Merkel hat keine Eile beim Impfen – bei sich selbst Regierung zu Impfstoffen: "Sie werden im Internet fündig!"

+++ AKTUALISIERUNG  +++
Kaum hatte ich diesen Bericht fertig geschrieben, kam folgende Eilmeldung: „Corona-News: Briten warnen vor allergischer Reaktion auf Biontech-Pfizer-Impfung“. Kurz nach Beginn der Impfungen habe die Arzneimittelaufsicht der Insel dazu geraten, bis auf weiteres Personen mit „signifikanter“ Allergiegeschichte nicht mit dem Wirkstoff zu impfen. Demnach zeigten zwei Mitarbeiter des Gesundheitsdienstes NHS nach ihrer Impfung am Dienstag allergische Reaktionen. Sie mussten laut NHS-Chef Stephen Powis behandelt werden. Beide hätten eine entsprechende Vorgeschichte mit Allergien. Beide erholten sich gut. Die Diözese von Philadelphia der ukrainischen Kirche berichtet, dass ein Geistlicher, der als einer der ersten freiwillig an einem Impf-Versuch teilnahm, gestorben ist.

„In den USA haben hochrangige Politiker angekündigt, sich medienwirksam impfen zu lassen. Wird die Bundeskanzlerin dies auch tun?“, fragte heute die Kollegin Julie Kurz auf der Bundespressekonferenz die Sprecherin der Kanzlerin Martina Fietz. „Wie Sie wissen, gibt es bei uns eine Empfehlung der ständigen Impfkommission“, antwortete die: „Zuvor wurde durch den Ethikrat diskutiert, wer beim Impfen Priorität haben wird. Dabei wurden zunächst die vulnerablen Gruppen und die Beschäftigten im Gesundheits- und Pflegedienst genannt. Auf dieser Grundlage arbeitet die Bundesregierung.“ Auf die Nachfrage, ob dies bedeute,  dass sich Merkel „nicht als eine der Ersten impfen lassen“ werde, antwortete Fietz: „Ich kann Ihnen darauf keine andere Antwort geben als die, die ich gerade gegeben habe.

Nach meinem Interview mit Professor Stefan Hockertz, der massiv vor den geplanten Corona-Impfungen warnt, habe ich heute in der Bundespressekonferenz die Regierung dazu gefragt: „Herr Wieler hat in der letzten Woche angedeutet, dass es infolge der Impfungen Tote geben werde. Kritiker wie Professor Stefan Hockertz sagen, das sei ein Menschenexperiment. Herr Professor Hockertz sagt: Wenn ich so etwas als Studie gemacht hätte, wäre ich dafür im Gefängnis gelandet, weil es keine ausreichenden Vorstudien gebe. Welche ausreichenden Vorstudien haben Sie? Und sind Sie im Diskurs mit Kritikern wie Professor Hockertz?“

Die Sprecherin von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), Teresa Nauber, antwortete: „Wie Sie wissen, läuft für mittlerweile zwei Impfstoffe ein Zulassungsverfahren bei der EMA. Dort werden die Daten, die vorliegen, mit aller gebotenen Gründlichkeit und Sorgfalt überprüft. Diese Impfstoffe sind sehr umfangreich ganz normal in drei Phasen getestet worden. Eine Zulassung erfolgt selbstverständlich nur für einen sicheren Impfstoff.“

Ich fragte nach: „Sie sagten, die Impfstoffe seien ganz normal in drei Phasen getestet worden. Herr Professor Hockertz bestreitet dies. Können Sie die Bundespressekonferenz im Nachgang darüber informieren, wie diese drei Phasen genau aussehen, warum das normal ist und warum Herr Professor Hockertz mit seiner Aussage, dass diese Testungen nicht normal seien, nicht recht hat? Können Sie das nachliefern?“

Darauf Nauber: „Ehrlich gesagt finden Sie alle diese Informationen auf der Seite des Paul-Ehrlich-Institutes. Dort gibt es eine ganz ausführliche FAQ zur Zulassung eines Impfstoffes, auch in Bezug auf die COVID-19-Impfstoffe. Dort werden Sie zu diesem Verfahren mit Sicherheit fündig.“ (anzusehen hier, Zeitmarken 19.40)

Ich habe Hockertz selbst angeschrieben, ihm die entsprechende Passage in der Bundespressekonferenz zum Ansehen geschickt und um einen Kommentar gebeten. Den gab er: „Die haben Ihre Frage nicht verstanden oder eher nicht verstehen wollen. Die Dame sprach davon, dass alle 3 Phasen bearbeitet worden seien. Das ist verkürzt richtig, bezieht sich jedoch nur auf die Klinik Phase 1–3. Da hat man eine kombinierte Phase 1/2 gemacht und jetzt die verkürzte Phase 3. Toxikologie, besonders Immuntoxikologie – absolute Fehlanzeige. Nichts. Darauf hat die Dame überhaupt nicht geantwortet. Die auf den Seiten des PEI angebotenen Daten beziehen sich nur auf Klinik. Prüfung möglicher UAW (unerwünschte Arzneimittelwirkungen) und Langzeitschäden? Fehlanzeige.“

Zacharias Fögen, Arzt und Gastautor meiner Seite, schrieb mir in einer Reaktion: „Die Aussage der Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums war eine glatte Lüge. Der Impfstoff hat nicht die normalen drei Phasen durchgemacht. Er hat eine Phase durchgemacht, und II + III zusammengefasst. Die zweite, normale Phase III ist noch gar nicht abgeschlossen, 6-Monats-Follow-up ist frühestens nächstes Jahr.“

Da ich ein medizinischer Laie bin, kann ich das nur so stehen lassen, und meine Leserinnen und Leser bitten, sich selbst ein Bild zu machen und weiter zu informieren. Ich werde meinerseits aber auch nachhaken.

Bei der Bundespressekonferenz meldete ich mich erneut zu Wort und es kam zu einem verbalen Schlagabtausch mit dem Vorsitzenden, Mathis Feldhoff vom ZDF (anzusehen hier, Zeitmarken 22.41): „Dann eine andere Frage, wenn die Regierung zur Impfung nicht informieren will: Der Abgeordnete Luthe hat …

Feldhoff: „Herr Reitschuster, ich will Ihre Frage nicht zensieren, aber das ist eine Unterstellung. Die Bundesregierung hat gerade gesagt, wo Sie Ihre Informationen …

Dazu ich: „Ich habe mich falsch ausgedrückt …“

Feldhoff: „Lassen Sie mich bitte ausreden! Die Antwort mag Ihnen vielleicht nicht gefallen. Das ist dann Ihre Sache und Ihre Interpretation. Aber bitte nicht solche Dinge in die Welt setzen! Nicht als Mitglied der Bundespressekonferenz!“

Meine Erwiderung: „Ich habe mich falsch ausgedrückt: Wenn die Bundesregierung hier nicht zusätzlich zu dem, was schon auf ihrer Seite steht, weitere Informationen zur Verfügung stellen will. Aber ich wollte Ihre Zeit schonen. Der Abgeordnete Luthe hat eine Anfrage an den Berliner Senat gestellt und wollte wissen, ob Daten darüber vorliegen, wie viele der in intensivmedizinischer Behandlung befindlichen Patienten bereits mit COVID-19 oder wegen COVID-19 auf die Intensivstationen gekommen seien und wie viele sich im Krankenhaus angesteckt hätten. In Berlin lagen dazu keinerlei Auskünfte vor. Der Senat konnte diese Frage nicht beantworten. Hat die Bundesregierung Erkenntnisse darüber, wie das in den anderen Bundesländern ist, ob es diese Daten gibt? Wird das irgendwie zentral gesammelt, oder macht das jedes Bundesland nur für sich selbst, so dass die Bundesregierung keine Erkenntnisse dazu hat?

Spahn-Sprecherin Nauber: „Ich kann mich gern schlau machen, ob wir dazu gegebenenfalls etwas nachliefern können.“

‘Keine Ad-hoc-Zulassungen‘

Merkel-Sprecherin Martina Fietz, ehemalige Focus-Kollegin von mir: „Herr Reitschuster, lassen Sie mich bitte noch einmal sagen, dass wir hier umfassend auch über das Thema des Impfens informieren. Es wurde immer wieder betont, dass die Impfstoffe, die zugelassen und auf den Markt kommen werden, die erforderlichen Prüfungen durchlaufen haben werden. Deshalb hat es bei uns auch keine Ad-hoc-Zulassungen gegeben, sondern bei uns wird das ganz normale Zulassungsverfahren angewandt. Deshalb kann man auch davon ausgehen, dass die Impfstoffe, die auf den Markt kommen und den Menschen verabreicht werden, sichere Impfstoffe sind.

Meine Nachfrage: „Das war vorher schon in der Frage, und wurde nicht beantwortet: Hat die Bundesregierung vor, sich mit Kritikern wie Professor Hockertz oder den entschiedenen Kritikern, auch Herr Streeck hat ja Kritikpunkte, auszutauschen? Wie soll dieser Austausch stattfinden?“

Des Weiteren fragte ich Merkel-Sprecherin Fietz: „Zum Thema Vergangenheitsbewältigung/DDR-Stasiunterlagen. Es gibt immer noch 15.000 Säcke mit besonders sensitiven Stasiunterlagen, die vor der Wende geschreddert wurden und wiederhergestellt werden sollen. Es gibt auch diesbezüglich ein Programm. Seit 2016 wurde nichts wiederhergestellt. Die Stasi-Unterlagen-Behörde wird geschlossen. Die Frage ist: Werden diese Unterlagen weiter wiederhergestellt? Ich denke, meine Frage richtet sich entweder an Frau Fietz oder das Innenministerium.

Dazu Fietz: Ich kann Ihnen dazu leider im Moment überhaupt keine Angaben machen. Falls wir dazu etwas sagen können, würden wir das nachliefern. (anzusehen hier, Zeitmarken 43.30).

Während ich noch nachfragte, warum die Situation in China schon weitgehend normalisiert ist, während sie in Deutschland noch so dramatisch ist (anzusehen hier, Zeitmarken 36.58), erkundige sich mein Kollege Olaf Opitz, mit dem ich früher beim Focus gearbeitet habe und der heute auch für meine Seite schreibt, was zur Entstehungsgeschichte des Virus bekannt sei: „Die Welt leidet unter einer Pandemie. Die fünf befreundeten westlichen Geheimdienste der Five Eyes, also von Neuseeland, Australien, Kanada, Großbritannien und den USA, haben Erkenntnisse, dass das Virus aus chinesischen Laboren in Wuhan stammen soll. Hat sich die Bundesregierung eigentlich einmal bei der chinesischen Regierung über die Umstände der Geschehnisse in den Laboren Wuhans erkundigt bzw. sich überhaupt erkundigt, ob das Virus aus China kommt? Teilt die Bundesregierung die Erkenntnisse der Five Eyes, also der Geheimdienste der westlichen Staaten?“ (anzusehen hier, Zeitmarken 33.15)

Fietz: „Ich kenne diese Erkenntnisse nicht, von denen Sie hier sprechen, und kann sie deshalb auch nicht kommentieren.“

Nachfrage Opitz: „Darüber ist doch im Sommer berichtet worden. Das ist doch allgemein bekannt. Es gibt ein Dossier dazu! Sind Sie da abgekoppelt als Bundesregierung?“

Fietz: „Ich kann Ihnen hier darüber jetzt keine Auskunft geben.“

Opitz: „Hat der Bundesnachrichtendienst Erkenntnisse?“

Fietz: „Sie wissen, dass wir über Erkenntnisse des Bundesnachrichtendienstes und überhaupt aller Sicherheitsdienste hier nicht berichten.“

Außenamtssprecherin Maria Adebahr: „Ich kann noch anfügen, dass es eine sehr allgemeine Formulierung ist, dass die Five Eyes im Sommer einen Bericht veröffentlicht hätten. Ich glaube, das ist einfach eine allgemeine Aussage, die Frau Fietz jetzt nicht kommentiert hat. Wenn ich noch etwas anfügen darf, möchte ich gerne sagen, dass Sie ja sicherlich verfolgt haben, dass sich die Weltgesundheitsorganisation, die in Genf angesiedelt ist, mit ihren Mitgliedern seit Monaten darum kümmert, wobei sich Deutschland aktiv einbringt, dass es eine sogenannte Ursprungsmission gibt eben nach China, mit internationalen Experten besetzt, um dort den Ursprung und den Hergang des Anfangs der Pandemie unabhängig und international zu untersuchen und festzustellen. Daran arbeitet die WHO, und wir sind“ –

ZURUF OPITZ: (ohne Mikrofon, akustisch unverständlich)

ADEBAHR: – aktiver Teil der WHO, um auch dabei zu helfen, dass diese Mission dorthin geschickt wird.

Der Vorsitzende Feldhoff: „Entschuldigung, Herr Opitz! Sie können gleich nachfragen, aber bitte unterbrechen Sie nicht die Sprecher der Bundesregierung. Es ist hier ja keine Talkshow, sondern Sie stellen eine Frage, Sie erhalten eine Antwort und haben die Möglichkeit zur Nachfrage. Das sind unsere Prinzipien, und ich bitte diese zu berücksichtigen.“

Opitz: „Seit mehr als einem Jahr ist das Infektionsgeschehen ja nun bekannt, und die WHO hat es in einem Jahr noch nicht geschafft, dorthin zu kommen. Wann soll das endlich passieren? Wie wird sich vor allen Dingen die Bundesregierung dafür starkmachen?“

Adebahr: „Zu Ihrer ersten Aussage: Wir haben jetzt Mitte Dezember 2020. Insoweit will ich das einmal stehen lassen. Wir sind als Mitglied der WHO dabei, zu helfen und die Beratungen darüber zu intensivieren, dass eine unabhängige und mit Experten bestückte Mission nach China reisen kann. Dazu bedarf es eines Dialogs mit China. Der wird seit geraumer Zeit geführt. Wir sind sehr dafür, dass er zu einem Ergebnis führt, nämlich dem Ergebnis, dass eine Mission dort einreisen kann, sich informieren kann gerade auch in der Region Wuhan und einfach die Umstände klären kann oder sich anschauen kann, wie die Anfangsphase der Pandemie verlief.“


Bild:   Alexandros_Michailidis/Shutterstock
Text: br


 

Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd, besagt ein chinesisches Sprichwort. In Deutschland 2021 braucht man dafür eher einen guten Anwalt.

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