Corona-Politik-Kollateralschaden? Söder und die CSU stürzen ab Wer anderen eine Grube gräbt....

Die Geschwindigkeit, mit der die Union sich selbst gegen die Wand fährt, ist phänomenal und wird künftige Parteienforscher vor schwierige Erklärungsversuche stellen. Nach der CDU rutscht nun auch die CSU erdrutschartig ab. Schon seit Monaten sinken ihre Umfragewerte deutlich. Doch nun geht es offenbar über in den freien Fall: Eine neue Umfrage des Hamburger Instituts GMS im Auftrag von „17:30 SAT.1 Bayern“ bescheinigt der CSU in den vergangenen sechs Wochen einen Verlust von sieben Prozentpunkten. Sie kommt damit nach zwischenzeitlichen Höchstständen nur noch auf 40 Prozent. Ein Wert, von dem in der CDU sicher viele träumen würden – der für die erfolgsverwöhnte bayerische Partei aber desaströs ist.

Die Werte kommen insbesondere deshalb gerade ungünstig für Söder, weil er insgeheim damit rechnete, der lachende Dritte im sich abzeichnenden Konflikt zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und dem neuen Parteichef Armin Laschet zu sein. Und von dessen offensichtlicher Schwäche zu profitieren. Die Ambitionen des sehr machtorientierten Bayerischen Ministerpräsidenten auf das Amt des Bundeskanzlers sind legendär. Dabei setzt der CSU-Chef in letzter Zeit auf eine Kuschelstrategie mit der Kanzlerin, während Laschet durchaus auf eine gewisse Distanz geht. Laschet gilt als eher moderat in der Corona-Politik, Söder ist dagegen einer der heftigsten Einpeitscher für einen harten Kurs.

Söder schüttet denn auch Salz in die Wunden der Schwesterpartei: Er finde es „sehr seltsam, wenn der CDU-Vorsitzende mit der CDU-Kanzlerin ein halbes Jahr vor der Wahl streitet“, so sein hämischer Seitenhieb aus München. Aber wer anderen eine Grube gräbt… gerät leicht selbst in einen Abwärtsstrudel. Söder ist nun, was seine Beliebtheit angeht, auf Gedeih und Verderben an seinen harten Corona-Kurs gefesselt. Sollte der sich als falsch herausstellen, dürfte das auch das Ende seiner Ambitionen bedeuten.

Nach der GMS-Umfrage haben die Grünen binnen sechs Wochen zwei Prozentpunkte gewonnen und sind jetzt bei 20 Prozent. Die FDP verbesserte sich von 4 auf 6 Prozent. Die SPD stagniert bei 8 Prozent, die AfD legt von 8 auf 9 Prozent zu und ist damit gleichauf mit den mitregierenden „Freien Wählern“. Die Linke kommt auf drei Prozent.

Die aktuellen Umfragen zeigen, wie stark das deutsche Parteiensystem ins Wanken geraten ist. Eruptionsartige Veränderungen bei den Bundestagswahlen im September sind durchaus denkbar. Wenn diese wirklich stattfinden.

Diejenigen, die selbst wenig haben, bitte ich ausdrücklich darum, das Wenige zu behalten. Umso mehr freut mich Unterstützung von allen, denen sie nicht weh tut!

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Bild: ThomasAFink/Shutterstock
Text: red


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