Israel: Vom Impfweltmeister zum Neuinfektions-Weltmeister Zweite Auffrischungsimpfung ohne Wirkung

Von Daniel Weinmann

Die Impfkampagne in Israel läuft weiter auf Hochtouren. Mehr als eine halbe Million Israelis haben bereits die zweite Auffrischungsimpfung. Dennoch meldete das dortige Gesundheitsministerium an diesem Donnerstag 68.513 Corona-Neuinfektionen binnen eines einzigen Tages.

Zum Vergleich: Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem Robert Koch-Institut (RKI) am gleichen Tag 140.840 Neuansteckungen. Die Bundesrepublik hat aber rund neun Mal so viele Einwohner wie Israel mit seinen 9,4 Millionen Bürgern.

Diese Zahlen bestätigen eine kürzlich veröffentlichte Studie, deren Ergebnis Gili Regev-Yochay vom Schiba-Krankenhaus bei Tel Aviv so auf den Punkt brachte: Der zweite Booster habe nur „bescheidene Wirkung“ gegen Omikron gezeigt, der Anstieg an Antikörpern nach der vierten Impfung sei „nicht sehr beeindruckend.“ Kurz nach der vierten Impfung sei man wieder auf demselben Antikörper-Stand angelangt wie nach der dritten, sagte Regev-Yochay.

Gesundheitsminister Lauterbach bleibt dennoch seinem Mantra treu

Das Totalversagen der zweiten Auffrischungsimpfung offenbart auch ein Vergleich der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern. Laut dem Reuters-COVID-19-Tracker hat Israel hier mit 3.290 Ansteckungen je 100.000 Einwohnern mit erheblichem Abstand die höchste Quote:

Die USA zählten 1.573, Großbritannien 965 und Ungarn 761 Ansteckungen je 100.000 Einwohner. In Deutschland lag die Siebentages-Inzidenz zuletzt bei 706.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach lässt sich von diesen Zahlen nicht beeindrucken und folgt stattdessen wie so oft seiner ureigenen Sicht der Dinge. Auf Twitter beschrieb er die Ergebnisse der Studie zwar als „enttäuschend“. Dennoch bleibt der SPD-Politiker geradezu zwanghaft seinem Mantra treu und betont die Wichtigkeit von Auffrischungsimpfungen: „Trotzdem gilt: Boostern verhindert schwere Krankheit.“

Zwang zu einer Injektion, deren Wirkversprechen immer weiter nach unten korrigiert wird

Den Beschluss der Impfpflicht in Österreich betrachtet der ewige Mahner als „Meilenstein“. Das Land könne damit „die Bevölkerung deutlich besser vor weiteren schweren Wellen von Coronavirus-Varianten schützen“. Auch hierzulande müsse die Impfpflicht schnell kommen, forderte Lauterbach in der Sendung »RTL-Direkt«.

Es mutet gespenstisch an, dass sogenannte Volksvertreter ihrem Wahlvolk zu einer Injektion zwingen wollen, deren Wirkversprechen immer weiter nach unten korrigiert wird – und der weitaus größte Teil dieses Wahlvolkes nach jedem weiteren Pieks lechzen wird wie Verdurstende nach Wasser.

Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben immer die Meinung des Autors wieder, nicht meine. Ich schätze meine Leser als erwachsene Menschen und will ihnen unterschiedliche Blickwinkel bieten, damit sie sich selbst eine Meinung bilden können.

Daniel Weinmann arbeitete viele Jahre als Redakteur bei einem der bekanntesten deutschen Medien. Er schreibt hier unter Pseudonym.

Bild: A Kisel/Shutterstock
Text: dw

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