Coronapartys: Neues Phänomen in Frankreich Junge Franzosen infizieren sich absichtlich mit Corona

Von Alexander Wallasch

Nein, selbstverständlich ist das nicht in Ordnung: Mutwilliges Infizieren mit Krankheiten ist eine Form der Selbstverstümmlung. Und Impfungen sind hier zwar dem Prinzip nach ebenfalls eine solche Art Selbstbeschädigung, aber immerhin – jedenfalls der Ursprungsidee folgend – sollen sie als eine Art Training der Abwehr einer Krankheit dienen.

Was jetzt allerdings gerade in Frankreich passiert, macht traurig. Eine große Verzweiflung. Aber auch ein Irrweg? Menschen wollen sich neuesten Berichten zufolge selbst mit SARS-CoV-2 infizieren, indem sie die Nähe zu Infizierten oder an Covid-19 Erkrankten suchen mit dem Ziel, den Impfungen und Einschränkungen ihrer Freiheitsrechte so zu entkommen.

Niemand, wohl nicht einmal der schärfste Corona-Maßnahmenkritiker, wird bezweifeln, dass es ein Corona-Krankheitsbild gibt. Und wer Freunde kennt, die erkrankt sind, der mag auch davon gehört haben, dass es hier, wie bei vielen anderen Krankheiten, in seltenen Fällen auch Folgeschäden geben kann bis hin zu chronischen Symptomen. Sich absichtsvoll krank zu machen kann daher nur Verzweiflung oder große Sorge sein.

Sicher, so eine bewusste Risikoerhöhung von Null auf Hundert war schon einmal verbreitet und hatte besonders in Deutschland in den 1970ern Anhänger, die den Begriff der „German measles parties“ prägten. Happenings mit an Masern erkrankten Kindern, die beim gemeinsamen Spiel ihre nicht infizierten Altersgenossen anstecken sollten. Aber was sind das bloß für Eltern, mag sich manch einer gefragt haben, die etwas zulassen, dass ihren Kindern in der Folge über Tage Schmerzen bereitet? Anfang der 2000er Jahre erlebten diese Partys in England sogar eine Renaissance, als die kombinierte Masern-Röteln-Mumps-Impfung mit Autismus in Verbindung gebracht wurde. Die Debatten darum füllen das Internet.

Auch der Aderlass war von der Antike bis ins 19. Jahrhundert eine gängige Form der Krankheitsbekämpfung basierend auf der antiken Säftelehre – auch diese Form der Selbstverletzung zu Heilungszwecken ist weitestgehend aus dem Alltag der Menschen verschwunden. Bis auf einige Heilpraktiker wendet die Medizin diese Heilungsversuche von Krankheiten nicht mehr an. Diejenigen, die Aderlass allerdings noch anwenden, argumentieren in etwa so: „Der Körper wird angehalten den ,Blutverlust‘ auszugleichen, er bildet also neue Blutzellen, diese verbessern den Sauerstofftransport und verbessern die Immunabwehr.“ Auch klar: Es wird sich sicher jemand finden, der nach so einem Aderlass beim Heilpraktiker eine Besserung verspürt.

„Im besten Fall habe ich gar keine Symptome“

Aber zurück nach Frankreich zu den Verzweifelten, die meinen, sich nicht mehr zu helfen zu wissen, und sich bewusst mit einer Krankheit infizieren, von der nicht einmal abschließend geklärt ist, ob sie nicht doch auf der perversen Experimentierlust gewissenloser Mediziner basiert bzw. dem militärischen Komplex entstammt.

Der Nachrichtensender „Franceinfo“ berichtet, in Frankreich würden sich Berichten zufolge gesunde Menschen kalkuliert mit dem Coronavirus infizieren, um zu erkranken und um anschließend als Genesene einer Impfung zu entgehen. „Im schlimmsten Fall fesselt mich das ein paar Tage ans Bett, im besten Fall habe ich gar keine Symptome“, zitierte der Nachrichtensender am Mittwoch eine 20-jährige Französin.

Das französische Verfassungsgericht hatte zuletzt eine Impfpflicht für das Gesundheitspersonal per Verfassungsrat weitestgehend bestätigt.

Auch der renommierte „Le Figaro“ beschäftigte sich mit diesem neuen Phänomen. So sagte ein 25-Jähriger gegenüber der Zeitung, er trage seine Maske nicht mehr und wasche sich weniger die Hände mit dem Ziel, sich anzustecken und so an den „Pass sanitaire“ zu gelangen. Dieser Pass bestätigt u.a. auch eine überstandene Infektion und garantiert die Rückgabe zuvor entzogener Freiheitsrechte. Weitere Menschen sagten beispielsweise aus, sie zögen eine Infektion der Impfung vor, suchen die Nähe zu Erkrankten.

Der Kurier zitiert aus Twitter, wo diese französische Form der Impfabsage auch kursieren würde: „In den sozialen Netzwerken machen ähnliche Aussagen die Runde. Ein User schreibt etwa auf Twitter: ,Ich hätte lieber einmal Covid, als mich bis zu meinem Lebensende alle drei Monate impfen lassen zu müssen.‘ Eine andere Userin schreibt, ihr Mann sei wegen Covid-19 in Quarantäne gegangen. ,Ich habe alles versucht, um es auch zu bekommen. Unmöglich.’“

Der Epidemiologe Philippe Amouyel beispielsweise sagte gegenüber dem Sender LCI, er befürchte sogar einen regelrechten Trend.

Sich zufällig zu infizieren, bleibt aber ein Glückstreffer

Was in dem Zusammenhang noch nicht diskutiert wurde: Die dann neu infizierten jungen Menschen verbreiten wiederum das Virus und könnten so auch ältere Menschen infizieren, die gefährdeter sind. Aber so leicht ist es dann doch nicht, sich zu infizieren. Jedenfalls dann, wenn man sich die aktuellen Inzidenzwerte anschaut: Da wäre es schon ein ziemlicher Glückstreffer, sich zu infizieren.

Bzw. eventuell auch zu erkranken, denn was weiter unbestritten ist: Junge Menschen haben kaum Risiken, schwerwiegend an Corona zu erkranken, Jugendliche und Kinder noch weniger. Hier können auch Schulmediziner den Sinn und Zweck einer Impfung kaum aufrechterhalten, jedenfalls bezogen auf die Gesunderhaltung des einzelnen Individuums.

Was jetzt allerdings in Frankreich passiert und möglicherweise auch Menschen in anderen Ländern erfassen wird, ist besorgniserregend und traurig zugleich. Warum? Weil hier von Freiheitsbeschränkungen Betroffene zum letzten Mittel greifen, sich einer Impfpflicht zu entziehen – die Entmündigung des Menschen schreitet voran.

Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit sind Phrasen, ein Virus beherrscht die politische Klasse und wird ihr zunehmend zum willfährigen Instrument des Machterhalts. Die Reaktion darauf kann ja nur sein: Ganz gleich, ob jemand geimpft ist oder genesen, jeder Einzelne muss für sich entscheiden, wie er reagiert, wenn der Staat seinen Nachbarn, Freund oder Verwandten zwangsimpfen will oder ihm Rechte aberkennt und dauerhaft zu Menschen zweiter Klasse macht.

Diejenigen, die selbst wenig haben, bitte ich ausdrücklich darum, das Wenige zu behalten. Umso mehr freut mich Unterstützung von allen, denen sie nicht weh tut!

Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben immer die Meinung des Autors wieder, nicht meine. Ich schätze meine Leser als erwachsene Menschen und will ihnen unterschiedliche Blickwinkel bieten, damit sie sich selbst eine Meinung bilden können.

Alexander Wallasch ist gebürtiger Braunschweiger und betreibt den Blog alexander-wallasch.de. Er schrieb schon früh und regelmäßig Kolumnen für Szene-Magazine. Wallasch war 14 Jahre als Texter für eine Agentur für Automotive tätig – zuletzt u. a. als Cheftexter für ein Volkswagen-Magazin. Über „Deutscher Sohn“, den Afghanistan-Heimkehrerroman von Alexander Wallasch (mit Ingo Niermann) schrieb die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung: „Das Ergebnis ist eine streng gefügte Prosa, die das kosmopolitische Erbe der Klassik neu durchdenkt. Ein glasklarer Antihysterisierungsroman, unterwegs im deutschen Verdrängten.“ Seit August ist Wallasch Mitglied im „Team Reitschuster.“

Bild: Iakov Filimonov/Shutterstock
Text: wal

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