„Lässt sich die AfD noch aufhalten? Nach zehn Jahren Kampf ziehen wir Bilanz.“
Das schrieb Jochen Wegner, Chef der „Zeit“, dieser Tage in seinem Newsletter. Nicht hinter vorgehaltener Hand. Nicht als Versprecher. Sondern ganz selbstverständlich, als wäre es das Normalste der Welt.
Sie tun nicht mal mehr so, als seien sie Journalisten.
Sie sprechen offen von Kampf.
Und wundern sich, dass ihnen keiner mehr glaubt.
Ich kenne Wegner aus gemeinsamen Jahren beim „Focus“ — damals noch Print, Ressort Forschung & Technik, in der Ära Helmut Markwort. Er wirkte auf mich immer wie der Typus, den ich schon in der Schule nicht mochte – die immer um den Lehrer herumwinseln.
In der Schule machte man so gute Noten, im Beruf Karriere.
Ich neige dazu, die rot-grünen Journalisten als Haltungskrieger zu sehen und nicht als Opportunisten. Der Karriereweg von Wegner lässt mich daran zweifeln. Der Mann fiel beim damals noch konservativen „Focus“ nie als Linker auf. Auch mit dem World Economic Forum hat er keine Berührungsängste und tauchte dort auf.

Stramm links wirkte er erst, nachdem er zu linken Medien wechselte.
Ich kann ihm nicht in den Kopf schauen. Aber auf mich wirkt er weniger als Überzeugungstäter oder Glaubenskrieger, der wirklich glaubt, im Kampf für das Gute zu stehen – quasi im Heiligen Krieg gegen „rechts“.
Dreht morgen der Wind – wie schnell dreht sich dann Wegner?
Ich weiß es nicht. Sicher kann ich nur eines sagen: Wer solche Zeilen in seinem Briefing schreibt, ohne zu merken wie entlarvend sie sind, wirkt für einen Chefredakteurs-Posten nicht nur journalistisch, sondern auch intellektuell schlicht überfordert.
Ein Typus, der immer nach oben fällt
Wegner ist ein Typus, den ich gut kenne aus dem deutschen Medienbetrieb. Aalglatt, äußerlich selbstsicher, eine Spur zu sehr sogar, so dass es arrogant wirkt — aber diese Arroganz ist ja oft eine gut gepflegte Fassade über tiefer innerer Unsicherheit.
Dieser Typus fällt im deutschen Medienbetrieb immer nach oben. Die Unsicherheit ist der Motor, die Anpassungsfähigkeit der Treibstoff, quasi das Gleitmittel für den flutschigen Aufstieg.
Das Gefährliche an diesem Typus: Er verwechselt seinen Karriereinstinkt mit Überzeugung. Und seinen Kampf mit Journalismus.
Dass jemand wie Wegner Chef der Zeit werden konnte, zeigt, wie weit die Karriere-Inzucht in deutschen Medienhäusern bereits fortgeschritten ist: Es ist ein geschlossenes System, in dem nicht Leistung und Kompetenz zählen – sondern „Haltung“ und Männchen-Machen.
Wenn Sie Journalismus statt Kampf wollen – hier können Sie dabei mithelfen.
PS: Passend zum Thema hier mein Text Handelsblatt-Redakteur mit kinoreifer Maskerade bei SPD aktiv – Mit angeklebtem Bart und falschem Namen – von den Genossen gedeckt
PPS: Und noch ein zweiter Artikel: Schweigen statt Korrektur – die Augsburger Allgemeine und ihr Chefredakteur. Ein Leserbrief, drei Monate Funkstille – und eine erschreckende Lektion über Medienarroganz
PPPS: Wie Karrieristen und politische Überzeugungen die wichtigste Nachrichtensendung des Landes prägen — ein ehemaliger Tagesschau-Redakteur schreibt aus dem Inneren. „Inside Tagesschau — Angepasst. Aktivistisch. Abgehoben.“ Von Alexander Teske, Langen Müller 2025:
PPPP: Wegner ist kein Einzelfall. Wie ein ganzes System Karrieristen nach oben spült und Journalisten aussortiert — demnächst in einer Serie auf meiner Seite.
Bild: Symbolbild/KI/Grok World Economic Forum / Flickr, CC BY-NC-SA 2.0
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