Ergebnisse der PCR-Tests als Grundlage für Pandemie-Maßnahmen ungeeignet Zu geringe Aussagekraft

Von Christian Euler

Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Der PCR-Test gilt bis heute laut Bundesregierung als Goldstandard, wenn es um den Nachweis einer Infektion mit dem Coronavirus geht – und ist die Grundlage für massiv einschränkende Corona-Maßnahmen, wie Versammlungsverbote, Ausgangssperren und nun die Einschränkung der Grundrechte.

Zudem werden die Ergebnisse dieser Tests verwendet, um die Inzidenz zu ermitteln, die beispielsweise darüber entscheidet, wann Restaurants geschlossen werden müssen oder wann Präsenzunterricht in den Schulen stattfinden darf.

Die Kritik einer Vielzahl von Ärzten und Wissenschaftlern fiel bislang der einseitigen wissenschaftlichen Ausrichtung der Politik zum Opfer. Nun bestätigt eine im Journal of Infection erschienene Untersuchung der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen und von Wissenschaftlern der Universität Münster sowie dem MVZ Labor Münster, dass „Goldstandard“ bestenfalls als Euphemismus für einen Test mit einer sehr niedrigen diagnostischen Validität steht.

Die Ergebnisse von RT-PCR-Tests allein haben eine zu geringe Aussagekraft, um damit Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung zu begründen, schreiben die Autoren, die 190.000 Ergebnisse von 162.457 Menschen auswerteten. „Ein positiver RT-PCR-Test allein ist nach unserer Studie kein hinreichender Beweis dafür, dass Getestete das Coronavirus auf Mitmenschen auch übertragen können“, schreibt Andreas Stang, Direktor des Instituts für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie des Universitätsklinikums Essen.

Erheblicher Anteil testpositiver Personen hatte keine Symptome

„In Anbetracht unserer Erkenntnisse, dass mehr als die Hälfte der Personen mit positiven PCR-Testergebnissen wahrscheinlich nicht infektiös waren, sollte die RT-PCR-Test-Positivität nicht als genaues Maß für die infektiöse SARS-CoV-2-Inzidenz angesehen werden. Die am Ende errechnete Zahl von SARS-CoV-2 positiv Getesteten sollte daher nicht als Grundlage für Pandemiebekämpfungsmaßnahmen, wie Quarantäne, Isolation oder Lockdown benutzt werden.“

Dies verwundert kaum, wenn man sich vor Augen hält, dass laut Untersuchung „ein erheblicher Anteil (45 bis 68 Prozent) der testpositiven Personen in Großbritannien zum Zeitpunkt ihres positiven PCR-Tests nicht über Symptome berichtete.“ Mit anderen Worten: Die auf Basis der RT-PCR-Tests ermittelten „Infektionszahlen“ geben weder an, wie viele Menschen krank sind, noch, wie viele mit Symptomen im Bett oder gar im Krankenhaus liegen.

Die Forscher raten vor diesem Hintergrund, Daten aus anderen Bereichen zur Bewertung der Pandemie-Lage zu erheben. „Geeigneter wären zum Beispiel verlässliche Angaben zur Intensivbetten-Belegung sowie zur Mortalität, also zu der jeweiligen Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit COVID-19“, schlägt Co-Autor Andreas Stang vor. Doch gerade die Daten zur Intensivbetten-Belegung scheinen alles andere als glaubhaft zu sein, wie die jüngsten Ermittlungen in drei Bundesländern zeigen.

Zu geringe Viruslast bei Ct-Werten über 25

Die vier Autoren erwähnen zudem die Möglichkeit, die Aussagekraft des RT-PCR-Wertes bei künftigen Bewertungen der Pandemielage zu verbessern, indem der Ct-Wert einbezogen wird. „Ct“ steht für den englischen Begriff „cycle threshold“ (dt.: Zyklusschwelle). Er zeigt an, wie viele Zyklen der PCR-Test durchlaufen muss, bis Viruserbgut entdeckt wird. Ist die Virenmenge in einer Probe groß, genügen relativ wenige Runden.

Je geringer die Viruskonzentration, desto mehr Zyklen sind nötig – und desto höher ist der Ct-Wert. Wie viele Runden eine PCR-Testung laufen sollte, ist umstritten. In der New York Times kritisierten Virologen schon im August vergangenen Jahres, dass US-Labore 37 bis 40 Zyklen fahren und somit dann tatsächlich der Schwellenwert erreicht wird. Sie spüren meist nur genetische Bruchstücke von SARS-CoV-2 auf, die keine infektiösen Eigenschaften mehr haben. Sie testen gleichsam, bis der Arzt kommt.

Liegt der Ct-Wert bei positiv Getesteten bei 25 oder höher, geht man derzeit davon aus, dass diese nicht mehr ansteckend sind, weil die Viruslast zu gering ist. „Bei durchschnittlich etwa 60 Prozent der Getesteten mit Covid-19-Symptomen wurden solch hohe Ct-Werte nachgewiesen. In den Wochen zehn bis 19 waren es sogar 78 Prozent, die sehr wahrscheinlich nicht mehr ansteckend waren“, unterstreicht Epidemiologe Stang, „auch das Abfragen von Covid-19-Symptomen bei Getesteten würde helfen, die Ergebnisse von RT-PCR-Tests besser bewerten zu können.“

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Dipl.-Volkswirt Christian Euler widmet sich seit 1998 intensiv dem Finanz- und Wirtschaftsjournalismus. Nach Stationen bei Börse Online in München und als Korrespondent beim „Focus“ in Frankfurt schreibt er seit 2006 als Investment Writer und freier Autor u.a. für die „Welt“-Gruppe, Cash und den Wiener Börsen-Kurier.
Bild: Shutterstock
Text: ce
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