Wir testen uns zu Tode, wir fürchten uns zu Tode Zahlen zum Tage

Ein Gastbeitrag von Michael W. Alberts

Es gibt keine dritte Welle. Punkt. Die steigenden „Fallzahlen“, mit denen die ewige Kanzlerin uns erneut einsperren will, sind eine statistische Irreführung. Die Pandemie dümpelt schlimmstenfalls auf sehr erträglichem Niveau vor sich hin, trotz angeblich so gefährlichen neuen Varianten. Es wird Frühsommer, das Zwangsregiment muss endlich aufhören. Fangen wir wieder zu leben an, in Freiheit, mit Grundrechten, in eigener Verantwortung.

Aber wie kann vorstehende Eingangsbehauptung richtig sein, wenn die Positiv-Test-Quoten, die das RKI uns um die Ohren haut, so spürbar ansteigen? Wenn der Anteil der „positiven“ PCR-Tests an allen diesen Tests über den Februar hinweg bei gut 6 Prozent lag, nun aber merklich auf 11 Prozent gestiegen ist? (Tagesbericht von 7. April, Mittwochabend, der allerdings für zuletzt täglich fallende Zahlen dokumentiert, und eine aktuelle Reproduktionsrate von 0,61 bis 0,76 – was selbst für aktionistische Politiker zumindest Grund für eine Atempause und etwas mehr Nüchternheit geben sollte.)

Zunächst: Die bis vor wenigen Tagen steigenden „Fallzahlen“ wurden zum Teil auch durch die Gesamtzahl der PCR-Tests hochgetrieben. In der 9. Kalenderwoche gab es „nur“ 1,15 Millionen solcher Testungen, in der 12. KW aber mehr als 1,4 Millionen – allein das reicht schon für einen Anstieg um mehr als 20 Prozent. (Und zum x-ten Male: Ein positiver PCR-Test deutet nur darauf hin, dass gewisse genetische Bruchstücke vom Corona-Virus vorhanden sind, es muss nicht einmal das aktuelle Virus aus China sein. Selbst wenn es das ist, liegt nicht zwangsläufig eine Infektion vor, also eigentlich auch kein „Fall“. Das alles ist inzwischen WHO-amtlich und gerichtlich bestätigt)

Politisches 'Malen mit Zahlen'

Aber sollte man nicht doch beunruhigt sein, wenn bei weit mehr als einer Million PCR-Testungen pro Woche die Positivquote von gut 6 auf etwa 11 Prozent steigt? Denn anscheinend wird doch der Anteil der Virus-betroffenen Personen, ob nun (weitgehend) ohne Symptome oder mit solchen, deutlich höher in der Bevölkerung? Nein, genau das lässt sich daraus nicht seriös schließen. Denn während der Gesamtumfang an PCR-Tests zwar variiert, aber nicht um Größenordnungen, ist praktisch ein ganz neues Testsystem hinzugekommen: die „Schnelltests“, also Verfahren zum Aufspüren von „Antigenen“, die auf das Virus hinweisen. Ihr großer Vorteil ist natürlich, dass man nach wenigen Minuten schon (vorläufig) Bescheid weiß. Inzwischen ist eine ziemliche Bandbreite solcher Test-Sets von verschiedensten Herstellern zugelassen und in Deutschland erhältlich.

Diese Schnelltests sind eine wichtige Hilfe, um z.B. die Bewohner von Altenheimen zu schützen, indem Besucher damit überprüft werden. Fällt ein Besucher unangenehm auf, muss er den Behörden gemeldet werden und es wird mit einem zusätzlichen PCR-Test untersucht, ob wirklich eine Covid-Ansteckung vorliegt. Das ist wichtig und notwendig, weil zwar einerseits der Antigen-Schnelltest etwas weniger zuverlässig anzeigt, wenn Virenmaterial vorliegt, andererseits gibt es aber weit mehr falsch-positive Fälle als beim PCR-Test. Von zwei vermeintlichen Ansteckungen, die ein Schnelltest anzeigt, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit einer ein falscher Alarm. (Das hat sich z.B. in Boris Palmers Tübingen herausgestellt.)

Die aktuellen RKI-Zahlen aus dem Tagesbericht (Seite 10) lassen vermuten: Die neuen Schnelltests haben sich inzwischen als allgemeines Screening-Instrument unauffälliger Personen erfolgreich etabliert und damit teilweise auch die bis vor kurzem fast monopolartigen PCR-Tests zurückgedrängt. Denn zuletzt, in der 13. KW, wurden plötzlich wieder „nur“ 1,15 Millionen PCR-Tests ans RKI gemeldet, nach 1,4 Millionen in der Vorwoche. Die absolute Zahl positiver Ergebnisse ist dabei von der 12. zur 13. KW aber nur leicht gefallen – dadurch kam es unter dem Strich zum nochmaligen Anstieg der Positivquote auf 11 Prozent.

Aber: Die Bevölkerung ist dabei durchaus nicht kränker geworden, sondern es finden Verschiebungen im Testregime statt, die einen solchen Effekt rechnerisch ergeben und in der Sache fälschlich suggerieren. Insgesamt werden, über alle Testverfahren hinweg, nicht weniger Personen überprüft, aber zuletzt eben viel weniger mit PCR-Tests – deren Umfang leider für das RKI immer noch die alleinige (!) mathematische Basis für den Quotienten darstellt, unter völliger und absolut sachwidriger Ausblendung sämtlicher anderer Testverfahren. Das ist politisches „Malen mit Zahlen“ zugunsten eines möglichst gräulichen Horrorgemäldes. Das ist keine Wissenschaft, das ist bösartige Schummelei.

Schnelltests als 'Game changer' – gut oder schlecht?

Der wesentliche Effekt der Schnelltests als neue Hauptsäule des gesamten Testregimes ist dieser: Mithilfe der sehr vielen inzwischen zur Verfügung stehenden Schnelltests kann man letztlich die „Dunkelziffer“ ansonsten nicht entdeckter Übertragungen ausleuchten: man erkennt Betroffene, die sonst unauffällig geblieben wären. Das ist wie beim Staubwischen, endlich mal die Brille aufzusetzen und helles Licht einzuschalten: so dreckig ist es einem bisher nie vorgekommen. Und ebenso gibt es schon seit einem Jahr oder länger jede Menge unerkannter Ausbreitung des aus dem Wuhan-Labor gekommenen Virus in der Bevölkerung; schon weitaus mehr Menschen hatten damit Kontakt, als die amtlichen „Fallzahlen“ es wiedergeben könnten. In diese bisher „unter dem Radar“ gebliebenen Übertragungen leuchten die neuen Schnelltests seit ein paar Wochen grell hinein.

Das Ergebnis ist, dass die Probanden für die amtlichen PCR-Testungen sich nun anders zusammensetzen: es findet eine Vorauswahl statt durch die Schnelltests. Wer durch letztere negativ getestet wurde, wird zumeist keinen PCR-Test mehr anstreben; wer schnell-positiv getestet wurde, wird aber auf jeden Fall dorthin kommen. Stellen Sie sich vor, eine Hilfsorganisation für die Dritte Welt hätte ihre Bettelbriefe bisher nur an zufällig ausgewählte Postadressen geschickt, dann aber Listen mit Personen an die Hand bekommen, von denen bekannt ist, dass sie sich schon mehrfach wohltätig betätigt haben. Die Zahl der erzielten Spenden je tausend verschickter Briefe wird natürlich spürbar ansteigen!

So leicht will sich das herrschende Angst-und-Schrecken-Regime sein Narrativ von der „dritten Welle“ aber nicht aus der Hand nehmen lassen. Fleißig werden Zahlen verbreitet, wonach zwar tatsächlich einige der „Neuinfektionen“ laut positivem PCR-Test mithilfe eines vorherigen positiven Schnelltests erkannt worden seien, aber dieser Teil des allgemeinen Neu-Anstiegs sei zahlenmäßig eher unbedeutend. Dass diese Interpretation des RKI ausgerechnet am 1. April in der Öffentlichkeit auftaucht, kann Zufall sein. Kein Zufall ist aber, dass verschwiegen wird: Die Behörden können nur bei einem Teil der Schnelltest-Positiven, die anschließend als PCR-positiv in der Statistik auftauchen, von dem vorherigen Schnelltest wissen. Wenn nämlich der Schnelltest im privaten Umfeld stattgefunden hat, also als „Selbsttest“, gibt es keine Meldepflicht! Aus diesem unvermeidlichen „blinden Fleck“ der Statistik macht RKI dreist ein Propaganda-Argument – was wir nicht wissen, wollen wir auch gar nicht wissen, und behaupten einfach, es sei auch nicht existent.

Eine Tatsache ist offensichtlich: Die Deutschen sind einerseits die Quarantäne leid, andererseits ängstlich-besorgt-vorsichtig, bis der Arzt kommt. Sie rennen den Anbietern die Türen ein, seit es Schnelltests für den privaten Eigengebrauch gibt, bei Apothekern, Drogerien oder sogar beim Discounter. Was auf den Markt kommt, ist quasi gestern schon verkauft. Wer hätte gedacht, dass laienmedizinische Nasenloch-Explorationen für daheim noch schneller rausgehen als geschnitten Brot und Freibier zusammen. Es ist unklar, wie viele solcher Test-Sets inzwischen in der Bevölkerung angekommen und benutzt sind – aber die Umfänge müssen gewaltig sein, denn es ist von zig oder sogar hunderten Millionen die Rede, die mittlerweile im Markt erhältlich seien.

Die Bundesregierung berichtet stolz über ein Kontingent von 130 Mio. Stück allein für März und April! Wichtig: Ein „Selbsttest“ kann auch – und wird vermutlich sogar überwiegend – über „offizielle“ Kanäle kommen, also z.B. über Arbeitgeber, die das Material ihren Beschäftigten zur individuellen Anwendung in die Hand geben. „Selbst“ getestet heißt nur: Do-it-yourself, ohne Fachpersonal. Was ängstliche – oder besonders verantwortungsbewusste – Privatleute sich an solchen Tests in der Drogerie besorgen, kommt also noch obendrauf zahlenmäßig.

Drei- oder zehnfache Testumfänge!?

Selbst wenn seit Ende März pro Woche „nur“ z.B. drei Millionen Selbsttests durch die Bevölkerung – im weitesten Sinne privat – genutzt würden (angesichts vorstehender Zahlen eine lächerlich niedrige Schätzung): Damit schon würde die Zahl aller Testungen (einschließlich PCR-Testungen) etwa auf das Dreifache steigen! Die Testpositivquote des RKI bezieht sich aber nur auf den Gesamtumfang der PCR-Testungen, die Schnelltests werden dabei völlig ausgeblendet. Dabei übernehmen die Schnelltests inzwischen auf weiter Flur die allgemeine Überwachung, während PCR sich stärker als (medizinisch präziseres) Kontrollinstrument ausrichtet. Wie RKI gleichwohl unverändert die Positivquote berechnet, als gäbe es die fundamentale Verschiebung im Testregime nicht, ist aberwitzig.

Selbst wenn die Quote jetzt doppelt so hoch läge wie noch im Februar, also bei 12 statt 6 Prozent, wäre sie zustande gekommen, nachdem (bei angenommenen 3 Millionen Schnelltests) fast ein dreimal so großer Ausschnitt der Bevölkerung getestet worden wäre. Das heißt: selbst wenn ein gewisser Anteil derjenigen, deren Selbsttest zuhause positiv ausgefallen ist, entgegen der behördlichen Empfehlung hinterher nicht auch noch einen PCR-Test machen lässt und daher unter dem amtlichen Radar bliebe, wäre insgesamt durchaus nicht von einem Neuanstieg der (tatsächlichen Anzahl – einschließlich Dunkelziffer – aller) Infektionen auszugehen, geschweige denn von einer gefährlichen „dritten Welle“.

Schnelltests im privaten Umfeld könnten aber auch zu weit größeren Umfängen genutzt werden als „nur“, wie gerade erwogen, 3 Millionen je Woche. Es gibt über 80 Millionen Menschen in Deutschland. Wenn nur zehn Prozent davon besonders hypochondrisch vorsichtig sind und den Selbsttest zweimal je Woche anwenden, wäre das ein Potenzial von 16 Millionen zusätzlicher Schnelltests; die „Ausleuchtung“ in die Bevölkerung hinein wäre – gegenüber anderthalb Millionen PCR-Testungen – ungefähr 10-mal so stark! Ist es denkbar, dass ungefähr 60 Millionen Schnelltests pro Monat in Laienhänden landen? Angesichts der Zahlen der Bundesregierung wäre das nicht nur möglich, sondern wahrscheinlich. Die kommerziellen Anbieter verraten leider nicht gern ihre Umsätze, also lässt sich nur spekulieren, was bei Aldi oder im Drogerieladen über die Theke geht – aber welche Stückzahlen genau durch welchen Kanal gelangen, ist für die Gesamtreichweite aller Schnelltests im Grunde auch nicht wichtig.

Eigentlich, auch dies die x-te Wiederholung, wäre es natürlich Aufgabe des RKI, die Zahlen seriös zu erfassen und zu analysieren. Es werden aber selektiv nur solche statistischen Bruchstücke propagiert, die „ins Bild passen“ und Hysterie unterstützen. Wieviele zusätzliche „Neuinfektionen“ (also überwiegend sowieso nur Pseudo-„Fälle“) landen nur deshalb in den „Inzidenzwerten“, weil man inzwischen Millionen ängstlicher Bürger das dauernde Selbsttesten zuhause ermöglicht – es kann ja sein, dass diese Zahl auch gar nicht so einfach exakt zu erheben ist. Aber RKI und Politik insgesamt verschließen vor dem Phänomen vorsätzlich die Augen und suggerieren der Öffentlichkeit, daran liege der Anstieg der „Fallzahlen“ ganz bestimmt nicht. Vielleicht ist es auch Selbsthypnose?

Im Klartext: Das ist eine ungeheure Irreführung, es ist unprofessionell bis schlampig, es ist meilenweit entfernt von jeder Art von Wissenschaftlichkeit oder auch nur korrekter Bürokratie, es ist verlogen und unverantwortlich. Das gesamte PCR-Test- und Lockdown- und Quarantäne-Regiment ist schon seit letztem Sommer überwiegend ein absurdes Theater ohne fachlich tragfähige Grundlage. Jetzt, mit den explosionsartig ansteigenden Testmöglichkeiten – wie gesagt: zig Millionen pro Monat! – wird die Sache noch einmal in ungeahnter Weise auf die Spitze getrieben. Die Politik reißt uns endgültig in einen Propaganda-Wirbel und -Schwindel, im Vergleich zu dem noch die vordergründigste Zahnpasta-Werbung ein Vorbild an Seriosität wird. Da können Sie genauso gut einem beliebigen Gebrauchtwagenhändler unbesehen ein „Sammlerstück“ abkaufen.

RKI in der Erklärungsfalle, ohne Ausweg

Aus der vorstehenden Bewertung gibt es für die Corona-Diktatoren argumentativ kein Entrinnen. Denn die vielen Abermillionen an Schnelltests, um die die Politik sich ja offiziell und lautstark rumpelnd bemüht und mit denen sie sich gleichzeitig brüstet, sind nun mal in der Welt, und eben auch für den Privatanwender ohne Meldepflicht eines Positivergebnisses. Man ist sich zwar nicht ganz sicher, ob man dem Privatmenschen eigentlich überhaupt soviel Eigenverantwortung zutrauen kann und soll, aber letztlich will man einfach möglichst viel gemacht haben, und dann darf eben auch der Laie sich das Nasenloch nach Antigenen absuchen. Es gibt dann aber im Ergebnis rein logisch-analytisch nur zwei Optionen, zwischen denen das tatsächliche Geschehen sich abspielen kann:

Entweder mit den Selbsttests daheim finden sich (asymptomatische) Infizierte, die zur Sicherheit alle noch einen PCR-Test machen lassen – und treiben damit die Positivenquote des amtlichen Testregimes massiv in die Höhe, ohne dass die medizinische Gefährdung der Bevölkerung eine größere wäre als zuvor und ohne die Schnelltests. Oder, rein theoretisch: Die höhere Positivenquote derjenigen, die beim PCR-Test landen, hat tatsächlich mit den Schnelltests überhaupt nichts zu tun, sondern aus irgendwelchen (unerklärlichen) Gründen wird dieser Teil der Bevölkerung inzwischen tatsächlich wieder deutlich häufiger infiziert – während aber gleichzeitig (viele) zusätzliche Millionen von sich selbst testenden Privatpersonen praktisch überhaupt keine Infektion bei sich aufspüren und deshalb auch nichts zu der PCR-Positivenquote beitragen? Was klar beweisen würde – in diesem hypothetisch gedachten Fall –, dass das Virus in breiten Bevölkerungskreisen praktisch vollkommen bedeutungslos wäre, also der wahnwitzige Wunschzustand „no covid“ schon längst erreicht? Ein solches Szenario als Erklärung wäre offensichtlich unsinnig.

Also wenn das RKI glauben machen will, die steigende „Inzidenz“ und die steigende Positivenquote der PCR-Testungen habe mit den explosionsartig verbreiteten Schnelltests so gut wie nichts zu tun, obwohl der Wiederanstieg der angeblichen „Neuinfektionen“ und die Verfügbarkeit der Schnelltests zeitlich exakt zusammenfallen, dann muss die Behörde erklären, warum Millionen verunsicherter Deutscher sich solche Test-Sets besorgen oder z.B. vom Arbeitgeber in die Hand bekommen, dann aber entweder alle negativ testen und völlig gesund sind, oder sie testen positiv, müssen allerdings damit rechnen, dass das mit hoher Wahrscheinlichkeit falsch-positiv ist, werden auch behördlich und auf allen Medienkanälen ganz dringend gebeten, unbedingt in diesem Fall einen PCR-Test zu ergänzen, verweigern sich aber dann dieser Aufforderung fast vollständig und spielen lieber Risiko, während gleichzeitig die Demoskopie angeblich aus der Bevölkerung hört, man wolle auf Nummer sicher gehen? Hier gehören jetzt eigentlich drei Zeilen nur mit Fragezeichen hin.

Das Virus wäre plötzlich viel harmloser

Das Ausmaß, in dem wir für absolut blöd verkauft werden, erreicht inzwischen die Höhe des Mount Everest, die Luft zum Atmen wird wirklich dünn. Und während uns die angeblichen „Inzidenzen“ angeblicher Infektionen per Megaphon in beide Ohren gebrüllt werden, dümpelt ein sehr aussagekräftiger statistischer Wert sehr stabil vor sich hin: Die Hospitalisierungen haben nämlich NICHT zugenommen, während – seit der 9. KW – die „Inzidenz“ einen raschen Anstieg hinlegt: Sie bewegen sich ausdauernd bei ungefähr vier- bis fünftausend pro Woche. (Nebenbei: Das bedeutet, von etwa 18.000 Deutschen landet genau eine Person pro Woche mit dem Virus im Krankenhaus. Was noch lange, lange nicht den Tod bedeutet. Und diese eine Person ist mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit alt, übergewichtig, vorerkrankt und hat eine „Kommunikationsbarriere“. Und deswegen sollen 80 Millionen gesunde Menschen noch einmal wochenlang zuhause eingesperrt werden. In welchem falschen Film leben wir eigentlich hier? Wie bekloppt ist das?)

Für die 13. KW deutet sich sogar ein spürbarer Rückgang der Hospitalisierungen an, von rund 4.800 in der Vorwoche fast auf ein Drittel weniger – allerdings kann sich durch verspätete Meldungen das Bild noch verschieben. Jedenfalls widersprechen diese harten Zahlen nicht nur der Behauptung, es gebe eine „dritte Welle“. Sie widerlegen noch dazu die Behauptung, aufgrund der neuen „Mutanten“ sei das Virus gefährlicher geworden. Denn gäbe es plötzlich wirklich wieder viel mehr Fälle, dann führt die Ansteckung ganz im Gegenteil inzwischen viel weniger wahrscheinlich ins Krankenhaus: Beim bisherigen Höhepunkt sowohl der „Infektionen“ wie der Hospitalisierungen in der 51. KW kam je einmal „ab ins Krankenhaus“ auf 14,2 – in der 12. KW aber auf 24,3 „Infektionen“. Damit hätte die Virenfamilie aus China ganz massiv an Wirkung eingebüßt, nämlich um über 40 Prozent beim Hospitalisierungs-Risiko je Ansteckung!

Wahrscheinlich aber sind die angeblichen höheren Fallumfänge ohnehin nur eine statistische Fiktion, und wir können von vornherein aufatmen; es wäre mit den bekannten Zahlen ohne weiteres plausibel, wenn die jeweils aktuelle Erkrankungs-Intensität der Bevölkerung insgesamt sogar spürbar zurückginge. (Dazu müsste die Gesamtreichweite aller Testverfahren zusammen gegenüber dem Januar/Februar nur etwas mehr als verdoppelt sein, wovon wir wohl sicher ausgehen können. Oder die Zahlen der Bundesregierung über die so mannhaft besorgten Schnelltests wären komplett gelogen – oder die Tests wären zwar irgendwie da, aber niemand würde sie tatsächlich anwenden.)

Ein Tsunami dummdreister Propaganda

Damit das ganz klar ist: Jeder, der will, soll sich gern täglich neu zuhause selbst testen, dann aber für den Gang zum Supermarkt auch konsequent einen Helm aufsetzen. Doch im Ernst: Jeder Altenheim-Besucher sollte wirklich einem Schnelltest unterzogen werden, das ist vernünftig und notwendig; die Pflegekräfte sowieso. Es geht hier nicht gegen Vorsicht und Schnelltests. Es geht aber darum, zu erkennen, dass es durch viele Millionen Antigen-Schnelltests, die es in vergleichbaren Umfängen noch im Februar nicht gegeben hat, die aber seit Anfang März rasch zunehmend sogar der Privatmann aus dem Supermarkt mitbringen kann, zwingend zu dem beobachteten Anstieg der „Fälle“ – also PCR-Positivergebnisse – kommen musste, dass die Bevölkerung aber eben nicht medizinisch stärker unter dem Virus leidet als vorher, sondern dass man jetzt nur genauer hinsehen – und sich effektiver schützen kann.

Dieselbe Politik, die auf diese zusätzliche „Sicherheit“ ganz stolz ist, will uns zugleich in Verkennung der Zusammenhänge einreden, das sei jetzt die böse „Dritte Welle“. Nein, ist sie nicht. Deutschland geht allerdings unter in einem Tsunami aus entrücktem Machtrausch, wahnhafter Inkompetenz und dummdreister Propaganda. Diejenigen Politiker und Parteien (darunter auch eine dem Anspruch nach freiheitliche!), die sich diesem wahrlich gefährlichen Treiben selbst jetzt noch nicht entziehen, sind – falls die Wahlen denn stattfinden im Herbst – für einen Bürger nicht mehr wählbar.

 

Dieser Beitrag ist zuerst auf der „Achse des Guten“ erschienen. Ich danke den Kollegen herzlich für die Freigabe. Gastbeiträge geben immer die Meinung des Autors wieder, nicht meine. Ich schätze meine Leser als erwachsene Menschen und will ihnen unterschiedliche Blickwinkel bieten, damit sie sich selbst eine Meinung bilden können.

Bild: Bihlmayer Fotografie/Shutterstock
Text: Gast

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