Corona-Impfung bei Kindern unter fünf Jahren Schon über 40.000 Off-Label-Impfungen in Deutschland

Von Mario Martin

Die Corona-Impfung ist angesichts der umstrittenen Risikobilanz ein heißes Eisen. Insbesondere wenn Eltern ihre Kinder impfen lassen. Und noch viel mehr, wenn die Kinder unter fünf Jahre alt sind. Denn für diese Altersgruppe ist die Impfung nicht von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen.

Trotzdem ist die Impfung der Kleinsten möglich. Und zwar mit der Biontech/Pfizer-Impfung. Ärzte dürfen das Präparat für sogenannte “Off-Label-Impfungen” (nichtbestimmungsgemäße Verwendung) trotz fehlender Zulassung verwenden. Die Impfungen sind also nicht empfohlen, aber auch nicht verboten.

An der Impfung der Kinder beteiligen sich etwa 60 Ärzte deutschlandweit.

Bisher sind in Deutschland über 40.000 Kinder unter fünf Jahren geimpft. Bei der Altersgruppe von fünf bis elf Jahre sind in Deutschland inzwischen laut Impfdashboard.de 1,1 Millionen Kinder einmal und 800.000 Kinder zweimal geimpft. Das entspricht einem Anteil von 20,5 und 15,2 Prozent.

Statt 0,3 Millilitern Lösung mit 30 Mikrogramm Wirkstoff, wie bei Erwachsenen, enthält die Kinderimpfung für Fünf- bis Elfjährige 0,1 Milliliter und 10 Mikrogramm Wirkstoff.

Kinder kaum von Corona betroffen

Um eine sinnvolle Abwägung für die Impfentscheidung bei Kindern treffen zu können, sind erst einmal die der Gefahren einer Corona-Infektion bei Kindern zu ermitteln. In einer Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) und der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) zu den Infektions- und Übertragungsrisiken von SARS-CoV-2, Morbidität und Mortalität bei Kindern und Jugendlichen schreiben die Autoren: „Weniger als eines von 100 Kindern mit einer SARS-CoV-2-Infektion muss ins Krankenhaus aufgenommen werden, fünf Prozent aller im Krankenhaus behandelten Kinder mit SARS-CoV-2-Nachweis benötigen eine Intensivtherapie und 3 bis 4 von 1.000 dieser stationär behandelten Kinder versterben mit oder an Covid-19.“

Das Paul-Ehrlich-Institut gibt im Epidemiologischen Bulletin 01/2022 vom 6. Januar die folgenden Werte für an COVID-19 verstorbene Kindern je Altersgruppe an:

Dazu schreibt das PEI: “Mit Datenstand vom 09.12.2021 wurden an das RKI 7 COVID-19-bedingte Todesfälle im Alter von fünf bis elf  Jahre übermittelt. Fünf Mädchen und 2 Jungen waren betroffen. Alle 7 Kinder litten bereits vor der SARS-CoV-2-Infektion an schweren Grunderkrankungen (z. B. frühkindliches Fehlbildungssyndrom, schwere kardiale oder neurologische Erkrankungen, Immundefizienz). Bei den übrigen Todesfällen im Kindes- und Jugendalter bestanden ebenfalls schwere Vorerkrankungen.”

Und das RKI schreibt in seinem Wochenbericht vom 17. Februar: “Die Todesfälle bei unter 20-Jährigen werden einzeln vom RKI geprüft und validiert, so dass es bei der Anzahl der Todesfälle in dieser Altersgruppe in den veröffentlichten Daten noch zu Veränderungen kommen kann. Bislang sind dem RKI 50 validierte COVID-19-Todesfälle bei Kindern und Jugendlichen im Alter bis 19 Jahre übermittelt worden. Bei 35 Fällen lagen Angaben zu bekannten Vorerkrankungen vor.”

Wie so oft wird in der Darstellung allerdings nicht klar, wie häufig die Vorerkrankungen für den Tod ursächlich waren und ob eben nur zusätzlich noch ein positiver Corona-Test vorlag.

Im sog. GECKO-Report des österreichischen Bundeskanzleramts finden sich Hinweise zu Long-Covid bei Kindern. Dort heißt es: “Es gibt mittlerweile neue Erkenntnisse aus mehreren gut kontrollierten Studien, die in ihrer vorläufigen Gesamtheit auf ein geringes Risiko von Long-Covid bei Kindern hinweisen. Molteni et al. (UK) berichten, dass sich 97 % aller Kinder im Alter von 5 bis 11 Jahre nach 4 Wochen komplett von COVID-19 erholt hatten.”

Impfschäden bei Kleinkindern

In der von der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) geführten Datenbank zu unerwünschten Gesundheitsfolgen nach der Einnahme der Impfung sind für die Anwendung der Pfizer/Biontech-Impfung bis zum 19. Februar 773 Verdachtsfälle in der Altersgruppe bis zwei Jahre mit einer Nebenwirkung gemeldet.

Verdachtsfälle von Impfschäden des Biontech/Pfizer-Impfstoffs.
(Quelle: EMA/Eudra-Vigilance-Datenbank)

Beim Durchsuchen der Berichte fällt auf, dass die Nebenwirkungen oftmals nach dem Stillen der Kinder auftraten und nicht unmittelbare Folge der Impfung des Kleinkindes waren.

Warum Eltern ihre Kinder gegen eine Krankheit impfen lassen, die für diese nur eine minimale Gefahr darstellt, ist nur schwer zu verstehen. Eine präzise Risikoabschätzung ist weiterhin nicht möglich, da die Wirkung des Impfstoffs bei Kindern noch weniger erforscht ist als bei der erwachsenen Bevölkerung.

Im 17. Sicherheitsbericht (S.15 ff.) des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) vom 7. Februar sind auch erstmal genauere Angaben zu Impfschäden bei Kindern aufgeführt. Der Datenstand des Reports ist der 31. Dezember 2021. Das PEI hat also einen erheblichen Meldeverzug von fünf Wochen.

Im 16. Sicherheitsbericht waren noch 55 Verdachtsmeldungen angegeben. Inzwischen sind es 505. Also eine Zunahme von 450 Fällen innerhalb eines Monats.

Da die Pfizer/Biontech-Impfung die einzige Impfung ist, die für Kinder unter 12 Jahren zugelassen ist, und die Zulassung erst seit dem 12. Dezember vorliegt, kann gefolgert werden, dass der überwiegende Teil der 505 Meldungen zwischen dem 12. und 31. Dezember 2021 eingegangen sein muss.

Das PEI schreibt: “Von den 505 Verdachtsmeldungen einer Nebenwirkung nach Impfung von Kindern unter 12 Jahren mit Comirnaty war bei insgesamt 103 Verdachtsmeldungen ein Alter unter 5 Jahren zum Zeitpunkt der Impfung angeben. In 20 der 103 Fälle handelte es sich um gestillte Säuglinge, bei denen unerwünschte Reaktionen im zeitlichen Zusammenhang mit einer Impfung der Mütter berichtet wurden.”

Somit bleiben 83 Reaktionen, die nicht durch das Stillen erklärt werden können. Entweder dies sind die angesprochenen Off-Label-Impfungen oder die Kinder waren zum Zeitpunkt der Impfung noch im Bauch der Mutter.

Einen weiteren Anhaltspunkt liefert das PEI für die tödlichen Nebenwirkungen bei Kindern im Alter von 12 bis 17 Jahre. Das PEI gibt acht Todesfälle von Kindern im Zusammenhang mit der Impfung im aktuellen Epidemiologischen Bulletin an (S.17) : “Acht der 3.120 Verdachtsfallmeldungen (0,26 %) beziehen sich auf einen tödlichen Ausgang im Abstand von zwei Tagen bis fünf Monaten nach Impfung mit Comirnaty.”

Wie oben notiert, gibt es in dieser Altersgruppe fünf COVID-19-Todesfälle, die an oder mit der Krankheit gestorben sind. Und das über den ganzen Zeitraum seit Auftreten der Krankheit. Die Impfung für Kinder und Jugendliche wird aber erst seit vergleichsweise kurzer Zeit verabreicht.

Es lässt sich hier erahnen, dass die Impfung ein negatives Risiko-Nutzen-Profil aufweist und zumindest für Kinder ungeeignet ist.

Trotz dieser Zahlen, die für jeden relativ leicht zu recherchieren sind, scheinen die angstgeplagten Eltern die relativ gefährlichere Impfung der oftmals harmlosen Erkrankung mit COVID-19 vorzuziehen. Dabei bleiben bisher unbedacht die eventuellen langfristigen Folgen des gentechnischen Eingriffs in das Immunsystem des Kindes.

Impfärzte wollen meist anonym bleiben

Das Auffinden von Ärzten, die die Off-Label-Impfung für die Kleinsten anbieten, ist schwierig. Die meisten Ärzte wählen den Weg der Anonymität und werden nur durch Mund-zu-Mund-Propaganda weiterempfohlen.

Zu groß sei der Druck, der den Medizinen entgegenschlägt, berichtet die Leipziger Volkszeitung (Paywall) unter Berufung auf einen anonymen Arzt.

Aber es gibt auch Ärzte, die offen mit der Kinderimpfung umgehen. So beispielsweise Dr. med. Wolfgang C. G. von Meißner aus Baiersbronn, der sich medienwirksam von der Bild-Zeitung bei der Kinderimpfung ablichten lässt. Passenderweise arbeitet der Facharzt für Allgemeinmedizin in der Hausarztklinik am Spritzenhaus.

Meißner äußert gegenüber der Bild: „Wir impfen auch Babys ab sechs Monaten damit. Er ist hervorragend erforscht und enthält nicht einmal einen Konservierungsstoff. Die Beipackzettel anderer Impfstoffe sehen weitaus dramatischer aus. Es gibt kaum nennenswerte Impfreaktionen. Dagegen ist das Risiko einer Covid- oder Covid-Folgeerkrankung viel größer.“

Dr. med. Wolfgang C. G. von Meißner bei der Kinderimpfung.
(Quelle: Bild-Zeitung)

Hoffentlich ist das Motiv des für den Kinderarm benutzten Pflasters kein schlechtes Omen.

Bleibt die Frage, was passiert, wenn ein schwerer Impfschaden bei einem Kleinkind auftreten sollte. Die Impfung von Kleinkindern ist eine rechtliche Grauzone. Wer übernimmt die Verantwortung und die finanziellen Folgen, wenn es schiefgeht? Dass die Impfung für Kleinkinder nicht von der STIKO empfohlen und von der EMA nicht zugelassen ist, dürfte jedenfalls auch die Versicherer interessieren.

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Mario Martin ist Ökonom und arbeitet als Software-Projektmanager in Berlin.

Bild: Shutterstock
Text: mm

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