“Impfstoff hat also keine Bedeutung für schwere Erkrankungen” Leiter der Coronavirus-Abteilung sagt israelischem Kabinett die Meinung

Von Mario Martin

Israel ist das Land, dessen Impfkampagne am weitesten fortgeschritten ist. Dort werden bereits die zweiten Booster verimpft. Das Land ist uns also zeitlich voraus. Israel hat eine Zweit-Impfquote von etwa 65 Prozent und eine Boosterquote von 55 Prozent.

Die israelische und die deutsche Impfkampagne im Vergleich.
(Quelle: ourworldindata.com)

Achtzig Prozent der schweren Fälle sind geimpft

Zu Wort meldet sich nun ein Berater des Kabinetts mit einer Aussage, die konträr zum landläufigen Glauben steht, die Impfung schütze vor schweren Verläufen.

Der Leiter der Coronavirus-Abteilung des Ichilov-Krankenhauses im Tel Aviv Sourasky Medical Center, Prof. Yaakov Jerris (Engl: Prof. Dr. Giris Jacob, eigene Auskunft) äußerte sich kürzlich in einem Fernsehinterview mit dem israelischen Fernsehsender Channel 13 News wie folgt:

„Im Moment sind die meisten unserer schweren Fälle geimpft“, sagte Jerris. „Sie hatten mindestens drei Injektionen. Zwischen siebzig und achtzig Prozent der schweren Fälle sind geimpft. Der Impfstoff hat also keine Bedeutung für schwere Erkrankungen, weshalb nur zwanzig bis fünfundzwanzig Prozent unserer Patienten ungeimpft sind.“

Ein Klinikleiter bestätigt damit einmal mehr, was sich bereits in den vom RKI veröffentlichten Daten, in den Daten der UK Health Agency und auch in Dänemark abgezeichnet hatte. Dazu kommt der Verdacht, dass geimpfte Menschen keinen vollständigen Schutz mehr gegen das Virus erlangen können, da die von der Impfung ausgelöste Immunreaktion gewissermaßen die falschen Antikörper produziert.

Verzerrte Statistiken

In einer Beratungsrunde mit dem israelischen Kabinett am 1. Februar waren Jerris und weitere Krankenhaus-Vertreter anwesend. Dort sprach er die undurchsichtige Klassifizierung schwerer Corona-Fälle im Krankenhaus an:

„Die Definition einer schwerwiegenden Corona-Erkrankung bei den Patienten ist problematisch.

Ein Patient mit einer chronischen Lungenerkrankung hatte zum Beispiel schon immer einen niedrigen Sauerstoffgehalt, aber jetzt hat er ein positives Coronavirus-Testergebnis, was ihn technisch gesehen zu einem ’schweren Coronavirus-Patienten‘ macht, aber das ist nicht korrekt. Der Patient befindet sich nur deshalb in einem schwierigen Zustand, weil er eine schwere Grunderkrankung hat.“

Die Grafik zeigt die täglich gemeldeten schweren Corona-Fälle (rot) und Corona-Toten (grau):

Tagesverlauf der sog. „schwere Verläufe“ und der Todesfälle in Israel.
(Quelle: Haaretz)

Auch Karl Lauterbach meldete sich zum Thema zu Wort. Hier behauptet er, die hohe Sterblichkeit gehe auf die unzureichende Impfquote zurück:

Lauterbach sagt also das genaue Gegenteil von der durch den Klinikleiter geäußerten Beobachtung.

Krankenhäuser waren durch Corona nie überlastet

Auch die Jüdische Allgemeine berichtet von der Kabinettsanhörung. Auf die Frage, ob das israelische Gesundheitssystem jemals vor dem Kollaps stand, habe Jerris geantwortet: „Wir sind in den zwei Jahren der Pandemie nie zusammengebrochen. Der Kollaps war eher psychisch als physisch. Sind wir in Bezug auf die Patientenüberlastung zusammengebrochen? Nein, ich kann mich nicht erinnern, dass das passiert ist.“

Weiterhin sei es richtig, keine Sperren und strenge Bewegungsbeschränkungen zu verhängen.

Anfang des Monats waren Berichte aus Israel zu vernehmen, die von einer Abschaffung des Green Pass für diverse Freizeitaktivitäten zeugen. Allerdings äußerte sich Premierminister Naftali Bennett nun hinsichtlich der Öffnungen für Unternehmen negativ: “Ich werde den grünen Pass behalten, ich muss mich um das Land kümmern und verantwortungsvoll handeln.”

Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben immer die Meinung des Autors wieder, nicht meine. Ich schätze meine Leser als erwachsene Menschen und will ihnen unterschiedliche Blickwinkel bieten, damit sie sich selbst eine Meinung bilden können.

Mario Martin ist Ökonom und arbeitet als Software-Projektmanager in Berlin.

Bild: Shutterstock.com
Text: mm

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