Schweden 2020 ist mit Deutschland 2015 und 2018 vergleichbar Eine kritische Zahlenanalyse

Politik ist kompliziert. Mathematik ist für viele (auch mich) noch komplizierter. Die hier veröffentliche Analyse von Dr. A. Weber, der als Datenanalyst mit Schwerpunkt Zeitreihenanalyse und Forecasting in der Industrie arbeitet, ist allein aus mathematischer Sicht schwerer Tobak. Aber gerade weil das Thema so heikel ist und weil es so stark an fundierten Daten und Analysen mangelt, gerade wenn es etwa um den Vergleich zwischen Deutschland und Schweden geht, habe ich mich entschlossen, den Text ungekürzt zu veröffentlichen. Zur Sterblichkeit erschien von ihm bereits der Beitrag „Sterblichkeit 2020: Mild bis statistisch unauffällig“ auf meiner Seite.

Ein Gastbeitrag von Dr. A. Weber

Ist das CORONA-Jahr 2020 ein Horrorjahr, wie man es überall hört? Sterben pro Tag tausende von Menschen mehr an Corona? Welche Sterbezahlen hätten wir für 2020 ohne Corona erwartet? Und was haben die Maßnahmen gebracht? Gäbe es Deutschland 2021 noch ohne Maßnahmen oder wäre es ausgestorben?

In einem ersten Beitrag auf reitschuster.de wurde eine Analyse präsentiert, wonach wir aktuell in Deutschland noch keine Übersterblichkeit im Vergleich zu einem normalen Jahr beobachten. Diese Aussage ist wichtig, da sie die teilweise beängstigenden Pressemitteilungen in Relation setzt: Corona hat aktuell noch keine Übersterblichkeit zu einem normalen Jahr erzeugt!

Die Analyse stimmt im Wesentlichen überein mit einem Beitrag von Prof. Rießinger und den Statistiken der LMU München.

Sind Maßnahmen dafür verantwortlich, dass wir keine Übersterblichkeit sehen? Was wäre ohne Maßnahmen los gewesen? Oft wird Schweden mit seinen weichen Maßnahmen als Negativbeispiel herangezogen.

Kommt es überhaupt darauf an, wie viele gestorben sind? Sollen wir nicht um jeden Preis (!) versuchen, alle vor Corona zu retten? Wie war es in der Vergangenheit bei anderen Viren?

In diesem Beitrag möchte ich Ihnen Antworten auf genau diese Fragen geben, die uns alle brennend interessieren.

Dazu überprüfen wir: Ist Schweden wirklich ein krasses Negativbeispiel? Wir übertragen es auf Deutschland und sehen, was herauskommt.
Die verschiedenen Szenarien für Sterbezahlen sind im folgenden Diagramm dargestellt (mehr Erklärungen darunter). Ein Bild sagt mehr als tausend Worte:

Falls Sie sich fragen, wo der Unterschied ist, liegt es nicht daran, dass Sie eine Brille bräuchten. Die Balken sind tatsächlich alle in etwa vergleichbar. Das liegt daran, dass der überwiegende Teil auf die statistisch regulär Versterbenden entfällt. Weiter unten im Beitrag zoomen wir noch weiter in das Diagramm hinein. Hier erstmal noch eine Erläuterung:

  • Der grüne Balken stellt für ein fiktives 2020 ein Szenario dar, in dem es in Deutschland KEIN Corona und KEINE Grippewelle gegeben hätte – also ein mildes Jahr.
  • Der graue Balken stellt ein normales Jahr OHNE Corona dar, in dem aber eine normale Grippewelle stattgefunden hätte. Hier sehen Sie unsere Skalierung: Das heißt, dass für Deutschland und Schweden für dasselbe Szenario dieselben absoluten Zahlen aufgeführt werden, um die Vergleichbarkeit zu gewährleisten.
  • Der hellgrüne Balken zeigt die Prognose für das reale Jahr 2020 in Deutschland (mit Maßnahmen). Der ist noch leicht kleiner als der graue Balken.
  • Der dunkelrote Balken zeigt das reale Schweden 2020, übertragen auf Deutschland. Also ein Corona-Szenario mit weichen Maßnahmen, für Deutschland. Wir hätten etwas höhere Todeszahlen als im normalen Jahr – die Maßnahmen haben also gewirkt. Trotzdem ist der Unterschied kaum zu sehen (!). (Das ist ein erstes und möglicherweise nicht so erwartetes Ergebnis!).
  • Die beiden hellroten Balken zeigen die Jahre 2015 und 2018 in Deutschland, wobei die Zahlen auf 2020 skaliert wurden, um Vergleichbarkeit zu ermöglichen (Bevölkerungsstruktur etc. angepasst). Dies ist das zweite möglicherweise überraschende Ergebnis: Wir haben in Deutschland bereits 2015 und 2018 zur aktuellen Schwedensituation 2020 vergleichbare Jahre erlebt! Wer erinnert sich daran?

Die Kernaussagen, die man zusammenfassend sieht:

  • Erstmal sind alle Szenarien im Diagramm sehr vergleichbar, man sieht keine großen Ausreißer! Das liegt daran, dass die Mehrheit der Todesfälle auf die statistisch zu erwartenden Todeszahlen zurückgeht (Menschen sterben eben, leider).
  • Wenn man Schweden 2020 ein Horrorjahr nennt, dann folgen 2015 und 2018 in Deutschland mit Platz 2 und 3 dicht dahinter auf der Horrorliste.
  • Deutschland 2020 mit rein weichen (!) Maßnahmen hätte zu ca. 5.000-10.000 mehr Toten als im Jahr 2015 (skaliert auf 2020) geführt. Zum Vergleich: 2015 hatte 21.000 Tote mehr als ein typisches Jahr mit Grippewelle. Eine Grippewelle bringt etwa 15.000 Tote mit sich.

Ergebnis also: Das Jahr 2020 mit weichen Maßnahmen hätte in etwa Jahr 2015 entsprochen.

  • Last but not least: Die harten Corona-Maßnahmen haben die Todeszahlen um ca. 30.000 bis 35.000 Tote reduziert. Sie haben quasi ein „mildes“ Jahr ermöglicht – in der Statistik zeigt sich jedoch, dass milden Jahren generell harte folgen. Da 2019 schon mild war, haben wir jetzt zwei milde Jahre in Folge, weswegen die jetzt „Geretteten“ rein statistisch nachsterben werden und von der nächsten leichten Grippewelle oder Coronawelle erfasst werden.

Eine sehr detaillierte Ausführung zu den Berechnungen findet der mathematisch versierte Leser weiter unten. Weil aber sicher nicht alle Leserinnen und Leser in die Details gehen wollen, ziehen wir hier schon einmal das Fazit vor. Die sehr anschaulichen Graphiken im detaillierten Teil seien aber auch dem eiligen Leser sehr empfohlen.

Fazit

Wir haben verschiedene Szenarien durchgerechnet und natürlich ist es klar, dass wir das Ergebnis nicht auf die Kommastelle genau präsentieren können. Insgesamt kommen wir in Deutschland auf ca. 26.500 Tote mehr im Vergleich zu einem normalen Jahr. Diese setzten sich aus 16.500 „Zusätzlichen“ (Lebenserwartung über ein Jahr) und aus 10.000 „Schwachen“, die in 2019 von der schwachen Grippewelle verschont wurden. (Natürlich gibt es in dieser Rechnung Spielraum nach oben und unten. Es kann sein, dass unsere Schätzung etwas zu klein ist. Es kann auch sein, dass sie etwas zu groß ist, weil Schweden Fehler im Umgang mit der Risikogruppe gemacht hat). Aber darauf kommt es nicht an. Die qualitative Aussage bleibt erhalten. Was ist nun diese qualitative Aussage?

Die Situation in Schweden, übertragen auf Deutschland, (also eine Simulation, was in Deutschland 2020 ohne harte Maßnahmen geschehen wäre) wäre kein (!) schlimmer Ausreißer geworden. Mit Schweden 2020 vergleichbare Sterbezahlen hatten wir 2015, 2018 und 1968 (Hongkong-Grippe). Die Horror-Prognosen von mehreren 100.000 Corona-Toten (wenn man sie als Zusatztote interpretiert) sind deutlich übertrieben.

Wir haben gesehen, dass in Schweden der überwiegende Teil der Sterbenden durch die von 2019 „Nachsterbenden“ erklärt werden kann. Das heißt: bei dieser Gruppe ist es nicht klar, ob sie 2020 nur wegen Corona gestorben sind oder nicht ohnehin – schon rein statistisch – gestorben wären. Diese Interpretation wird durch viele Berichte, dass überwiegend Hochbetagte gestorben sind, bekräftigt.

Corona ist schlimm. Im Gegensatz dazu war 1968 (trugen die 68er Masken?) und 2018 aber insofern „schlimmer“, als dort fast keine Nachsterbenden zu erwarten gewesen wären und daher Zusätzliche verstarben (das Jahr davor war nicht mild). Nur ist es damals keinem aufgefallen.


Nach dieser Zusammenfassung folgt nun der zweite Teil meiner Analyse in detaillierterer Form (den kürzlich auf dieser Seite veröffentlichten ersten Teil finden Sie hier). 

Was bringen die CORONA-Maßnahmen?

Im ersten Teil hatten wir vorsichtig errechnet, dass es 2020 rein statistisch OHNE Corona (also in einem der üblichen Grippejahre) ca. 964.000 Tote in Deutschland zu erwarten gegeben hätte.

2019 hatte statistisch gesehen ungefähr 10.000 Tote zu wenig als man im langjährigen Trend erwartet hätte. Je nach Stärke einer potentiellen Grippewelle hätte diese noch leicht 10.000 zusätzliche Tote zu den optimistisch erwarteten 964.000 hinzufügen können.

Sind die Maßnahmen dafür verantwortlich, dass wir im „echten 2020“ keine Übersterblichkeit zu den errechneten 964.000 sehen? Stand Kalenderwoche 48 wird das Jahr 2020 voraussichtlich ca. 960.000 Tote aufweisen. Was wäre ohne Maßnahmen los gewesen?

Daher ist nun interessant zu fragen: Wie viele Tote wären es gewesen, wenn wir in einem Jahr ohne CORONA die CORONA- Maßnahmen angewendet hätten? Daraus schließen wir dann, was Maßnahmen bei Corona bewirken.

Schauen wir uns die Statistik für 2019, was ein relativ mildes Jahr war, für häufigste Todesursachen an.

Welche Zahlen werden durch die Corona-Maßnahmen runtergehen und welche hoch?


Grün markiert sind die Todesursachen, die durch CORONA-Maßnahmen eher heruntergehen sollten (Sie sehen oben typische Krankheiten, die durch Schmier- oder Tröpfcheninfektionen weitergegeben werden und durch die Maßnahmen schon beeinflusst werden sollten; darunter z. B. die Grippe). Orange sind dagegen die Krankheiten markiert, die durch CORONA-Maßnahmen eher ansteigen. Bei den anderen ist es unklar/egal.

Krankheiten des Kreislaufsystems und Neubildungen (Krebs) haben wir als steigend betrachtet, weil Menschen bei Schlaganfall oder Herzinfarkt-Symptomen tendenziell eher (verängstigt) zu Hause bleiben, statt zum Arzt zu gehen (wie es Ärzte berichten), und auch weniger zur Krebsvorsorge. Auch ist allgemein bekannt, dass Stress Krankheiten des Kreislaufsystems oder Tumorbildungen negativ beeinflusst.

Unterm Strich lässt sich also annehmen, dass durch die Maßnahmen bestenfalls ein Grippejahr in ein mildes Jahr verwandelt wird. Maßnahmen hätten also, summa summarum, dazu geführt, dass es keine ausgeprägte Grippewelle 2020 gegeben hätte.

Hätte es in 2020 also KEIN Corona gegeben, wir hätten aber MAßNAHMEN angewendet, so wäre also 2020 zu einem „milden“ Jahr geworden, wie auch manche Jahre zuvor „mild“ waren. Dann hätte man in Deutschland etwa 950.000 Tote im Jahr erwarten müssen. Diese Zahl erhält man, wenn man 2016 und 2019 auf 2020 hochskaliert, also der Altersstruktur in der Bevölkerung anpasst und die Grippewellen rausrechnet.

Tatsächlich erwarten wir nun 2020 960.000, zum Vergleich. OHNE Corona, rein statistisch, mit normaler Grippewelle, hätten wir ca. 964.000 zu erwarten!! MIT Corona aber OHNE harte Maßnahmen, hätten wir 990.000 Tote zu erwarten gehabt. Diese Zahlen nochmal zur Übersicht im reingezoomten Diagramm von oben (y-Achse startet bei 900.000).

Schweden 2020 vergleichbar zu Deutschland 2018 (!!)

Hier vergleichen wir den Verlauf von 2018 in Deutschland mit Schweden 2020. Leider steht uns der Verlauf des schlimmeren Jahres 2015 nicht zur Verfügung. Das Statistische Bundesamt veröffentlicht nur die Verläufe für die Jahre 2016-2020. Sonst hätten wir 2015 zum Vergleich genommen.

Das vielfach vorgebrachte Gegenargument, Schweden sei nicht mit Deutschland vergleichbar, weil es eine geringere Bevölkerungsdichte hat, gilt nicht: denn auch in Schweden wohnen die Menschen meist in dicht besiedelten Gebieten zusammen und sind eng vernetzt, und nicht gleichverteilt über das gesamte Land. Natürlich gibt es weitere Unterschiede, wie ein anderes Gesundheitssystem etc., die aber unseres Erachtens nicht qualitativ ins Gewicht fallen. Uns geht es hier nur um rein qualitative Aussagen, also um eine Abschätzung.

Hier nun der Vergleich:

In Blau sind Sterbezahlen je Kalenderwoche für Deutschland 2018 dargestellt, skaliert auf 2020. In Orange ist Schweden dargestellt, skaliert auf Deutschland. In Grau sieht man ein typisches mildes Jahr ohne große Infektionswellen für Deutschland, skaliert auf 2020.

Was sehen wir? Der Schwedenberg ist etwas breiter und passiert später im Jahr.

Für Deutschland sieht man die Grippewelle, die deutlich über der grauen Linie liegt. Dafür liegt der blaue Verlauf später im Jahr unter der grauen Linie, d.h. die Grippe hatte viele Schwache erwischt, die sonst ein paar Kalenderwochen später gestorben wären.

Auch sieht man, dass aktuell im Herbst/Winter in Schweden die Zahlen wieder ansteigen. Es kommt wohl zu einer weiteren Welle.

Das Wichtigste aber aus dem Diagramm: Die graue Kurve (Deutschland 2018) und die orangene (Schweden 2020) haben einen ähnlich großen Wellenberg im Frühjahr (Deutschland nur etwas kleiner). Die Jahre sind insgesamt vergleichbar.

Soll heißen und das ist entscheidend: Den als besonders schrecklich dargestellten Sterbezahlenverlauf in Schweden 2020 gab es leicht abgemildert aber im Grunde schon einmal: nämlich 2018 in Deutschland.

Zusatzinfo: In Schweden sind ein Jahr zuvor, 2019, deutlich weniger Menschen als üblich gestorben. Das bedeutet, dass schon rein statistisch 2020 viele Menschen „nachgestorben“ sind. Schauen wir nun deswegen auf die vergangenen Jahre in Schweden (wieder auf die Sterbezahlen von Deutschland hochgehoben, zur Vergleichbarkeit):

Sterbefälle Schweden 2015-2020

Was sehen wir in dem Diagramm? Wir sehen die Sterbezahlen von Schweden im Zeitraum 2015-2020 mit der Prognose für gesamt 2020. Das Ganze wurde skaliert auf Deutschland (s. weiter unten, wie das genau gemacht wurde).

Hochgerechnet auf Deutschland gab es in Schweden also 2015, 2016, 2017 und 2018 eine eher stagnierende bis leicht steigende Sterbezahl bei ca. 946.000 Toten / Jahr (siehe blaue Balken und dann grauer Balken, Mittelwert). 2019 sind dann deutlich weniger Menschen gestorben (35.000 zu wenig) (grün). Es sind also schon allein statistisch im Jahr 2020 mehr Tote zu erwarten, um wieder mindestens auf den Mittelwert zu kommen.

Schauen wir uns nun den roten 2020er Balken an.

Der Sprung sieht auf den ersten Blick schlimm aus: ca. 85.000 Tote mehr als im Vorjahr!! Doch es ist bei genauerem Hinsehen „nur“ ein Sprung von ca. 50.000 zum allgemeinen Trend aus 2015-2018. Und darüber hinaus sind 2019 auch noch ca. 35.000 Menschen zu wenig gestorben. Berücksichtigt man, dass diese 2019 Überlebenden 35.000 Menschen noch statistisch „nachsterben“ müssen, so erhalten wir einmal 50.000 gegenüber dem Mittelwert zu viel Gestorbene „minus“ 35.000 aus dem Vorjahr noch Nachzusterbende = 15.000 (16.500 wenn man nicht grob rundet).

Momentan sind in Schweden 2020 also „nur“ 16.500 Menschen mehr als erwartet gestorben. Das ist eine andere Zahl als 85.000!

Das Ganze sieht so aus:

In Grau wieder die Zahlen aus Mittelwert 2015-2018. In Grün die Zahlen für 2019. In Dunkelrot die aktuelle Prognose. Mit Hellgrün der „Trend 2010-2018“  hätten wir eine Prognose, falls 2020 wie der allgemeine Trend aus der Regression (Jahre 2010 – 2018)  ausgefallen wäre (sehr unwahrscheinlich, da viele „Schwache“ 2019 überlebt haben, die statistisch in 2020 sterben müssten). Eine optimistische Prognose in Beige ist, dass zum allgemeinen Trend die Hälfte der Überlebenden noch nachstirbt. Und die realistische Prognose, dass zum allgemeinen Trend zusätzlich das ersparte Delta vollständig sterben wird.

(Für Experten:

Für Deutschland haben wir die von uns errechnete Zahl von 964.000, die wir in Deutschland 2020 unter Normalbedingungen zu erwarten gehabt hätten, gewählt.

Für Schweden halten wir den „optimistischen“ Balken aus dem Diagramm oben für eine gute Prognose unter Normalbedingungen. Somit kommt ein Skalierungsfaktor von 10.25 heraus.)

Schweden im Vergleich zum „Horrorjahr 2015“ in Deutschland

Wir hatten 2014-2015 eine vergleichbare Situation in Deutschland wie jetzt in Schweden 2020. Aber kann sich jemand an das „Horrorjahr 2015“ erinnern? Wohl kaum. Passen wir die Daten von damals dem Jahrestrend entsprechend an, so erhalten wir:

Nochmal kurz in Worten: Analog zum vorherigen Abschnitt vergleichen wir 2014 mit dem Durchschnitt der letzten 3 Jahre und dem Sprung ins nächste Jahr 2015.

Der Sprung vom Mittelwert 2010-2013 zum Jahr 2015 ist sogar noch größer als der, den wir oben bei Schweden gesehen hatten.

Übersterblichkeit Schweden 2020 im Vergleich zu Schweden 2019

Insgesamt können wir die Zusammensetzung der Sterbezahlen (für Schweden 2019/2020 und Deutschland 2019/2020) so darstellen.

In diesem Diagramm entspricht der volle Kreis der voraussichtlichen Gesamttotenzahl 2020 in Schweden mit Corona. Wie setzt der sich zusammen?

In blau der Anteil, der der Anzahl Verstorbener in 2019 entspricht, das ist der überwiegende Anteil. Die restliche Übersterblichkeit gegenüber 2019 kann man so interpretieren: 20% sind 2020 zu früh gestorben, 80% können als Nachgestorbene aus Untersterblichkeit in 2019 (40%) und regulär im Durchschnitt Verstorbene (40%) interpretiert werden.

Hier das Diagramm für Deutschlands „Horrorjahr 2015“: in blau der Anteil, der der Anzahl Verstorbener in 2014 entspricht. Orange und Grau der Ausgleich zum erwarteter Sterbezahl und die Nachsterbenden aus 2014. Der zusätzlich verstorbene Anteil (gelb) entspricht ca. 30% der Übersterblichkeit:

Die Toten im gelben Bereich waren eher Fittere – also starben in Deutschland anteilsmäßig insgesamt mehr Fittere.

Deutschland hat es also 2014/2015 vergleichbar, wenn nicht schlimmer erwischt als Schweden 2020!!

Man sieht aber in beiden Fällen, dass die Übersterblichkeit jeweils zum größten Teil als statistischer Ausgleich (Lebenserwartung < 1 Jahr bei Grippewelle) erklärt werden kann (ca. 2 Mal zu wenig im Vorjahr Gestorbene), und sich etwa zu 20% (Schweden) bzw. 30% (Deutschland) aus den „zu früh“ (Lebenserwartung bei Grippewelle > 1 Jahr) Verstorbenen zusammensetzt.

Welche Sterbezahlen hätten wir also in Deutschland 2020 ohne Schutzmaßnahmen erwartet?

Insgesamt kann man errechnen, dass in Schweden, hochgerechnet auf Deutschland statistisch ca. 16.500 zu früh (hätten sonst mindestens 1 J weitergelebt) gestorben sind.

Übertragen wir dies auf Deutschland, so hätten wir im Vergleich zum normalen 2020 mit 964.000 Toten, ca. 16.500 Tote mehr, die zu früh sterben und ca. 10.000 aus der Untersterblichkeit aus 2019, weil wir im Teil 1, um auf die Zahl 964.000 zu kommen, optimistisch gerechnet haben (den Effekt der Nachsterbenden haben wir nur mit 1/3 berücksichtigt) um die Untersterblichkeit in 2020 nicht zu übertreiben.

So kommen wir auf ungefähr (964.000+10.000+13.500)T = 988.000 Tote.

Ist Schweden 2020 also statistisch auffällig?

Nun können wir den fiktiven Sprung (den Schweden jetzt tatsächlich gemacht hat) auf Deutschland übertragen und anhand vergangener Daten ermitteln, ob der Sprung signifikant groß ist oder nicht.

Einen signifikanten hohen bzw. niedrigen Sprung erwartet man ungefähr einmal pro 20 Jahren oder 3 Mal in 60 Jahren. Nun haben wir schon gesehen, dass wir in den vergangenen 6 Jahren bereits 2 (2015 und 2018, dabei folgte 2018 auf ein schlimmes 2017) zu Schweden 2019/2020 vergleichbare Sprünge gehabt haben.

Wir können es graphisch als prozentuale Änderung von Jahr zu Jahr so darstellen:

Man sieht, dass es so gesehen 2015 in Deutschland schlimmer war als das 2020 Szenario Schweden auf Deutschland übertragen (also Deutschland ohne harte Maßnahmen) (der Punkt von 2015 ist höher als der errechnete von 2020). Und mehr noch, 1968 (Hongkong Grippe) war es nochmal deutlich schlimmer.

Allgemein kann man sehen, dass die Volatilität der Sterblichkeit in 1950 – 1980 höher war, als zwischen 1980 und 2000. Ab 2000 hat die Volatilität deutlich zugenommen, was wohl auf den immer größeren Anteil der Alten in der Gesellschaft zurückgeht, die anfälliger für verschiedene Infektionskrankheiten sind. Signifikant wäre ein Sprung vor 1972 oder ab 2000, wenn er mehr als 5.7 % nach oben und 3.3% nach unten ist. Das sind die Jahre 2015 (real, 6.6%) und 1968 (real, 6.8%).

Ein fiktives Jahr 2020 wäre mit 5.43% knapp nicht signifikant. (Für Techs: Allerdings hängt diese Zahl von unserer Annahme für Schweden unter „Normalbedingungen“ ab, siehe oben, und so kann der prozentuale Sprung, wenn man etwas andere Annahmen nimmt, größer werden.)

Nun wissen wir, dass sich die Sterblichkeit meist im nächsten Jahr ausgleicht, betrachten wir das Ganze also im Mittel, indem wir 2 benachbarte Jahre miteinander mitteln:

Jetzt bleibt nur 1960 und 1968 auffällig, und 2015, 2018 und 2020 sind ganz vergleichbar geworden.

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Gastbeiträge geben immer die Meinung des Autors wieder, nicht meine. Ich schätze meine Leser als erwachsene Menschen und will ihnen unterschiedliche Blickwinkel bieten, damit sie sich selbst eine Meinung bilden können.

Dr. A. Weber ist promovierter Physiker und arbeitet seit vielen Jahren als Data Scientist mit Schwerpunkt Zeitreihenanalyse und Forecasting in der Industrie.

Bild: MyNewImages/Shutterstock
Text: Gast
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Fritz Wunderlich
6 Monate zuvor

Ich bin mir sicher, dass Bevölkerungsstatistiker diese Zusammenhänge kennen und auch die Regierungen davon informiert haben. Wir haben aber nicht eine medizinische Notlage, sondern eine geopolitische. China hat der Welt gezeigt, wir können mit drei Bällen jonglieren, während ihr schon mit zwei auf die Nase fallt. Das hat alle Westler, die sich wirtschaftlich gegenüber China abstinken sehen, in Panik versetzt. China kann seiner Bevölkerung steigenden Wohlstand versprechen und auch bieten, die Westler leiden seit Jahrzehnten unter einer stagnierenden Wohlstandsentwicklung. Irgendwann wird auch hier der Bevölkerung der chinesische Weg attraktiver erscheinen. Panik bei den Eliten führte zum Anwerfen der medialen Hysteriemaschine, die durch vorhergehende Aggressionskriege (kriegsverbrecherische, nur so nebenbei) gegen wehrlose Gegner schon bestens geschmiert war. China wird zum großen Gegner hochstilisiert, um das eigene Versagen zu kaschieren. Die Bevölkerung muss in den Griff genommen werden, damit sie sich nicht mehr zu Zucken getraut. Shock and Awe nach außen und innen sind die probaten Mittel, die Bevölkerung davon abzuhalten, ihre Politiker zum Teufel zu jagen.

Chrissie
6 Monate zuvor

Fantastische Analyse. Insbesondere sieht man auch dass Deutschland mit den 16000 zusätzlichen Toten im Bereich Frankreich / Italien / Spanien liegt. Und noch etwas, ich glaube nicht dass es die Massnahmen waren, die die 16000 hinausgezögert haben, sondern das war pures Glûck einer schwachen ersten Welle. Man sieht ja aktuell in Deutschland dass die Massnahmen nichts nützen und man viel mehr Infizierte hat als in der ersten Welle mit denselben Massnahmen. Das heisst die 16000 kommen jetzt gerade aktuell und lassen sich nicht aufhalten – so lange bis die diesjährige Erkältungssaison vorbei ist. Danach wird man noch viel schlechter dastehen als Schweden, mit desaströsen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen.

Johannes Kreis
6 Monate zuvor

Die Analyse ignoriert die Altersstruktur der mit positivem SARS-CoV2 Test Verstorbenen. Der Altersmedian liegt in Deutschland bei 84 Jahren, in Schweden bei 86 Jahren. 70% der Verstorbenen in Deutschland waren pflegebedürftig, 40% kamen direkt aus Alten- und Pflegeheimen. Das ist seit März so und hat sich nicht verändert. Bei denen haben weder weiche noch harte Maßnahmen geholfen.

 

Das ist auch in Schweden nicht anders und Deutschland hätte dann dieselben Fehler wie Schweden gemacht. Und für die Gruppe der Über-80-Jährigen war Corona noch nie harmlos.

 

Aus welcher Altersgruppe sollen denn die Geretteten kommen? Es ist hinreichend nachgewiesen, dass das Zusatzrisiko durch SARS-CoV2 bei Unter-65-Jährigen verschwindend gering ist.

 

Zum anderen gibt es noch andere Erreger, die identische Symptome wie COVID-19 erzeugen können, z.B. die Grippe. Es gibt aber fast keine Grippetoten in der Statistik, die nur noch COVID-19 ausweist. Andere Infektionen hat man einfach umdeklariert. Der PCR Test für SARS-CoV2 kann nicht erkennen, mit welchen weiteren Erregern der Patient infiziert ist oder welcher der Entscheidende ist. Die Verstorbenen litten in der Regel unter weiteren Erkrankungen. Das ist in Schweden und in Deutschland so.

 

Auch die direkten Folgen des Lockdowns werden nicht betrachtet. Es gibt in Deutschland ca. 5,7 Mio. Menschen im Alter 80+. Man sperrt diese nicht ungestraft über 10 Monate hinweg ein („Wir waren faul wie die Waschbären“) und hofft, dass der Bewegungsmangel keine Folgen haben wird. Die Kurzzeitigkeit der geringen Übersterblichkeit im März und April ist vermutlich den Panikmaßnahmen in dieser Phase zuzuschreiben, vor allem der künstlichen Beatmung, die man später stark zurückgefahren hat.

 

Auch die normale Auslastung der Krankhäuser, wo man immer nur über einzelne Krankenhäuser berichtet, aber nie über die Intensivpools, die nie überlastet waren, spricht dagegen, dass es in 2020 eine krankheitsbedingte Übersterblichkeit gegeben hat. Die ca. 90 Kliniken der Heliosgruppe zeigen  für 2020 eine Auslastung auf Station und Intensiv, die unter der von 2019 liegt.

 

Auf Basis dieser Analyse auf eine Wirksamkeit der harten Maßnahmen oder gar einer Rettung von Menschenleben zu schließen ist nicht möglich. Nur weil es mathematisch verpackt ist, muß es nicht unbedingt wahr sein.

Facherfahrener
Antwort an  Johannes Kreis
6 Monate zuvor

Lieber Johannes, gut dargestellt, bis auf die Alterszuweisung. Es sterben Jung wie Alt, wenn  Vorerkrankungen vorliegen. Und die meisten an Lungenentzündung.  Mir sind aus verschiedenen   Pflegeheimen bekannt, dass überwiegend (ü90) sterben    NICHT  AN oder MIT     Corona sondern weil Sie bei vorliegenden Verhältnissen keine Lust mehr am Leben haben.   Ich werfe Merkel und den Länderministern vorsätzliche Körperverletzung vor – mit den MAssnahmen die Menschen gewollt krank machen zu wollen. Gesunde bringen Gates u.a. kein  Provit.  Und wie gefährlich Gates, Rothschilds, Goldmann u.a. sind kann man an den Wahlen in der USA erkennen.  Diese Clans unterwerfen Regierungen in der ganzen Welt um Ihren Wahn  zu befriedigen-oder ist das nur der Anfang.  Wann diese Generation das begreift, dass Sie sich aus dieser Konsumfalle sich befreien müssen?? Gott lass es Hirn regnen.

 

Johannes Kreis
Antwort an  Facherfahrener
6 Monate zuvor

Das muß man genauer fassen. An Vorerkrankungen kann man in jedem Alter sterben. Das hat dann aber nichts mit COVID-19 zu tun. Der Altersmedian der mit positivem Test Verstorbenen liegt in Deutschland bei 84 Jahren, in Schweden bei 86 Jahren. Das sind die offiziellen Zahlen (siehe Link). Davon werden viele, wie Sie richtig sagen, an der Einsamkeit und der Isolation gestorben sein. Die hören dann auf zu essen und nach einigen Tagen ist es dann vorbei. Das mit der Lungenentzündung ist eine Ente. Nur 1% der Erkrankten zeigen als klinisches Symptom eine Lungenentzündung. Das steht nur in den Dienstagsberichten des RKI, https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/Gesamt.html (Tabelle 3 am 5.1.2020). Die tatsächliche Todesursache der Verstorbenen läßt sich gar nicht bestimmen. Diesen Dienstag (5.1.2021) steht im Bericht der folgende Satz, ausgehend von 35.518 Toten mit positivem SARS-CoV2 Test: „Von allen Todesfällen waren 31.402 (88%) Personen 70 Jahre und älter, der Altersmedian lag bei 84 Jahren (s. dazu auch Tabelle 4).  Im Unterschied dazu beträgt der Anteil der über 70-Jährigen an der Gesamtzahl der übermittelten COVID-19-Fälle nur 15%.  Bislang sind dem RKI 17 COVID-19-Todesfälle bei unter 20-Jährigen übermittelt worden.“ Alle 17 Fälle werden noch validiert. Diese Altersstruktur ist so jeden Winter im Rahmen der saisonalen Virenwelle zu beobachten. Bislang hat es nur niemanden interessiert.

 

B.T.
Antwort an  Johannes Kreis
6 Monate zuvor

Die Analyse ignoriert das gerade nicht. Es ist egal ob der Median bei 84 oder 86 Jahren liegt. Das ist nahezu identisch. Schauen Sie sich die Zusammensetzung der Übersterblichkeit im Vgl. zu 2019 für Schweden im Diagramm an. 80% wären wohl auch an der normalen Grippe verstorben, jetzt starben sie halt (leider) an Corona. Das sind gerade die sehr Alten und die „Jungen“ mit Vorerkrankungen. Die restlichen 20% haben eine Lebenserwartung von mehr als 1 Jahr. Das sind nicht 50 Jahre mehr. Sie sind jetzt gestorben, ob wegen Corona oder wegen Wegsperrung. Jedenfalls ist es davon auszugehen, das das ebenfalls sehr Alte sind und auch mit Vorerkrankungen, wenn noch nicht in so einem Stadium wie bei der Gruppe um 80%.

Johannes Kreis
Antwort an  B.T.
6 Monate zuvor

Genau, es gibt keinen Unterschied zwischen Schweden und Deutschland. Erst lesen, dann kommentieren. Der Lockdown in Deutschland, hart oder weich, hatte keine Wirkung. Deshalb ist dadurch auch niemand gerettet worden, wie der Artikel behauptet. Schon gar nicht die Alten, die sowohl in Schweden als auch in Deutschland den überwiegenden Teil der mit positivem Test Verstorbenen ausmachen. Das Ende des Lebens war für diese Menschen erreicht. Das Gleiche gilt für die Jüngeren mit schweren Vorerkrankungen (z.B. Herzfehler, krankhafte Übergewichtigkeit).  Wie Sie richtig sagen, hätte es auch die Grippe sein können. Man hat es nur COVID-19 genannt. Der Anteil der Jüngeren, unter 65 Jahre, ist verschwindend gegenüber dem Anteil der Alten, und er entspricht dem, was man jedes Jahr sieht.

B.T.
Antwort an  Johannes Kreis
6 Monate zuvor

Es gibt keinen Unterschied zwischen Schweden und Deutschland, wenn man sich den Median anschaut. Trotzdem können mit harten (weniger) und mit weichen (mehr) Maßnahmen Leute in beiden Ländern so sterben, dass der Median gleich ist. Es heißt einfach, dass es (Virus oder Maßnahmen oder beides) eher die Alten trifft. In Schweden sind aber 2020 deutlich mehr im Vergleich zum Vorjahr gestorben als in Deutschland, wenn man die Länder angleicht. In Schweden ca. 85000 mehr, in Deutschland ca. 20000 mehr. Ist schon mal ein Unterschied. Wie im Artikel argumentiert, reduziert sich diese Anzahl auf 16500, wenn man zum allgemeinen Trend die „zu wenig“ gestorbene“ aus 2019 dazuzählt. Diese „echten“ Zusatztoten werden dann auf Deutschland übertragen, zusammen mit denen, die potentiell „zu wenig“ in 2019 in Deutschland (ca. 10 000) gestorben sind. So kommt man auf eine höhere Zahl für 2020 für Deutschland, wenn man annimmt, dass die Annahmen 1:1 darauf Einfluss haben (Der allgemeine Trend für D für 2020 wäre ca 964 000,  zählt man die 10 000 plus 16 500 dazu, kommt man auf ca 990 000) Jetzt gibt es in allen diesen Zahlen etwas Spielraum nach oben oder unten, so dass die exakte Zahl keiner jemals ermitteln wird. Qualitativ bleibt aber die Aussage, dass Corona 2020 mit den Grippejahren der Vergangenheit vergleichbar wäre.

Johannes Kreis
Antwort an  B.T.
6 Monate zuvor

Ja, Corona entspricht einer mittleren Grippewelle. Aber das hat in Deutschland nichts mit dem Lockdown zu tun. Es ist nicht seriös mit Zahlen zu operieren, die im Bereich von 1-2% der Gesamtzahl liegen und damit innerhalb der normalen jährlichen Schwankungsbreite. Zudem werden alle anderen Ursachen, z.B. eine (echte) Grippewelle vollkommen außer Acht gelassen. Wenn die Lockdown-Maßnahmen eine Wirkung gehabt hätte, so hätte man das zuerst in der am stärksten betroffenen Gruppe der Über-80-Jährigen sehen müssen. Das ist nicht der Fall. Sowohl in Deutschland als auch in Schweden sind die Alten gestorben, weil das natürliche Ende des Lebens erreicht war. Davor schützt kein Lockdown.

B.T.
Antwort an  Johannes Kreis
6 Monate zuvor

Das behaupten Sie, dass das nichts mit dem Lockdown zu tun hat. Das kann sein, muss aber nicht. Welche Belege haben Sie dafür vorgebracht? Bisher haben Sie nur argumentiert, dass eher die Alten gestorben sind. Das sagt auch der Artikel, nur halt in Schweden wesentlich mehr als in Deutschland. Im Artikel wird einfach Schweden 1:1 auf Deutschland übertragen, um zu überprüfen, ob die Behauptung stimmt, dass dann signifikant mehr sterben als im typischen Grippejahr. Laut Artikel ist dem nicht so.

Auch bitte vorsichtig mit der Behauptung, das Ganze wäre nicht seriös, da alles nur im Bereich 1-2% der Gesamtzahl. Schauen Sie sich die Hitzewelle in 2018 an, Diagramm oben. Auf dem Höhepunkt der Hitzewelle sind ca 3 000 mehr gestorben als im Mittel der KW (ca. 20 000). Das sind 15%. Auf das ganze Jahr gerechnet (ca. 950 000) sind es aber nur 0.3%. Und trotzdem ist die Hitzewelle sehr deutlich zu sehen.

paul ehrlich
6 Monate zuvor

Die Zahlen dürften inzwischen auch den Entscheidern der unverhältnismäßigen Maßnahmen bekannt sein, denn dank Mathematik und gründlicher Statistik konnte man selbst für Nachbarländer wie Schweden belastbare Ergebnisse schon seit längerem erzeugen. Nur leisten sie leider auch dem Präventionsparadoxon Vorschub, nämlich die Aussage der Verantwortlichen für die Krise, dass es nur durch die Maßnahmen so gut aussieht. Und da sollte man sie schließlich Lügen strafen.

Nero52
6 Monate zuvor

Schaut euch mal das an.

https://countrymeters.info/de/Germany

Alle Zahlen zeitnah.

Facherfahrener
6 Monate zuvor

Ich stelle fest, dass einige sich anmaßen Gott zu spielen, und ihr Senf dazugeben – wann ein Mensch erkranken – sterben oder weiterleben darf.  Wobei „Weiterleben“ unter momentanen  Verhältnissen würde ich bezweifeln.  Ich bin risikostufe 1  – habe in den 11 Monaten in mehreren  eu-Ländern kein Coronafall erlebt, bei dem ich mich hätte anstecken können.  Ein gesunder Lebensstil mit gesundem Immunsystem hilft mehr als dieser Impfstoff. Das EINSPERREN und   BEVORMUNDEN schwächt nur das eigene Immunsystem und macht die Menschen  KRANK.   Oder Abhängigkeit von Quacksalbern.

Torsten
6 Monate zuvor

Zu dem Ergebnis kamen schon mehrere Artikel (sh. z B. Beitrag auf der informativen Seite tkp.at vom 18.12.2020). Wir wollen Menschenleben retten? Für wenig Geld würde das mit mehr Hygiene in den Krankenhäusern sofort gehen. Lt. RKI versterben jährlich bis zu 20.000 Menschen durch Krankenhauskeime. Nicht eingerechnet die schweren körperlichen Schäden durch notwendige Amputationen.

Klaus Schwarz
6 Monate zuvor

Hui… da steckt aber viel Arbeit, in diesen Auswertungen.

Aber es ist überaus interessant, denn damit sind nun die Hosen der Regierung offiziell runter:

Es geht NICHT um den Schutz der Bevölkerung!

Was man der Regierung unterstellen will, kann man sich aussuchen:

  • In einer allumfassenden Unfähigkeit in Maßnahmen verrannt und aller wissenschaftlichen Fakten zum trotz, jetzt nicht das Rückgrat die Fehler zuzugeben.
  • Völlig der Kontrolle der Pharmaindustrie hingegeben, um möglichst viel Geld für Impfungen und der medikamentösen Behandlung der Folgen zu verschieben.
  • Konsequentes Umsetzen der Vorgaben von Herrn Schwab, bzw. Herrn Gates.

So erschütternd dies auch ist und egal ob man es wahrhaben will oder nicht, zu viele Fakten sprechen für letzteres.

Titania
6 Monate zuvor

Interessant wäre es auch, welche Kollateralschäden ohne diese harten Maßnahmen verhindert hätten werden können. Denn diese werden auch zu einigen zusätzlichen und vermeidbaren Toden führen bzw. geführt haben!!

Klaus Harjes
6 Monate zuvor

Nein!

Wieland
6 Monate zuvor

Vielen Dank für diesen fundierten Beitrag. Auch wenn der Sachverhalt etwas komplexer ist, kann jeder Interessierter genauer hinschauen. Und die Nebel können sich lüften. Auf Basis solcher guten Ausführungen können Entscheidungen getroffen werden, der einer ganzen Gesellschaft gerecht werden können. Ich frage mich, ob die Regierung auch solchen Analysen Beachtung schenkt?

Klaus Schwarz
Antwort an  Wieland
6 Monate zuvor

Unsere Regierung soll sich um wissenschaftliche Erkenntnisse kümmern?

Spitzen Witz! :-))))

Das wär mal was neues.

Benjamin
6 Monate zuvor

Hallo,

ich habe da ganz andere Schwedenzahlen. Die Gesamtsterblichkeit ist ähnlich wie die Jahre zuvor. Woher kommen Ihre Zahlen? Warum weichen die von Statista.com von Ihren ab?

https://www.statista.com/statistics/525353/sweden-number-of-deaths/

B.T.
Antwort an  Benjamin
6 Monate zuvor

Die Zahlen weichen nicht ab. Die schwedischen Zahlen im Artikel sind auf Deutschland mit dem Faktor 10.25 skaliert, um nicht Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Der Wert für 2020 auf statista ist Stand Dezember, also kommt noch der Dezemberanteil hinzu und der 2020 Balken auf statista wird größer.

Norbert Brausse
6 Monate zuvor

Entscheidend ist doch, dass Corona keinesfalls schlimmer als eine schlimme Grippe ist und dass die, die Freiheit einschränkenden und die Wirtschaft hoffentlich nicht ruinierenden, Maßnahmen deshalb nicht gerechtfertigt sind. Ebenso ist das Corona-Virus durch die angeordneten Maßnahmen nicht verschwunden und hat sich sogar den Weg in die Altenheime „erkämpft“, was selbst dort nicht zu einem „Massensterben“ geführt hat. – Das Hauptproblem in unserer Gesellschaft sehe ich jedoch darin, dass das Sterben nicht mehr zum Leben gehören darf, koste es, was es wolle.

Ete
6 Monate zuvor

So wichtig Detailfragen sind, man sollte nicht den Blick aufs Ganze verlieren. Hier geht es schon lange nicht mehr um ein Virus, das angeblich die Menschheit bedroht. Hier wird ein Virus das mit einer Grippe vergleichbar ist aufgebauscht um eine neue Weltordnung zu schaffen. Der Great Reset wird gerade 1 : 1 umgesetzt, beginnend mit der Zerstörung der Wirtschaft, der Auflösung der Nationalstaaten und der Flutung Europas mit Migranten.

beccon
6 Monate zuvor

Mathematik ist nicht schwer 🙂 1+1=2 – und das gilt überall – in Rußland, in USA und auch auf dem Mond. Und wenn Putin, Trump oder sogar Merkel kommen und sagen es ist 3, dann bleibt es 2. (damit oder so ähnlich hatte ich 1986 zum Studium der Mathematik überzeugen lassen – eine gute Wahl gerade jetzt 🙂  )

Denis
Antwort an  beccon
6 Monate zuvor

man sollte tunlichst vermeiden, Putin, Trump und Merkel in einen Topf zu werfen. Ich denke, wir sollten viele Töpfe haben

Hansgeorg Voigt
6 Monate zuvor

Die Analysen der Zahlen, die Vergleiche und Schlussfolgerungen zum Corona Verlauf im Vergleich der Jahre und der Länder dürfte stimmen.
Aber darum geht es aller Wahrscheinlichkeit schon lange nicht mehr, sondern nur noch um die Erhaltung der Macht für eine vollkommen überforderte Politik. Die Politik ist mindestens sein 2015 durch das Migrationsdebakel überfordert, denn die Öffnung der Grenzen durch Deutschland hat einen mindestens genau so großen Schaden verursacht, übrigens mit weitreichenden langfristigen Folgen, wie das durch Corona erfolgen wird. Entscheidend dabei sind nicht allein die direkten wirtschaftlichen Folgen, sondern die Zerstörung von Bildungsinfrastruktur und die emotionale und soziale Entwicklung besonders der Altersgruppe der Kinder und Jugendlichen. Die permanent aufgebauten Angstszenarien werden zu einer gehemmten gesellschaftlichen Entwicklung führen und letztlich die Freiheit bedrohen, den jeder der als „Retter in der Not“ auftritt, und das sieht man deutlich bei Merkel und Konsorten, wird gewählt.
Ich habe mittlerweile keine Ahnung mehr, was die Deutschen denken, bin aber immer wieder erstaunt, welche Äußerungen Kollegen machen, die z.B. über viele Jahre in Hongkong die chinesische KP und ihre Politik ziemlich hautnah erlebt haben.

beccon
Antwort an  Hansgeorg Voigt
6 Monate zuvor

„Überfordert“ ist zu wohlwollend. Vorsatz und unbedingtes Folgen einer fremden Agenda sind die bessere Erklärung.

P.M
Antwort an  Hansgeorg Voigt
6 Monate zuvor

Es ging von Anfang an NICHT um Corona, ansonsten wäre u.a. die Mediale Berichterstattung eine Grundlegend andere..siehe Video von Paul Schreyer: Pandemie-Planspiele – Vorbereitung einer neuen Ära

https://www.youtube.com/watch?v=SSnJhHOU_28

Tina M.
Antwort an  Hansgeorg Voigt
6 Monate zuvor

@H.Voigt,Sie sagen es..,,emotionale und soziale Entwicklung von Kindern und Jugendlichen“,kleinen Kindern permanent eintrichtern,dass allein der Kontakt mit anderen Menschen Gefahr bedeutet,ein Gegenüber ohne Mimik das bei kleinen Kindern die hauptsächlich auf Stimme und Mimik reagieren,Angst auslöst.Das prägt doch deren Gefühlswelt und Verhalten.–Das natürliche Bedürfnis von Jugendlichen (die hormonell auch schon anders ticken) rauszugehen,sich mit Gleichaltrigen treffen,auf Brautschau gehen..das wird alles mittlerweile fast ein Jahr unterdrückt/eingeschränkt,und das läuft unter Gesundheitsschutz??

raus

Eispickel
Antwort an  Frank Daarsten
6 Monate zuvor

…und das sind noch keine Langzeit-Nebenwirkungen, von denen wir erst sehr viel später erfahren werden.

S. Andersson
6 Monate zuvor

Ich frage mich bei diesem Artikel wieder – Wozu?? Wenn man die offizielle Statistik in Schweden verfolgt hat, dann ist es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit so, das die allermeisten verstorbenen im „Sterbefähigen“ Alter sind. In Schweden 80 – 106 Jahre alt. Auch hier zu Lande wird MIT dem Virus gestorben und nicht mehr an – wie zu Anfang Medial verkündet wurde.

Die inzwischen angerichteten Kollateralschäden sind imens und auch das was ich unter Demokratie verstehe ist nicht mehr wirklich vorhanden.

Ich kann verstehen das unser ach so schöne globale Welt mit dem jetzigen System am Ende seiner Zeit ist und das es geändert werden muss. Aber das sollte man offen diskutieren und nicht im verborgenem.

Aber es wird wieder mal zu Lasten der „kleinen“ Leute aus getragen und das ist nicht gut.

Sibylle
Antwort an  S. Andersson
6 Monate zuvor

@S. Andersson: vollste Zustimmung. Und wenn man die Leute regelrecht verarscht mit willkürlichen Maßnahmen, wundert man sich über Verschwörungstheorien oder Widerstand. Die große Masse scheint es aber immer noch nicht begriffen zu haben. Schlimm genug.

Ian C.
Antwort an  S. Andersson
6 Monate zuvor
  • „Aber es wird wieder mal zu Lasten der „kleinen“ Leute aus getragen und das ist nicht gut.“
  • Das ist vom Grundsatz richtig. Jedoch habe ich mit den „kleinen Leuten“ – genau so wie mit vielen anderen – keinerlei Mitleid mehr. Denn sie lassen es zu und sind zum Teil auch noch stolz darauf.
Paul J. Meier
Antwort an  S. Andersson
6 Monate zuvor

Ich habe selbst erleben müssen, wie qualvoll und sinnlos meine Großmutter erst reanimiert und dann völlig dement noch ein halbes Jahr dahin vegetiert hat, um dann doch zu sterben. Im gesegneten Alter von 85 Jahren. Das hätte sie nie gewollt! Wenn es um lebensverlängernde Maßnahmen geht, sind manche Mediziner gnadenlos. Und wenn es um das Sterben geht, das haben viele Leute so verdrängt, dass sie wohl nicht einmal darüber nachdenken, geschweige denn mit sich darüber diskutieren lassen! Punkt! Obwohl es ein Teil des Lebens ist. Für die Probleme der Menschheit gibt es auch andere und wie ich meine bessere Lösungsansätze als diesen Great Reset. Vielleicht kommen wir mal drauf hier.

Chrissie
Antwort an  Paul J. Meier
6 Monate zuvor

Es geht massiv um Geld. Auch und gerade auf den Intensivstationen. Hat mir auch ein befreundeter Chefarzt der Intensivstation eines grossen deutschen Krankenhauses vor Jahren schon gesagt. Palliativfälle werden massenhaft noch durch die Intensiv geschleust, das bringt schön Geld.

Denis
Antwort an  Paul J. Meier
6 Monate zuvor

in meiner Familie, entfernte Verwandtschaft, starb eine 92jährige an Altersschwäche. Ohne Test wurde als Todesursache Covid-19 auf den Totenschein geschrieben.

Norbert Brausse
Antwort an  S. Andersson
6 Monate zuvor

Ich hatte vor ein paar Monaten, als Schweden mehr Corona-Tote hatte als Deutschland, mir deren Statistiken angeschaut: Auf eine Gruppe (alte Männer) entfielen mehr als 50% der Sterbefälle und fast alle der Toten hatten auf Grund von Vorerkrankungen, Diabetes, Übergewicht, … eine Lebenserwartung von 1-2 Jahren, gehörten somit der Gruppe der Nachsterbenden an. Somit hat Schweden das einzig Richtige getan, die Altenheime besser zu schützen. – Inzwischen hat Deutschland jedoch hier deutlich aufgeholt und das trotz überzogener Maßnahmen. Von Interesse werden statistische Vergleiche Mitte und Ende dieses Jahres sein.

Karlo
6 Monate zuvor

Das hört sich doch mal gut an.

Markela Södmer
6 Monate zuvor

Sehr interessant, danke!

Könnt ihr bitte noch die Grafiken verlinken, so dass man das lesbare Original öffnen kann?

Pavel
Antwort an  Markela Södmer
6 Monate zuvor

ich habe auch Probleme die Grafiken zu lesen. Nun habe ich festgestellt, dass die Grafiken wohl in der guten Qualität abrufbar sind, jedoch das verwendete Framework für die Seite es besch..eiden handhabt. Wenn man die Bilder nur über Kontextmenu versucht anzuzeigen und dann zu vergrößern, wird die kleine Auflösung nur hochskaliert und die Qualität bleibt schlecht. Wenn mann aber die Webseite bereits vergrößert, dann liefert der Server auch Bilder in sehr guten Qualität. Das alles ist auffändig, aber jetzt kenne ich wenigstens einen Weg, die Bilder anzuschauen.

Ronny
Antwort an  Markela Södmer
6 Monate zuvor

Also ich mache in so einem Fall bei Bedarf einen Rechtsklick mit der Maus auf die Abbildung. Dann klicke ich auf die Option Save Image As…. und speichere die Abbildung an eine Location meiner Wahl. Von da aus oeffnen mit einem Grafikprogramm, wo ich bei Bedarf das Format ändern kann und zum Betrachten ohnehin zoomen kann.

Pavel
Antwort an  Ronny
6 Monate zuvor

@Ronny: wenn man so vorgeht, wird das Bild in einer geringer Auflösung/Größe gespeichert. Auch nach dem „Verbessern“ in einem Grafikprogramm bleibt die Qualität sehr schlecht. Wenn man die Seite mit + aber vergrößert, dann werden die Bilder bereits vom Web-Server aus in sehr guten Qualität geliefert. Das sieht man auch an der URL des zu speichernden Bildes.
z.B.:
– Bildschirmfoto-2021-01-05-um-14_17_33-300×167.png
– Bildschirmfoto-2021-01-05-um-14.17.33-750×417.png

PS: wobei dies in IE nicht funktioniert, während in FF sehr wohl.