Rechenkunst der „Qualitätsmedien“ – Wie man aus Tausenden Demonstranten 100 macht SWR und dpa mit geschickter Manipulation

Deutschlandweit sind am Samstag wieder Zehntausende gegen die Corona-Politik der Bundesregierung und gegen die anvisierte Impfpflicht auf die Straße gegangen. Die Zahl der sogenannten „Spaziergänger“ steigt allem Anschein nach weiter deutlich an. Umso größer ist offenbar die Nervosität von Politik und Medien. Es wird „geframt“ – neudeutsch für manipuliert – was das Zeug hält. Beliebtestes Manipulationsmittel ist dabei, die „Spaziergänger“, wie sich die Demonstranten nennen, als Rechtsextremisten dazustellen, oder zumindest so zu tun, als würden sie mit Rechtsextremisten gemeinsame Sache machen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier unterstellt den Demonstranten gar Verachtung für die Demokratie. In den Medien wird in ihrem Zusammenhang sogar von „eiternden Pickeln“ gesprochen – eine Sprache wie aus der Gifttruhe der Geschichte.

Wer die Demos kennt oder sich unvoreingenommen mit ihnen auseinandersetzt, dem wird kaum entgehen können, dass es sich hier schwerpunktmäßig um die Mitte der Gesellschaft handelt – und Linke, Grüne, Konservative und Liberale vertreten sind. Das „Framing“ von Medien und Politik wird umso absurder, wenn man sich die sogenannten Gegendemonstrationen ansieht. Und berücksichtigt, dass zu diesen alle Parteien bis auf die AfD aufrufen. Gerade bei den Gegendemonstrationen ist oft – selbstverständlich nicht immer – ein linksradikaler Ansatz zu bemerken. Etwa wenn gewaltbereit wirkende, vermummte Antifa-Leute in Hamburg mit Fackeln gegen die „Spaziergänger“ aus der Mitte der Gesellschaft auf die Straße gehen. Und ihre Aktionen erlaubt, die der Maßnahmen-Gegner aber verboten werden. Man kommt sich hier vor wie in einem Spiegelkabinett, mit bis zur Unkenntlichkeit verzerrter Wiedergabe der Realitäten.

Ein besonders drastischer Fall dieser Verzerrung ist nun dem SWR unterlaufen. Dem öffentlich-rechtlichen Sender, dessen Intendant Kai Gniffke gegen mich hetzt – der aber gleichzeitig mein Angebot, über seine Hetze öffentlich in einer fairen und freien Diskussion zu sprechen, bis heute unbeantwortet ließ (wie übrigens viele andere Kollegen von Georg Restle vom WDR, den ich noch aus meiner Moskauer Zeit kenne, über Nicole Diekmann vom ZDF bis hin zu Tilo Jung – sie alle weichen einem Dialog aus).

Der SWR vermeldete synchron mit dem Leitmedium in Deutschland, der Nachrichtenagentur dpa (von der die Meldung dann zahlreiche Medien übernommen haben), nun in seinen Nachrichten, dass gestern in Reutlingen 100 Menschen gegen die Corona-Maßnahmen auf die Straße gingen. Meine erste Reaktion: Ein einziger Blick auf die Videos in den sozialen Medien über die Kundgebung hätte gereicht und die von Gebühren finanzierten Journalisten des SWR hätten erkennen müssen, dass es ein Vielfaches von 100 war. Aber vielleicht wollte man es eben nicht erkennen? Hier können Sie sich selbst ein Bild machen:

Etwas Recherche brachte dann an den Tag; SWR, dpa und Co. beziehen sich mit ihrer Meldung lediglich auf einen kleinen Protestzug mit tatsächlich 100 Menschen am Nachmittag – und blenden den Hauptzug am Abend einfach aus. Das ist in etwa so, als wenn Bayern gegen Fürth spielt, man dann irgendwo am gleichen Tag ein Jugendspiel München gegen Fürth hat, bei dem Fürth gewinnt, und dann nur vermeldet, Fürth habe München haushoch geschlagen – die Meldung ist wahr, nur ist sie eben sehr irreführend.

Eine phänomenale journalistische Leistung – wenn man in diesem Zusammenhang überhaupt noch von Journalismus im klassischen Sinne sprechen kann und nicht von Propaganda sprechen muss.

Auch in anderen Städten kam es zu den fast schon traditionellen Abweichungen bei den Zahlen. In Düsseldorf etwa waren nach Polizeiangaben 7.000 Menschen auf der Straße; Beobachter hingegen schätzen die Zahl auf deutlich über 10.000 Teilnehmer. Ebenfalls mehrere Tausend Menschen waren etwa in Freiburg, Berlin, Osnabrück und Frankfurt auf der Straße. Die Gegendemonstrationen blieben trotz massiver Werbung für sie bis hin zum Aufruf des Bundespräsidenten, an ihnen teilzunehmen, sehr deutlich in der Unterzahl.

Zahlen werden in der Regel ohnehin nur für die Aktionen in den größeren Städten gemeldet. Nicht aber für die unzähligen Demonstrationen in den kleineren Orten, die in ihrer Gesamtheit das Gros der Proteste ausmachen. Hier vermeiden die „Qualitätsmedien“ konsequent und kontinuierlich, das zu tun, was ihre ureigene Aufgabe wäre und kleine alternative Medien wie dieses hier kaum stemmen können: Zu recherchieren, wie viele Menschen wirklich bundesweit auf die Straße gehen. Offenbar gibt es ein Interesse daran, diese Zahl nicht bekannt zu machen. Weil sie beunruhigen könnte?

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PS: Zu diesem Artikel erreichte mich folgender Leserbrief:
Weil Ihr explizit die Demo am Samstag in Reutlingen erwähnt habt: Ich war dort. Wohl etwa 2000, vielleicht auch 2500 Teilnehmer. Keinerlei Rechtsradikales zu sehen, außer martialisch auftretenden Polizisten. Diese hielten sich jedoch weitgehend zurück, kein Vergleich mit dem was in Paris los ist. Lediglich der idiotische Maskenzwang an einer Stelle, wo sonst tausende Menschen einkaufen gehen, war für die schwarze Truppe wohl die Vorgabe, um die Demonstranten zur „Unterwürfigkeit“ zu zwingen.
Anbei einige Bilder.
Es waren sehr sehr viele Ärzte Pfleger und Krankenschwestern dabei. Was an den Plakaten und OP-Kitteln zu sehen ist. Diese haben aber auch kein Problem, hier ihr Gesicht zu zeigen.


 

Bild: Shutterstock
Text: br

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