Im Wortlaut: Spahns und Wielers Werbung für die Grippeimpfung Ein Dokument der Zeitgeschichte von der Bundespressekonferenz

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und der Chef des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, haben heute auf der Bundespressekonferenz massiv für die Grippeimpfung geworben. Mich persönlich hat das, offen gestanden, etwas irritiert. Weil aber meine Eindrücke subjektiv sind und ich sie bereits in einem Beitrag zusammengefasst habe, will ich Ihnen hier Objektives liefern, was ich so in anderen Portalen noch nicht gefunden habe – die Aussagen von Spahn und Wieler heute im Wortlaut. Ich danke meinem Team, die sie für Sie transkribiert hat. Und ich danke meinen Korrektoren für die Nerven, die sie bewiesen haben (Zitat: Boris, ich weiß nicht, wie ich dieses Gestammel und Gestottere von Spahn und Wieler korrigieren soll. Ich gehe davon aus, dass die Transkrib-Kollegen perfekte Arbeit geleistet haben. Ihr Ergebnis müsste man eigentlich komplett ins Deutsche übersetzen, damit das irgendjemand versteht. Kannst Du es nicht als Zeitdokument und Beweis der unendlichen XXXXX dieser XXXXX im O-Ton veröffentlichen? – Die Schwärzung via XXXXX erfolgte aus Höflichkeit, dem Ratschlag des Korrektoren folge ich.) Voilà:

Jens Spahn:

Ja, liebe Frau Buschow, meine sehr verehrten Damen und Herren, insgesamt – eh – zur Corona-Lage – äh – kurz, sehen wir ja, dass – ähm – auch nach den Reiserückkehrern nach dem Ende der Sommerferien mit Beginn der Schulen und dem regelmäßigen Testen – äh – wir im Moment – n – eine Inzidenz – auch eine Situation im Gesundheitswesen auf den Intensivstationen haben, mit denen wir umgehen, auch gut umgehen können…übrigens nicht zuletzt auch aufgrund der Erfolge beim Impfen, man stelle sich eine solche Inzidenz und eine solche Lage ohne Impfung vor, wir sehen also, es macht einen Unterschied…..wir wissen aber eben auch, dass wir letztes Jahr um diese Zeit.. herum… dann auch haben sehen können, dass die Zahlen nach einem Plateau, nach einer Seitwärtsbewegung wieder gestiegen sind und wir weiterhin es eben miteinander in der Hand haben, vor allem durch AHA-Regeln und Schutzmasken, gerade auch in den Bereichen Öffentlichen Nahverkehr, wo man den anderen nicht kennt und seinen Impf – äh -status – äh – durch – äh – 3G: Geimpft, genesen und getestet, auch das hat offenkundig einen Unterschied gemacht mit der Einführung Ende August, und vor allem eben Impfen, Impfen, Impfen, einen entscheidenden – nh – Unterschied weiter machen können auch für Herbst – äh – und Winter….ich find, das gibt ja erstmal auch Anlass für Zuversicht…die Situation, in der wir sind….., aber eben weiterhin auch mit Vorsicht  weitere Schritte zu gehen. Wir haben jetzt 108 Millionen Corona-Impfungen in Deutschland, fast vier von fünf Erwachsenen sind geimpft….das ist eine gute – äh – Quote, es reicht noch nicht für einen ganz sicheren Herbst und Winter, aber es ist jedenfalls schon auch eine große Zahl… ich bin erstmal dankbar für die Bürgerinnen und Bürger, die sich für eine Impfung entschieden haben und wir haben mittlerweile auch über vierzig Prozent der 12- bis 17-Jährigen, die mindestens einmal bereits geimpft sind und wir sehen in allen Lebensbereichen, welchen entscheidenden Unterschied hier das Impfen macht.

Nun haben wir hier…in der Pressekonferenz, in der öffentlichen Debatte, viel über die Corona-Impfung geredet und werden das auch weiterhin tun, wollen aber eben gleichzeitig auch heute ausdrücklich und im Schwerpunkt für die Grippe-Impfung werben. Warum? Weil eben auch – nh – gerade jetzt mit Blick auf Herbst und Winter – äh – für die Frage, wie belastet – äh – auch in der gleichzeitigen Corona – Pandemie – Lage, in der wir ja weiterhin sind, wie belastet die Intensivstationen, das Gesundheitswesen werden, und wie viel Leid und Krankheit entstehen kann….auch die Frage – äh – mit beinhaltet: wie hoch eine mögliche Grippewelle wird, Herr Professor Wieler wird gleich mit darauf hinweisen, dass – nicht zuletzt, das klingt erstmal  paradox, weil wir letztes Jahr so gut wie keine Grippe hatten – in diesem Jahr das Risiko umso höher ist, auch für eine – nh – Grippewelle…wir ham`s geschafft miteinander, nicht zuletzt durch die AHA-Regeln auch – äh –die machen eben auch für die Übertragung von Grippeviren einen Unterschied, dass letztes Jahr so gut wie keine Grippe – ich glaub so`n Jahr hat es noch nie gegeben, seit es Aufzeichnungen gibt in Deutschland rund um – ähäh – Grippe – so gut wie keine Grippe – äh – da in Deutschland gewesen ist, aber das erhöht eben das Risiko, wenn wir nicht gut aufpassen in diesem Jahr, wegen einer geringeren Grundimmunität für eine Grippe in diesem Jahr.

Zum Zweiten hat damit dann eben auch es bestimmte Risiken, auch die Grippe, insbesondere für Vorerkrankte, für – äh – Ältere – ähm – wir appellieren auch an – äh – Schwangere, an medizinisches Personal, Herr Professor Mertens wird auf die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission für die Grippe – nh – eingehen – ähm – auch dort gibt es eben Risiken, deswegen ist unsere klare Bitte und auch Aufforderung: bitte lassen Sie sich gegen Grippe – äh – impfen, das ist kein harmloses Fieber, sondern es kann insbesondere auch bei Vorerkrankte und bei Ältere, Älteren, einen sehr schweren – teilweise auch tödlichen Verlauf nehmen.  Wichtig ist: Genug Grippeimpfstoff ist vorhanden, wie im vergangenen Jahr hat der Bund rechtzeitig und diesmal noch frühzeitiger zusätzlichen Grippeimpfstoff besorgt….das haben wir ja letztes Jahr erstmalig gemacht, dass der Bund zusätzlich zu den Bestellungen der Ärztinnen und Ärzte und der Apotheken, auch Impfstoff – äh äh au – bestellt hat, sogar mehr nochmal für diese Grippesaison als für 2020. Wir haben es miteinander geschafft im letzten Jahr, dass wir über 22 Millionen Grippeimpfungen in Deutschland hatten, so viele wie noch nie zuvor,  also es haben sich in der …. vor der letzten Herbst-Winter-Grippesaison so viele Deutsche gegen Grippe impfen lassen, wie noch nie zuvor, normalerweise sind es zwischen 15.…17,18 Millionen, die sich impfen lassen, diesmal  über 22 Millionen und wir….wollen natürlich gerne auch eine entsprechende Größenordnung wieder erreichen.

Dieses Jahr stehen 27 Millionen Impfstoffdosen zur Verfügung, mehr als genug, der Unterschied zu letztem Jahr ist: sie stehen auch frühzeitig zur Verfügung. Wir hatten letztes Jahr die Herausforderung, dass – äh – wegen Bestellungen, die wir erst im März/ April haben aufgeben können – und das ist für Grippeimpfstoff. Bestellungen relativ spät – äääh, auch die Lieferungen erst – äh – teilweise erst im Dezember/Januar erfolgt sind, dieses Mal werden sie schon jetzt im Oktober/November die Grippe-Impfstoffe – nh – nahezu alle zur Verfügung stehen, alle 27 Millionen Dosen, und damit die Situation, die letztes Jahr entstanden ist – äh – das da auch viel Nachfrage war, die nicht gleich hat bedient werden können in Arztpraxen, so nicht wieder entstehen und deswegen ist eben die wichtige Botschaft für alle diejenigen, für die ein Grippe….eine Grippeimpfung empfohlen ist, steht auf jeden Fall auch ein Grippe-Impfstoff zur Verfügung und für viele darüber hinaus…auch. Wichtig ist: Zusätzlichen Schutz geben auch bei der Grippe die AHA-Regeln, das haben wir eben, wie gesagt im letzten Winter auch schon gesehen, so gilt jetzt für diesen Winter, wenn wir mehr im Innenraum sein werden, sowohl für Corona wie für Grippe – äh – dass eben durch AHA-Regeln und vor allem das Tragen medizinischer Schutzmasken etwa im öffentlichen Nahverkehr wir für beide Infektionskrankheiten einen Unterschied machen. Ich selbst hab mich gerade in einer Hausarztpraxis im Wedding gegen Grippe impfen lassen, mir ist bewusst, das ist fast noch etwas früh, `s macht Sinn das jetzt…Mitte Ende Oktober/Anfang November zu tun für die Bürgerinnen und Bürger, ich bin weder über sechzig noch vorerkrankt, aber ich bin jemand, der viel Kontakt hat zu anderen und auch das, sagt ja die Ständige Impfkommission, wenn jemand mit Publikumsverkehr, wie es da heißt, mit häufigen Kontakt mit anderen, äh äh, tätig – äh – ist – äh – etwa beruflich, dann macht eine solche Impfung eben auch Sinn, weil das Risiko andere anzustecken und auch ein Übertragender zu sein an andere dann eben auch entsprechend höher ist – äh – und jedenfalls gilt das für Politikerinnen und Politiker wie für viele andere Menschen auch.

Wir begegnen täglich vielen anderen und deswegen macht auch dort eine Grippe-Impfung – für Journalistinnen und Journalisten im Zweifel auch, äh, unbedingt – äh – Sinn, und deswegen habe ich mich heute gegen Grippe impfen lassen, mir ist wichtig, damit ein Zeichen zu setzen, mit dieser Grippe-Impfung, dass es in diesem Jahr besonders wichtig ist, sich gegen Grippe impfen zu lassen, nur weil es Corona gibt, sollte man Grippe nicht auf die leichte Schulter nehmen, ähm, mit einer Impfung schützt man sich, aber man hilft vor allem auch mit, dass das Gesundheitssystem nicht in eine zu starke Belastung in diesem Herbst und Winter kommt. Ein letzter Hinweis: Wer sich noch nicht gegen Corona hat impfen lassen oder eine Auffrisch-Impfung benötigt, kann das zeitgleich mit der Co …Grippe-Impfung kombinieren, also es ist zeitgleich beim selben Arztbesuch möglich, sowohl die Corona-Erst- oder Auffrisch-Impfung zu machen und die Grippe-Impfung, auch damit hat sich die Ständige Impfkommission beschäftigt, Herr Professor Mertens wird sicherlich auch darauf – äh – eingehen –äh – deswegen möchte ich nochmal betonen: doppelt Impfen gehen führt auch zu doppeltem Schutz.

Lothar Wieler:

Ja, guten Morgen meine Damen und Herren, gut dass wir heute einmal über Grippe reden – ähm – aber Fakt ist auch, dass man nicht vorhersehen kann, wie sich eine Grippesaison auswirkt, wie sie verlaufen wird und wie stark die Grippewelle sein wird und das ist in diesem Jahr auch nicht anders. Ähm – womit wir aber rechnen müssen, meine Damen und Herren, ist, das im Herbst und Winter die COVID-19-Fallzahlen steigen werden. Wir müssen deshalb verhindern, dass im Winter zu viele COVID-19-Fälle und viele Grippefälle parallel auftreten. Und das können wir am besten verhindern mit Impfungen und damit, dass wir diese Basis.-Maßnahmen, die allbekannten AHA- und L-Regeln einhalten und natürlich auch die Corona-Warnapp nutzen. Je mehr Risikopatienten gegen Grippe geimpft sind und je mehr Menschen gegen COVID-19 geimpft sind und je mehr Menschen sich an diese Maßnahmen halten, desto besser kommen wir durch diesen Herbst und diesen Winter. COVID-19 und Grippe – auch Influenza genannt – wir haben viele Gemeinsamkeiten… Beides sind Atemwegsinfektionen, beide verbreiten sich überall dort, wo Menschen zusammenkommen und natürlich auch besonders in geschlossenen Räumen. Beide sind vor allen Dingen für ältere Menschen und auch für chronisch kranke Menschen ein Risiko. Und wenn Menschen schwer erkranken, dann müssen sie ins Krankenhaus oder auch auf die Intensivstation. Manche müssen sogar beatmet werden. Das heißt, wenn viele COVID-19- und viele Grippe-Erkrankte, gleichzeitig auftreten, dann werden die Krankenhäuser massiv belastet und es wäre natürlich gefährlich auch für alle anderen, die ja auch diese Krankenhausbetten und die Patient..die Ärzte benötigen. Aber die gute Nachricht ist tatsächlich die: Wir haben Impfungen, denn sie sind der beste Schutz. Sie wirken natürlich nicht zu einhundert Prozent, sie können aber etliche Erkrankungen und vor allem auch schwere Verläufe verhindern. Die Impfung gegen COVID-19, meine Damen und Herren, das wissen wir, ist sehr wirksam und sie wird für alle Menschen in unserem Land ab zwölf Jahren empfohlen und wenn Sie`s noch nicht getan haben: Bitte lassen Sie sich jetzt gegen COVID-19 impfen, denn Sie schützen ja damit sich und sie schützen damit auch andere.

Die Impfung gegen Grippe wird in erster Linie hingegen bei bestimmten Risikogruppen empfohlen, vor allen Dingen über Sechzigjährige, chronisch Kranke in jedem Alter – auch Kinder – und Schwangere, auch Menschen, die mit diesen Risikogruppen zu tun haben, für die empfehlen wir diese Grippe-Impfung. Und wenn Sie zu diesen Gruppen gehören, lassen Sie sich bitte gegen Grippe impfen. Die Wirksamkeit kann von Jahr zu Jahr stark variieren, das hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab, aber trotzdem ist diese Impfung der beste Schutz gegen Grippe. Auch alle anderen können sich übrigens gegen Grippe impfen lassen. Wenn Sie das in Erwägung ziehen, dann besprechen Sie das bitte mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin. Was, wie gesagt, auch weiter ganz entscheidend ist, das ist, dass einige grundsätzliche Maßnahmen eingehalten werden. Auch wenn Sie genesen, getestet oder gegen Corona geimpft sind: Abstandhalten, Maske tragen, Hygieneregeln beachten, Lüften und die Corona-Warnapp nutzen. Sich so kurz wie möglich mit vielen anderen Menschen in geschlossenen Räumen aufhalten. Bei Atemwegsinfektionen, das ist mir besonders wichtig, bitte zu Hause bleiben und sich auf COVID-19 und Influenza testen lassen. Diese Maßnahmen reduzieren das Risiko deutlich, sich mit anderen Atemwegserregern und vor allen Dingen auch mit Grippeviren zu inf – u –zieren. Und ich möcht dann nochmal kurz gesondert auf die Gesundheit von Kindern hinweisen. Es gibt ja in Deutschland rund neun Millionen Kinder unter zwölf Jahren.

Sie sind nicht nur Grippe und anderen Atemwegsinfektionen ausgesetzt, sondern natürlich auch COVID-19. Und das meist ungeschützt, weil sie sich eben aktuell nicht gegen COVID-19 impfen lassen können. Kinder und Jugendliche sind tatsächlich stärker betroffen als im letzten Jahr, dort gibt es mehr Fälle, bei ihnen können natürlich auch schwere Fälle auftreten, auch wenn dies glücklicherweise selten der Fall ist und auch sie können natürlich von Spätfolgen betroffen sein. Und dazu wird die Datenlage immer besser, um das einschätzen zu können. Es liegt in aller unserer Hände, in unserer Verantwortung, die Gruppe der Kinder zu schützen und dazu gehört auch, das sich alle, die es können – äh – die mit den Kindern umgehen, sich impfen lassen gegen COVID-19 und auch die anderen Maßnahmen einhalten. Denn wir möchten ja, das unsere Kinder so sicher wie möglich die Schulen und auch Kitas besuchen können.

 

Sehen Sie sich hier die gesamte Bundespressekonferenz mit Spahn, Wieler und Mertens an.

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Bild: Screenshot/Phoenix/Youtube
Text: br
 

Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd, besagt ein chinesisches Sprichwort. In Deutschland 2021 braucht man dafür eher einen guten Anwalt.

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