Es ist schon wieder passiert: Was gestern noch als „rechte Verschwörungstheorie“ diffamiert wurde, entpuppt sich heute als nackte, belegbare Realität: Die gezielte Kooperation zwischen Regierung und Haltungsjournalismus zur Vorbereitung von Repressionsgesetzen. Wer den Fall Ulmen/Fernandes betrachtet, sieht kein journalistisches Glanzstück, sondern ein politisches Manöver, das einem bekannten, höchst dubiosen Muster folgt.
Eines vorneweg: Sollten die Vorwürfe zutreffen und der Schauspieler Christian Ulmen – jener Mann, der sich während des Corona-Wahnsinns moralinsauer für die Aktion „Alles dichtmachen“ schämte und sich gerne als Inquisitor gegen Rechts und die AfD gerierte – seine Ehefrau tatsächlich mit Fake-Profilen und Intimitäten gedemütigt haben, wäre dies ein Akt menschlicher Verkommenheit, der strafrechtlich wie moralisch jede Ächtung verdient.
Widerlich ist allerdings auch die geifernde Doppelmoral, mit der das rot-grüne Juste-Milieu diese Vorwürfe instrumentalisiert. Die Unschuldsvermutung, das letzte Bollwerk des Rechtsstaats gegen die Lynchjustiz der Tugendwächter, wird hier kurzerhand entsorgt. Plötzlich formieren sich Demonstrationszüge gegen mutmaßliche Verfehlungen eines Einzelnen – angeführt von exakt jenen Kreisen, die bei massiver sexueller Gewalt durch Zuwanderer eine pathologische Sprachlosigkeit an den Tag legen. Wer angesichts der Opfer nicht-virtueller, physischer Gewalt nicht nur schweigt, sondern unter dem Banner „gegen rechts“ gegen diejenigen demonstriert, die sich darüber empören – und gleichzeitig bei Ulmen den Fackelzug probt, liefert keine politische Kritik, sondern eine klinische Diagnose.
Wie schon beim zur „Wannseekonferenz 2.0“ hochgejazzten „Potsdamer Treffen“ erleben wir auch im Fall Ulmen das Phänomen der „Demos wie von Geisterhand“. Es ist die Inszenierung einer pervertierten „Zivilgesellschaft“, die stramm rot-grün und steuerfinanziert ist und auf Knopfdruck mobilisierbar scheint, sobald das mediale Startsignal gegeben wird. Wenn die Regierungs-PR eine emotionale Kulisse für neue Verbotsgesetze benötigt, stehen die Statisten der Empörung pünktlich auf der Straße, um das nötige Klima der Einschüchterung zu erzeugen.
Der Wahnsinn treibt Blüten:
Die Influencerin Leonie Löwenherz, gefeiert im linken Milieu, forderte via Instagram, Ulmen und andere Täter „an ihren großen Zehen auf den Marktplätzen dieser Nation aufzuhängen und öffentlich zu kastrieren“. Männern, die es wagen, auf rechtsstaatliche Grundsätze zu verweisen, solle das Brandmal „Täterschützer“ auf die Stirn tätowiert werden. „Es sind offensichtlich doch alle Männer“, dekretierte sie in einer Anwandlung von kollektivschuldiger Misandrie. Man stelle sich das mediale Inferno vor, hätte ein Mann Vergleichbares über Frauen artikuliert – die Sondersendungen zur „toxischen Maskulinität“ würden Wochen füllen.
Wahnsinn mit Methode
Doch der eigentliche Skandal ist kein privater, sondern ein politischer Systemfehler. Zur Faktenlage: Collien Fernandes räumt erst auf Nachfrage von NIUS ein, dass Ulmen keine Deepfakes von ihr geteilt habe – nachdem sie diese Falschvorstellung tagelang unkorrigiert im Raum stehen ließ, während sich die Empörungswelle aufschaukelte und die Demos rollten. Genau das aber hatte die Berichterstattung des Spiegels suggeriert, auf der das gesamte Aufblasen des Skandals baute. Fernandes unterscheidet nun – auf Druck – präzise zwischen anonymen Deepnudes und pornografischen Videos, die der Täter unter ihrer Identität verschickte. Die Unschärfe im Spiegel-Artikel war kein Versehen, sondern redaktionelle Methode. Und Fernandes ließ sie wirken.
Diese Methode folgt eins zu eins dem Drehbuch von Potsdam und der Correctiv-Kampagne: Dort wurde ein herbeiphantasiertes Narrativ von „Deportationen“ genutzt, um den Boden für das Demokratiefördergesetz und die Bekämpfung von Meinungen „unterhalb der Strafbarkeitsgrenze“ zu bereiten. Hier dient nun der Fall Ulmen als emotionaler Brandbeschleuniger für das „Digitale Gewaltschutzgesetz“. Der Beleg für diese mediale Komplizenschaft folgte prompt: Spiegel-Autorin Juliane Löffler gab laut „Nius“ im Podcast von Anne Will unumwunden zu, dass die Veröffentlichung auf den Gesetzgebungsplan von SPD-Justizministerin Stefanie Hubig abgestimmt war. Löffler nannte das geplante Gesetz laut Nius als Anlass für das Timing. [Anmerkung: Leser wiesen mich darauf hin, diese Stelle im Podcast nicht gefunden zu haben. Das wörtliche Zitat von Löffler laut „Nius“: „Das zweite ist, dass wir wussten, dass Stefanie Hubig ein digitales Gewaltschutzgesetz plant – das hatte sie auch schon angekündigt – und es natürlich dadurch diese politische Dimension gab.“ „Nius“ wertet das als Eingeständnis politischer Abstimmung – eine Interpretation, die ich teile.]
Das ist kein journalistisches Ethos mehr, das ist die Aufgabe jeder kritischen Distanz. Es ist die exakt gleiche Mechanik wie bei Nancy Faesers Kampf gegen „Delegitimierung“: Ein vermeintliches Enthüllungsmedium liefert den affektiven Aufschlag, die Straße liefert die Empörungskulisse, und das Ministerium präsentiert die bereits in der Schublade liegende Verschärfung als „Antwort auf den öffentlichen Druck“. Wer diese konzertierte Aktion benennt, galt bis gestern als Verschwörungstheoretiker – heute geben die Akteure ihre politische Flankierung stolz vor laufender Kamera zu.
Ein „Leitmedium“, das seine Schlagzahl nach dem Terminkalender einer Ministerin richtet, fungiert nicht mehr als Kontrollorgan, sondern als informelle Pressestelle. Es ist die Transformation von Journalismus in Kampagnenführung. Kritiker sehen in Hubigs Vorstoß zu Recht ein Ermächtigungsinstrument gegen die Meinungsfreiheit. Die Strafbarkeit von Deepfakes bei „nicht mehr sozial hinnehmbarer Ansehensschädigung“ ist eine juristische Kautschuk-Formel, die Tür und Tor für staatliche Willkür öffnet.
Kampagne mit Drehbuch
Wer dahinter nur spontane Empörung vermutet, unterschätzt den langen Vorlauf dieser Kampagne. Fernandes arbeitet bereits seit 2023 eng mit der steuerfinanzierten NGO HateAid zusammen – gemeinsam sammelte man Unterschriften für strengere Netzgesetze. HateAid-Mitgründerin Anna-Lena von Hodenberg räumte selbst ein, dass sie von den Vorwürfen gegen Ulmen schon „vor einigen Monaten“ wusste – also weit vor der Spiegel-Veröffentlichung. Die Organisation hatte bereits im August 2024 einen Forderungskatalog an Ministerien verschickt, der exakt die Gesetze fordert, die jetzt auf dem Tisch liegen. Nach Erscheinen des Spiegel-Artikels startete HateAid dann unter dem Hashtag #DerFeindImEigenenBett eine Social-Media-Offensive mit Behauptungen, die Fernandes selbst so nie erhoben hatte. Die zeitliche Choreografie spricht für sich: Freitag die Spiegel-Geschichte, Wochenende Demo am Brandenburger Tor mit HateAid-Chefin Josephine Ballon als Rednerin, Montag ein Zehn-Punkte-Plan von 250 Prominenten. Das ist keine spontane Zivilgesellschaft. Das ist eine Kampagne mit Drehbuch. Einem schmerzhaft bekannten.
Pikantes Detail am Rande: Ulmen soll ihr das Geständnis an Weihnachten 2024 abgelegt haben. Die Trennung wurde dennoch erst neun Monate später, im September 2025, publik – und auch danach liefen noch gemeinsame Werbespots für Shop Apotheke. Wer das Timing der öffentlichen Kampagne mit diesem Vorlauf zusammendenkt, dem drängen sich Fragen auf.
Der Fall Ulmen/Fernandes ist ein Lehrstück über den Zustand der Republik: Über eine Presse, die die Unschuldsvermutung je nach politischer Opportunität an- und ausschaltet. Über eine politische Klasse, die privates Elend als Treibstoff für repressive Gesetze missbraucht. Und über eine Öffentlichkeit, die – aufgepeitscht von Kastrationsphantasien im Netz – verlernt hat, zwischen einer Schlagzeile und einem Urteil zu unterscheiden.
Ob Ulmen schuldig ist, entscheiden Gerichte. Nicht die Vorzimmer des Spiegels, nicht hysterische Influencerinnen und erst recht nicht eine Ministerin auf der Suche nach einer Rechtfertigung für neue Verbote. Aber während wir auf das Urteil warten, sollten wir eine andere Frage nicht vergessen: Wer urteilt eigentlich über die, die das Urteil vorweggenommen haben?
PS: Das Recherchieren in diesem Sumpf hat seinen Preis – nicht nur journalistisch. Wer die Arbeit dahinter mit einem kleinen Beitrag zur Kaffeekasse entschädigen möchte, dem gilt mein aufrichtiger Dank.
PPS: Dass ich mit meiner Meinung nicht allein stehe, belegt ein Gastbeitrag des Berliner Rechtsanwalts Carsten Brennecke in der Berliner Zeitung. Brennecke analysiert juristisch präzise, was viele nur ahnen: Der Spiegel hat durch „geschickte Insinuierungen und wolkige Wertungen“ beim Leser den Eindruck erweckt, Fernandes verdächtige Ulmen der Herstellung und Verbreitung pornografischer Deepfakes – obwohl genau das im Artikel als Tatsache gar nicht behauptet wird. Handwerklich, so Brennecke, ähnele die Komposition des Spiegel-Artikels der Correctiv-Kampagne zum Potsdamer Treffen: Bilder, Insinuierungen, gezielte Vergleiche mit schwereren Fällen – alles, um beim Leser einen Eindruck zu erzeugen, den der Text selbst nicht trägt.
Die rechtlichen Konsequenzen könnten erheblich sein: Dem Spiegel drohe ein „presserechtlicher Super-GAU“ – ein gerichtliches Verbot wesentlicher Teile seiner Berichterstattung, ähnlich dem Schicksal, das Correctiv und den öffentlich-rechtlichen Medien nach der Potsdam-Berichterstattung zuteil wurde.
Besonders pikant: Laut Brennecke gibt es die von Hubig zur Begründung ihrer Gesetzesverschärfung angeführten „Strafbarkeitslücken“ gar nicht. Das Verbreiten sexuell konnotierter Deepfakes ist bereits heute mit bis zu fünf Jahren Haft bedroht. Die Lücke ist nicht real – sie ist konstruiert
PPPS: Es wird noch absurder. Ulmens Anwalt legt in einer Presseerklärung vom 27. März offen, dass der „Spiegel“ in seiner Agenda-Geschichte gleich mehrere wichtige Sachverhalte verschwieg: Beim Mallorca-Vorfall 2023 wurde nicht nur Ulmen, sondern auch Fernandes von der spanischen Polizei festgenommen – wegen körperlicher Gewalt an ihrem Mann, der eine Verletzung am Hals aufwies. Die Polizei ging von beidseitigen Verfehlungen aus. Auch dass Ulmen zu einem Gerichtstermin in Palma im März 2026 nie geladen worden war, findet sich im Artikel nicht – der „Spiegel“ erweckt den gegenteiligen Eindruck. Und das Brisanteste: Das spanische Verfahren gegen Ulmen ist ausgesetzt – weil Fernandes selbst eine notarielle Erklärung schuldig geblieben ist, die Voraussetzung für die Fortsetzung war. Sämtliche Ermittlungen liegen auf Eis. Das Kartenhaus bricht weiter zusammen. Fernandes ruft derweil weiter zu Demonstrationen auf.
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Bild: KI-generiert/Grok

