Kommt eine Corona-Revolution – aus Florida? „Freiheit statt Faucismus“

Der Gouverneur von Florida, Ron DeSantis, ist derzeit der lauteste Widersacher von Joe Bidens harter Corona-Politik. Corona spielt im Alltag des „Sunshine State“ kaum eine Rolle, wirklich nennenswerte Corona-Einschränkungen gibt es nicht, an eine Impfpflicht ist dort gar nicht zu denken. Der Republikaner hat keine Scheu vor offenen Attacken auf das Staatsoberhaupt und dessen Kurs. Schon im Juni erklomm er die Bühne des vollgepackten Musikfestivals „Gulf Coast Jam“ und attackierte den mächtigen Gesundheitsberater Anthony Fauci: „In Florida“, so der Gouverneur, „wählen wir Freiheit statt Faucismus.“

Als wichtiger Berater von DeSantis gilt der Stanford-Medizinprofessor Jay Bhattacharya. Dessen vernichtendes Urteil: Die Lockdowns wegen Corona seien „der größte Fehler in der Geschichte der öffentlichen Gesundheitspolitik“ gewesen. Der Arzt initiierte zusammen mit seinen Kollegen Sunetra Gupta und Martin Kulldorff die „Great-Barrington-Erklärung“. Darin wird ein Ende der Lockdowns gefordert. An ihre Stelle, so heißt es in dem Papier, solle der gezielte Schutz besonders gefährdeter Bevölkerungsgruppen treten.

DeSantis war auch einer der ersten Politiker, der sich offen gegen eine Impfpflicht stellte, wie sie Biden möchte. Damit zeigt er, dass er sich nicht nur an Stimmungen orientiert: Umfragen zufolge unterstützt die Mehrheit der Amerikaner eine Pflicht zum „Pieksen“, wie die Impfung neudeutsch verharmlosend genannt wird. Dabei ging die Impfkampagne in Florida schnell und gut organisiert über die Bühne, wie der Cicero schreibt, und der Staat hat sogar eine recht hohe Impfquote.

Die Zahlen aus dem US-Staat geben demnach ein zwiespältiges Bild ab: Sie sind sehr hoch, was Biden-treue Medien gerne betonen. Aber das ist Hütchenspielerei. Denn nur die absoluten Zahlen sind hoch – was in einem einwohnerstarken Bundesland auch nicht anders zu erwarten ist. Umgerechnet auf die Zahl der Bewohner liegt Florida eher im Landesdurchschnitt. Kritiker bringen das warme Klima als Argument gegen DeSantis ins Spiel und behaupten, angesichts des fehlenden Winters müssten die Zahl niedriger sein als anderswo. Verteidiger des Gouverneurs dagegen verweisen darauf, dass das tropische Klima in dem Südstaat sehr viele alte Menschen anzieht. Also genau jene Altersgruppe, die besonders stark von dem Virus betroffen ist.

DeSantis hat im eigenen Bundesstaat jede Diskriminierung von Ungeimpften verbieten lassen. Das Fordern von Impfnachweisen, in Deutschland Standard, ist in Florida illegal. DeSantis wollte auch sozialen Netzwerken wie Twitter und Facebook untersagen, Journalisten zu zensieren. Ein Gericht stoppte zwar ein entsprechendes Gesetz – ausgerechnet unter Verweis auf die Meinungsfreiheit (ein Treppenwitz der Zeitgeschichte). Aber DeSantis ging in Berufung.

Laut dem Beitrag im Cicero wird der 43-Jährige bei den Republikanern nun sogar als Bewerber um das Präsidentenamt für 2024 gehandelt. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg und jede Vorhersage verbietet sich. Nur eines scheint klar: Sollte DeSantis wirklich ins Weiße Haus einziehen, wäre eine massive Wende bei der Corona-Politik abzusehen. Zwar erst in drei Jahren – doch wer sagt, dass sich die Maßnahmen nicht noch so lange hinziehen? Und wäre erst das Weiße Haus „gedreht“, würde das auch massive Auswirkungen auf Europa haben.

Allerdings werden auch schon jetzt in den USA die kritischen Stimmen gegen die Corona-Politik immer lauter. Eine Stimmungswende ist nicht auszuschließen. Anders als in Deutschland sind die Menschen in Amerika nicht so leichtwillig bereit, ihre Freiheit für vermeintliche Sicherheit zu opfern. Klar scheint: Wenn es wirklich zu einer Abkehr von der aktuellen, restriktiven Corona-Politik kommt, wird diese mit recht hoher Wahrscheinlichkeit von den USA ausgehen. Und DeSantis dürfte einer der wichtigsten Wegbereiter sein.   


Bild: Hunter Crenian/Shutterstock
Text: br

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