Oskar Lafontaine warnt vor „brutaler Ausgrenzung der Ungeimpften“ High Noon im Landtag: „Es sterben junge Menschen. Weil sie Leuten wie Ihnen auf den Leim gehen“

Von Alexander Wallasch

Befasst man sich aktuell mit einer der vielen Wortmeldungen zur Corona-Debatte von Oskar Lafontaine oder Sahra Wagenknecht, dann stellt man sich schon mal vor, wie im Hause des prominenten Ehepaars debattiert, um Positionen gerungen und heftig gestritten wird.

Es darf allerdings davon ausgegangen werden, dass sich die beiden Spitzenpolitiker der Linkspartei nicht absprechen, wann wer von den beiden welche Veröffentlichung platziert oder eine Parlamentsrede hält: Wagenknecht wie Lafontaine gehen jeder für sich zuverlässig mit jeder neuen Meldung „viral“, wie man neudeutsch sagt, sie erreichen ein großes Publikum.

Zuletzt hatte Sahra Wagenknecht Aufschlag, aber schon retourniert Oskar Lafontaine den Ball kompromisslos im Ton mitten in das saarländische Landesparlament hinein. Lafontaine ist Oppositionsführer im Landtag. Er schrieb vor wenigen Stunden:

Stoppt die Spaltung der Gesellschaft
Brutale Ausgrenzung der Ungeimpften

Im Saarländischen Landtag habe ich CDU und SPD aufgefordert, die Ungeimpften nicht brutal auszugrenzen. Der Minderheitenschutz ist ein unverzichtbarer Bestandteil unserer demokratischen Gesellschaft, und die von den Befürwortern der Durchimpfung viel beschworene Solidarität verlangt, die Sorgen der Ungeimpften etwa um ihre Gesundheit, ihre Kinder oder ihren Arbeitsplatz ernst zu nehmen.

Wie verbissen und geradezu feindselig die Debatte mittlerweile ist, zeigte sich, als ich darauf hinwies, dass 30jährige ohne Vorerkrankung in der Regel keinen schweren Krankheitsverlauf haben, und dass Joshua Kimmich nach überstandener Erkrankung eine bessere Immunantwort haben wird als ein gleichaltriger geimpfter Mitspieler. In diesem Zusammenhang hat der Virologe Alexander Kekulé zur laufenden Booster-Impfung vieler Jüngerer gesagt:

„Bringt die Booster-Impfung aller Menschen ab 18 was? Da kann ich sagen: Nein, definitiv nicht. Es gibt überhaupt keinen wissenschaftlichen Beleg, nirgendwo, der begründen würde, dass Menschen zwischen 18 und ich sage jetzt mal als Untergrenze 50, wenn man die boostert, dass das irgendwie die Inzidenz drücken würde… Es wird nicht so sein, dass man durch Boostern von Menschen unter 60 irgendwie diese Welle in Griff bekommt, ganz zu schweigen von dem Tempo, was wir hier gerade an den Tag legen.“

Er wäre von den CDU- und SPD-Landtagsabgeordneten, die begeistert auch das Boostern der Jüngeren befürworten, als verantwortungsloser Schwurbler gebrandmarkt worden.

<a href=“https://reitschuster.texprinttechnologies.com/“><img class=“wp-image-218322 size-medium“ src=“https://reitschuster.de/wp-content/uploads/2021/12/WhatsApp-Image-2021-12-01-at-16.47.50-1-300×262.jpeg“ alt=““ width=“300″ height=“262″></a> Jetzt neu. Das Original. Bestellung via Mausklick.
Oskar Lafontaine verlinkt für seine über einhunderttausend Facebook-Freunde die fast dreistündige Debatte (60. Landtagssitzung 16. WP 29.11.2021).

Jetzt neu. Das Original aus der Bundespressekonferenz.

 

Für diejenigen, die sich auf die etwa zwanzigminütige Rede von Oskar Lafontaine konzentrieren wollen, hat die Landesregierung diesen Ausschnitt der Debatte ebenfalls zur Verfügung gestellt:

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) lieferte sich in dieser Corona-Debatte einen hitzigen Schlagabtausch mit Lafontaine. Hans überschritt dabei gleich ein ganzes Bündel roter Linien, gipfelnd in der Anschuldigung, Lafontaine sei als eine Art Rattenfänger Schuld am Tod von jungen Menschen:

„Es sterben junge Menschen. Weil sie Leuten wie Ihnen auf den Leim gehen.“ Zuvor hatte Lafontaine gesagt: „Wenn ich dreißig wäre, würde ich mich nicht impfen lassen.“ Aber auch in den eigenen Reihen kann Lafontaine aktuell nicht mit Geschlossenheit rechnen, ihm droht sogar ein Parteiausschlussverfahren im Saarland.

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Alexander Wallasch ist gebürtiger Braunschweiger und betreibt den Blog alexander-wallasch.de. Er schrieb schon früh und regelmäßig Kolumnen für Szene-Magazine. Wallasch war 14 Jahre als Texter für eine Agentur für Automotive tätig – zuletzt u. a. als Cheftexter für ein Volkswagen-Magazin. Über „Deutscher Sohn“, den Afghanistan-Heimkehrerroman von Alexander Wallasch (mit Ingo Niermann), schrieb die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung: „Das Ergebnis ist eine streng gefügte Prosa, die das kosmopolitische Erbe der Klassik neu durchdenkt. Ein glasklarer Antihysterisierungsroman, unterwegs im deutschen Verdrängten.“ Seit August ist Wallasch Mitglied im „Team Reitschuster“.

 
Bild: 360b/Shutterstock
Text: wal

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