Wie sich die Dauer-Empörten selbst entlarven Tsunami im linken Wasserglas nach Merz-Aussage zu Homosexualität

Man kommt sich vor wie in einer Mischung aus Kindergarten und RTL-Seifenoper, wenn man in diesen Tagen die Nachrichten sieht. Die Verblödung scheint in erschreckendem Tempo voran zu schreiten. Erst die massive Aufregung um einen anzüglichen Witz von FDP-Chef Christian Lindner beim Bundesparteitag der Liberalen. Jetzt der nächste Sturm im medialen Wasserglas: Gegen Friedrich Merz wird der Vorwurf der Homophobie erhoben. Wenn man versucht, ein wenig Abstand zu gewinnen, kann man nur noch den Kopf schütteln.

„Ich denke gerne daran, Linda, dass wir in den vergangenen 15 Monaten…ungefähr 300 Mal den Tag zusammen begonnen haben”, hatte Lindner beim FDP-Parteitag Richtung Linda Teuteberg gesagt: „Ich spreche über unser tägliches, morgendliches Telefonat zur politischen Lage. Nicht, was ihr jetzt denkt.“ Der Empörungssturm folgte umgehend. Nicht darüber, dass Lindner Teuteberg laut Insidern über lange Zeit schlecht behandelt und unschön abserviert hatte als Generalsekretärin. Das wäre ja sachorientierte Kritik. Stattdessen löste seine sexuelle Anspielung Protestwellen aus. Lindner machte Männchen und entschuldigte sich faktisch (siehe hier).

Der nächste, der von einem Tsunami der Sittenwärter erfasst wurde, ist CDU-Politiker Friedrich Merz. Der wurde in einem Video-Interview der „Bild-Zeitung“ gefragt, ob er Vorbehalte hätte, wenn ein Homosexueller Bundeskanzler würde. Seine kurze und bündige Antwort: „Nein“. Erst auf Nachfrage, ob das für ihn völlig normal wäre, ergänzte der Unionspolitiker: „Über die Frage der sexuellen Orientierung, das geht die Öffentlichkeit nichts an. Solange sich das im Rahmen der Gesetze bewegt und solange es nicht Kinder betrifft – an der Stelle ist für mich allerdings eine absolute Grenze erreicht.“

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Hand aufs Herz: Was ist an dieser Aussage falsch? Ich hätte sie genauso machen können. Es ist meine Standard-Antwort auf alle Fragen in Richtung Sexualität. Egal ob es sich um bestimmte Praktiken, Vorlieben oder Orientierungen handelt: Solange ein gegenseitiges Einvernehmen vorhanden ist und sich alles unter Volljährigen abspielt, geht es niemanden etwas an. Mehr noch: Ich möchte auch gar nichts davon wissen. Wenn solche Dinge in die Öffentlichkeit getragen werden, finde ich es peinlich bis übergriffig.

Merz hat also in meinen Augen die normalste Antwort der Welt gegeben. Nun wird er überzogen mit Kritik. SPD-Vize Kevin Kühnert, der sich selbst über seine eigene homosexuelle Orientierung geäußert hat, twitterte: „So laviert jemand, der nicht kaschieren kann, dass er mit der Normalisierung des Umgangs mit Homosexualität eigentlich nichts anfangen kann.“ Auch SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil zeigte sich echauffiert. Er kommentierte: „Friedrich möchte aus dem letzten Jahrhundert abgeholt werden.“ Später forderte der Sozialdemokrat gar: „Da ist eine deutliche Entschuldigung fällig.“

Die üblichen Verdächtigen machten sich in der Meute voller Inbrunst her über den Christdemokraten. „#Merz denkt beim #Wahlalter16 als erstes an Strafen, beim Arbeiten in der Pandemie ans Faulenzen und bei einem schwulen Kanzler an Pädophilie. Trotz oder wegen dieser verbohrten #Weltsicht wäre er fast #CDU-Vorsitzender geworden. Schaue interessiert auf den Ausgang im Dezember“, twitterte Grünen-Bundesgeschäftsführer Michael Kellner. Der oberste ARD-Sittenwärter Georg Restle befand: „Dieses eklige, stammtischhafte Mitwabernlassen von Pädophilie, wenn von Homosexualität die Rede ist, offenbart ein homophobes Denken alter Herren, das die 50er-Jahre nie überwunden hat. Da hilft auch kein „hab‘s doch nicht so gemeint“ mehr.“

Prompt wurde auch CDU-Gesundheitsminister Jens Spahn, der mit einem Mann verheiratet ist, von einem Journalisten gefragt, was die „Aussage seines Parteikollegen bei ihm auslöse“. Schon die Frage ist Framing und drängt Spahn regelrecht in die Opferrolle. Der antwortete dann auch ganz erwartungsgemäß: „Naja, wenn die erste Assoziation bei Homosexualität Gesetzesfragen oder Pädophilie ist, dann müssen Sie eher Fragen an Friedrich Merz richten, würde ich sagen.“ Das stimmt doch einfach nicht, Herr Spahn! Der Minister, der gerade reihenweise juristisch gegen Medien und Youtuber vorgeht, weil sie den Kaufpreis seiner Villa korrekt nannten, unterstellt hier seinem Parteifreund etwas, was er gar nicht gesagt hat.

So leid es mir tut, aber ich kann mich hier nur noch etwas grob äußern: Wer bei diesem Blödsinn mitmacht, scheint ein Problem zu haben. Denn in meinen Augen sind es die Empörten, bei denen hier Merkwürdiges zu Tage tritt. Nichts verdeutlicht das so gut wie mein russischer Lieblings-Witz. Auch wenn ich ihn bereits in anderen Beiträgen erwähnt habe, möchte ich dies hier nochmals tun, weil nichts die Perfidität der Empörung besser auf den Punkt bringt als diese „Anekdote“, wie man Witze auf Russisch nennt:

mvgDer ebenso legendäre wie berüchtigte Marschall Schukow brummt nach einer Visite bei Stalin „Arsch mit Schnurrbart“ vor sich her. Stalin-Sekretär Poskrjobyschew, die Inkarnation des Speichelleckers und Denunzianten, schnappt das auf und rennt sofort zu seinem Chef, um zu petzen: „Schukow hat Sie gerade Arsch mit Schnurrbart genannt“. Stalin lässt sofort Schukow rufen, ist außer sich vor Wut: „Haben Sie gerade ,Arsch mit Schnurrbart´ gesagt?“ Der geniale Schukow findet nach einer Schreckenssekunde sofort wieder zu sich und entgegnet betont ruhig und gelassen: „Ja, Genosse Stalin. Ich habe selbstverständlich Hitler gemeint.“ Sodann dreht sich Schukow kühl zu Poskrjobyschew um: „Wen haben denn Sie gemeint, Genosse?“

Woran haben Sie denn gedacht, Herr Spahn und Herr Restle, Herr Kuhnert und Herr Klingbeil?

Fazit: Jeder in Politik und Medien, der aus einem fast zweistündigen Interview mit Merz nur eine Intoleranz gegenüber Pädophilie thematisiert und skandalisiert, ist inhaltlich (und vielleicht auch anderweitig) offenbar Bankrott.

PS: Interessant ist auch, dass die Empörung gerade auch aus der grünen Ecke kommt, wo man früher ja teilweise für die Legalisierung von Pädophilie eintrat. Ob die Empfindlichkeit auch etwas damit zu tun haben könnte? Eine ketzerische Frage in diesen Zeiten…


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Bild: pathdoc/360b/Shutterstock
Text: br
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