R-Wert gesunken, Einschränkungen verschärft Die heutigen Beschlüsse der Videoschalte

„Da deutschlandweit noch nicht das notwendige Niveau erreicht wurde, um dauerhaft eine Überlastung des Gesundheitssystems abzuwenden sowie eine vollständige Kontaktnachverfolgung zu gewährleisten, bedarf es einer erneuten gemeinsamen Kraftanstrengung“, heißt es im heutigen Beschluss der „Videoschaltkonferenz der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder“ – einer Einrichtung, die so gar nicht im Grundgesetz vorgesehen ist, aber heute weitgehend über das Leben in Deutschland bestimmt. Unter anderem wird der Lockdown verlängert, das heißt, Restaurants, Freizeit- und Kultureinrichtungen bleiben weiter geschlossen, während sie in anderen Ländern wie Großbritannien wieder öffnen sollen. Die Maskenpflicht wird erweitert und gilt künftig nicht nur in, sondern auch vor Einzelhandelsgeschäften und sogar auf Parkplätzen. Private Zusammenkünfte mit Freunden, Verwandten und Bekannten werden auf maximal fünf Personen aus dem eigenen und einem weiteren Haushalt begrenzt. Unten finden Sie das 15-seitige Beschlusspapier.

Interessant ist, dass diese Verschärfung stattfindet, obwohl der sogenannte R-Wert laut Robert-Koch-Institut deutlich unter eins gesunken ist. Die Reproduktionszahl R bezeichnet die Anzahl der Personen, die im Durchschnitt von einem Fall angesteckt werden. Früher galt ein Absinken unter eins als eines der wichtigsten Ziele der Corona-Maßnahmen. Inzwischen wird nur noch wenig über den R-Wert berichtet und stattdessen vor allem vom Inzidenzwert, den wiederum Kritiker als wenig aussagekräftig bezeichnen.

Quelle: Tagesreport des RKI vom 25.11.2020

Hier zum Vergleich die R-Werte vom 20.11.2020

Und vom 1.11.2020:

Die Zahl der neuen bestätigten Fälle, also der positiv Getesteten, betrug laut RKI am Mittwoch 18.633. Das waren 1.500 weniger als am Vortag. Gleichzeitig sind 19.800 gegenüber dem Vortag genesen. Die Zahl der Verstorbenen stieg demnach um 410 Menschen.

Da die Zahl der positiv Getesteten meist nicht in Relation zur Gesamtzahl der Tests gesetzt wird, sind diese Zahlen besonders interessant. Das RKI veröffentlicht sie jeweils mittwochs. Hier die aktuellen Daten von heute:

Während die Gesamtzahlen aufgrund der viel höheren Testzahlen massiv gestiegen sind, liegt die viel aussagekräftigere Positivenrate aktuell (Kalenderwoche 47: 9,3 Prozent) leicht über dem bisherigen Höchstwert von Kalenderwoche 14 (9,03 Prozent).

Das heißt, knapp jeder zehnte Getestete ist positiv. Dies muss allerdings vor dem Hintergrund gesehen werden, dass die Test-Strategie geändert wurde. Anders als früher wird viel weniger verdachtsunabhängig und ohne Symptome getestet. Stattdessen konzentrieren sich die Tests auf Menschen mit Symptomen und aus Risikogruppen.

In intensivmedizinischer Behandlung waren es am Mittwoch laut DIVI 3.781 Patienten, die positiv auf Corona getestet wurden. Davon mussten 2.214, also 59 Prozent, künstlich beatmet werden. 559 Neuaufnahmen standen 412 Entlassungen und 136 Verstorbenen gegenüber (was im Umkehrschluss bedeutet, dass von den 410 Verstorbenen nur ein Drittel in intensivmedizinischer Behandlung starb, zwei Drittel hingegen ohne intensivmedizinische Betreuung). Insgesamt waren in Deutschland am Mittwoch 22.041 intensivmedizinische Betten belegt, dem standen 5775 nicht belegte gegenüber und eine 7-Tage-Notfallreserve von 11.987 Betten, also sind insgesamt 17.762 Intensivbetten derzeit verfügbar. Zum Vergleich: Am 1. November, also zu Beginn der aktuellen Maßnahmen, waren 20.950 Intensivbetten belegt, einen Monat vorher, am 1. Oktober, 21.832. Am 1. September waren es 21.673. Somit liegt die Zahl der belegten Intensivbetten derzeit nur ganz knapp über dem Stand vom 1. Oktober, als noch niemand von neuerlichen und verschäften Einschnitten in das Leben der Bürger sprach. Die Zahl der Patienten mit Covid-19 in den Intensivstationen stieg zwar deutlich an, aber eben nicht die Gesamtzahl der Patienten dort.

Hier finden Sie den 15-seitigen Beschluss der heutigen Videoschalte der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten in voller Länge:

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Bild: Alexandros Michailidis/Shutterstock
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Franky
3 Monate zuvor

Bemerkenswert auch, wie gestern in den Nachrichten bei WDR 5 auf den R-Wert eingegangen wurde: Dort hieß es NICHT etwa, dass bei einem Wert von 0,85 ein „Infizierter“ weniger als einen Menschen ansteckt, was ja prinzipiell eine positive Nachricht wäre. Stattdessen wurde gesagt, dass bei diesem Wert 1.000 „Infizierte“ 850 Menschen anstecken können. Das klingt weitaus weniger positiv. Warum wählte man wohl diese Erklärung?

Mr. Majestyk
3 Monate zuvor

Wer ernsthaft über R-Werte debattieren will, hat nicht begriffen worum es geht und verwendet Regierungssprech. Echte Pandemien muß man der Bevölkerung nicht mit Inzidenzwerten erklären. Eine echte Epidemie hören die Menschen am Läuten der Kirchenglocken, selbst in einem von Gott verlassenem Land wie diesem.

gerd
3 Monate zuvor

hahaha, klar, ich lauf aufm parkplatz mit der maske rum.

ich mein, hahahahahahahaha

die können mich mal gemütlich am, um und von mir aus im a… lecken!

Frank Volkmar
3 Monate zuvor

Für mich ist das erklärbar. Es geht hier nur darum irgendwie aus dieser Sacher wieder herauszukommen und das geht nur über die Impfung bzw. die Verknüpfung von einer genügend großen Anzahl von Impfungen mit dem Rückgang der alljährlichen Grippewelle ab März. Die Influenza wird dann propagandistisch als Corona „verkauft“.

Laut WHO zirkulieren derzeit global keine Influenza-Viren mehr. Ich gehe jede Wette ein, das die ab Januar in unseren Breiten einsetzende Grippewelle nicht als solche bezeichnet werden wird, sondern als dritte Corona-Welle die man dann unter der Impfung zum abklingen bringen wird !

Herbert
3 Monate zuvor

Gab es hierzu schon Artikel: https://swprs.org/face-masks-evidence/ Vergleich von Studien zu Masken & COVID19. Masken scheinen EHER zu SCHADEN, statt zu schützen und Länder OHNE Maskenpflicht stehen besser da, jedenfalls NICHT schlechter. Ende der Maskenfarce! Zumindest, wer seine Maske nicht nach max. x Stunden wechselt oder desinfiziert/wäscht, der schafft sich durch das Tragen von Masken ein enorm großes Risiko, sich rein durch die Masken „was zu holen“. Dort brüten ideal Bakterien, Pilze usw.

Wolfgang Daubenberger
3 Monate zuvor

Ich frage mich, wann das Fass überläuft. Es kann doch nicht sein, dass wir als Volk eine Haft antreten für diese unfähigen und skrupellosen Antidemokraten an der Spitze, die unser soziales Leben langsam vernichten und die Wirtschaft in den finanziellen Kollaps mit ihrem Machtmissbrauch führen. De Facto werden wir regiert durch  Spahnmerkel und die Riege der für mich hündisch ergebenen Ministerpräsidenten. Hätte man solche Vorgänge in diesem Land noch vor einem Jahr als Film gedreht: dieses Machwerk wäre gefloppt. Heute sind die Zuschauer unseres eigenen Niedergangs.

Hiwi
3 Monate zuvor

Wenn man den R-Wert des RKI verbreitet lässt man außer Acht

– das RKI ist kein wissenschaftliches Institut, sondern eine Behörde, angefüllt mit Beamten, die weisungsgebunden sind.

– das RKI wurde von uns Wissenschaftlern mehrfach bei der Fälschung des R-Werts ertappt, woraufhin das RKI die Berechnung mehrfach veränderte, um wiederum bei der Fälschung des Ergebnisses ertappt zu werden, woraufhin das RKI den R-Wert nunmehr nur noch schätzt, weil bei einer Schätzung niemand eine Fälschung nachweisen kann. Wo kein berechneter Wert, da ist, de jure, keine Fälschung möglich, da jede Abwecihung von den realen Gegenbenheiten als Missschätzung vorgegeben werden kann.

Der R-Wert ist demnach eine Schätzung von weisungsgebundenen, staatsdienenden Nicht-Wissenschaftlern.

Das wirklich bemerkenswerte daran ist, dass inzwischen die Regierung, die die Weisungen an das RKI erteilt, und somit für die Fälschungen verantwortlich zeichnet, inwzischen selbst den R-Wert als Argumentationsgrundlage, sofern er nicht berechnet wird, sondern vom RKI kommt, als nicht belastbar einschätzt und ignoriert. Die Frage, warum die Maßnahmen bei einem RKI-R-Wert unter 1 dennoch verschärft werden ist somit beantwortet.

Sehr viel wichtiger wäre die Frage, warum man bei 15.000 Toten ein inzwischen riesiges Fass aufmacht, die 1,5 Mio. Influenza-Toten in der Grippesaison des vorvergangenen Jahres aber niemanden interessiert haben.

Chrissie
3 Monate zuvor

Interessant unter den Redeausschnitten von Weidel und Merkel auf Phoenix Youtube heute, die Daumen hoch/runter Abstimmung…beide wurden von 2700 Menschen gesehen….massive Ablehnung bei Merkel, und das Gegenteil bei Weidel.

burro
3 Monate zuvor

ich weiss es nicht genau aber sie können ja selber nachschauen. beim rki gibt es eine excel tabelle zu den grafiken und tabellen auf der seite. in dieser können ist eine spalte aufgeführt die mit „Fall-Verstorbener-Anteil“ in prozent angegeben. an diesem betrug es 1.54 was gemäss dreisatz ein bischen mehr als 6 macht sollte diese spalte die an covid-19 verstorbenen darstellen würde die Spalte Todesfälle alle verstorbene darstellen. wäre schön wenn klarheit darüber geschaffen würde. da das rki private anfragen nicht beantwortet aufgrund der auslastung wäre es an den journis dies zu klären.

Georg
3 Monate zuvor

Die Kanzlerin spricht ja immer von dem wichtigen „Schwellenwert“ von 35 bzw. 50 „Neuinfektionen“ (positive PCR-Tests). Hier eine interessante Definition aus Wikipedia:

„Als Seltene Krankheit oder Seltene Erkrankung (SE) bezeichnet man eine Krankheit, die nur wenige Menschen betrifft. Im engeren und fachsprachlichen Gebrauch ist es eine Gruppe von seltenen Erkrankungen, die wegen ihrer Schwere oder Gefährlichkeit dennoch Aufmerksamkeit der Behörden, Ärzte- und Patientenorganisationen erfahren (auch englisch orphan disease; von englisch orphan Waise). Die konkrete Definition dazu unterscheidet sich von Land zu Land, z. B. verwenden die US-amerikanischen Behörden eine Prävalenz von höchstens 1:1500 Menschen, Japan 1:2500, die Europäische Union 1:2000 (bzw. wenn weniger als fünf von 10.000 Menschen daran leiden). In Deutschland soll es insgesamt ca. 8000 derartige Erkrankungen geben, die zusammen 6–8 % der Bevölkerung betreffen.“

https://de.wikipedia.org/wiki/Seltene_Krankheit

Mit anderen Worten, erst wenn „Corona“ eine „seltene Krankheit“ ist kommen die Grundrechte zurück. Da Coronaviren weit verbreitet sind und jede Saison wieder vorbeischauen und der PCR-Test auch auf andere Coronaviren als SARS-COV-2 anschlägt, wird der Ausnahmezustand exakt so lange bestehen wie die Kanzlerin es will. Im Zweifelsfall für immer :-))

Sie weiß, was sie macht. Sie will die Maßnahmen durchsetzen. Warum? Keine Ahnung, aber nicht wegen der Gesundheit der Bevölkerung, ganz sicher nicht.

Frank Volkmar
Antwort an  Georg
3 Monate zuvor

Würde es um Gesundheit gehen, hätte man

  • bei den 10.000 oder auch 20.000 jährlichen Toten durch Krankenhauskeime längst reagiert
  • die Drucksache 17/12051 des Bundestages vom 03.01.2012 bezüglich „Pandemie durch Virus ModiSARS“ ernst genommen und zumindest Vorsorge getroffen bezüglich med. Verbrauchsmaterial.
  • die Verhältnismäßigkeit von Maßnahmen bezüglich möglicher Kollateralschäden vorab geprüft