfstoffherstellern über die Entwicklung von Vakzinen gegen die neuen BA.4- und BA.5-Untervarianten verhandelt. Der Leiter der FDA-Impfstoffabteilung, Peter Marks, sagte, die Behörde prüfe „alle Möglichkeiten, die uns zur Verfügung stehen“, um sicherzustellen, dass die Auffrischungsimpfung im Herbst genau auf den dann vorherrschenden Stamm abgestimmt sei.

Während die Aufsichtsbehörden die Daten aus den vor einigen Monaten begonnenen Studien prüfen, schlägt Biontech-Mitgründer Sahin vor, ein „flexibleres System“ einzuführen, wie das, das zur Auswahl der nächsten Stämme für die jährliche Grippeimpfung verwendet wird, bevor klinische Daten vorliegen. Biontech nutze auch künstliche Intelligenz, um zu versuchen, die wahrscheinlichsten neuen Mutationen vorherzusagen, bevor sie auftreten.

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Daniel Weinmann arbeitete viele Jahre als Redakteur bei einem der bekanntesten deutschen Medien. Er schreibt hier unter Pseudonym.

Bild: Shutterstock
Text: dw

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