Corona: Innenministerium gibt Schein-Expertisen in Auftrag „Wissenschaftler“ erstellen Gefälligkeits-Gutachten

Ein Gastbeitrag von Dr. Manfred Schwarz

Man mag es kaum glauben: Offenbar hat das Bundesinnenministerium einige Wissenschaftler aus renommierten Instituten instrumentalisiert, um mit vermeintlichen „Forschungsergebnissen“ zur Corona-Krise große Panik in der Bevölkerung zu erzeugen.

Was man Mitte des letzten Jahres nicht wahrhaben wollte: Ein Referent des Ministeriums – der Oberregierungsrat Stephan Kohn – hatte genau eine solche Panikmache in einem inoffiziellen Papier beklagt, das er etlichen Adressaten auch außerhalb des Innenministeriums zugesandt hat.

Der Beamte ist damals umgehend beurlaubt worden. Mit der Begründung, er habe nicht das Recht gehabt, mit dem Briefkopf des Innenministerium Papiere zu versenden, ohne den „Dienstweg“ zu beschreiten.

Worst-Case-Phantasien sollten harte Corona-Maßnahmen legitimieren

Die Aussagen des Referenten Kohn erscheinen jetzt – durch einen Bericht der „Welt am Sonntag“ – in einem neuen Licht. Die „WamS“ berichtet über einen umfangreichen Schriftwechsel zwischen der Spitze des Innenministeriums und verschiedenen Wissenschaftlern.

Die Korrespondenz zeigt, wie die Regierung Wissenschaftler dafür einspannte, Textbausteine für ein ministerielles Papier zu erstellen, das die Bedrohungen durch Corona in den schlimmsten Farben ausmalen sollte. Der Text sollte offensichtlich dazu benutzt werden, späteres hartes politisches Handeln zu legitimieren.

Für seine politischen Zwecke instrumentalisierte das Bundesinnenministerium dem „WamS-Bericht“ zufolge „in der ersten Welle der Corona-Pandemie im März 2020 Wissenschaftler mehrerer Forschungsinstitute und Hochschulen“.

Beteiligt an der forcierten Zusammenarbeit mit dem Ministerium waren namhafte Forscher, die Staatssekretär Markus Kerber – der Stellvertreter von Minister Horst Seehofer (CSU) – persönlich anschrieb. Adressaten waren das RKI mit seinem Chef Lothar Wieler, das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung (RWI), das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW), die Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) und mehrere Universitäten.

Staatssekretär Kerber bat die angeschriebenen Wissenschaftler (Anrede: „Sehr geehrte Professores“), „ein Modell zu erarbeiten, auf dessen Basis ‚Maßnahmen präventiver und repressiver Natur‘ geplant werden könnten“.

Wissenschaftler: Flugs zu Diensten

Die angesprochenen „Forscher“ waren sofort zur Stelle. Nach kurzer Zeit umfasste der E-Mail-Verkehr mit dem Innenministerium rund 200 Seiten. Innerhalb von vier Tagen erarbeiteten die wissenschaftlichen Kräfte ungewohnt schnell Textbausteine für ein scheinbar geheimes ministerielles Papier.

Die einzelnen Textpassagen haben die Wissenschaftler offenbar immer wieder mit Ministerialbeamten abgestimmt, die schlussendlich die zur Verfügung gestellten „Gutachten“ dazu benutzten, einen eigenen, ministeriellen Text zusammen zu stellen.

Journalisten zugespielt

In dem so zu Stande gekommenen, hoch dramatisch formulierten „Geheimpapier“ des Ministeriums heißt es auf Seite drei: „Unter diesen Worst Case-Annahmen wird die Zahl der Infizierten (…) rasant zunehmen und schon relativ bald 70% der Bevölkerung ausmachen.“

Weiter ist dort zu lesen, dass „mehr als eine Million Menschen am Coronavirus sterben könnten, würde das gesellschaftliche Leben so weitergeführt wie vor der Pandemie“.

Diese angeblich geheime ministerielle Dokument haben hohe Ministerialbeamte anschließend gezielt einzelnen Redakteuren verschiedener Medien zugespielt. Und die reagierten zügig – wie geplant.

Prompt berichtete der „Spiegel“ über das 'Geheimpapier'

Der „Spiegel“ etwa plauderte unverzüglich aus dem Nähkästchen – und zitierte fleißig aus dem Papier des Bundesinnenministeriums: „In einem Worst-Case-Szenario beschreiben die Wissenschaftler, was passiert, wenn der Staat gegen die Corona-Epidemie nur wenig unternimmt, etwa nur Großveranstaltungen verbietet und Reisetätigkeiten einschränkt.“

Dadurch „wären bald 70 Prozent der Bevölkerung infiziert, mehr als 80 Prozent der Intensivpatienten müssten von den Krankenhäusern abgewiesen werden, die Todeszahlen in Deutschland überstiegen die Millionengrenze“.

Die geheime Kommandosache des Innenministeriums war also zu einem Riesenerfolg geworden. Dramatischer hätten die Medien die angeblichen Folgen der Coronaseuche wohl kaum noch formulieren können.

Zur Erinnerung: Tatsächlich hat es bis heute rund 61.000 „Corona-Tote“ gegeben. Und: Bei den seit Monaten veröffentlichten offiziellen Zahlen wird grundsätzlich weiterhin nicht unterschieden zwischen Menschen, die mit Corona verstorben sind und solchen Personen, die an der Seuche starben.

Gekaufte Gutachten

Der „Wams“-Bericht macht deutlich, dass „wissenschaftliche Gutachten“ häufig nichts anderes sind als meist sehr gut bezahlte Auftragsarbeiten, mit denen die Auftraggeber die Medien und damit die ganze Öffentlichkeit manipulieren können: Schon bei der Auftragsvergabe werden möglichst solche Forscher ausgesucht, von denen man annehmen kann, dass sie solche Expertisen formulieren, die im Sinne der Drahtzieher sind.

Würden diese „Wissenschaftler“ nicht die gewünschten Ergebnisse liefern, bekämen sie in der Zukunft keine lukrativen Aufträge mehr. Auftrags-Gutachten sind aber für Forscher und wissenschaftliche Institute von großer Bedeutung.

Solche Expertisen bedeuten für die Autoren meist zusätzliches Prestige. Und fast immer werden so erhebliche zusätzliche Einnahmen erzielt, die für den Erhalt und den Ausbau der betreffenden Institution wichtig sind. Damit ist Missbrauch Tür und Tor geöffnet.

Wissenschaft wird so zur Scheinwissenschaft. Nicht selten verkommen auf diese Weise angeblich wissenschaftliche Gutachten zu Texten, die nichts anderes sind als – zumeist geschickt getarnte – Agitation und Propaganda.

Gastbeiträge geben immer die Meinung des Autors wieder, nicht meine. Ich schätze meine Leser als erwachsene Menschen und will ihnen unterschiedliche Blickwinkel bieten, damit sie sich selbst eine Meinung bilden können.

Dr. Manfred Schwarz (Politologe): Zivillehrer an der Hamburger Landespolizeischule, dann etliche Jahre Berufsschullehrer und Dozent in der staatlichen Lehrerfortbildung (Bereich: Politik); jeweils acht Jahre Medienreferent in der Hamburger Senatsverwaltung und (nebenamtlich) Vizepräsident des nationalen Radsportverbandes BDR (verantwortlich für die bundesweite Medienarbeit / Herausgeber einer Internet-Radsportzeitung). CDU-Mitglied, sechs Jahre Mitglied des Hamburger CDU-Landesvorstands. Heute Autor für verschiedene Internetportale mit den Schwerpunkt-Themen Politik und Medien.

Bild: 
Text: Gast

mehr von Manfred Schwarz auf reitschuster.de

Abonnieren
Benachrichtigen Sie mich bei
113 Kommentare
Bewertung
Neueste Älteste
Inline Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
SP
16 Tage zuvor

In diesem Zusammenhang habe ich gelesen, dass die „Propaganda-Agentur“ Hill & knowlton von der WHO eingespannt wurde.  Diese werde mit der Brutkastenaffäre in Zusammenhang gebracht.
Mich würde mehr darüber interessieren! Vielleicht findet man ja darüber noch etwas heraus.
LG

Obstgarten A.
23 Tage zuvor

Das ist ein UR-altes Papier, daß schon vor Monaten durch die Medien gegeistert ist. Und wo bitte, ist jetzt der Nachweis, daß es sich um Gefälligkeitsarbeiten handele ? Ausser irgendwelchen eMails, die alles und nichts aussagen – mit einer gewissen Distanz betrachtet.

Mit der Logik ist jede Analyse von irgendwas also eine Gefälligkeitsarbeit. Ausser, sie entspricht der eigenen Position, dann ist es natürlich journalistisch tolle Arbeit.

Aber so gesehen ist das Review des Drosten-Papiers – per Definition – auch eine Gefälligkeitsarbeit. Endlich wird klar, warum dort so merkwürdige Dinge enthalten sind.

Häbbe
23 Tage zuvor

ALLES was uns über dieses angeblich so schreckliche Coronavirus weisgemacht werden soll, ist von A bis Z Erstunken und Erlogen.  Welcher Wissenschaftler hat denn dieses Ominöse ursprüngliche Stacheldingsbums oder dessen noch fürchterlichen Mutationen schon einmal aus einem Menschen isoliert und auf Zellkultur vermehrt ? Selbst die Chinesischen Wissenschaftler hatten und haben das Virus nur am Computer aus irgendwelchen Fragmenten “ zusammenkonstruiert “ und dann behauptet, so müsse das Mörderteil aussehen. Und auch alles, was über dessen Infektiosität und Gefährlichkeit verbreitet wird, beruht bis heute ausschließlich auf virtuellen mathematischen Rechenmodellen. ( Und wie wir inzwischen ja wissen, auf gekauften Gutachten von durch und durch korrupten  „Wissenschaftlern“ ) Jedem Idiot müsste doch eigentlich ein Licht aufgehen, dass, wenn die Influenza Weltweit verschwindet und stattdessen nun  „Corona“ für die bis auf wenige Prozentpunkte Exakt gleichen Fallzahlen an Intensivpatienten und Versterbenden sorgt, hier ein gigantischer Betrug durgezogen wird.

Hans-Hasso Stamer
23 Tage zuvor

Das ist empörend, aber nicht überraschend. Im letzten Jahr kam ein geleaktes Papier aus dem Gesundheitsministerium an die Öffentlichkeit. Ich kann mich noch erinnern, wie dort verschiedene Szenarien durchgespielt wurden. Die zentrale Frage war nicht etwa, wie können wir die Bevölkerung schützen. Die zentrale Frage war: wie kommt das Ansehen der Regierung dabei weg?

—————————————————————————————————————

Grundsätzlich hält offenbar jede Regierung das Volk für doof. Und entsprechend verhalten sie sich. Die Kindersprache unserer Kanzlerin ist doch ein deutliches Zeichen. Aber diese Arroganz verkennt, dass sehr wohl eine Mehrheit von Leuten Propaganda und Betrug erkennen und ihre Interessen wahrnehmen können. Die Manipulation ist immer nur kurzzeitig und in begrenztem Maße möglich. Aber dieser Zynismus des „am Nasenring herumgeführt Werdens“ macht mich immer wieder aufs Neue wütend. Es ist eine Zumutung, so für dumm verkauft zu werden.

Ingo Knödler
23 Tage zuvor

Frau Merkel und ihre Lakaien können es sich schon einmal im Führerbunker gemütlich machen. Wir, das Deutsche Volk, werden euch nicht davon kommen lassen. Ihr werdet Qualen erleben, die ihr euch nicht einmal vorstellen könnt. Es ist nicht die Frage, ob das passiert, nur wann. Ich bin bereit! Das ist keine Drohung, sondern ein Versprechen!

Michael
23 Tage zuvor

https://www.zerohedge.com/geopolitical/germany-hired-koch-institute-and-other-scientists-justify-strict-lockdowns-die-welt

Ein Kommentar: „Scientists and experts are the most pathetic people. Give them a little funding or a trip to a conference and they are ready to sell their souls to whatever cause you want them to.“

„Der Wissenschaft vertrauen“ bedeutet nicht „Den Wissenschaftlern vertrauen“

Arne Ausländer
Antwort an  Michael
23 Tage zuvor

DIE Wissenschaft – was ist das? Wenn man Wissenschaftlern nicht vertrauen kann, wie dann DER Wissenschaft? Selbst wenn man Wissenschaftlern vertrauen könnte (das sollte eigentlich so sein, daß man sich halbwegs darauf verlassen kann, daß andere Menschen ihre Arbeit ordentlich machen – wenn nicht, wie soll dann ein Miteinander finktionieren?), also selbst wenn man den einzelnen Wissenschftler vertrauen könnte, sollte man DER Wissenschaft vertrauen? Wie man darauf vertraut, daß eine Brücke nicht unter einem zusammenbricht? Im Allgemeinen wohl. Nur wenn solches Vertrauen – wie in den letzten Jahren – so lautstark eingefordert wird, macht mich das mißtrauisch. Das klingt für mich zu sehr nach „wissenschaftlicher Weltanschauung“ à la DDR oder nach Scientology, Wissenschaft als Religion. Und mit jedem Blick hinter die Kulissen wächst dieses Mißtrauen…

Pauline
24 Tage zuvor

Das Panikpapier aus dem Innenministerium war relativ schnell bei Frag-den-Staat einsehbar. Und bei Scobel war ein Mitautor vor einer Weile zu Gast, der explizit gesagt hat, dass man versucht hat mit dem Papier möglichst viel Panik zu schüren, unabhängig von Fakten. Also nichts neues.

Amadeus Montserrat
24 Tage zuvor

Danke – wirklich lesenswerter Beitrag von Dr. Manfred Schwarz, nachdem die braune Aachener Soße von neulich zurückgegangen war.

 

 

Merlin
24 Tage zuvor

Der nächste Tiefschlag wissenschaftlicher Voreingenommenheit: Die Forscher Martin Lange (ZEW Mannheim) und Ole Monscher (HU Berlin) legten ein Discussion Paper „Spreading the Disease: Protest in Times of Pandemics“ vor, das ihre persönliche Vorurteile gegen Corona-Leugner und AfD-Anhänger mit undefinierten Konstrukten („Volksgesundheit, soziale Kohäsion, schädliches Verhalten“) und pseudo-genauer Statistik („kausale Schätzung“) verbindet. Bemerkenswert ihre Studienergebnisse. „Unsere kausalen Schätzungen deuten darauf hin, dass zwischen 16.000 und 21.000 COVID-19-Infektionen hätten verhindert werden können, wenn die lokalen Behörden zwei groß angelegte Anti-COVID-19-Politik-Proteste abgesagt hätten. Dieser Befund unterstreicht die Gesundheitskosten, die entstehen, wenn man COVID-19-Leugnern erlaubt zu protestieren, ohne dass es (durchsetzbare) Strategien zur Eindämmung des Coronavirus gibt. (…) Insgesamt dokumentiert unsere Studie, dass eine radikale Minderheit ein erhebliches Risiko für die Gesamtbevölkerung darstellen kann. Angesichts der schwerwiegenden negativen Folgen für die öffentliche Gesundheit, die in dieser Studie berichtet werden, tun Politikern gut daran, mehr Aufmerksamkeit auf die Ursachen von Überzeugungen und Verhaltensweisen zu richten, die für die Gesellschaft schädlich sind. Verstärkte Anstrengungen zur Förderung von mehr Vertrauen in Institutionen, Politiker und wissenschaftlichen Erkenntnissen zu fördern, könnten Wege zur Überwindung solcher Spaltungen sein, die die öffentliche Gesundheit und den gesellschaftlichen Zusammenhalt bedrohen.“ / Sprich: ZEW und HU empfehlen den Weg in den totalitären Einheitsstaat, der schädliches Verhalten radikaler Minderheiten vermeidet, indem er unkorrekte Überzeugungen ursächlich bekämpft. „Vertrauensbildende Maßnahmen in die Politik“ erleichtern es, dieses Ziel zu erreichen. Nur so lassen sich unnötige Gesundheitskosten vermeiden. Bitten Sie den ZEW-Präsidenten, Prof. Achim Warmbach, und die HU-Präsidentin, Frau Prof. Sabine Kunst, um eine Stellungnahme zum totalitären Gedankengut ihrer Mitarbeiter. Nur auf diese Weise können die Präsidenten einen massiven Reputationsschaden von ihren Institutionen abwenden.

Heidi
Antwort an  Merlin
24 Tage zuvor

Wahrscheinlich auch bestellt… Und geliefert wie bestellt!

Wenn da die Rede vom November ist, stelle ich mal die berechtigte Frage: Hat mal jemand untersucht, was die eingesetzten Wasserwerfer vor dem Reichstag am 18.11. bei Eiseskälte und stundenlanger Beregnung der Demonstranten gesundheitlich angerichtet haben???

Merlin
Antwort an  Merlin
24 Tage zuvor

Warum Lange und Monscheuer mit ihren totalitären Schädlings-Phantasien nicht nur die (auf individueller Mündigkeit beruhende) Wissenschaft beschmutzen, sondern auch die Gesellschaft in Abgründe führen wollen, beschreibt Prof. Oliver Hirsch in einer lesenswerten Erstveröffentlichung im „Club der klaren Worte“ recht anschaulich. Ein Textauszug: „Leben bedeutet unter anderem Aktivität und Spontaneität, Versuch und Irrtum. Leben trennt uns von dem Traum, beschützt zu werden. Konformität und die Angst zu leben berauben das freie Leben von seiner größten Stärke im Kampf gegen den Totalitarismus. Dadurch, dass die Verschiedenheit des Lebens und die Komplexität und Individualität der Psyche abgelehnt werden, werden rigide Dogmen und totalitäre Einstellungen akzeptiert.“

Merlin
24 Tage zuvor

Verwunderlich, dass auch Prof. Michael Hüther, Ökonom und Leiter des „Instituts der deutschen Wirtschaft (IW)“, als BMI-Studienautor die „Corona-Maßnahmen präventiver und repressiver Natur“ vertritt. Ich dachte immer, das IW vertrete die Interessen der Wirtschaft. Oder sind die wirtschaftlichen Interessen der Konzerne etwa ganz anders gelagert, als der brave Bürger vermuten würde …?