Mehr als die Hälfte aller Delta-Toten in Großbritannien war geimpft Weitaus geringere Todesrate bei neuer Variante als bei den alten auf der Insel

Die Nachricht ist brisant. Und viele würden ihr wohl mit großer Skepsis begegnen, würde sie nicht aus Quellen stammen, die eher dafür bekannt sind, dass sie die Corona-Politik der Regierung unterstützen, als ihr medial Steine in den Weg zu legen. RTL und die Frankfurter Allgemeine berichten unter Berufung auf die britische Gesundheitsbehörde „Public Health England“, dass mehr als die Hälfte der Patienten, die durch die Delta-Variante des Corona-Virus gestorben sind, schon eine Impfung hinter sich hatten: „Bei 117 Toten konnte die Delta-Variante nachgewiesen werden. 50 von ihnen waren vollständig geimpft, 20 davon hatten nur eine Impfdosis erhalten“, heißt es in den Berichten: „Die Gestorbenen waren überwiegend sehr alt oder gesundheitlich bereits sehr angeschlagen, so die Wissenschaftler.“

Interessant ist, dass RTL in der Überschrift thematisiert, dass mehr als die Hälfte der Delta-Toten auf der Insel geimpft war. Die Frankfurter Allgemeine (FAZ) versteckt diese Botschaft im Text. Auch eine weitere wichtige Nachricht kann man dem Blatt nur zwischen den Zeilen entnehmen. Da heißt es: „Insgesamt haben sich in Großbritannien bisher etwas mehr als 111.000 Menschen mit der Delta-Variante infiziert.“ Das heißt, dass grob gerechnet einer von tausend Delta-Infizierten starb, also 0,1 Prozent – ob mit oder an dem Virus, wird nicht ausgeführt.

Zum Vergleich: Von 3.728.141 positiv Getesteten in Deutschland starben 90.875 – das sind rund 2,4 Prozent. Wie es zu diesen unterschiedlichen Zahlen kommt, oder zumindest der Eindruck entsteht, dass sie weit auseinandergehen, wird nicht erklärt. Dabei wäre das sehr spannend zu wissen. Eine mögliche Erklärung wäre auf den ersten Blick der vergleichsweise hohe Anteil an zweifach Geimpften im Königreich. Andererseits würde deren Anteil mit 60 Prozent an der Gesamtbevölkerung aber wohl kaum die Größenordnung des Unterschieds erklären. Eine andere Erklärung wäre ein Umstand, den die FAZ ausführt: Dass in Großbritannien viel mehr getestet werde – rund eine Million mal täglich, also bis zu zehnmal öfter als in manchen EU-Ländern.

Aber all diese Erklärungsversuche werden regelrecht weggewischt durch folgende Aufstellung  aus einem „Technical Briefing“ von „Public Health England“  – denn die zeigt, dass die Varianten „Alpha“ und „Beta“ weitaus höhere Todesraten hervorrufen – es sich also weniger um ein generelles britisches Phänomen handelt, als um Unterschiede bei der Tödlichkeit der Varianten:

Warum dieser Aspekt so gut wie gar nicht thematisiert wird in den Medien, ist schwer zu erklären. Würde er dem Narrativ von der besonderen Gefährlichkeit von „Delta“ widersprechen?

Auch weitere Zahlen sind interessant: „Insgesamt wurden bis Anfang der (vergangenen) Woche 1.320 Patienten mit der Delta-Variante in britischen Krankenhäusern behandelt. 902 von ihnen waren unter fünfzig Jahre alt. Von diesen waren 77 Prozent ungeimpft“, schreibt die FAZ. „Bei den über Fünfzigjährigen, die klinisch behandelt wurden, ergibt sich ein anderes Bild: Ein Drittel war ungeimpft, ein Viertel mit einer Dosis geschützt, und 39 Prozent hatten zwei Dosen erhalten.“

RTL versucht, die Entwicklung für seine Zuschauer bzw. Leser im Internet mit dem Mediziner Dr. Christoph Specht zu erklären. Auf die Frage, warum es trotz der Impfung Delta-Tote gebe, antwortet dieser: „Der Impfstoff ist ja auf den Urtypus gebaut worden. Da passt er super, da kann er in vielen Fällen sogar die Infektion verhindern. Aber jetzt mit den Varianten, da passt der Impfstoff nicht mehr ganz exakt. Trotzdem – er kann immer noch sehr zuverlässig sein.“ RTL weiter: „Vor allem in Zahlen ausgedrückt ist der geringere Impfschutz bei der Delta-Variante deutlich zu erkennen.“

Diejenigen, die selbst wenig haben, bitte ich ausdrücklich darum, das Wenige zu behalten. Umso mehr freut mich Unterstützung von allen, denen sie nicht weh tut!



Bild: Shutterstock
Text: br


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