Nun auch Porsche und Conti: Der Exodus der Kernindustrien geht weiter „Nicht mal die Finanzkrise hat sich bei uns so gravierend bemerkbar gemacht“

Von Daniel Weinmann

„Deutschlands Tage als industrielle Supermacht sind gezählt“, titelte „Bloomberg“ vor wenigen Tagen. Die Grundpfeiler des deutschen Industrieapparats seien wie Dominosteine umgefallen. „Die Energiekrise bedeutete für viele Betriebe den Todesstoß“, hieß es weiter – und: „Das politisch gelähmte Berlin scheint kein Rezept zu haben.“

Harsche Worte von einem der bekanntesten Wirtschaftsmedien der Welt, die sich hierzulande längst darin widerspiegeln, dass immer mehr Firmen und Fachkräfte abwandern. Miele (link), ein Inbegriff deutscher Ingenieurskunst, will Deutschland in Teilen verlassen – während Porsche und viele andere einen Teil ihrer Produktion auslagern wollen.

„Ich bin seit 1999 im Unternehmen, und wir haben seitdem mehrere sehr herausfordernde Phasen erlebt. Aber nicht mal die Finanzkrise von 2008/09 hat sich bei uns so gravierend bemerkbar gemacht“, bringt Markus Miele, Chef des gleichnamigen Traditionskonzerns, die prekäre Lage in der „Zeit“ auf den Punkt. „Von den verkauften Stückzahlen her haben wir im vergangenen Jahr das gesamte Wachstum von mehr als fünf Jahren verloren.“ Nun sollen bis 2027 fast alle Waschmaschinen für den Haushalt in Polen montiert werden.

Ein Armutszeugnis für Rot-Grün, wenn nicht einmal mehr Batterien hierzulande hergestellt werden

Porsche wiederum will nach Informationen der „FAZ“ die Batterie-„Gigafactory“ seiner Tochtergesellschaft Cellforce aller Voraussicht nach doch nicht wie geplant in Baden-Württemberg bauen. Stattdessen erwägt die Zuffenhausener Sportwagenschmiede den Gang in die USA. Eine Entscheidung im Aufsichtsrat soll zeitnah fallen. In der Fabrik sollen Hochleistungsbatterien mit einer Kapazität von bis zu 20 Gigawattstunden produziert werden. Das wäre genug für 150.000 bis 200.000 Elektroautos im Jahr. Das Investitionsvolumen liegt laut „FAZ“ im mittleren einstelligen Milliardenbereich.

Es gleicht einem Offenbarungseid für Rot-Grün, wenn nicht einmal mehr die Batterien für die ebenso rücksichts- wie hirnlos vorangetriebene Klimawende hierzulande hergestellt werden.

BMW etwa investiert lieber 1,7 Milliarden Euro in sein Werk in Spartanburg im US-Bundesstaat South Carolina statt in der Bundesrepublik. Auch Audi plant eine Produktionsstätte in den USA. Audi-Chef Markus Duesmann bezeichnete den Standort gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ als „hochattraktiv“.

Mit Robert Habeck als Wirtschaftsminister wird die zwingende ökonomische Wende nicht möglich sein

Vor diesem Hintergrund verwundert wenig, dass der im Dax notierte Automobilzulieferer Continental sein Sparprogramm verschärfen muss und weltweit 7150 Arbeitsplätze bzw. mehr als drei Prozent der Gesamtbelegschaft streicht. 40 Prozent davon sind hierzulande angesiedelt.

Während Bundeskanzler Olaf Scholz vom grünen Wirtschaftswunder fabuliert, scheint zumindest sein Finanzminister Christian Lindner die fatale Entwicklung zu erkennen. „Die Wettbewerbsbedingungen wurden so lange vernachlässigt, dass wir eine Wirtschaftswende brauchen“, bekannte der FDP-Vorsitzende im Gespräch mit dem Münchner Merkur. Als Wachstumsbremsen ortet er neben zu viel Bürokratie vor allem den Fachkräftemangel, die vernachlässigte Infrastruktur – und zu hohe Steuern. Die Ampel habe zwar für den Wirtschaftsstandort Verbesserungen auf den Weg gebracht – man fragt sich: welche? – doch das reiche noch nicht aus.

Lindner wird wissen: Mit einem grünen Wirtschaftsminister vom Schlage eines Robert Habeck, der nicht einmal den Begriff „Insolvenz“ einzuordnen weiß, dürfte die weitere Zuspitzung der Krise nicht aufzuhalten sein.

Auf Ihre Mithilfe kommt es an!

Auf meiner Seite konnten Sie schon 2021 lesen, was damals noch als „Corona-Ketzerei“ galt – und heute selbst von den großen Medien eingestanden werden muss. Kritischer Journalismus ist wie ein Eisbrecher – er schlägt Schneisen in die Einheitsmeinung.

Dafür muss man einiges aushalten. Aber nur so bricht man das Eis. Langsam, aber sicher.

Diese Arbeit ist nur mit Ihrer Unterstützung möglich!

Helfen Sie mit, sichern Sie kritischen, unabhängigen Journalismus, der keine GEZ-Gebühren oder Steuergelder bekommt, und keinen Milliardär als Sponsor hat. Und deswegen nur Ihnen gegenüber verpflichtet ist – den Lesern!

1000 Dank!

Per Kreditkarte, Apple Pay etc.

Alternativ via Banküberweisung, IBAN: DE30 6805 1207 0000 3701 71 oder BE43 9672 1582 8501

BITCOIN Empfängerschlüssel auf Anfrage

Mein aktuelles Video

Umfrage belegt, dass Kampagne gegen AfD nach hinten losging – aber Medien behaupten das Gegenteil:

Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben immer die Meinung des Autors wieder, nicht meine. Ich schätze meine Leser als erwachsene Menschen und will ihnen unterschiedliche Blickwinkel bieten, damit sie sich selbst eine Meinung bilden können.

Daniel Weinmann arbeitete viele Jahre als Redakteur bei einem der bekanntesten deutschen Medien. Er schreibt hier unter Pseudonym.

Bild: Shutterstock

Mehr von Daniel Weinmann auf reitschuster.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert