Schweden. Lockdown. Inzidenz. Ein etwas anderer Corona-Dialog

Ein Gastbeitrag von Zacharias Fögen

Trockene, einseitige Referate sind in dieser Zeit vielleicht nicht das richtige Mittel. Es braucht definitiv mehr Dialog. Sehen Sie diesen von mir mit spitzer Feder geschriebenen Dialog daher als offenes Dialogangebot von einem „CoronaLeugner“ (auch wenn ich mich nicht als solchen sehe) an die Fraktion „MaskeAuf“.

CoronaLeugner
„Lassen Sie uns doch einmal schauen, wie viele Menschenleben der Lockdown im 4. Quartal in Deutschland gerettet hat.“

MaskeAuf
„Am besten im Vergleich mit diesen Menschenleben verachtenden Schweden.“

7-Tages-Durchschnitt der Fälle pro 1 Mio Einwohner

MaskeAuf
„Anhand der Zahlen sieht man erst mal ganz deutlich, dass sich in Schweden viel mehr Leute anstecken. Die Seuche grassiert. Die Leichen türmen sich….“

7-Tages-Durchschnitt der Verstorbenen pro 1 Mio Einwohner

CoronaLeugner
„In Deutschland.“

MaskeAuf
„Moment mal. Ach ja, wahrscheinlich testen die rückständigen Schweden nicht genug.“

CoronaLeugner
„Wir, die Erfinder des PCR-Tests, liegen da natürlich…“

Tägliche Tests pro 1000 Einwohner

CoronaLeugner
„abgeschlagen hinter den Schweden zurück…“

MaskeAuf
„Aber Moment mal. Der Lockdown hat doch gewirkt, er hat das exponentielle Wachstum der Inzidenzen in Deutschland gestoppt …“

CoronaLeugner
„… nur halt nicht bei den über 70jährigen, die über 87% der Todesfälle ausmachen.“

MaskeAuf
„Aber da am Ende, da geht es doch schon wieder bergrunter. Der harte Lockdown wirkt!“

CoronaLeugner
„Ja, die absolute Zahl geht leicht zurück, der relative Anteil aber …“

CoronaLeugner
„…. steigt weiter und sogar noch stärker als zuvor…“

MaskeAuf
„Wen interessieren denn die relativen Zahlen, Hauptsache weniger Menschen sterben!“

CoronaLeugner
„Es stirbt die gleiche Anzahl an Menschen als ohne Lockdown. Es gibt nur weniger gesunde Infizierte, weshalb die Fallsterblichkeit …“

CoronaLeugner
„…immer weiter steigt. Sehen Sie nicht, dass zu Beginn nur 2-3 Menschen pro 100 Hospitalisierter verstorben sind, inzwischen aber 25?“

MaskeAuf
„Wo haben Sie denn diese komische Statistik schon wieder ausgegraben?“

CoronaLeugner
„Selbst berechnet.“

MaskeAuf
„Ja klar… okay, ich spiele mal mit. Vielleicht gibt es ja keine Beatmungsplätze mehr.“

CoronaLeugner
„Doch, die gibts. Kann ich nur wegen Copyright-Gründen leider nicht zeigen. Können Sie aber beim DIVI nachschauen.“

MaskeAuf
„Wegen Copyright-Gründen nicht zeigen…. wird ja immer verrückter hier! Also was soll mir die Zahl jetzt sagen?“

CoronaLeugner
„Kleiner Tipp: Das sind nicht die, die unter den Hospitalisierten verstorben sind, sondern alle Verstorbenen im Verhältnis zu den Hospitalisierten. Also auch die, die nicht in Krankenhäusern sterben, zählen mit.“

MaskeAuf
„Also es sterben zunehmend mehr Leute außerhalb vom Krankenhaus?“

CoronaLeugner
„Richtig. Obwohl noch genug Platz wäre…“

MaskeAuf
„… und jetzt sagen Sie mir gleich, die Menschen sterben, weil sie aufgrund ihrer Angst nicht ins Krankenhaus gehen!“

CoronaLeugner
„Eigentlich wollte ich sagen, die überwiegend alten Menschen (87% über 70) haben aufgrund der sozialen Isolation ihren Lebenswillen verloren und lehnen deshalb Hilfen ab, was zu mehr Todesfällen führt. Aber was Sie sagen, trifft natürlich auch zu.“

MaskeAuf
„Ach hören Sie doch auf mit Ihren unbewiesenen Thesen. Der Lockdown rettet Leben. Wenn keiner sich ansteckt, kann auch keiner sterben.“

CoronaLeugner
„Dann lassen Sie uns doch einmal schauen, wie viele Menschenleben der Lockdown im 4. Quartal in Deutschland gerettet hat.“

MaskeAuf
„Am besten am Beispiel von ….“

Und wenn Sie nicht in Quarantäne sind, dann diskutieren Sie noch heute…


Gastbeiträge geben immer die Meinung des Autors wieder, nicht meine. Ich schätze meine Leser als erwachsene Menschen und will ihnen unterschiedliche Blickwinkel bieten, damit sie sich selbst eine Meinung bilden können.


Autor Zacharias Fögen über sich: „Nach fünf Semestern Mathematikstudium entschloss ich mich, mich der größten Unbekannten im Universum zu stellen: dem Menschen. Mein Studium der Humanmedizin schloss ich im Jahr 2011 mit dem Staatsexamen ab.“


Bild: PopTika/Shutterstock
Text: Gast


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