GEZ-Gebühren mal gut investiert: ARD-Beitrag zu Impfschäden schlägt ein Weitere Medien thematisieren Impfschäden

Von Mario Martin

Der am 23. März vom ARD-Magazin Plusminus und vom MDR ausgestrahlte Beitrag zu möglichen Impfnebenwirkungen könnte einen Stein ins Rollen gebracht haben. Zwar versucht der Moderator der Sendung noch zu beschwichtigen und stellt in der ersten Minute gleich an zwei Stellen die Seltenheit der Nebenwirkungen heraus, aber er weist auf den Missstand hin, dass eine Debatte derzeit in der Öffentlichkeit fehlt.

Im Anschluss an den Beitrag hatten vom 23. bis zum 29. März über 210 Zuschauer im Kommentarbereich der Sendung ihre eigenen Erfahrungen mit den Nebenwirkungen der Impfung geschildert. Die Kommentare wurden anschließend von der Website genommen und waren nicht mehr abrufbar.

“Leider waren aus technischen Gründen zwischenzeitlich die bereits veröffentlichten Kommentare nicht mehr sichtbar. Es war nicht unsere Absicht, die bisherigen Kommentare zu löschen”, heißt es dort aktuell.

Die Kommentare sind also inzwischen wieder lesbar. Glücklicherweise hatte ein Nutzer alle Kommentare bereits gesichert und das PDF machte die Runde.

Oftmals schreiben die Kommentatoren von Schwindelgefühlen und Unwohlsein. Die aufgelisteten Beschwerden und Krankheiten sind umfangreich: Verkrümmte Finger, Wortfindungsschwierigkeiten, plötzliche ungebremste Stürze, Herpes, Gürtelrose, Bluthochdruck, Zuckungen, Augenentzündungen, Lymphknotenkrebs, Taubheit, Thrombose, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, Kurzatmigkeit, Blutarmut, Ohrenschmerzen, dramatische Herzrhythmusstörungen und vieles mehr.

Viel Dankbarkeit geht aus dem Geschriebenen hervor, das Thema endlich in die Öffentlichkeit gebracht zu haben. Oft ist von fehlender Unterstützung der Ärzte zu lesen. Die Betroffenen fühlen sich alleingelassen.

Thema kommt im Mainstream an

Mit der TV-Ausstrahlung scheint nun das Eis gebrochen zu sein. Immer mehr Menschen verstehen, dass sie mit ihren negativen Erfahrungen nicht allein sind, und wollen darüber reden.

WELT-Autorin Elke Bodderas kämpfte mit einer unerwarteten Nebenwirkung und schildert ihre Erfahrungen in einem Bericht (Paywall). Der Focus berichtet von Datenverschleppung und von Geschädigten, die sich im Stich gelassen fühlen. Auch die Berliner Zeitung, die schon seit einiger Zeit mit ausgewogenen Beiträgen glänzt, gibt einer Betroffenen das Wort.

Anfang des Jahres klang das alles noch anders. Das ZDF zitierte die Immunologin Christine Falk, die gar zu Protokoll gab, langfristige Nebenwirkungen seien “ausgeschlossen”. Weiterhin behauptete sie, die mRNA werde nach Tagen oder Wochen bereits vollständig vom Körper abgebaut. Sie wurde inzwischen widerlegt. Wie konnte sich die Immunologin so sicher sein?

Untererfassung der Impfschäden

Der Berliner Arzt Erich Freisleben spricht im Plusminus-Beitrag die Untererfassung der Impfschäden an. Dem MDR teilte er mit, er habe inzwischen 86 Fälle dokumentiert – eine Reaktion vom Paul-Ehrlich-Institut habe er nach der Meldung aber nicht bekommen.

Wenn ein Arzt allein 86 Fälle dokumentiert, dann wirkt es fragwürdig, dass bislang lediglich 1.200 Anträge auf Entschädigung beim Staat eingegangen sind, wie der MDR berichtet. Der Beitrag wirkt, als versuche man beim MDR nun Schadensbegrenzung zu betreiben. Als Indikator wird die Anzahl der bewilligten Anträge auf Entschädigung durch den Staat angeführt. Der Beitrag setzt die eingereichten Anträge allerdings nicht ins Verhältnis zum Aufkommen vor den mRNA-Impfungen.

In Bayern wurden im letzten Jahr die meisten Anträge auf Entschädigung gestellt. Dort waren es 238 (Vorjahre: 2016: 42 Anträge, 2017: 30 Anträge, 2018: 28 Anträge, 2019: 35 Anträge, 2020: 38 Anträge). Da aber nur etwa 3,7-mal mehr Impfungen verabreicht wurden als noch 2020, liegt die Anzahl der Anträge mit dem Faktor 6,3 zum letztjährigen Wert eindeutig zu hoch.

Impfschäden werden allerdings nur in den seltensten Fällen anerkannt. Der MDR berichtet: “Bayern hat als erstes Bundesland eigene Zahlen veröffentlicht. Vier Fälle von Impfschäden durch eine Corona-Impfung wurden anerkannt, 263 Anträge müssen noch bearbeitet werden. Das teilte das zuständige Zentrum Bayern Familie und Soziales (ZBFS) in Bayreuth mit.”

Untererfassung der Impfschäden

Die hohe Dunkelziffer von nicht gemeldeten Impfschäden war bereits im Herbst 2021 anhand der unterschiedlichen Meldedaten an die “EudraVigilance-Datenbank” absehbar. Die nationalen Behörden melden der EMA auf diesem Wege Impfschäden.

Das PEI klassifiziert unerwünschte Effekte der Impfung in drei verschiedene Kategorien: Impfreaktionen, Impfkomplikationen und Impfschäden. Die Frage schließt sich an, ob Nebenwirkungen bis zu einem bestimmten Schweregrad überhaupt nicht weitergemeldet werden, oder ob sogar auch schwere Fälle aus der Weitermeldung “herausgefiltert” werden.

Während die Niederlande fast jeden Zwischenfall weitergeben, fehlt bei einigen Ländern ein großer Teil der Meldungen (Schweden, Dänemark, Deutschland). Spanien, Portugal und Tschechien melden sogar mehr Fälle an die EMA, als im jeweiligen nationalen Sicherheitsbericht auftauchen.

Meldeverzug nationaler Behörden zur EMA-EudraVigilance-Datenbank
(Quelle: EMA / nationale Datenbanken)

So meldeten Deutschland und die Niederlande zum 8. Oktober 2021 die gleiche Anzahl von Verdachtsfällen im nationalen Bericht, aber Deutschland meldete nur knapp 60 Prozent weiter.

PEI legt eigene Datenbank auf Eis

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) ist in Deutschland für die Meldung der Impfschäden an die EMA verantwortlich und damit auch für die in der Grafik angezeigte Diskrepanz zwischen nationaler UAW-Datenbank und der europäischen EudraVigilance-Datenbank.

Das PEI entschied nun, die eigene UAW-Datenbank zum 14. März 2022 gänzlich abzuschalten. Die Schäden würden schließlich eh an die EMA gemeldet. Unterirdische Bedienbarkeit kennzeichnete das Arbeiten mit der UAW-Datenbank, aber mit etwas Geduld war es dennoch möglich, die gewünschten Zahlen zu beziehen.

“Da alle an das Paul-Ehrlich-Institut gemeldeten Verdachtsfälle von Impfnebenwirkungen uneingeschränkt ebenfalls in die europäische Datenbank zu Arzneimittelnebenwirkungen einfließen und veröffentlicht werden, hat das Paul-Ehrlich-Institut die eigene UAW-Datenbank geschlossen”, erklärt das PEI.

Der Unterschied, der in der obigen Grafik dargestellt ist, beweist allerdings das Gegenteil. Das PEI meldet bei weitem nicht alle Fälle an die EMA weiter. Somit verschleiert die EMA das wahre Ausmaß der Impfschäden, da nur etwa die Hälfte der Meldungen aus Deutschland weitergemeldet werden.

Dies dürfte allerdings nur ein Bruchteil der nicht erfassten Impfschäden sein, da die meisten Schäden eben gar nicht erst gemeldet werden, weil sie überhaupt nicht mit der Impfung in Verbindung gebracht werden können, bzw. weil die Ärzte die Schäden oft nicht melden wollen. Nicht umsonst fühlen sich viele Menschen von den Ärzten alleingelassen.

Dazu kommt, dass die Einzelmeldungen, also der konkrete Schadensbericht einer Person, in der EudraVigilance-Datenbank nicht nach Land abrufbar sind. Pro Land können nur noch die Summe der Fälle abgerufen werden, aber nicht mehr die Einzelfälle, die in den großen Pool „europäischer Wirtschaftsraum“ wandern.

Die zum Datenstand 26. März in der EudraVigilance-Datenbank angezeigten Verdachtsfälle für Impfnebenwirkungen der Corona-Impfungen (Pfizer/BioNTech, AstraZeneca, Moderna, J&J). betragen derzeit (zur Vorwoche):

→ 1.660.732 Fälle (+20.151)
→ 23.826 Todesfälle (+138)
→ 493.350 schwerwiegende Nebenwirkungen (+5.038)

Davon betroffene Kinder:
→ 30.733 Fälle (+629)
→ 142 Todesfälle (+1)
→ 11.196 schwerwiegende Nebenwirkungen (+227)

Seit letzter Woche führt die EudraVigilance-Datenbank auch die Nebenwirkungen der Novavax-Impfung. Bis zum 3. April waren 165 Fälle gemeldet worden.

Diejenigen, die selbst wenig haben, bitte ich ausdrücklich darum, das Wenige zu behalten. Umso mehr freut mich Unterstützung von allen, denen sie nicht weh tut!

Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben immer die Meinung des Autors wieder, nicht meine. Ich schätze meine Leser als erwachsene Menschen und will ihnen unterschiedliche Blickwinkel bieten, damit sie sich selbst eine Meinung bilden können.

Mario Martin ist Ökonom und arbeitet als Software-Projektmanager in Berlin.

Bild: Shutterstock
Text: mm

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