Deutsche wünschen sich angeblich fixe CO2-Budgets Umfrage entlarvt Unterschied zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Von Kai Rebmann

Die Medien haben anscheinend Spaß daran gefunden, in regelmäßigen Abständen immer wieder dieselbe Sau durchs Dorf zu treiben. In Deutschland wird zu viel Fleisch gegessen und generell ist der CO2-Ausstoß jedes einzelnen Individuums viel zu hoch. Die ganz hartgesottenen Fanatiker unter den Klima-Apokalyptikern gehen sogar so weit, dass sie den Leuten das Kinderkriegen verbieten wollen, die etwas gemäßigtere Fraktion würde sich mit wie auch immer gearteten CO2-Budgets zufriedengeben. Weniger Autos, weniger Steaks und um Himmels Willen bloß keine Flugreisen mehr, darin sind sich die selbsternannten Weltretter aber einig.

Und sie treffen damit offenbar den Nerv einer Mehrheit der Deutschen. Jedenfalls, wenn man einer Umfrage der Europäischen Investitionsbank (EIB) glauben will, wonach mehr als jeder Zweite (56 Prozent) für eine Obergrenze bei den individuellen Emissionsrechten plädiert, sprich ein fixes CO2-Budget. Man könnte zunächst fragen, welches Interesse ein Geldinstitut an einer solchen Fragestellung hat.

Die Antwort: Bei der EIB handelt es sich um die öffentliche Förderbank der EU, in deren Portfolio sich unter anderem Förderkredite für „grüne Projekte“ befinden. Es ist also durchaus im Interesse des Fragestellers, dass möglichst viele Deutsche (und Europäer) dazu bereit sind – oder sein sollen -, ihren persönlichen CO2-Ausstoß zu senken und dafür erstens auch noch zu bezahlen und zweitens staatliche Regulierungen zu akzeptieren. Denn auch das will die Umfrage herausgefunden haben.

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Psychologe zweifelt an Aussagekraft

So einfach ist es dann aber doch nicht. Der Wirtschaftspsychologe Frank Quiring wurde von der „Welt“ mit den Zahlen konfrontiert und warnt: „Ich würde solche Aussagen mit Vorsicht genießen.“ Und auch die Tatsache, dass die Zustimmung für CO2-Budgets bei den unter 30-jährigen noch etwas höher ist als bei den älteren Befragten ist für den Experten keine Überraschung, da es gerade die jüngere Generation sei, die vom Staat und Unternehmen „harte Maßnahmen“ erwarte.

Der Grund dafür ist „ein Ohnmachtsgefühl, nicht nur beim Klima, sondern auch bei Themen wie Corona oder dem Ukraine-Krieg“, wie Quiring erläutert. Diese Themen bzw. die individuelle Einstellung dazu helfe auch dabei, „sich von der älteren Generation abzugrenzen“.

Und welche Erklärung hat der Psychologe dafür, dass sich die auf den ersten Blick überraschend hohe Zustimmung quer durch alle Alters- und Einkommensklassen zieht? Dafür macht Quiring die recht oberflächliche Fragestellung der EIB verantwortlich. Will heißen: Die Befragten wurden nicht herausgefordert, sich näher damit zu befassen, wie sich ein begrenztes CO2-Budget konkret auf das eigene Leben auswirken würde.

Die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Der tief empfundene Wunsch nach mehr Klimaschutz sei so stark, dass der eigene Konsum hintanstehen müsse. Jedenfalls in der Theorie, wenn es darum geht, auf einem Fragebogen ein Kreuz an der vermeintlich richtigen Stelle zu setzen. Quiring erklärt das so: „Wir merken eine Spaltung. Die Leute wollen einerseits das komplexe Thema Klimaschutz an Wirtschaft und Politik delegieren. Andererseits wollen sie dennoch frei reisen und konsumieren.“

Oder andere zum Verzicht auffordern und selbst wie die Made im Speck leben. So wie zum Beispiel das Klima-Kleber-Pärchen, das sich nach seinen kriminellen Blockaden per Flugzeug für mehrere Monate nach Thailand verabschiedet hat. Die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit mag in diesem krassen Fall besonders groß gewesen sein, im Kern scheint sie aber auch einem mehr oder weniger großen Teil der deutschen Bevölkerung innezuwohnen.

Der Experte bemüht dagegen mit Verweis auf weitere Ergebnisse der Umfrage ein weniger drakonisches Beispiel. So hätte knapp die Hälfte angegeben, weniger Fleisch und Milchprodukte konsumieren zu wollen, und 61 Prozent wären bereit, höhere Preise für Lebensmittel zu akzeptieren, wenn diese regional und nachhaltig erzeugt würden.

Doch auch hier scheint der Wunsch der Vater des Gedankens zu sein. Insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen Inflation ist zu beobachten, dass die Verbraucher den klassischen Bio-Läden den Rücken kehren und sich stattdessen – wenn überhaupt – im Bio-Regal beim Discounter bedienen. „Es sparen auch Menschen, die das eigentlich nicht müssten. Da gerät die Nachhaltigkeit unter die Räder“, wie auch Frank Quiring festgestellt hat.

Fazit: Da eine Klima-Diktatur aktuell (noch) nicht unmittelbar vor der Tür steht, neigen die Deutschen bei abstrakten Fragestellungen offenbar dazu, sich in die eigene Tasche zu lügen. Und wer bei der vorliegenden Umfrage angibt, weniger Fleisch essen zu wollen oder – wenn doch – mehr dafür bezahlen sowie generell weniger CO2 produzieren will, der tut dies im sicheren Gefühl, damit zu den „Guten“ zu gehören.

Ausschreibung zur Fahndung durch die Polizei, Kontenkündigungen, Ausschluss aus der Bundespressekonferenz: Wer in Deutschland kritisch berichtet, sieht sich Psychoterror ausgesetzt. Und braucht für den Spott der rot-grünen Kultur-Krieger nicht zu sorgen. Ich mache trotzdem weiter. Auch, weil ich glaube, dass ich Ihnen das schuldig bin. Entscheidend fürs Weitermachen ist Ihre Unterstützung! Sie ist auch moralisch sehr, sehr wichtig für mich – sie zeigt mir, ich bin nicht allein und gibt mir die Kraft, trotz der ganzen Schikanen weiterzumachen! Ganz, ganz herzlichen Dank im Voraus für Ihre Unterstützung, und sei es nur eine symbolische!

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Kai Rebmann ist Publizist und Verleger. Er leitet einen Verlag und betreibt einen eigenen Blog.
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