Portugal: Kommt die Maskenpflicht zurück? Mögliche Maßnahmenverschärfung spielt deutschen Corona-Hardlinern in die Karten

Von Daniel Weinmann

Omikron BA.5 heißt die fiese Untervariante des Coronavirus, die den Portugiesen und sämtlichen Urlaubern, die sich auf eine Reise an die Algarve, den Alentejo oder nach Lissabon gefreut haben, ihre Hoffnung auf einen normalen Sommer trübt.

Sie wurde erstmals Ende März in Portugal nachgewiesen und gilt mit rund 80 Prozent aller neu gemeldeten Fälle als vorherrschende Variante in dem Land an der Südwestspitze Europas. Nun sorgt sie für Alarmstimmung. Die Gesundheitsbehörden registrierten zuletzt binnen 24 Stunden mehr als 30.000 positive Tests, die umgehend zu Infektionen hochstilisiert werden.

Virologen schüren die Ängste in bester Lauterbachscher Manier. Sie sprechen von einer „Explosion neuer Ansteckungen“ und schließen nicht aus, dass es bald täglich 60.000 Fälle geben könnte. Die Inzidenz könnte, sollten sich ihre Voraussagen erfüllen, von zuletzt 1835 schon bald auf einen Spitzenwert von 4000 explodieren.

Renitente Impf-Adepten sollten ihre Strategie hinterfragen

Portugal ist damit europäischer Spitzenreiter. Erstaunlich nur, dass das Land zugleich zu den am besten durchgeimpften Staaten Europas zählt. Daten von „Our World in Data“ zufolge sind 87 Prozent der Gesamtbevölkerung doppelt geimpft, 63 Prozent bereits geboostert. Je 100.000 Einwohner wurden bislang rund 235.000 Impfdosen verabreicht. Zum Vergleich: Hierzulande beläuft sich diese Zahl auf knapp 217.000.

Renitente Impf-Adepten sollten vor diesem Hintergrund spätestens jetzt ihre Strategie überdenken. Dies ist aber kaum zu erwarten, abzulesen etwa am Verhalten der portugiesischen Gesundheitsministerin Marta Temido. Gefangen im Impftunnel wirbt sie für eine zweite Auffrischungsimpfung für Senioren.

Derweil werden die Rufe nach einer Wiedereinführung der Maskenpflicht immer lauter. Zwar schließt dies Gesundheitsministerin Temido – bislang – aus. Doch die Erfahrung zeigt, dass die Halbwertszeit solcher Aussagen oft sehr kurz ist. Immerhin der Epidemiologe João Paulo Gomes entwarnt: „Die Untervariante BA.5 scheint nicht schwerere Krankheiten zu verursachen als andere Varianten.“

Karl Lauterbach wird dies als Steilvorlage zu nutzen wissen

Eine ganz andere Frage ist, ob sich BA.5 allein mit Portugal begnügen wird. Es würde kaum überraschen, wenn es im Laufe der kommenden Wochen in ganz Europa dominiert und für stark steigende Fallzahlen sorgt, da die Impfungen – wie gerade in Portugal zu sehen – keine Immunität bewirken. Der Ratsvorsitzende des Weltärztebunds, Frank Ulrich Montgomery, hat schon vor einer Ausbreitung der Omikron-Variante BA.5 in Deutschland gewarnt. „Corona ist noch nicht vorbei – das belegt der heftige Ausbruch von Omikron in Portugal“, sagte der engstirnige Maßnahmen-Hardliner der „Rheinischen Post„.

Die BA.5-Variante des Virus werde sich auch bei uns ausbreiten, unkt Montgomery. Und dann: „Viele, auch Geimpfte, werden erkranken.“ Dämmert doch etwas bei dem Mann, der im Zusammenhang mit ihm missliebigen Corona-Urteilen von „kleinen Richterlein“ sprach? Wohl kaum, denn seine Forderung lautet gewohnt eindimensional: „Impfen, jetzt erst recht.“

Gesundheitsminister Karl Lauterbach wird dies als Steilvorlage zu nutzen wissen und längst mit den Hufen scharren. Seine nächste Warnung dürfte nicht lange auf sich warten lassen.

David
Diejenigen, die selbst wenig haben, bitte ich ausdrücklich darum, das Wenige zu behalten. Umso mehr freut mich Unterstützung von allen, denen sie nicht weh tut!
YouTube player

Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben immer die Meinung des Autors wieder, nicht meine. Ich schätze meine Leser als erwachsene Menschen und will ihnen unterschiedliche Blickwinkel bieten, damit sie sich selbst eine Meinung bilden können.

Daniel Weinmann arbeitete viele Jahre als Redakteur bei einem der bekanntesten deutschen Medien. Er schreibt hier unter Pseudonym.

Bild: Shutterstock
Text: dw

mehr von Daniel Weinmann auf reitschuster.de

Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd, besagt ein chinesisches Sprichwort. Meine Seite, erst im Dezember 2019 gestartet, hatte allein im Dezember 2021 mehr als 50 Millionen Klicks. Und sie hat mächtige Feinde. Ihre Hilfe ist deshalb besonders wertvoll! Mit jedem Euro setzen Sie ein Zeichen, ärgern gebühren-gepolsterte “Haltungs-Journalisten” und leisten einen wichtigen Beitrag, Journalismus ohne Belehrung und ohne Ideologie zu fördern – und millionenfach zu verbreiten. Ganz herzlichen Dank!  
Meine Bankverbindung: DE70 6003 0100 0012 5710 24
Mein Paypal-Konto: Paypal.me/breitschuster.
Bitcoin: Empfängerschlüssel auf Anfrage.
Möglichkeiten für eine Patenschaft finden Sie hier. Unterstützen Sie meine Arbeit