Cannabiskonsum: Versechsfachung der stationären Behandlungen Neue Studie aus Ulm

Von Dana Samson

Die Legalisierung von Cannabis ist in Deutschland schon so gut wie beschlossene Sache. Sowohl die Grünen als auch die FDP sprechen sich für den Vorschlag aus. Obwohl Cannabis neben Alkohol und Nikotin das weitverbreitetste Suchtmittel in Deutschland ist. Der in Cannabis enthaltene psychoaktive Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC) hat eine berauschende Wirkung auf den Körper. Die negativen Auswirkungen des Cannabiskonsums sind aber laut der neuesten Studie der Universität Ulm enorm hoch.

Die Studie vom Januar 2022 untersuchte den Cannabiskonsum in Deutschland und die damit einhergehenden stationären Fälle mit psychischen Störungen. Die Forscher werteten Daten aller Krankenhäuser in Deutschland aus, die das statistische Bundesamt von 2000 bis 2018 dokumentierte, und erkannten einen signifikanten Anstieg der stationären Fälle. 2000 wurden etwa 3.400 Fälle mit psychischen Störungen und Verhaltensstörungen durch Cannabiskonsum verzeichnet. 2018 waren es etwa 19.100, die Zahl der Krankenhausaufenthalte hat sich dementsprechend fast versechsfacht.

Absolute und relative jährliche Häufigkeiten aller Fälle (beliebiger Diagnosen) und stationärer Fälle mit psychischen und Verhaltensstörungen durch Cannabinoidkonsum

Folgen des Cannabiskonsum

Die Liste der verschiedenen Folgen des Cannabiskonsums ist lang und wird in verschiedenen ICD-Codes F12.0 – F12.9 definiert:

  • F12.0: Akute Intoxikation
  • F12.1: Schädliche Verwendung
  • F12.2: Abhängigkeitssyndrom
  • F12.3: Entzugszustand
  • F12.4: Entzugszustand mit Delirium
  • F12.5: Psychotische Störung
  • F12.6: Amnesisches Syndrom
  • F12.7: Verbleibende und spät einsetzende psychotische Störung
  • F12.8: Andere psychische und Verhaltensstörungen aufgrund des Konsums von Cannabinoiden
  • F12.9: Nicht näher bezeichnete psychische und Verhaltensstörung

In einer Grafik haben die Forscher den Anstieg der verschiedenen Folgen (F12.0 – F12.9) dargestellt. Die graue Linie zeigt die Summe aller psychischen Störungen und Verhaltensstörungen aufgrund des Konsums von Cannabinoiden, die gestrichelte Linie gibt den Durchschnitt an. Die grüne Linie zeigt das Abhängigkeitssyndrom, welches von den zehn verschiedenen Folgen am meisten gestiegen ist.

Relative jährliche Häufigkeit stationärer Fälle mit Krankenhaushauptdiagnosen im Zusammenhang mit dem Konsum von Cannabinoiden (DRUCs) (ICD-10 F12.0-9)

Die relativen Krankenhausaufenthalte aller psychischen Störungen und Verhaltensstörungen aufgrund des Konsums von Cannabinoiden sind im Vergleich von 2000 und 2018 um das 4,8-Fache angestiegen.

Die weiteren Fälle nahmen unterschiedlich markant zu:

  • Cannabinoid-Intoxikationen: 2,8-facher Anstieg
  • Schädlicher Gebrauch: 1,3-facher Anstieg
  • Cannabinoid-Abhängigkeit: 8,5-facher Anstieg
  • Cannabinoid-Entzugszustand: 8,3-facher Anstieg
  • Cannabinoid-bezogene psychotische Störungen: 4,5-facher Anstieg
  • Cannabinoid-bezogene psychotische Rest- und spät einsetzende Störungen: 3,0-facher Anstieg
  • andere psychische Störungen und Verhaltensstörungen aufgrund der Verwendung von Cannabinoiden: 2,0-facher Anstieg

Außerdem wurden in die Studie psychische Verhaltensstörungen aufgrund von Alkoholkonsum (F10.0 – F10.9) und das Abhängigkeitssyndrom einbezogen. Es ließ sich nur ein geringer Anstieg auf Grund von Alkoholismus erkennen; Schizophrenie, schizotypische und wahnhafte Störungen haben laut den Forschern leicht abgenommen.

Erklärungen für den Anstieg von Krankenhausbehandlungen

Der Anstieg von Behandlungen in Krankenhäusern infolge des Konsums von Cannabis könne laut Forschern nicht eindeutig erklärt werden. Zur Klärung der Frage könnten allerdings die USA herangezogen werden. Es wird angenommen, dass in den USA die Gesetzgebung zum medizinischen Marihuana und die Legalisierung des Freizeitkonsums von Cannabis in mehreren Bundesstaaten den Konsum und die damit einhergehenden Störungen erhöht habe. In Deutschland besteht seit 2017 die Möglichkeit, Cannabinoide nach bestimmten Auflagen zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen verschrieben zu bekommen. Die politischen Debatten über die Legalisierung und Entkriminalisierung des Freizeitkonsums von Cannabis könnten die Einstellung der Allgemeinbevölkerung zum Konsum von Cannabinoiden ebenfalls beeinflusst und indirekt erhöht haben, so die Forscher.

Synthetische Cannabinoide haben höhere Gefahr von Schäden

Außerdem würden in Deutschland in den letzten Jahrzehnten zunehmend synthetische Cannabinoide und illegale Cannabinoid-Präparate aus Züchtungen, teilweise mit genetisch veränderten Pflanzen, verwendet, die einen signifikant höheren THC-Gehalt haben.

„Synthetische Cannabinoide weisen eine höhere Affinität zum Cannabinoidrezeptor Typ 1 (CB1) auf [sic] sind potenter und mit einer größeren Toxizität im Vergleich zu Zubereitungen aus wildem C. sativa verbunden. Neben einer Zunahme von kardiovaskulären Notfällen wurden auch psychiatrische Notfälle, insbesondere Psychosen im Zusammenhang mit der Einnahme synthetischer Cannabinoide gemeldet“, schreiben die Forscher in der Studie.

Es werde darüber diskutiert, ob synthetische Cannabinoide mit einem erhöhten Abhängigkeitsrisiko verbunden seien. Die zunehmende Verwendung des synthetischen Cannabis könnte demnach laut den Forschern zu der vermehrten Einnahme von Cannabis geführt haben.

Bereits Ende 2020 hatte eine Studie des Universitätsklinikums Ulm ähnliche Ergebnisse gezeigt. Kranken- und Behandlungsdaten der stationär behandelten Patienten des Universitätsklinikums Ulm wurden in den Jahren 2011 bis 2019 untersucht und zeigten einen Anstieg von Halluzinationen, Wahnvorstellungen, Zerfahrenheit und Verhaltensstörungen durch den Konsum von Cannabis. Auch in der ersten Studie konnte der Anstieg von Psychosen lediglich bei dem Gebrauch von Cannabis festgestellt werden, nicht aber bei anderen Drogen. Die Forscher berichten von einer Verachtfachung der Psychosen.

Die zweite Studie bezieht Daten aus allen Bundesländern ein und es wird erneut „die Notwendigkeit zur angemessenen Vorbeugung von psychischen und Verhaltensstörungen aufgrund der Verwendung von Cannabinoiden“ betont.

Was haben die Corona-Politik und die Legalisierung von Cannabis gemeinsam?

Der Schwarzmarkt, bei dem jedes Gramm zählt und der Gewinn durch das Strecken der Substanzen gesteigert werden kann, soll theoretisch mit der Legalisierung unterbunden werden. Cannabis werde womöglich durch die Legalisierung, zumindest in der Theorie, weniger verunreinigt, also „rein“ verkauft werden.

Die berauschende Wirkung, welche die Sucht hervorruft, wird allerdings nicht verhindert und Konsumenten können immer noch abhängig werden. Angstzustände, akute Intoxikationen, die schädliche Verwendung des Stoffes, Entzugszustände, psychische Störungen und Langzeitschäden können weiterhin entstehen. Die Konsumenten können trotz der Legalisierung in stationärer Behandlung landen und unser Gesundheitssystem belasten.

Ist diese Belastung des Gesundheitssystems nicht seit zwei Jahren der Grund, dass freiheitseinschränkende Maßnahmen verhängt und Menschen seit einem Jahr massiv zu einer Corona-Impfung gedrängt werden? Ungeimpfte belasten schließlich laut herrschendem Narrativ das Gesundheitssystem, wenn sie bei einer Infektion ins Krankenhaus müssen und sie handeln angeblich unsolidarisch, wenn sie das durch eine Impfung hätten verhindern können.

Beim Thema Cannabiskonsum zählt anscheinend das Argument der Eigenbestimmung und Selbstverantwortung. Jeder trägt die Risiken des Lebens für sich selbst und muss mit den Folgen seiner Handlungen leben. Dabei gibt es im Leben immer ein gewisses Risiko, einen Unfall zu haben, krank zu werden oder staatliche, finanzielle Hilfe in Anspruch nehmen zu müssen.

Vor dem Hintergrund der Eigenverantwortung beim Cannabiskosum stellt sich allerdings die Frage, wieso eine solche bei eigener Entscheidung über eine Corona-Impfung laut aktuellem Narrativ beinahe als eine Sünde betrachtet wird und Menschen, die darauf dennoch bestehen, unter enormen gesellschaftlichen Druck geraten. Den einen wird die Selbstbestimmung auf Grund eines „es könnte passieren, dass die Intensivstationen belastet sind“ abgesprochen, den anderen wird die Selbstbestimmung zugesprochen und ein vermehrter Konsum der Droge toleriert, obwohl die möglichen Schäden bekannt sind.

Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben immer die Meinung des Autors wieder, nicht meine. Ich schätze meine Leser als erwachsene Menschen und will ihnen unterschiedliche Blickwinkel bieten, damit sie sich selbst eine Meinung bilden können.

Dana Samson studiert an einer deutschen Universität und schreibt hier unter Pseudonym.

Bild: CGN089 / Shutterstock
Text: ds

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