Forscher: Kaum Ansteckungsgefahr im Freien, Lockdown schadet Führende Aerosol-Forscher attackieren Bundesregierung 

Angesehene Wissenschaftler aus der Aerosol-Forschung laufen jetzt Sturm gegen den Kurs der Bundes- und Länderregierungen. Seit Monaten ignoriere die Politik den wissenschaftlichen Konsens, und trotz minimaler Ansteckungsgefahr im Freien setze sie weiter auf Maskengebote unter freiem Himmel, heißt es in einem offenen Brief der Forscher an die Bundeskanzlerin und die Gesundheitsministerien in Bund und Ländern. 

So ist etwa eine Maskenpflicht beim Joggen nach Ansicht der Wissenschaftler unsinnig. „Die Übertragung der SARS-CoV-2 Viren findet fast ausnahmslos in Innenräumen statt. Übertragungen im Freien sind äußerst selten und führen nie zu ‚Clusterinfektionen‘, wie das in Innenräumen zu beobachten ist“, heißt es in dem Schreiben.

Die Wissenschaftler machen sich stark dafür, bei der Bekämpfung von SARS-CoV-2 Viren bzw. deren Übertragung vor allem Innenräume ins Visier zu nehmen: „Die andauernden Debatten über das Flanieren auf Flusspromenaden, den Aufenthalt in Biergärten, das Joggen oder das Radfahren haben sich längst als kontraproduktiv erwiesen. Wenn unseren Bürgerinnen und Bürgern alle Formen zwischenmenschlicher Kontakte als gefährlich vermittelt werden, verstärken wir paradoxerweise die überall erkennbare Pandemiemüdigkeit.“ 

Auch von Ausgangssperren halten die Unterzeichner des Briefes wenig. Sie würden mehr versprechen, als sie halten könnten. Unterzeichnet haben den Brief u.a. Dr. Gerhard Scheuch, der frühere Präsident der ISAM (International Society for Aerosols in Medicine) sowie Dr. Christof Asbach, Präsident der Gesellschaft für Aerosolforschung.

Die Wissenschaftler gehen sogar noch weiter – sie halten die aktuellen Maßnahmen teilweise für kontraproduktiv und bieten faktisch einen Ausweg aus dem Lockdown. Wenn den Menschen bekannt gemacht würde, wie gering die Ansteckungsgefahr im Freien sei, gewönnen sie „in dieser schweren Zeit zugleich ein Stück ihrer Bewegungsfreiheit zurück“, so die Forscher: „Wer sich zum Kaffee in der Fußgängerzone trifft, muss niemanden in sein Wohnzimmer einladen.“

Ausgangssperren und die Schließung der Außengastronomie seien „wirkungslose Eingriffe zum maximalen gesellschaftlichen Preis“, heißt es in dem Schreiben. Die wissenschaftliche Grundlage dafür fehle. Ich wollte heute von der Bundesregierung auf der Bundespressekonferenz wissen, welche genauen wissenschaftlichen Grundlagen sie hat, die sie dieser Kritik entgegenhalten könne. Die Antwort war in meinen Augen ausweichend (anzusehen hier). Mehr dazu in einem späteren Bericht hier auf der Seite und im Video.

Diejenigen, die selbst wenig haben, bitte ich ausdrücklich darum, das Wenige zu behalten. Umso mehr freut mich Unterstützung von allen, denen sie nicht weh tut!


Bild: Screenshots Twitter Gesundheitsministerium
Text: br


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