Wie die SZ-Attacke auf mich nach hinten losging Welle der Solidarität und Unterstützung - 1000 Dank!

Es gibt nichts Schlechtes, das nichts Gutes mit sich bringt – das besagt, sinngemäß, eine alte russische Redensart. An die muss ich jetzt denken, nachdem die Süddeutsche Zeitung einen Hetzartikel gegen mich veröffentlicht hat – und die Menge an Zuspruch und aufmunternden Zuschriften schier überwältigend ist. Die Zahl der Seiten-Patenschaften ist noch einmal deutlich gestiegen. Das alles hat mich sehr bewegt. Besonders berührt hat mich, dass mich heute Vormittag mein früherer Chef angerufen hat: Der Focus-Gründer Helmut Markwort. Er drückte seine Solidarität aus – und sein Entsetzen über die Süddeutsche. Er will das auch noch öffentlich machen. Markwort ist ein Journalist vom alten Schlag, mit Leib und Seele  – wie sie heute so sehr fehlen!

Ein Leser schrieb mir auch eine unglaubliche Beobachtung: Die Süddeutsche empört sich ja, dass meine Seite von Lesern finanziert wird: denn über die würde ich ja auch berichten. Es ginge schon mal gar nicht, dass mir ein Leser bei einer Demo 20 Euro als Leserbeitrag gegeben habe – was noch dazu in meinem eigenen Video für jedermann zu sehen war. Blättert man in der Süddeutschen dann eine Seite weiter, prangt da dann eine ganzseitige Impf-Anzeige, von der Bundesregierung und vom Robert-Koch-Institut. Wie viel Geld die Süddeutsche dafür bekam, sehen wir nicht. Aber sicher mehr als 20 Euro.  Und genau von denen, über die die Süddeutsche berichtet. Und zwar täglich. Nicht erklären kann ich mir auch, warum die Süddeutsche selbst auf ihren Seiten um Unterstützung bittet – das gleiche bei freien Kollegen wie mir aber als Anlass für massive Diskreditierung nutzt:

Selten war Doppelmoral und Scheinheiligkeit so offensichtlich. Ich bin mir sicher: Die Kollegen haben massiv überzogen, der Schuss geht nach hinten los. Das zeigen auch die Kündigungsschreiben an die SZ, die mir Leser in Kopie geschickt haben. Die Methoden waren hier zu schmutzig, das Muster zu plump, die Entstellungen der Realität allzu offensichtlich. Ich denke, das ist eine Entwicklung, die generell Hoffnung macht in Sachen Demokratie, Meinungsfreiheit und Pluralismus: Die Diffamierungs-Maschinerie ist ins Schlingern geraten. Das Gift der Verbreitung von Hass und Hetze unter dem Deckmantel der Bekämpfung derselben wirkt nicht mehr so zuverlässig, wie früher. Weil massiv überdreht wurde.

In dem Artikel reden die Autoren von einer Verschiebung der Grenzen des Sagbaren. Das Problem: Sie sehen sich als Bestimmer und Wärter dieser Grenzen. Aber das Grundgesetz sieht so etwas nicht vor. Wir haben ganz klare Grenzen. Gott sei Dank. Aber die bestimmt das Gericht. Und nur dieses. Und nicht selbsternannte Grenzwärter, die nach Belieben andere Meinungen aus der Mitte der Bürgergesellschaft für unzulässig erklären wollen, weil sie ihrer Ideologie nicht genehm sind.

Hoch spannend auch zwei Statistiken dazu, was im Moment am häufigsten gesucht wird auf Google – in Sachen Süddeutscher und „Jung & Naiv“ von Tilo Jung, der mich in dem Beitrag tief unter der Gürtellinie attackiert:

Nachdem ich bereits gestern einen Auszug von Briefen veröffentlicht habe, will ich hier den Brief eines Thüringer Pfarrers an die Autoren des Beitrags in der SZ veröffentlichen, der mich sehr bewegt hat. Und weil er Mut macht. Darunter noch zwei weitere Briefe, die sehr lesenswert sind. Und dabei war ich bei der Auswahl sicher ungerecht – aber es waren so viele Zuschriften, dass es unmöglich ist, sie alle zu veröffentlichen. Ja ich schaffe es kaum, alle individuell zu beantworten. Deshalb hier ein ganz, ganz herzliches Dankeschön – ich empfinde eine tiefe Dankbarkeit, ja Demut!

Sehr geehrter Herren Balser, Brössler und Herrmann,

Herrn Reitschuster bin ich seit Monaten sehr dankbar für seine journalistische Arbeit: mutig, intelligent, humorvoll. Er bringt so vieles ans Licht, das sonst fatalerweise verborgen bliebe.

Umso erstaunter bin ich, dass Sie seine Arbeit, die Ihnen als leuchtendes Vorbild dienen könnte, zu diskreditieren suchen, und das auf eine Weise, die ich jetzt nicht näher erörtere, denn das haben andere zur Genüge getan, besser als ich es könnte.

Ich darf Ihnen kurz darlegen, wie ich Herrn Reitschusters Arbeit sehe. Ich tue das mit den Mitteln, die mir von Berufs wegen gegeben sind, und erinnere an Martin Luther und die Reformation, ohne die wir eine so freie Gesellschaft nicht wären, wie wir sie bis vor wenigen Monaten waren.

1520 schrieb Martin Luther in „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ diese zwei Sätze: „Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemandem untertan. Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan.“

Im Sinne des ersten Satzes tut Herr Reitschuster frei und unabhängig das, was einem Journalisten aufgetragen ist. Er dient sich keiner Regierung und keiner Angst an.

Im Sinne des zweiten Satzes sucht er unserer Gesellschaft und jedem Einzelnen zu dienen, indem er zur Wahrheit und Offenheit das Seine beiträgt.

Dass er dafür auch finanzielle Unterstützung erhält, ist biblisch absolut korrekt, denn „Ein Arbeiter ist seines Lohnes wert“ (Lukas 10,7). Und er gesteht seinen Lesern zu, dass sie selbst beurteilen dürfen, ob es gute Arbeit ist und wieviel sie ihm zu geben bereit sind, während andere Medien sich mittels GEZ oder Bezahlschranke zuerst bedienen und dann nicht willens oder in der Lage sind, der Wahrheitsfindung zu dienen, man kauft also die sprichwörtliche Katze im Sack.

Im Vergleich zur gegenwärtig geschürten Angst, den seelischen und finanziellen Folgen war ein Herr Johann Tetzel mit seinem Ablasshandel ein Waisenknabe. Wir brauchen gegenwärtig also sehr viel lutherische Standhaftigkeit. Und jeder, der sie aufzubringen vermag, verdient unsere Unterstützung.

Martin Luther hat damals die Bannandrohungsbulle, die päpstliche Schmähschrift verbrannt. Ihnen mag man zugutehalten, dass Sie mittels der unterirdischen Qualität Ihrer Schmähschrift vom 18.02.2021 in der SZ gegen Herrn Reitschuster sowohl uns Lesern als auch ihm gewissermaßen die Streichhölzer gleich mitgeliefert haben.

Bleibt mir, Ihnen wache und tatkräftige Schutzengel ganz im Duktus der Predigt Luthers zum Michaelistag 1529  zu wünschen: „Wenn sie sehen, dass ihr Amt nicht fortgehen will, du willst nicht gehorsam sein, schlagen sie dich auf das Maul.“

Möge es Ihnen gelingen, die zahlreichen Kommentare und den Unwillen mancher, Ihre Zeitung weiterhin zu lesen, entsprechend zu deuten.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Martin Michaelis
Vorsitzender der Pfarrvertretung (= Personalvertretung od. Betriebsrat für Pfarrer) der Evang. Kirche in Mitteldeutschland
Vorsitzender der Pfarrgesamtvertretung der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (alle luth. Kirchen)
Vorsitzender des Thüringer Pfarrvereins
Mitglied des Vorstandes des Verbandes evangelischer Pfarrerinnen und Pfarrer
in Deutschland
Mitglied der Dienstrechtlichen Kommission der EKD


Sehr geehrter Vorstand der Bundespressekonferenz,

mit Entsetzen habe ich von der Einflussnahme der Süddeutschen Zeitung zur Behinderung und Ausschluss ihres Mitglieds der Bundespressekonferenz , Herrn Boris Reitschuster erfahren.
Auf der Website ihres Vereins wird sehr prominent das „Besondere“ der BPK vorgestellt. Eine Möglichkeit für Journalisten zum ungehinderten Austausch mit Politik, Wirtschaft und Kultur die einzigartig in der Welt ist.
Wenn diese Werte, aus welchen Gründen auch immer in Frage gestellt oder ausgehebelt werden sollen, dann muss man sich dagegen  eindeutig und unmissverständlich positionieren!
Darum erscheint es mir als ihre Pflicht, der „Süddeutschen“ und anderen Mitgliedern der BPK, die gegen diesen Grundsatz verstoßen, Einhalt zu gebieten.
Verteidigen Sie eine freie Presse und investigativen, kritischen aber fairen Journalismus. Die 4. Macht im Staat ist gerade in diesen Zeiten wichtiger denn je!
Wenn kritische Journalisten in ihrer Arbeit in der BPK durch die BPK behindert werden, ist dies gleichzeitig eine journalistische Bankrotterklärung der BPK! Das darf nicht sein!
Über eine Antwort wie sich der Vorstand des Vereins in dieser Sache verhält würde ich mich sehr freuen.
Mit freundlichen Grüßen

An die Redaktion der Süddeutsche Zeitung:

Ihr Artikel „Störsender“ wird als Rohrkrepierer in die Annalen eingehen, da er weder von gutem Journalismus zeugt, noch der ureigenen journalistischen Verantwortung Rechnung trägt. Es werden drei Autoren bemüht, die sich als Claqueure der Regierung outen, um Boris Reitschuster zu diskreditieren und zu desavouieren und damit Rufmordversuch zu betreiben. Im Übrigen ist es Hinterhältigkeit nicht zu überbieten, dass Ihre Schreiberlinge vorgaben, ein Interview mit Boris Reitschuster führen zu wollen, um ihm dann in den Rücken zu fallen. Sie müssen sich nicht wundern, dass immer weniger Deutsche den Medien Vertrauen entgegen bringen und sich lieber bei anderen Formaten informieren.

Boris Reitschuster ist einer der wenigen Journalisten, der heutzutage noch seine Aufgabe als Journalist im wahrsten Sinne des Wortes wahrnimmt und bei allen Vertretern der Regierenden in den Pressekonferenzen kritisch nachfragt. Das ist Journalismus par excellence!

Offenbar haben Ihre Redaktion und Autoren vom Deutschen Pressekodex noch nichts gehört oder unterlassen es absichtlich, diesen auch zu beachten.
Im Punkt 1. des Kodex heißt es:
Die Achtung vor der Wahrheit, die Wahrung der Menschenwürde und die wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit sind oberste Gebote der Presse. Jede in der Presse tätige Person wahrt auf dieser Grundlage das Ansehen und die Glaubwürdigkeit der Medien.

Im Punkt 9. des Kodex steht: Es widerspricht journalistischer Ethik, mit unangemessenen Darstellungen in Wort und Bild Menschen in ihrer Ehre zu verletzen.

Statt einen Zunft-Kollegen zu unterstützen, beeilt sich Ihr Blatt, mit serviler Haltung, der Regierungsseite zu gefallen. Der Bürger kann Boris Reitschuster nicht genug danken, dass er mit seinen bohrenden Fragen die Finger dort in die Wunde legt, wo es richtig wehtut. Würden die Befragten in einer Pressekonferenz wahrheitsgemäße und nicht nur abschweifen oder ausweichende Antworten geben, würden sie nicht ein solch schlechtes Bild abgeben.

Was will Ihre Zeitung mit dem Artikel erreichen? Speichellecker haben wir in Deutschland inzwischen genug, zumal auch die publikative Gewalt seit der Ära Merkel kein kritisches Hinterfragen der Regierungspolitik mehr an den Tag legt. Wahrscheinlich schielen Sie u.a. auf Anzeigenschaltungen von Regierungsorganen und SPD o.ä. und zeigen damit deutlich, wie unendlich weg Sie sich von Ihrer Aufgabe, als Teil der Deutschen Presse, inzwischen entfernt haben. Völlig anders bei Reitschuster.de, wo umfängliche Informationen bereit gestellt werden, mit denen sich jeder Bürger seine eigene Meinung bilden kann. Im Gegensatz zu den öffentlich-rechtlichen Medien, die durch Zwangsgebühren finanziert werden, wird Reitschuster von seinen Lesern freiwillig finanziert!

Wenn ich als weiteres Beispiel Ihre einseitigen Berichte über den Rauswurf von Christoph Lütge lese, der anders als der dünnhäutige Markus Söder nämlich einen Arsch in der Hose hat, wenn er fundierte Kritik an den derzeitigen Corona-Maßnahmen der Merkel-Regierung äußert, wird mir übel. In Ihren Berichten kommt vornehmlich der Staatskanzleichef Florian Herrmann, die TUM und die Vorsitzende des Bayerischen Ethikrats, Susanne Breit-Keßler zu Wort. Auch hier wieder nur Buckeln nach oben. Als eine der wenigen, wenn nicht der einzigen Zeitung hat die Neue Züricher Zeitung Christoph Lütge selbst zu Wort kommen lassen. Es kann und darf nicht sein, dass Kraft Amtes jeder Kritiker mundtot gemacht oder abgeschossen wird, Ehre und Reputation abgesprochen bekommt, anstatt sich mit dessen berechtigter Kritik ernsthaft auseinander zu setzen. Dies gilt natürlich auch für Boris Reitschuster.

Ich bin einmal gespannt, ob auch Sie nach der Ära Merkel als Wendehals aus dem Loch gekrochen kommen und sich in später Kritik an Regierung und Bundeskanzlerin a.D. üben. Die heutige Berichterstattung fast aller Medien erinnert sehr stark an die Zeit des Nationalsozialismus, in der auch nur die Regierungsmeinung erlaubt war! Ich habe bisher geglaubt, dass dieses dunkle Kapitel unserer deutschen Vergangenheit endgültig überwunden sei und bin bis ins Mark erschüttert, dass sich die Medien ohne Not erneut selbst einen Maulkorb verpassen oder verpassen lassen.

Und nein, ich bin weder Corona-Leugner, Querdenker, Reichsbürger oder gar Nazi, wie ganz normale Bürger von der Presse gerne tituliert werden.

Sollten Sie nicht zu einer wahrheitsgemäßen und objektiven Berichterstattung zurückkehren, wünsche ich Ihnen, dass viele Ihrer Leser aufwachen und Ihre einseitigen Berichterstattungen nicht länger mittragen, indem sie ein Abonnement kündigen, wie bereits an anderer Stelle zu lesen.

Diejenigen, die selbst wenig haben, bitte ich ausdrücklich darum, das Wenige zu behalten. Umso mehr freut mich Unterstützung von allen, denen sie nicht weh tut!

Bild: asiandelight/Shutterstock
Text: br 

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