Psychosoziale Beschwerden bei Kindern besorgniserregend Corona-Maßnahmen: Belastungsgrenze von 11- bis 17-Jährigen überschritten

Von Alexander Wallasch

Eine hochpolitische wie zukünftig auch gesellschaftlich brisante Frage: Was haben wir unseren Kindern mit den Corona-Maßnahmen angetan, also Menschen, die Untersuchungen zufolge von einer Erkrankung weiter entfernt scheinen als von einem möglichen Impfschaden?

Hamburg hat eine Studie/Befragung in Auftrag gegeben, die sich mit der „Psychosoziale[n] Gesundheit von Hamburger Kindern und Jugendlichen im Corona-Frühsommer 2020“ befasst. Die Ergebnisse wurden jetzt veröffentlicht. Ob diese vermeintlich späte Veröffentlichung bzw. Auswertung mit der Bundestagswahl zusammenhängt, sei einmal dahingestellt.

Vorgelegt hat das Papier die Hamburger Sozialbehörde der Senatorin Melanie Leonhard (SPD). „Die Befragung wurde in Kooperation mit dem Universitätsklinikum Hamburg durchgeführt. Im Frühsommer wurden 1.000 Kinder und Jugendliche der Hansestadt im Alter zwischen 11 und 17 Jahren online befragt. Das Durchschnittsalter war 14 Jahre.“ Die Fragen zielten auf die psychosoziale Situation unter pandemiebedingten Alltagsveränderungen.

Gleich vorweg gesagt: Das Ergebnis ist alles andere als beruhigend. Die negativen Auswirkungen der Corona-Maßnahmen zeichnen sich auch in der Hamburger Befragung deutlich ab.

„Insgesamt empfanden nahezu zwei Drittel der befragten Hamburger Kinder und Jugendli­chen die Zeit während der Pandemie als belastend. Jeder vierte Befragte war zum Teil sehr besorgt, dass sich Freunde oder Familie mit dem Coronavirus infizieren könnten. Fast drei Viertel der Befragten gaben Belastungen im Bereich ‚Freunde‘ an, fast zwei Drittel im Bereich ‚Schule‘, fast die Hälfte im Bereich ‚Familie‘ und ein Drittel ausdrücklich im Bereich ‚Corona-Pandemie‘.“

Um das unmissverständlich zu übersetzen: Das bedeutet, dass ein Teil der Bevölkerung (ohne Vorerkrankung), dem das Virus nichts anhaben kann, Einschränkungen und Gesundheitsgefährdungen ausgesetzt wurde und immer noch wird. So heißt es in der Pressemeldung zur Studie, dass sich jede/r zehnte Befragte sogar in allen vier berücksichtigten Bereichen – Schule, Fami­lie, Freunde und Corona-Sorgen – beeinträchtigt fühlt. Und hier betrafen Mehrfachbelastungen häufiger Mäd­chen sowie Kinder und Jugendliche aus bildungsferneren Haushalten.

In diesen beiden genannten Gruppen waren depressive Symptome und/oder Anzeichen für eine Angststörung laut Befragung mehr als doppelt so häufig vorhanden. Gleichzeitig würden, so heißt es, diese mehrfach belasteten Kinder und Jugendlichen seltener über ausreichende Ressourcen zur Bewältigung der alltäglichen Herausforderungen in der Zeit der Pandemie verfügen.

Die zuständige Senatorin bescheinigte den Kindern und Jugendlichen, dass in der Krisensituation wie den zurückliegenden Pandemie-Monaten deren Belastungsgrenzen überschritten wurden. Und weil die Sozialdemokratin wohl auch etwas Positives aus der Befragung herauslesen wollte, hob sie die Offenheit und Fähigkeit zur Anpassung der Kinder und Jugendliche hervor. Was soll das sein, eine Art moderner Darwinismus? Wem das etwas zynisch und gestrig vorkommen mag, der liegt damit jedenfalls nicht ganz daneben.

Interessant wird es da, wo die Sozialbehörde hervorhebt, dass die Belastung geringer ist für die Kinder und Jugendlichen, wo ein gutes Familienklima herrscht. Das elterliche Wohlbefinden wäre dann auch das der Kinder. Hier aber nun zwingend abzuleiten, eine entsprechende Familienpolitik zu machen, darauf wird man lange warten dürfen.

„Die Bedeutung des elterlichen Wohlbefindens besitzt für die Lebensqualität und die psychische Gesundheit der Kinder und Jugendlichen eine hohe Bedeutung.“ Aber warum werden die Familien dann nicht mit allen Mitteln gestärkt und gefördert? Weil eine Stärkung der Autonomie der Familie immer auch Keimzelle einer außerparlamentarischen Opposition bedeuten kann. Da lässt man es lieber und setzt stattdessen auf Zuwanderung, anstatt kinderreiche Familien zu fördern – auch in Hinblick auf die psychosoziale Gesundheit des Nachwuchses.

Hamburg.de schreibt zur Befragung: „Mit großer Mehr­heit sahen die Kinder und Jugendlichen Freunde und die Familie als die wichtigsten Kraft­spender an, um gut durch die Corona-Krise zu kommen.“

Was muss jetzt passieren? Die Politik ist von den Ergebnissen der Befragung zum einen aufgefordert, die Corona-Maßnahmen zum Schutz der Kinder endlich aufzuheben – die Alten und Kranken sind längst durchgeimpft – und des Weiteren zeigen die Ergebnisse einen dringenden Handlungsbedarf, endlich mehr für die Familien zu tun.

Und so sehr es einer linksgrünen Ideologie auch zuwiderläuft: Die Stärkung der traditionellen Familie scheint zumindest entlang dieser Befragung das Beste für die Gesundheit unserer Kinder zu sein. Die Politik hat einen Auftrag bekommen – nicht nur in Hamburg, sondern bundesweit.

Hier nochmal die psychosoziale Situation der Kinder und Jugendlichen im Wortlaut der Auswertung der Befragung zusammengefasst:

– Nahezu zwei Drittel der befragten Hamburger Kinder und Jugendlichen empfanden die Zeit während der Pandemie als belastend.

– Rund ein Fünftel der befragten Kinder oder Jugendlichen zeigte während der Coronapandemie im Frühsommer 2020 depressive Symptome.

– Ein Viertel der befragten Kinder oder Jugendlichen war von Symptomen einer generalisierten Ängstlichkeit betroffen.

– Jede/r zehnte Befragte war in allen vier berücksichtigten Bereichen – Schule, Familie, Freunde und Corona-Sorgen – belastet.

– Mehrfachbelastungen betreffen häufiger Mädchen sowie Kinder und Jugendliche aus der niedrigeren/mittleren Bildungskategorie.

– Mehrfach belastete Kinder und Jugendliche zeigten im Vergleich zu allen anderen deutlich häufiger gesundheitliche Einschränkungen.

– Die mehrfach belasteten Kinder und Jugendlichen verfügten seltener über ausreichende Ressourcen zur Bewältigung der alltäglichen Herausforderungen in der Zeit der Pandemie.

– Jede/r fünfte Befragte berichtete, dass in der vergangenen Woche drei oder mehr (psychosomatische) Beschwerden mehrfach aufgetreten waren.

– Die Beschwerden der Kinder nach Häufigkeiten: Einschlafprobleme, Gereiztheit, Rückenschmerzen, Niedergeschlagenheit, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen und Nervosität.

Übrigens: Die Studienmacher haben Anmerkungen zur Verteilung vorangestellt. Dort heißt es u.a.: „Missbräuchlich ist insbesondere die Verteilung auf Wahlveranstaltungen, an Informationsständen der Parteien …“ Das mag standardmäßig sein. Hier bekommt es aber noch einmal ein besonderes Geschmäckle.

Diejenigen, die selbst wenig haben, bitte ich ausdrücklich darum, das Wenige zu behalten. Umso mehr freut mich Unterstützung von allen, denen sie nicht weh tut!

Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben immer die Meinung des Autors wieder, nicht meine.

Alexander Wallasch ist gebürtiger Braunschweiger und betreibt den Blog alexander-wallasch.de. Er schrieb schon früh und regelmäßig Kolumnen für Szene-Magazine. Wallasch war 14 Jahre als Texter für eine Agentur für Automotive tätig – zuletzt u. a. als Cheftexter für ein Volkswagen-Magazin. Über „Deutscher Sohn“, den Afghanistan-Heimkehrerroman von Alexander Wallasch (mit Ingo Niermann) schrieb die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung: „Das Ergebnis ist eine streng gefügte Prosa, die das kosmopolitische Erbe der Klassik neu durchdenkt. Ein glasklarer Antihysterisierungsroman, unterwegs im deutschen Verdrängten.“ Seit August ist Wallasch Mitglied im „Team Reitschuster“.

Bild: Brian A Jackson/Shutterstock
Text: wal

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