Von Kai Rebmann
Im Jahr 2025 hat es in Deutschland so wenige Geburten gegeben wie seit der Wiedervereinigung nicht und rund 18 Prozent weniger als noch im Jahr 2021. Die Zahl der Sterbefälle wird aller Voraussicht nach zum fünften Mal in Folge seit 2021 über der Millionen-Marke liegen. Eine wirklich zufriedenstellende Erklärung, die gleichzeitig auch als „politisch und gesellschaftlich korrekt“ durchgehen kann, gibt es dafür nicht – und es scheint auch niemanden wirklich zu interessieren.
Da spielt es dann offenbar auch keine Rolle, dass immer wieder gerade auch junge Menschen aus dem Leben scheiden, die nicht nur angesichts ihres Alters eigentlich noch nicht sterben sollten. Meldungen über Sportler, die einfach tot umfallen oder morgens nicht mehr aufwachen, oder sogenannte „medizinische Notfälle“ auf den Tribünen der Bundesliga-Stadien sind keine Ausnahmen mehr, sondern gehören längst zur neuen Normalität.
Wie dramatisch diese Entwicklung mittlerweile ist, belegt die folgende Grafik, die die immer größer werdende Lücke zwischen den Geburten und Sterbefällen in Deutschland zeigt. Klar ersichtlich ist dabei, dass es spätestens im Jahr 2022 zu einem explosionsartigen Anstieg kam, der bis heute anhält und sich auf diesem schon hohen Niveau auch tendenziell fortsetzen wird:

Im Jahr 2019, dem letzten „Vor-Corona-Jahr“ lag die Differenz zwischen Sterbefällen und Geburten in Deutschland noch bei 161.430, der damalige Rekordwert datierte aus dem Jahr 2013 und lag bei 211.756. Die dann folgenden Jahre stellten und stellen bis heute aber alles bisher Dagewesene weit in den Schatten. Im Jahr 2020 stieg dieser Saldo auf 212.428, im Jahr 2021 auf 228.195, um dann in den Jahren 2022 (327.522), 2023 (335.217) und 2024 (330.641) erst so richtig durch die Decke zu gehen. Für das Jahr 2025 droht mit einer Lücke von rund 350.000 das Durchbrechen einer weiteren traurigen „Schallmauer“. Und das alles ganz ohne Pandemie oder sonstige für jedermann sofort auf der Hand liegenden Erklärungen.
So wenig Geburten wie noch nie seit der Wiedervereinigung
Das Statistische Bundesamt teilt zur Zahl der Geburten in Deutschland im vergangenen Jahr mit: „Von Januar bis September 2025 wurden nach vorläufigen noch unvollständigen Angaben rund 494.000 Kinder geboren. Das waren 4,3 Prozent weniger Geburten als im gleichen Zeitraum des Jahres 2024.“ Über die historische Dimension schweigt sich Destatis dagegen aus, geschweige denn, dass man sich dort um mögliche Erklärungsversuche für eine Entwicklung schert, die eigentlich alle Alarmsignale längst auf Rot gestellt haben sollte.
Auch das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) muss in einer Pressemitteilung vom 30. Juli 2025 konstatieren: „Die Geburtenrate in Deutschland ist zwischen 2021 und 2024 deutlich von 1,58 auf 1,35 Kinder pro Frau gesunken. Dahingegen blieb die – darüber liegende – Anzahl der gewünschten Kinder im gleichen Zeitraum stabil.“ Dr. Carmen Friedrich, Bevölkerungsforscherin beim BiB erklärt dazu: „Die durchschnittliche Anzahl der Kinder, die junge Erwachsene bekommen möchten, ist in den letzten Jahren konstant geblieben und liegt deutlich über der aktuellen Geburtenrate.“
Im Klartext: Der sogenannte „Fertility Gap“, also die Differenz zwischen Zahl der gewünschten und Zahl der tatsächlich geborenen Kinder, hat sich innerhalb von nur drei Jahren auf zuletzt 0,41 verdoppelt. Statistisch wünscht sich jede deutsche Frau 1,76 Kinder, tatsächlich hatte jede Frau im vergangenen Jahr aber nur 1,35 Kinder, bei den Frauen mit deutscher Staatsangehörigkeit lag dieser Wert sogar bei nur noch 1,23.
Die Erklärung dafür ist folgende: Im Jahr 2021 wurden in Deutschland noch 795.492 Kinder geboren, im Jahr 2024 kamen nur noch 677.117 Babys auf die Welt. Im Jahr 2025 ist – hochgerechnet und ausgehend von dem oben prognostizierten Minus von 4,3 Prozent – von nur noch rund 648.00 Neugeborenen auszugehen. Vergleicht man diese Zahl mit den Geburten noch im Jahr 2021, so liegt der Rückgang sogar bei 18,54 Prozent. Da spielt es dann auch kaum noch eine Rolle, ob die endgültige Statistik für das laufende Jahr 2025 dann 645.000 oder 650.000 Geburten ausweisen wird.
Der längst überfällige Alarmruf bleibt aber dennoch aus. Stattdessen werden Erklärungen bemüht, die sich aber spätestens beim zweiten Blick als nicht sehr plausibel erweisen. So spricht etwa das BiB von einem „Geburtenaufschub“, der seine Ursache in den „multiplen Krisen“ der jüngeren Vergangenheit und Gegenwart habe, etwa in „Pandemie, Ukraine-Krieg, Klimawandel“.
Aber: Krisen gab es immer schon. Doch weder nach 09/11 noch nach der Weltwirtschaftskrise 2008, nach Fukushima 2011, der Krim-Krise 2014 oder der Migrationskrise seit 2015 ließen sich derartige Rückgänge bei den Geburtenzahlen feststellen. Hinzu kommt, dass der Klimawandel nicht erst seit 2021 als omnipräsentes Problem diskutiert wird und die Corona-Krise spätestens im Jahr 2022 für beendet erklärt wurde. Die Gründe für diesen massiven, seit Ende 2021 zu beobachtenden und in diesem Ausmaß seit der Wiedervereinigung noch nie dagewesenen Geburtenrückgang in Deutschland müssen also woanders zu suchen sein.
Oder anders formuliert: Irgendwas muss im Jahr 2021 passiert sein, das ab 2022 zu einem bis heute anhaltende Rückgang der Geburtenrate in Deutschland geführt hat. Die mögliche Kausalität zwischen der neuartigen Corona-Impfung und eben dieser Entwicklung wurde auf dieser Seite in den vergangenen Jahren schon mehrfach diskutiert (siehe unter anderem hier und hier), gilt in der allgemeinen Wahrnehmung aber weiter als eisern verteidigtes Tabu – allen offenkundigen Warnsignalen in Form offizieller Daten zum Trotz.
Lorem ipsum dolor sit amet...
Wo in diesem Zusammenhang über Geburtenraten gesprochen wird, lohnt es sich, den Blick auch auf das andere Ende des Lebenszyklus zu richten, die Sterbefallzahlen in Deutschland. Und dort zeigt sich seit dem Jahr 2021 – nicht etwa seit dem Jahr 2020 – ein ganz ähnliches Bild, nur dass die entsprechenden Zahlen in ebenso dramatischer Weise ansteigen, wie sie bei den Geburten in den Keller gehen. Im Jahr 2021 starben in Deutschland laut Statistischem Bundesamt erstmals seit der Wiedervereinigung mehr als eine Million Menschen, seither wurde diese Marke nicht mehr unterschritten – 2021: 1.023.687, 2022: 1.066.341, 2023: 1.028.206, 2024: 1.007.758.
Auch für das Jahr 2025 wird sich die Zahl der Sterbefälle in Deutschland allen Prognosen und Hochrechnungen zufolge um die Million-Marke einpendeln. Nun ist bei absoluten Zahlen immer eine gewisse Vorsicht geboten, da es teilweise gegeneinander arbeitende bzw. sich mehr oder weniger egalisierende Faktoren wie Bevölkerungsgröße, Alterung der Gesellschaft oder Lebenserwartung zu berücksichtigen gilt. Ein brauchbarer Indikator ist daher die sogenannte Übersterblichkeit, die auf dieser Seite in den vergangenen Jahren ebenfalls wiederholt thematisiert wurde (siehe hier und hier).
Von einer allgemeinen, also einer bundesweiten Übersterblichkeit in Deutschland will das Robert-Koch-Institut im Dezember 2025 aber nichts wissen und versucht im aktuellen Bericht vom 23. Dezember zu beschwichtigen: „In der aktuell betrachteten Woche (08.12.2025 – 14.12.2025) lag die beobachtete Fallzahl bundesweit 1,8 Prozent über der erwarteten Sterbefallzahl (keine Übersterblichkeit). In 2 Bundesländern wurde Übersterblichkeit detektiert (Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt). Die Analysen nach Altersgruppen ergaben keine Übersterblichkeit.“
Das sah im Jahresverlauf freilich schon ganz anders aus. Allein in der Altersgruppe der 15- bis 44-Jährigen musste das RKI in den vergangenen 12 Monaten nicht weniger als achtmal (!) eine Übersterblichkeit feststellen. Eine brauchbare Erklärung, weshalb gerade in dieser Altersgruppe, deren Mitglieder eigentlich nicht sterben sollten, dafür aber umso anfälliger für bestimmte Impfnebenwirkungen wie etwa Herzmuskelentzündungen sind, konnte oder wollte das RKI nicht liefern.
Herzmuskelentzündungen gehören nicht nur zu den häufigsten und bekanntesten Nebenwirkungen der Impfung, sondern auch zu den vielleicht am meisten unterschätzten Langzeitfolgen. Die Deutsche Herzstiftung stellt auf ihrer Homepage klar: „Nachdem die Patienten eine Myokarditis überstanden haben, versuchen die Ärzte, langfristige Risiken zu minimieren. Sie werden je nach Schwere und Verlauf weitere Kontrolluntersuchungen nach drei bis sechs Monaten anordnen. Ihr Ziel ist, eine Herzschwäche möglichst rasch zu erkennen und die Behandlung – soweit erforderlich – anzupassen.“ Eine vollständige Genesung ist demnach nicht zu erwarten, es geht im Nachgang lediglich darum, „langfristige Risiken zu minimieren.“
Doch was bedeutet Übersterblichkeit überhaupt? In der Arithmetik des RKI heißt das, dass in einem bestimmten Zeitraum – etwa innerhalb einer Woche, eines Monates oder eines Jahres – in einer bestimmten Gruppe oder einem klar abgegrenzten geografischen Gebiet signifikant mehr Sterbefälle zu verzeichnen sind als im jeweiligen Vergleichszeitraum. Letzterer wiederum umfasst immer die zurückliegenden 4 Jahre, wobei der jeweils höchste und niedrigste Wert gestrichen und so der Median ermittelt wird.
Das heißt: Ob es in Deutschland im Dezember 2025, oder auch im gesamten Jahr, eine Übersterblichkeit gibt, bemisst sich an den Werten aus den Jahren 2021 bis einschließlich 2024 – Jahren also, in denen es nachweislich zuvor noch nie dagewesene Sterbefallzahlen gegeben hat. Und trotzdem gab und gibt es im Jahresverlauf praktisch durchgängig zumindest einzelne Regionen und/oder Gruppen, in denen diese schon sehr hoch liegende Latte zur offiziellen Übersterblichkeit gerissen wird. In den vergangenen 12 Monaten gab das RKI insgesamt 68 (!) Meldungen zur Übersterblichkeit heraus. Zum Vergleich: Noch im Jahr 2020, als zwar ein neuartiges Virus, dafür aber noch keine neuartige Impfung gab, lag diese Zahl bei 45.
Meine neuesten Videos und Livestreams
Sicherheits-Placebo: Wie Augsburg sich mit Pollern vor Terror „schützt“ – aber nichts verhindert
Unheimlich daheim. Weihnachten in Augsburg
CDU-Außenminister gibt jetzt die Baerbock – Moral-Wahn statt Vernunft, und wir alle zahlen den Preis
Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben immer die Meinung des Autors wieder, nicht meine. Ich schätze meine Leser als erwachsene Menschen und will ihnen unterschiedliche Blickwinkel bieten, damit sie sich selbst eine Meinung bilden können.
Kai Rebmann ist Publizist und Verleger. Er leitet einen Verlag und betreibt einen eigenen Blog.
Bild: Shutterstock.comBitte beachten Sie die aktualisierten Kommentar-Regeln – nachzulesen hier. Insbesondere bitte ich darum, sachlich und zum jeweiligen Thema zu schreiben, und die Kommentarfunktion nicht für Pöbeleien gegen die Kommentar-Regeln zu missbrauchen. Solche Kommentare müssen wir leider löschen – um die Kommentarfunktion für die 99,9 Prozent konstruktiven Kommentatoren offen zu halten.
Mehr von Kai Rebmann auf reitschuster.de





