Kann man mit Männern noch befreundet sein? Fall Ulmen: Spiegel hetzt, FAZ zündelt, Freunde richten hin

Wer in diesen Tagen deutsche Leitmedien liest, wähnt sich nicht in einer liberalen Demokratie, sondern in einem moralischen Ausnahmezustand. Was als berechtigter Kampf gegen die Unterdrückung eines Geschlechts begann, ist zum Hass auf das andere geworden. Statt Gleichberechtigung bekommen wir Inquisition und Vergeltung. Die Emanzipation, einst eine Sternstunde der Freiheit, frisst ihre eigenen Ideale. Mit maximalem gesellschaftlichen Kollateralschaden: Aus dem Dialog wurde ein Schauprozess, aus dem Rechtsstaat ein Instagram-Mob. Der Generalverdacht gegen das „falsche“ Geschlecht ist die neue Bürgerpflicht.

Ein Mann soll über Jahre die Identität seiner Frau gestohlen, in ihrem Namen sexualisierte Chats mit Männern geführt und gefälschte intime Inhalte verbreitet haben. Die Vorwürfe von Collien Fernandes gegen ihren Ex-Ehegatten Christian Ulmen erschüttern Deutschland. Wenn sie zutreffen, sind sie erschütternd und verdienen eine harte Strafe. Aber: Was der „Spiegel“ daraus machte, ist kein Journalismus, sondern Agitprop, Manipulation und Vorverurteilung (siehe hier – mitsamt den unglaublichen neuen Volten, am Ende des Artikels als PS).

Die Berichterstattung ist längst zu einer massiven Kampagne geworden – wie so oft beim „Spiegel“. Das jüngste Beispiel – ein journalistisches „Beiboot“ zu der großen Artikel-Kampagne – trägt den Titel: „Kann man mit Männern noch befreundet sein? Ja, unbedingt!“

Der Artikel tut zumindest so, als sei er gut gemeint. Autorin Anna Clauß verteidigt Männer gegen Pauschalverdacht. Dem, was sie da darlegt, kann man kaum widersprechen. Aber dennoch ist dieser Text ein Dokument des ideologischen Irrsinns — nicht trotz seiner guten Absichten, sondern wegen ihnen. Denn wer eine absurde Frage überhaupt erst beantwortet, adelt sie zur legitimen Debatte. Und wie bitte tickt eine Redaktion, in der so ein Irrsinn durchrutscht? Wie tief ist man in der Ericusspitze 1 in Hamburg kollektiv im männerfeindlichen Ideologie-Sumpf gefangen, dass niemand mehr die Notbremse zieht bei so einer Überschrift? Dass man sie offenbar für ganz normal hält?

Lassen Sie uns ein kleines Gedankenexperiment machen, um die die Absurdität des Ganzen zu zeigen. Stellen wir uns vor, ein Linkshänder begeht einen Mord. Der Spiegel titelt: „Kann man mit Linkshändern noch befreundet sein? Ja, unbedingt!“ Oder stellen Sie sich das ganze mit Menschen mit einer bestimmten Haarfarbe vor. Oder gar Nationalität Oder besonderer Nasenform. Der Aufschrei wäre zu Recht gewaltig. Nicht wegen der Antwort — sondern wegen der infamen Frage. Die Frage selbst ist die Dehumanisierung. Die Antwort ist nur feige Schadensbegrenzung. Und gerade in Zeiten, in denen immer mehr Menschen (ich leider auch oft genug) nur noch die Überschrift lesen, bleibt genau das Framing derselben hängen. Das macht es so manipulativ. So infam.

Und der Spiegel ist dabei leider nicht allein. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) — jenes Blatt, das sich noch immer für konservativ hält, während es seit Jahren fleißig rot-grün durchgefärbt ist — fragt anlässlich desselben Falls einen „Männerforscher“: „Schlummert in jedem Mann ein Monster?“ Was für eine Frage! Und was für eine Antwort des Sozialpsychologen Rolf Pohl: Zumindest führten „viele Männer einen Krieg gegen Frauen.“ Die FAZ, einst das unbestechliche Hochamt des liberalen Bürgertums, druckt das ohne Wimpernzucken. Was früher als intellektueller Suizid gegolten hätte, ist heute das Standardprogramm eines Blattes, das seine Leser nicht mehr informiert, sondern umerzieht. Was bei jeder anderen Gruppe — Migranten, Muslime, Frauen — als primitive Hetze vom Hof gejagt würde, gilt hier als seriöser akademischer Diskurs. Zwei Leitmedien, ein Reflex, eine Zielgruppe: die Hälfte der Bevölkerung unter Generalverdacht. Die FAZ hat den Kompass — den der Spiegel vor lauter Linksdrall nie hatte — nicht nur verloren. Sie hat ihn gegen den moralischen Ablasshandel eingetauscht.

Und dann die Freunde von Ulmen. Benjamin von Stuckrad-Barre, 30 Jahre mit dem Schauspieler befreundet, beendet die Freundschaft per Instagram — öffentlich, ausführlich, selbstkritisch bis zur narzisstischen Selbstgeißelung. Er erklärt in epischer Breite, warum sein anfängliches Zögern „bereits eine Position“ gewesen sei. Mit „realen Folgen.“ Fahri Yardim liefert Ähnliches: erschüttert, solidarisch, haltungssatt. Das Publikum applaudiert. Kein Urteil, keine Verurteilung, keine Anklage — Ulmens Anwalt bestreitet die Vorwürfe und bezeichnet die Berichterstattung als rechtswidrig, Ulmen selbst kann sich ohne Prozessrisiko kaum äußern. Und trotzdem schon die komplette soziale Exekution, live auf Instagram, mit digitalem Fallbeil.

Man fragt sich: Was sind Freundschaften wert, die bei bloßen Vorwürfen wie welkes Laub im Gesinnungssturm fallen? Und was sagt es über unser Rechtsverständnis, wenn die öffentliche Hinrichtung der Rechtskraft um Monate vorausläuft — und die Scharfrichter sich dabei noch tugendhaft fühlen?

Bei Männern gilt eben: Der Verdacht genügt. Die Medien stellen die Frage, die Akademiker liefern den ideologischen Unterbau, die Freunde besorgen die Exekution. Alles gut gemeint. Und alles erschreckend totalitär. Der Offenbarungseid einer Gesellschaft, die sich ein „nie wieder“ auf die Fahnen geschrieben hat – und gar nicht merkt, wie sehr ihr Denken in seiner Struktur dem ihrer Großväter ähnelt, nur unter anderem Lack – diesmal rot-grün. Die Software ist eine völlig andere – aber die Hardware ähnelt erschreckend der alten.

Noch ein Beispiel

Es gibt eine Denkschule, die sagt: Besser falsche Fragen stellen und beantworten als gar nicht reagieren. Das klingt pragmatisch — ist aber ein intellektuelles Armutszeugnis und eine Selbstentlarvung. Wer die Frage stellt „Vergiften Juden eigentlich Brunnen?“ hat nicht aufgeklärt – auch wenn er die Frage danach lang und ausführlich verneint. Denn was hängen bleibt, ist das Bild – nicht die Verneinung. Wer so agiert, hat das menschenfeindliche Framing nicht nur als Diskursraum akzeptiert – er hat es als Bild in den Köpfen verankert. Wer aufklären wollte, hätte eine andere Überschrift gewählt.

Anna Clauß tut so, als meine sie es gut. Der Spiegel tut so, als meine er es gut. Die FAZ tut so, als meine sie es gut. Stuckrad-Barre tut so, als meine er es gut. Aber sie meinen es nicht gut. Sie alle surfen lediglich auf den opportunistischen Wellen des rot-grünen Zeitgeists. Was sie als Moral verkaufen, ist in Wahrheit die nackte Angst, nicht mehr dazuzugehören — oder das kalte Kalkül, im neuen Tugend-Terror ganz oben mitzuschwimmen. Der Wahnsinn kommt hier nicht als Feind. Er kommt als vermeintlich edle Haltung, die in Wahrheit nur die Kapitulation vor dem Mob ist. Die Barbarei trägt heute keine Springerstiefel. Sie trägt den moralischen Zeigefinger — und das digitale Fallbeil.

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Bild: KI-generiert/Grok