Corona-Impfung: Explosives im Kleingedruckten Wirkung "nicht mehr statistisch signifikant"

Impfen, Impfen und nochmals Impfen: Das, so der Eindruck aus Politik und Medien, ist aktuell die wichtigste Strategie im Umgang mit dem Corona-Virus. Dabei muss man nüchtern drei Fakten zugrunde legen: Erstens, dass bislang laut Bundesregierung unbekannt ist, ob eine Impfung überhaupt vor einer Übertragung des Virus schützt. Zweitens, dass sie nicht vor einer Erkrankung an sich schützt, sondern vor einem schweren Verlauf. Und drittens, dass diese schweren, lebensgefährlichen Verläufe bei jüngeren bis mittelalten Menschen sehr selten sind. Nicht hingegen bei Alten und vor allem Hochbetagten, für die SARS-CoV-2 in vielen Fällen eine tödliche Gefahr darstellen kann. Die logische Schlussfolgerung: Geimpft werden müssen vor allem die Älteren. Und genau daran orientieren sich ja auch die Impfempfehlungen.

Soweit, so logisch. Zumindest auf Basis der vorliegenden Daten. Und jetzt das! Im mittleren Teil, aber schon so weit unten, wie kaum ein normaler Leser je vordringt, steht im 74-seitigen „Epidemiologischen Bulletin 2/2021“  des Robert Koch-Instituts (RKI) vom 14. Januar auf Seite 27 eine Passage, die es in sich hat. Auch dort heißt es zwar, wie in den Medien, dass die Wirksamkeit des Biontech-Impfstoffes ab dem siebten Tag nach der zweiten Dosis 95 Prozent betrug. Sodann ist da aber zu lesen: „Auch in der altersstratifizierten Analyse zeigten sich vergleichbar hohe Effektivitätsschätzer, die allerdings bei kleiner werdenden Altersgruppen bzw. Fallzahlen teilweise weite Konfidenzintervalle aufwiesen bzw. nicht mehr statistisch signifikant waren. In der höchsten Altersgruppe (≥ 75 Jahre) ist daher eine Aussage über die Effektivität der Impfung mit hoher Unsicherheit behaftet.“ Auf gut Deutsch: Genau bei denen, die über 75 Jahre alt sind und damit am gefährdetsten, weiß man nichts Genaues.

Was wohl vor allem daran liegt, dass nicht einmal fünf Prozent der 40.000 Teilnehmer an der Studie älter als 75 Jahre waren. Was natürlich etwas merkwürdig ist, wenn man bedenkt, dass der Impfstoff ja gerade für diese Gruppe besonders empfohlen wird. Noch merkwürdiger wird es, wenn man sich die genauen Zahlen ansieht. In der Altersgruppe 75 plus wurden 774 Probanden geimpft, 785 bekamen ein Placebo. Von den Geimpften erkrankte kein einziger an Covid-19, von den Nicht-Geimpften fünf. Daraus ergibt sich eine Schwankungsbreite („95-Prozent Konfidenzintervall“) von -13 Prozent bis 100 Prozent (Seite 27, Tabelle 8). Übersetzt in Alltagssprache heißt das: Zu 95 Prozent liegt die Effektivität der Impfung zwischen minus 13 Prozent und 100 Prozent. Mit anderen Worten: Dieses Ergebnis sagt rein überhaupt nichts aus. Denn es könnte auch sein, dass die schweren Fälle verstärkt auftreten (eben bis zu minus 13 Prozent Effektivität, also einer negativen Auswirkung).

Das wirft Fragen auf. Vor allem angesichts der Tatsache, dass in der Politik und den großen Medien, wie erwähnt, regelmäßig bei der Wirksamkeit des Impfstoffes von 95 Prozent die Rede ist. Was auch der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), Klaus Cichutek, im Spiegel betonte. Seinen Aussagen zufolge sind es vor allem „statistische Unsicherheiten“, die dazu führen, dass nicht von einem hundertprozentigen Schutz die Rede ist. Konkrete Fälle einer Nichtwirksamkeit gibt es in Deutschland bisher noch nicht, so Cichutek.

Merkwürdig, dass das im RKI-Bulletin ganz anders klingt. Beim Moderna-Impfstoff sind die Werte sogar noch schlechter als bei der deutschen Konkurrenz von Biontech (Seite 28, Tabelle 9). Dort wurden so wenig über 75-Jährige getestet (623 Geimpfte, 676 Placebo-Empfänger), dass überhaupt kein Konfidenzintervall mehr angegeben wird. Also ist die Wirksamkeit bei der Gruppe der Hochbetagten völlig unklar, wie das Portal „Multipolar“ ausführt.

Kritiker wie der Arzt und reitschuster.de-Autor Zacharias Fögen hatten bereits früher heftige Kritik geübt, dass es etwa bei der Präsentation der Impfstoff-Studie von Biontech zu massiven Protokoll-Verletzungen gekommen sei (siehe hier). Peter Doshi von der medizinischen Fachzeitschrift „The BMJ“ hatte im Herbst kritisiert, die offiziell angegebene 95-prozentige Effektivität sei eine Folge eines allzu maßgeschneiderten Studiendesigns: Demnach ist ein Impfstoff bereits dann als hilfreich anzusehen, wenn er eine Covid-19-Infektion verhütet. Und nicht erst bei Verhinderung einer schweren Erkrankung. Somit hätten bereits leichte Erkältungs-Symptome und ein positiver PCR-Test gereicht, damit Teilnehmer der Placebo-Gruppe als „Kranke“ in die Statistik eingingen – auch ohne schweren Verlauf. Hätte man sich dagegen auf schwere Verläufe beschränkt – und genau davor soll die Impfung ja schützen – hätte die Wirksamkeit nur noch bei 75 Prozent gelegen. Mit einem Konfidenzintervall von -152,6 – 99,5 (Seite 27, Tabelle 8). Übersetzt in Alltagssprache: Zu 95 Prozent liegt die Effektivität der Impfungen zwischen minus 152,6 Prozent und 99,5 Prozent. Kann also schaden. Aber auch helfen. Wer weiß!

Zu Nebenwirkungen heißt es auf Seite 31: „In den Zulassungsstudien beider mRNA-Impfstoffe wurden wenige transiente Fazialisparesen“ (temporäre Gesichtslähmungen) „beobachtet, deren Zusammenhang mit der COVID-19-Impfung nicht ausgeschlossen werden konnte. Wie bei anderen neuen Impfstoffen auch, können durch Zulassungsstudien selten auftretende Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen werden.“

Den Chef des zuständigen Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) und den Bundesgesundheitsminister scheint all das nicht an ihrem Optimismus zu hindern. PEI-Chef Cichutek sagte auf der gemeinsamen Bundespressekonferenz mit Jens Spahn (CDU) am 30.12.2020: „Haben Sie Vertrauen, ein kleiner Pieks schützt!“


Bild: Studio Romantic/Shutterstock
Text: br


Abonnieren
Benachrichtigen Sie mich bei
121 Kommentare
Bewertung
Neueste Älteste
Inline Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
Häbbe
1 Monat zuvor

Diese ganzen Studien taugen doch nur für den Müll.  Um eine verlässliche Aussage über die Wirksamkeit des Impfstoffes treffen zu können, müssten sowohl geimpfte als auch nicht-geimpfte danach mir eben diesem Virus infiziert werden und dann die Anzahl der jeweils daran erkrankten gezählt werden.  Im Tierversuch mit diesem mRNA Impfstoff zb. verstarben von 20 geimpften Frettchen nach Kontakt mit dem Wildvirus ALLE 20 sofort. Die nicht geimpften erkrankten nur daran.  Mit der 95% Sensitivität des Drosten-Tests ist es doch dasselbe. Sensitivität bedeutet schlichtweg, dass, wenn 100 kerngesunde Menschen damit getestet werden, 5 mal ein FALSCH positives Ergebnis herauskommt. Also werden damit logischerweise auch 5 sogenannte Infizierte künstlich erzeugt. Bei 1500000 Testungen Wöchentlich währen das dann schon 75000 FALSCH Positive wöchentlich oder ca. 10714 täglich.  Die einzige Pandemie die derzeit grassiert, ist eine gewollte Massenhysterie.

Kabelsandler
Antwort an  Häbbe
1 Monat zuvor

Gibt es inzwischen eine Veröffentlichung der Frettchen-Studie? Bisher wurde das von Ihnen zitierte Ergebnis meines Wissens nur gerüchteweise weitergegeben.
Allerdings ist mir noch eine ältere Studie mit einem Katzen-Coronavirus bekannt. Auch dort starben alle geimpften Tiere.

herbert
Antwort an  Kabelsandler
1 Monat zuvor

Diese Tiere /und nerze wurden zu millionen wieder ausgegraben und verbrannt, um keine Rückschlüsse, für Nachforschungen darzubieten… alles nach Plan…. vertuscht verheimlicht und unter dem Mantel, der Verschwiegenheit begraben…

Indigoartshop
1 Monat zuvor

Das Geimpfe von hochbetagten Leuten ist in  erster Line ein Test. Weniger ob der Kram wirkt sondern ob Nebenwirkungen auftreten, und wenn ja, ob diese zu ernsthaften gesundheitlichen Schäden oder gar zu Tode führen. Alte Leute im Pflegeheim sind bevorzugte Testkarnickel, da die wenigsten noch Kontakt zu Angehörigen haben (und wenn ja, dann ist der Zugang, der Besuch, stark eingeschränkt: man bekommt als Angehöriger nicht mehr mit, was hintern den Türen passiert). Zudem befinden sich viele Pflegeheimbewohner in den letzten Monaten ihres Lebens. Wenn sie versterben, so ist der Beweis schwierig wenn nicht unmöglich. Statt den alten Leuten die letzten Tage zu gönnen, werden sie weggeschlossen, bleiben auf dem Zimmer eingesperrt, verdämmern den letzten Frühling oder Sommer hinter geschlossenen Fenstern; da ist die letale Impfspritze schon eine Erlösung. Ich erwarte den Prozeß gegen die Hauptangeklagten in Nürnberg mit grimmiger Freude.

F.Binninger
1 Monat zuvor

Die Impfschäden werden ja sowieso nicht ehrlich erfasst. Wenn man sieht, wie viele Todesfälle und Schädigungen aus Norwegen berichtet werden. Warum sollten anteilig bei Verwendung des gleichen Impfstoffes, bei uns soviel weniger Schädigungen und Todesfälle auftreten? Und die werden dann auch noch in Abrede gestellt, als durch die Impfung verursachte. Wird alles schön gerechnet. Man kann einen Impfschaden beim PEI zwar selbst melden, aber es ist ein langer und steiniger Weg, einen Impfschaden als solchen anerkannt zu bekommen. Es wird vermutet, dass nur ca. 5% der Impfschädigungen auch als solche anerkannt sind. Also eine enorm hohe Dunkelziffer. Das stinkt zum Himmel.

Sandra Krass
1 Monat zuvor

Satz: Jens Spahn (CDU) am 30.12.2020: „Haben Sie Vertrauen, ein kleiner Pieks schützt!“

 

Vor allem schützt die Rentenkassen vor zu vielen Ausgaben!

 

Beppo
1 Monat zuvor

„Haben Sie Vertrauen, ein kleiner Pieks schützt!“….weiter hätte es heißen müssen, „mich und meine Arbeitgeber vor der Verarmung“.

Ralph
1 Monat zuvor

Es wird einfach ueberall gelogen …

Waehrend der ersten Welle dachte ich noch, dass die Schweiz ganz vernuenftig mit dem Problem umgeht.

Leider sind auch dort mittlerweile Transparenz und Aufrichtigkeit ersetzt worden durch Panik-Modus und Impf-Propaganda.

Auf Mail-Anfragen wird grundsaetzlich nicht geantwortet ….

P.M
Antwort an  Ralph
1 Monat zuvor

Die Schweizer Regierung, Politiker sind genau so unglaubwürdig. Auch diese Stützen sich auf RKI, Fallzahlen usw. An vorderster Front feuert das Schweizer TV die Propaganda an, gefolgt von den Medien. Zudem die CH Zeitungshäuser bekommen bis Ende 2021 „Unterstützungsgelder“ vom Bund. Warum wohl.

Jens P.
1 Monat zuvor

Es ist ein Irrglaube, dass bei einer Wirksamkeit des „Impfstoffes“ von 95% auch 95 von 100 Menschen geschützt sind. Es werden die am Testende infizierten Personen der Impfgruppe mit denen der Placebogruppe verrechnet und das ergibt dann diese exorbitant hohe „Wirksamkeit“. Traue keiner Statistik… Nachzulesen u.a. da:

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/118956/Coronaimpfstoff-Was-bedeutet-90-Prozent-wirksam

oder auch da:

https://www.coliquio.de/news/medizinische-news-100/unstatistik-des-monats-impfstoff-100

oder eine Suchmaschine bemühen 🙂

Thomas
1 Monat zuvor

Vielleicht steht ja bald das russische Alternativprodukt (Sputnik V) auch in der EU zur Verfügung. Man las heute, dass es dafür einen Zulassungsantrag gibt. Was ist die Pressemeute im Sommer und Herbst darüber hergefallen. Das russische Produkt konnte bzw. durfte nicht gut sein. Nun las man vor einer Weile in einem Fachmagazin, dass das russische Produkt bekannte Schwachpunkte konventioneller Vektorimpfstoffe clever umgeht, indem es zwei verschiedene Vektoren für die Erst- und Zweitimpfung einsetzt.

Gynther
Antwort an  Thomas
1 Monat zuvor

Japp. Das Design von Sputnik V ist schlau. Die Zulassung läuft wie die für jeden Impfstoff … liefer die nötigen Daten zu den nötigen Studien und wenn die komplett sind und zu stimmen scheinen, dann gibt es eine Zulassung.

Bei den Impfstoffen bleiben weiterhin die Probleme (nachdem sie zugelassen sind)

  1. Die müssen in genügenden Mengen verfügbar sein
  2. Die müssen effektiv verimpft werden

Mal sehen, ob die Impfungen oder die natürliche Durchseuchung gewinnt.

Achim von Oberstaufen
1 Monat zuvor

Ich habe mir den Gesetzentwurf zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage auch durchgelesen.  Skandalös finde ich folgende Formulierung auf Seite 28 Absatz 2: “ Allerdings zeigen die seit Inkrafttreten des IfSG vom Paul-Ehrlich-Institut erhobenen Daten, dass nicht alle Impfkomplikationen erkannt bzw. gemeldet werden und von einer Untererhebung auszugehen ist. “  Da steht schwarz auf weiß, dass nicht alle Impfkomplikationen gemeldet werden.  Es gibt also mehr, als in TV und Presse berichtet werden.

Wer sich diesen Gesetzesentwurf selber ansehen will: https://dserver.bundestag.de/btd/19/239/1923944.pdf

Der Censor
1 Monat zuvor

Wenn von den  21.259 faktisch Ungeimpften (Placeboempfängern) „nur“ 4 Personen eine schwere Infektion durchmachten, muss man sich fragen, ob überhaupt eine Impfung sinnvoll ist, denn das sind berade einmal  0,019% der Placebogruppe. — Im Übrigen ist das Ganze nur dann vergleichbar, wenn beide Gruppen, Geimpfte und Placebogruppe,  über den gesamten Studienzeitraum ständig den gleichen Lebensbedingungen ausgesetzt sind (Beruf, Wohnumfeld, allg. Gesundheitszustand, Fremdkontakte, Lebensgewohnheiten usw).

TS
Antwort an  Der Censor
1 Monat zuvor

Die Zahl an Probanden dürte statistisch groß genug sein um im Mittel von hinreichend vergleichbaren Lebensbedingungen ausgehen zu können. Relevant ist eher die geringe Zahl an schweren Infektionen überhaupt, denn dadurch bleibt eine große Unschärfe wie wahrscheinlich diese sind. Prinzipiell könnte man da auf die Zahlen aus der Gesamtbevölkerung zurückgreifen, da die Probanden aber selektiert wurden und daher nicht deckungsgleich die Gesamtbevölkerung abbilden ist das nicht möglich. Sehr relevant ist aber die geringe Anzahl der schweren Fälle in der Vergleichsgruppe, vor allem angesichts der recht hohen Zahl an mittleren und schweren Nebenwirkungen in der Testgruppe. Bestätigt eigentlich daß die schweren Fälle sich auf Personen mit Vorerkrankunen und hohem Alter konzentrieren – dort dürfte der Nutzen größer sein, genau das wurde aber nicht getestet. Und nachdem alle aus dieser Gruppe vorrangig geimpft werden sollen befürchte ich daß es auch keine aussagekräftige Studie dazu mehr geben wird. Bedenken muß man bei den 4 schwer erkrankten daß diese Zahl nur für den Beobachtungszeitraum gilt – über Fälle die davor oder danach aufgetreten sind sagt diese nichts aus, die muß man im Grunde für längere Zeitraume entsprechend hochskalieren, im Falle einer starken Infektionsausbreitung auch überproportional wachsend. Für längere Zeiträume kann man aber ohnehin keine Aussage treffen, denn weder ist bekannt wie der Virus mutiert (Mutationen mit schwächerem Verlauf setzen sich tendentiell besser durch) noch wie lang die Impfwirkung ausreichend aufrechterhalten bleibt.