Immer mehr Deutschen droht Existenz wegzubrechen Dramatische Zahlen in neuer INSA-Umfrage

Der Krieg in der Ukraine, die Inflation, die sinkende Wirtschaftsleistung, Corona-Lockdowns in China und unterbrochene Lieferketten – all das ist an den rasant steigenden Preisen zu spüren – und damit auch im Portemonnaie der Bürger. In einer neuen Umfrage wollte das Meinungsforschungsinstitut INSA nun wissen, wie viele Menschen in Deutschland mit dem ihnen zur Verfügung stehenden Einkommen nicht auskommen. Das Ergebnis ist alarmierend – die Zahl ist gegenüber einer ähnlichen Umfrage im Mai noch einmal deutlich gestiegen.

Die relative Mehrheit von 48 Prozent der Befragten kommt mit dem ihnen zur Verfügung stehenden Einkommen aus, wobei männliche Befragte dies deutlich häufiger als weibliche Befragte angeben (54 zu 43 Prozent). 36 Prozent der Befragten kommen hingegen momentan mit ihrem Einkommen nicht aus, wobei Frauen dies häufiger als Männer angeben (39 zu 33  Prozent). Acht Prozent wissen hierauf keine Antwort und sieben Prozent machen keine Angabe dazu. Im Mai waren es nur 32 Prozent, die angaben, mit ihrem Einkommen nicht auszukommen. Das ist ein Anstieg um 12,5 Prozent.

Nur Befragte zwischen 30 und 39 Jahren sind in dieser Frage gespalten: Während 43 Prozent der 30- bis 39-Jährigen mit dem ihnen zur Verfügung stehenden Einkommen auskommen, tun dies 42 Prozent dieser Altersgruppe nicht. Bei allen anderen Altersklassen überwiegt jeweils der Anteil derer, welche mit ihrem Einkommen auskommen, wobei dieser Anteil mit zunehmendem Lebensalter von 43 Prozent bei den jüngsten bis auf 54 Prozent bei den ältesten Befragten ansteigt.

 

Grundsätzlich lässt sich feststellen, dass der Anteil derer, welche mit ihrem Einkommen momentan auskommen, mit steigendem formellem Bildungsgrad ansteigt: So geben lediglich 35 Prozent der Befragten mit einem Haupt- bzw. Volksschulabschluss an, dass sie momentan mit ihrem Einkommen auskommen, wohingegen dieser Anteil bei Befragten mit Realschulabschluss auf 46 Prozent ansteigt und bei Befragten mit Abitur oder Fachhochschulreife sogar 56 Prozent beträgt. Entsprechend umgekehrt verhält sich der Bildungstrend bei denen, welche mit ihrem Einkommen momentan nicht auskommen: Über die Hälfte der Befragten (51 Prozent) mit einem Haupt- bzw. Volksschulabschluss geben an, dass sie momentan nicht mit ihrem Einkommen auskommen, wohingegen dieser Anteil bei jenen mit einem Realschulabschluss nur 39 Prozent und bei jenen mit Abitur oder Fachhochschulreife nur 31 Prozent beträgt.

 

Erwartungsgemäß kann ein ähnlicher Trend bei der Betrachtung der Einkommensgruppen beobachtet werden: Mit steigendem Haushaltsnettoeinkommen steigt der Anteil derer, welche mit ihrem Einkommen momentan auskommen, von gerade einmal 21 Prozent bei jenen mit einem Haushaltsnettoeinkommen von unter 1.000 Euro auf 72 Prozent bei jenen mit einem Haushaltsnettoeinkommen von 4.000 Euro oder mehr an. Entsprechend umgekehrt verhält sich der Trend bei jenen, welche momentan mit ihrem Einkommen nicht auskommen: Während deutlich über die Hälfte (66 %) der Befragten in der untersten Einkommensgruppe momentan nicht mit ihrem zur Verfügung stehenden Einkommen auskommen, sinkt dieser Anteil mit steigender Einkommensgruppe auf gerade einmal 20 Prozent (ab 4.000 Euro). Dass jeder Fünfte derjenigen, die mehr als 4.000 Euro Haushaltsnettoeinkommen haben, mit diesem Geld nicht auskommt, ist bemerkenswert.

Während erwerbstätige Befragte mit dem ihnen zur Verfügung stehenden Einkommen absolut-mehrheitlich auskommen (57 %), sind Befragte, die nicht erwerbstätig sind, in dieser Frage gespalten (41 zu 41 %).

 

Wähler der Linken (44 %) sowie der AfD (53 %) geben jeweils mehrheitlich an, dass sie momentan mit dem ihnen zur Verfügung stehenden Einkommen nicht auskommen. Alle anderen Wählergruppen geben hingegen jeweils absolut-mehrheitlich an, dass sie mit dem jeweils zur Verfügung stehenden Einkommen momentan auskommen, wobei dies Wähler der FDP deutlich häufiger angeben als Wähler der anderen Parteien (70 zu 56–60 %).

In meinen Augen ist diese Umfrage ein klares Alarmsignal. Wenn deutlich mehr als jeder Dritte in Deutschland mit seinem Einkommen nicht zurechtkommt, ist das ein enormer sozialer Sprengsatz für die Gesellschaft und die Demokratie. Umso taktloser erscheint etwa die prunkvoll inszenierte Luxus-Hochzeit von Finanzminister Christian Lindner (FDP) auf Sylt, wo es die Polit-Elite auf geradezu herausfordernde Weise hat krachen lassen (siehe auch meinen Beitrag „Fest in der Pest„). Unsere Regierenden haben den Schuss ganz offensichtlich noch nicht gehört. Sie haben sich entfremdet von ihren Wählern und deren Realität in einer Art und Weise, wie sie sonst für autoritäre Staaten typisch ist. Da alles dafür spricht, dass sich die Krise noch verschärfen wird, braucht man kein Hellseher zu sein, um zu sagen, dass uns sehr aufregende Zeiten ins Haus stehen.

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Bild: Shutterstock
Text: br

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