Neue INSA-Umfrage: Jeder sechste Deutsche denkt ernsthaft ans Auswandern Sogar jeder Vierte bei der Gruppe der 30- bis 39-Jährigen

Wird Deutschland zum Auswanderungsland? 16 Prozent der Menschen in der Bundesrepublik haben ernsthafte Pläne auszuwandern, wie eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA ergab. Es befragte dazu 2.146 repräsentativ ausgewählte Menschen in ganz Deutschland. Nur zwei Drittel (66 Prozent der Befragten) gaben an, sie hätten  keine ernsthaften Pläne auszuwandern. Normalerweise würde bei einer Zwei-Drittel-Mehrheit ein „nur“ nicht passen. In diesem Fall tut es dies aber – denn in funktionierenden Gesellschaften ohne größere Probleme und Zukunftsängste müsste der Anteil derjenigen, die nicht ans Auswandern denken, sehr viel höher sein. 13 Prozent wussten keine Antwort auf die Frage und fünf Prozent machten keine Angabe dazu

Interessant ist auch die Aufschlüsselung des Umfrage-Ergebnisses nach Geschlecht. Männliche Befragte gaben häufiger als weibliche an, ernsthaft ans Auswandern zu denken:

Die Verteilung auf die Altersklassen zeigt, dass vor allem in der Gruppe, die gewöhnlich als besonders leistungsfähig und wichtig für die Entwicklung eines Landes gilt, bei den 30- bis 39-Jährigen, der Anteil der Ausreisewilligen am höchsten ist: Fast jeder Vierte denkt hier ernsthaft darüber nach. Bei den unter 30-Jährigen ist es immerhin noch fast jeder Fünfte. Am geringsten ist der Ausreisewillen bei den Menschen ab 60 Jahren.

Ebenfalls interessant: Befragte, die sich rechts der Mitte des politischen Spektrums verorten, denken mit 24 Prozent viel öfter ernsthaft ans Auswandern als die anderen Befragten. Umgekehrt ist der Anteil derjenigen, die ernsthaft ans Auswandern denken, unter den Deutschen, die sich links der Mitte verordnen, mit elf Prozent besonders gering. Man kann das als Indiz dafür werten, dass sich Menschen mit linken Ansichten wohler im heutigen Deutschland fühlen als solche mit nicht-linken Ansichten.

Besonders aussagekräftig: Befragte mit einem Migrationshintergrund haben häufiger ernsthafte Pläne, aus Deutschland auszuwandern, als diejenigen, die keinen Migrationshintergrund haben (21 zu 15 Prozent). Dies kann daran liegen, dass Menschen mit Migrationshintergrund zum einen oft einen direkten Vergleich zu anderen Ländern haben und es für sie zum anderen in vielen Fällen auch leichter sein dürfte, im Ausland Fuß zu fassen, wenn sie noch Wurzeln dort haben.

Zum Schluss noch ein Blick auf die Partei-Präferenzen: Die AfD-Wähler haben deutlich am häufigsten von allen Wählergruppen ernsthafte Pläne, aus Deutschland auszuwandern. 38 Prozent von ihnen tragen sich mit solchen Gedanken. Am geringsten ist der Anteil der Auswanderungswilligen bei den Wählern der SPD und der Grünen (mit jeweils elf Prozent).

„Der Letzte macht das Licht aus“, war ein verbreiteter Witz in der DDR zum Thema Auswandern. Verhältnisse wie in der linksextremen Diktatur haben wir in der Bundesrepublik auch nach 16 Jahren Angela Merkel zwar noch nicht. Aber dass ein so großer Anteil der Menschen ernsthaft – also nicht nur flüchtig – ans Auswandern denkt, und zwar insbesondere viele der Jüngeren, müsste bei jedem verantwortungsvollen Politiker alle Alarmglocken schellen lassen.

Ich persönlich kann die Ergebnisse der Umfrage gut nachvollziehen. Gerade gestern angesichts der Ereignisse um Ricarda Lang, die Vize-Chefin der Grünen, die den Parteivorsitz übernehmen will – eine 28-jährige Studienabbrecherin ohne Berufserfahrung und Berufsausbildung. Eine weibliche Version von SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert. Ich halte es für fatal, Menschen mit solchen Biographien ganz wesentliche Aufgaben für das Gemeinwesen zu überantworten, bevor sie sich auch nur ansatzweise im normalen Berufsleben bewährt und in diesem Erfahrungen gemacht und Bodenhaftung gewonnen haben.

Wenn Sie sich selbst mit dem Gedanken des Auswanderns tragen, empfehle ich Ihnen diesen Beitrag von mir, in dem der „Auswanderungs-Papst“ Christoph Heuermann Tipps gibt für alle, die aus Deutschland wegziehen wollen. Wanderten laut Statista im Jahr 1991 noch knapp 600.000 Menschen aus Deutschland aus, und stieg diese Zahl bis 2012 mit einigen Wellen eher langsam an, so gab es danach einen richtigen „Auswanderungs-Boom“: 2016 wanderten 1,36 Millionen Menschen aus, 2019 waren es auch noch 1,2 Millionen. (Die genauen Zahlen nach Jahren finden Sie hier).

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Bild: Euku/Wikileaks/CC BY-SA 3.0
Text: br

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