Merkel ist unbeliebteste Politikerin Deutschlands Exklusive Umfrage von INSA für reitschuster.de

Ein Blick zurück – die wichtigsten Beiträge aus dem Jahr 2020. Hier vom Oktober:

„ARD meldet Rekordwerte: Bürger mit Merkel-Regierung so zufrieden wie noch nie“, titelte Focus Online im August, und im ARD-Deutschlandtrend hieß es im April: „Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verzeichnet den höchsten Zufriedenheitswert mit ihrer Arbeit in dieser Legislaturperiode.“ Die Luzerner Zeitung schrieb im Mai: „In der Corona-Krise stellen sich die Deutschen hinter ihre Kanzlerin. Angela Merkels Beliebtheitswerte schiessen durch die Decke.“ Der T-Online Chefredakteur Florian Harms, früher Chef von Spiegel Online, lobpreiste gar im Januar: „Die Kanzlerin ist ein Licht in der Finsternis.“

Und dann das! Vor kurzem erfuhr ich, dass Medien Umfragen in Auftrag gegeben haben, in denen nach dem unbeliebtesten Politiker in Deutschland gefragt wurde. Und dann diese Umfragen tief in der Schublade versteckten. Weil sie nicht das offenbar erhoffte Ergebnis erbracht hatten? Denn nicht die üblichen Verdächtigen kamen auf die Spitzenplätze – sondern keine andere als Angela Merkel. Mich ließ das nicht los. Und ich suchte den Kontakt zu Meinungsforschern. Die erklärten mir ganz nüchtern: Wenn man die Frage nach dem unbeliebtesten Politiker ganz offen stellt, ohne Vorgaben, ist die Wahrscheinlichkeit, dass Merkel auf Platz eins landet, sehr hoch. Weil sie polarisiert. Viele mögen sie. Aber viele eben auch nicht. Wer so exponiert ist wie Merkel, an vorderster Stelle und an der Macht steht, der kommt automatisch bei Beliebtheits-Umfragen ganz weit nach vorne. Aber umgekehrt eben auch bei der Frage, wer besonders unbeliebt ist. Entscheidend ist, welche der Fragen die Medien stellen. Und welche Antworten sie dann auch wirklich drucken.

Mut zum (Umfrage-)Risiko

Mir ließ das keine Ruhe. Und ich habe mir vorgenommen, die Probe aufs Exempel zu machen. Und dank Ihrer Unterstützung, liebe Leserinnen und Leser, konnte ich es mir leisten, meinen journalistischen Anspruch zu erfüllen und der Sache auf den Grund zu gehen. Ich bin überzeugt, dass Sie das Ergebnis genauso interessiert wie mich. Ich habe bei dem Meinungsforschungsinstitut INSA eine repräsentative Umfrage in Auftrag gegeben. Das Unternehmen stellte vom 9. bis 12. Oktober genau 2084 Menschen aus Deutschland ab 18 Jahren folgende Frage: „Welche derzeit aktive Politikerin bzw. welchen derzeit aktiven Politiker auf Bundesebene lehnen Sie am entschiedensten ab?“

Hier sehen Sie das Ergebnis (wegen gerundeter Zahlenangaben weicht die Summe der Prozentzahlen von 100 Prozent ab):

Ich konnte es kaum glauben: „Mutti“, das „Licht in der Finsternis“, deren „Beliebtheitswerte durch die Decke schießen“ – als unbeliebteste Poltikerin im ganzen Land. Noch vor Alexander Gauland und Alice Weidel von der AfD. Und vor ihrem Möchtegern-Nachfolger Jens Spahn (CDU), der es immerhin auf den vierten Platz schaffte. Spahn ist damit Nummer zwei unter den medial nicht aussätzigen Politikern. Bemerkenswert auch das Abschneiden von Markus Söder: Wenn ein CSU-Chef und Bayerischer Ministerpräsident nur von drei Prozent als der unbeliebteste Politiker gesehen wird, muss das für ihn bedenklich sein: Er wird offenbar nicht ganz ernst genommen. Interessant ist auch, wer am seltensten erwähnt wird: Beatrix von Storch, Sahra Wagenknecht, Claudia Roth, Julia Klöckner sowie Heiko Maas.

Interessant ist auch, dass Merkel bei Frauen auf mehr Abneigung stößt als bei Männern. Für 23,4 Prozent der weiblichen Befragten ist sie die unbeliebteste Politikerin, aber nur für 17,7 Prozent der männlichen Befragten. Bei den jungen Befragten zwischen 18 und 29 Jahren lehnen die Kanzlerin nur 6,2 Prozent am entschiedensten ab. Am höchsten ist die Abneigung bei 40-49-Jährigen (24,2 Prozent) und bei 50-59-Jährigen (24,6 Prozent). Auch die regionalen Unterschiede sind beachtlich. Im Saarland ist Merkel am wenigsten unbeliebt (6,4 Prozent). Besonders schlecht gelitten ist sie in Bayern (23,1), Sachsen-Anhalt (25,2) und Niedersachsen (25,7). Im Ost-West-Vergleich ist Merkel bei 20,2 Prozent der Westdeutschen die unbeliebteste Politikerin – gegenüber 19,4 Prozent im Osten. Bei der Betrachtung nach Religionsgruppen ist Merkel bei Menschen islamischen Glaubens mit 27,4 Prozent am unbeliebtesten (gegenüber 19,6 Prozent bei Katholiken und 15,5 Prozent bei Protestanten).

Auch anhand von Einkommensverhältnisse lässt sich ein klarer Trend ausmachen: Je weniger Geld, umso unbeliebter ist die Kanzlerin. Nach Parteien betrachtet ist Merkel nur oder immerhin bei 3,1 Prozent der CDU-Wähler die am entschiedensten abgelehnte Politikern – gegenüber 59,5 Prozent bei den AfD-Wählern. Fast so gering wie bei ihren eigenen Wählern ist die Abneigung gegen Merkel bei Grünen-Wählern (5,0 Prozent). Besonders hoch ist die Abneigung bei den Nichtwählern.

Eine Betrachtung der Kanzlerin anhand solcher Zahlen erzeugt ein völlig anderes Stimmungsbild als bei den üblichen Umfragen. Deshalb ist es so gefährlich, dass Umfragen in Deutschland so massiv zum Framing benutzt werden. Dies soll hier explizit nicht geschehen. Weswegen nochmals darauf aufmerksam gemacht sei, dass die Aussage „Angela Merkel ist Deutschlands unbeliebteste Politikerin“ einerseits völlig korrekt ist. Aber andererseits eben auch irreführend. Genauso wie aber eben auch die umgekehrte Feststellung anhand anderer Umfrage-Fragen nur eine sehr begrenzte Aussagekraft hat. Dies zu verdeutlichen war die Intention und der Sinn meiner Umfrage: Zu zeigen, mit welcher Vorsicht man Umfragen behandeln muss.

Helmut Markwort über reitschuster.de

Interessant ist, dass meine INSA-Umfrage, wonach eine relative Mehrheit der Deutschen, nämlich 43 Prozent, gegen die Aufnahme von Flüchtlingen aus Moria ist, von keinem anderen Medium aufgegriffen wurde. Als die ARD eine Zahl von 87 Prozent Zustimmung fabrizierte – in meinen Augen durch eine Fragestellung, die unlauter bzw. Framing ist –  lief das breit durch die Medien. Beide Umfragen sind von anerkannten Instituten. Im einen Fall, wo es ideologisch offenbar passt, wird das Ergebnis überall verbreitet. Im anderen Fall totgeschwiegen. Wetten, dass es bei der Merkel-Umfrage genauso sein wird?

Aber genau das beweist, wie manipuliert wird. Und zeigt, wie wichtig, ja entscheidend, alternative Umfragen sind. Steter Tropfen höhlt den Stein. Dank Ihrer Hilfe konnte ich das (nicht journalistische, aber wirtschaftliche) Risiko eingehen, bereits die nächsten Umfragen in Auftrag zu geben. Unter anderem geht es um ARD & Co. Und auch um. Corona. Lassen Sie sich zu Beginn der nächsten Woche überraschen. Möglich ist dieses Gegenhalten gegen die Meinungs-Monokultur und das betreute Informieren in den großen Medien nur mit Ihrer Unterstützung! Helfen Sie mit, setzen Sie einen Akzent gegen das Framing: direkt hier via Paypal oder Überweisung (IBAN DE92 1001 1001 2629 8468 32, N26 Berlin). Verwendungszweck: Meinung ohne Framing.


Lesen Sie hier die unglaubliche Fortsetzung: Welche Kreise meine Umfrage zog – bzw. nicht zog:


 


Bild: 360b/Shutterstock
Text: br


Methodische Angaben
Feldzeit:
09.10. – 12.10.2020
Methodik:
Die Umfrage wurde als Online-Befragung durchgeführt. Sie ist gestützt auf einer permanenten Telefon-Befragung (INSA-Perpetua Demoscopia).
Stichprobe:
2.084 Personen aus Deutschland ab 18 Jahren nahmen an der Befragung teil.

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Heidrun
2 Monate zuvor

„Merkel ließ bereits vor Jahrzehnten in einem Interview die Maske fallen. Sie sagt, mit Basisdemokratie habe sie nichts am Hut und sie trage ein autoritäres Verhalten in sich.“
Quelle: Politikversagen v. Thorsten Schulte v. 2.11.20 s.a. Video
Zu dem hat sie sich bereits als Antidemokratin geäußert:
„Wir müssen diese Wahl schnell rückgängig machen“.
Der Schaden, den diese Person angerichtet hat geht für das Land und die Bürger ins unermessliche. Sie muss weg, so schnell als möglich !

Peter
2 Monate zuvor

Ich kann diese unsägliche Steuergeld verschwendete Person nicht mehr hören, nicht mehr sehen und nicht mehr lesen wollen.

Sie sollte endlich dorthin abhauen, wo sie hergekommen ist.

Der Schaden für Land und Menschen geht durch sie ins unermessliche !

Auch hat sie dafür gesorgt, das Menschen in Krankenhäusern und Altenheimen nicht mehr

im Beisein ihrer engsten Liebsten sterben können.

Pfui, sie muss weg, so schnell als möglich und ihre Abnicker sollte sie gleich mitnehmen.

Walter Zach
3 Monate zuvor

Es ist mir bis heute unerklärlich, wie diese unsägliche Pfarrerstochter durch das politische System nach oben gespült werden konnte!? Stellen Sie sich vor Sie wären vor dem Zusammenbruch des Ostblocks durch irgendwelche Umstände Russischer Präsident geworden. Ein Land das für Sie von frühester Kindheit an als Feindesland stigmatisiert ist. Wie -ernsthaft- könnten Sie sich nun einbringen wenn es darum geht das Land nach Vorne zu bringen? Schwer bis unmöglich oder? Vielleicht sogar immer noch der unterschwellige Wunsch das Land in den Abgrund zu führen, nicht wahr?

Und so unterstelle ich dieser unmöglichen Person zumindest zweifelhafte Absichten, die Dunkelziffer mag aber noch durchaus wesentlich höher liegen…!

Steffen Rascher
Antwort an  Walter Zach
3 Monate zuvor

Das die Merkwürdige anders tickt, ist ja nun kein Geheimnis. Ich habe mich schon 90 gewundert als diese Frau Ministerin für Jugend und Sport wurde. Die erschien mir so als wäre sie nie jung und auch nie sportlich gewesen. IM Czerni alias Lothar de Maizière war der Ziehvater, was das Bild bereits abrundet. Mir scheint ihr psychischer Hintergrund entscheidender zu sein und die Überraschung bei der 2013 ‚er Wahl, als sie mit 41 % einen Hit landete und mit diesem vermuteten Rückhalt ging sie in die Flüchtlingsgeschichte und glaubte für die bescheuertsten Aktionen legitimiert zu sein. Die Ernüchterung die da folgte, traf sie tief und Merkel wechselte vollends die Seiten. Bei der nächsten Wahl schien es so nicht schwer mit den Freunden im Geiste noch eine Große Koalition zu schmieden, und die Grünen indirekt mit ins Boot zulasse, auch wenn es verdächtig lange gedauert hat.

Merkel ist voller Ängste und den dazugehörigen Aggressionen und Sie versucht ihr Umfeld zu erkennen und zu beherrschen, wie sie es bei Kohl gesehen hat. Ob es eine Stasigeschichte „Merkel“ gibt, kann ich nicht sagen, eine geistige Nähe zur DDR Führung gab es bestimmt und da war sie nicht alleine im Osten. Wir hatten uns mit den Realitäten abzufinden und das Gorbi eine Veränderung bringen konnte war zwar schnell klar, aber den Zusammenbruch des ganzen Systems konnte man nicht kommen sehen.

Schauen Sie sich mal die verschiedenen  Definitionen zu Thema Asperger Autismus an. Es könnte sein, das Sie da noch mehr merkwürdige Gestalten vor Ihrem geistigen Auge sehen.

Karl-Heinz Stock
4 Monate zuvor

Einen schönen Sonntagmorgen.

Eine andere Statistik wäre noch interessanter. Welcher Bundeskanzler oder Politiker hat die meisten Rechtsbrüche begangen? Ich bin gestern 70 geworden und habe die ganze Entwicklung der Bundesrepublik erlebt und mitgelebt. Alle Kanzler, alle Skandale, 68er, erbitterte politsche Auseinandersetzungen, Baader-Meinhoff.

Ich frage mich jeden Tag, was ist aus diesem Land geworden? Ich erkenne, auch im rückblickenden Vergleich, dass sich die rechtsstaatlichen Strukuren auflösen. Not more and not less. Die Hemmschwellen für Gewalt und Kriminalität sind so niedrige geworden, dass ich wenig Hoffnung sehe, dass sich dieses Land nie mehr von der Merkelära mit all ihren fehlerhaften Weichenstellungen und Folgelasten erholen wird. Vor allem wird es, wenn überhaupt , nur einen marginalen Abklatsch des sozialen Zusammenhaltes zurück gewinnen können.

Ein wenig denke ich an den Ausspruch von Westerwelle „Spätrömische Dekadenz“. Er hat viel Unsinniges erzählt, aber das war ein Blattschuß.

 

Charlott
Antwort an  Karl-Heinz Stock
4 Monate zuvor

Herr Stock, nachträglich alles Gute zum Runden. Und jetzt gehen Sie mal mit Ihren Enkelkindern (falls vorhanden) in deren Schulen (falls staatlich und nicht in einer Höchstpreisgegend gelegen) mit und fragen nach der Klassenzusammensetzung, z.B. in Bezug auf Herkunft und Religionszugehörigkeit. Dann sehen sie unsere Zukunft.

Kokonatz
Antwort an  Charlott
3 Monate zuvor

Es ist 80 zu 20 in der Schule, der Rest ist zum selber Denken.

GeMi
1 Monat zuvor

Merkel weiß aus der DDR, wie sich die Verachtung entwickelt. Aus dieser Kenntnis ahnt sie auch den bevorstehenden Sturz und reagiert politisch so, wie jemand der den Krieg verliert, aber niemals kapitulieren will und bis zum Untergang im Bunker bleibt.

Herbert
1 Monat zuvor

Das war doch bei der letzten Bundestagswahl schon so, 73% wollten sie nicht haben

Dirk Jungnickel
1 Monat zuvor

Zu Merkel:

Die Himmlische hat einen Alptraum: In der Morgenlage wird ihr eröffnet, dass Drosten freiwillig aus dem Leben geschieden sei. Bevor über die Staatstrauer entschieden ist, wird sein Abschiedsbrief verlesen. Dort steht geschrieben, das er sich bei sogen. Drosten Test (PCR-Test) vertan und er versehentlich zwei Erlenmeyerkolben vertauscht hätte. Da die WHO sofort den Test genehmigt hätte, konnte er sich keinen Rückzieher mehr erlauben. Es täte ihm leid.Den Prozess, den Dr. Füllmich jetzt gegen ihn anstrenge, würde er nervlich nicht überstehen. Soweit der Abschiedsbrief.

Noch bevor die Himmlische ihren Rücktritt verkünden kann, wacht sie auf, macht fröhlich ihre Morgentoilette und geht wie immer mit Elan ihren Regierungsgeschäften nach.

Indigoartshop
2 Monate zuvor

Schon in naher Zukunft wird man Merkel in eine Reihe stellen mit Hitler und Stalin. Zwar unterscheidet sie sich von den Erstgeborenen durch Verzicht(?) auf Massenmorde an Zivilisten und politische Gegner, aber die Geschichte ist ja noch nicht am Ende und man kann an dem einen Finger eines Sägerwerkarbeiters abgreifen, wie die von ihr herbeigeführte Einschleusung von Migranten ausgehen wird für die, „die hier schon länger leben“.  Zerschlagung der Industrie, Verzicht auf sichere Energieversorgung, Aufgabe der inneren Sicherheit, Zerschlagung der nationalen Souveränität und Abwicklung eines Hochtechnologiestandortes zu Gunsten einer grünen Steinzeitideologie erinnern an den Lyssenkismus unter Stalin, dem mehrere Millionen Menschen in der von ihm verursachten großen Hungersnot in den 30er Jahren zum Opfer gefallen sind. Da ist vom Terror des NKWD noch gar nicht die Rede. Aber wie gesagt, die Geschichte ist ja noch am Laufen.

Ketzerlehrling
2 Monate zuvor

Was für eine Erkenntnis nach 16 Jahren. Falls diese Umfrage wirklich stattfand und dieses Ergebnis hervorbrachte, muss bei der BTW, die nur online stattfindet ;), sehr kreativ ausgezählt werden, damit Merkel die Mehrheit erreicht. Denn ich glaube erst, dass sie nicht mehr antritt, wenn es tatsächlich eintrifft. Über die Nachfolge muss man sich nicht unterhalten, denn diese ist und wird noch grauenhafter als die vergangenen 16 Jahre. Denn was dort in den Startlöchern steht, ist eine einzige Beleidigung.

Nathan
2 Monate zuvor

Können sie bitte noch einmal die Graphik der unbeliebsten Politiker in einer besseren Qualität hochladen? Aktuell ist diese ganz verpixelt.