Italien demonstriert gegen Einführung des “Green Pass” “Draghi, Draghi, leck mich am Arsch!”

Von Mario Martin

Am 15.10.21 trat in Italien ein neues Gesetz in Kraft. Als erste europäische Nation hat das Land einen verpflichtenden Corona-Pass eingeführt. Der Pass wird benötigt, um an allen öffentlichen Aktivitäten teilzunehmen und an den Arbeitsplatz zu gelangen. Betroffen sind sowohl öffentliche als auch private Stellen. Wer die Vorschrift verletzt, riskiert Strafen von bis zu 1.500 Euro. Arbeitgeber, die sich den Pass nicht vorlegen lassen, werden mit bis zu 1.000 Euro bestraft.

Menschen werden dadurch in die Arbeitslosigkeit getrieben. Die Schlinge um den Hals der Menschen, die sich dem Green Pass nicht beugen wollen, wird immer enger. In Italien sind derzeit noch immer etwa drei Millionen arbeitsfähige Menschen nicht geimpft.

Hinzu kommt, dass bei allen, bei denen die zweite Impfung länger als 6 Monate zurückliegt, der Grüne Pass inzwischen abgelaufen ist. Über 43 Millionen Menschen haben inzwischen zwei Impfungen erhalten. Jeden Tag fallen also Menschen aus dem System, die sich nicht für die dritte Booster-Impfung entscheiden.

Die Zeitung “The Hill” berichtet, dass sich auch Touristen bei einem Besuch in Italien auf den Pass einstellen müssen: “Der Pass ist in Italien bereits für Touristen und Staatsangehörige erforderlich, um Museen, Theater, Fitnessstudios und Restaurants zu betreten sowie Züge, Busse und Inlandsflüge zu benutzen.” (Übersetzung deepl.com)

Inzwischen hat auch Österreich bekannt gegeben, 3G am Arbeitsplatz einzuführen. Dort gilt die Regel ab dem 1. November.

Der obligatorische Grüne Pass

Besonders brisant ist die Regelung für den Zugang zum Arbeitsplatz. Denn dort kommt zukünftig nur noch hin, wer eine der folgenden drei Bedingungen erfüllt:

• Nachweis von mindestens einer Dosis des Impfstoffs gegen COVID-19
• oder Nachweis der kürzlichen Genesung von einer Infektion
• oder ein negativer Test innerhalb der letzten 48 Stunden

Das verpflichtende Vorzeigen eines Impfpasses für alle Bürger ist bisher nur aus Israel bekannt. Allerdings wurde die Einführung auch in anderen Ländern versucht. Gerichte verhinderten z.B. in Spanien oder den USA die allgemeine Einführung der Pässe. Bisher.

Italien nimmt für Covid-Maßnahmen, die vom ehemaligen Goldman Sachs Vizepräsident, Ex-Präsident der EZB und aktuellen italienischen Premierminister, Mario Draghi, durchgedrückt werden, weiterhin eine Vorreiterrolle ein. So war Italien letztes Jahr auch das erste Land, das die experimentellen und schädlichen Lockdowns in Europa nach dem Vorbild Chinas einführte.

Proteste überall in Italien

Gegen den neuen “Grünen Pass” formieren sich landesweite Proteste. Besonders stark sind die Proteste in den Hafenstädten Genua und Triest, aber auch in Rom, Turin, Mailand und Bologna wird demonstriert. Hafenarbeiter in der nordöstlichen Küstenstadt Triest, einem der größten Schifffahrts- und Verkehrsknotenpunkte Italiens, versammeln sich täglich, um Waren und den Zugang zum Hafen zu verwehren. Sie halten Plätze besetzt und übernachten sogar vor Ort.

Über Twitter geraten zahlreiche Videos in Zirkulation, die das Protestgeschehen dokumentieren und hier in Auszügen gezeigt werden sollen:

Dieses Video zeigt Szenen vom Tag des Inkrafttretens der neuen Auflagen. Die Demonstranten singen: „La gente come noi non molla mai!“ (“Menschen wie wir werden niemals aufgeben!”), ein Schlachtruf, den man in ganz Italien hört (Triest, 15.10.):

Einige Demonstranten nächtigen auf den Plätzen (Triest, 19.10.):

Mitunter werden die Demonstranten von der Polizei mit Proviant versorgt. Die Menschen sind gerührt (Triest, 19.10.):

„La gente come noi non molla mai!“ (Triest, 17.10.):

Blockade des Hafens auch in Genua (Genua, 17.10.):

Stimmgewaltige Bilder, die nach Deutschland herüberschallen (Bozen, 15.10.):

“Draghi, Draghi, leck mich am Arsch” (Bologna, 15.10.):

Die Proteste in den Medien

Wie so oft fällt auf, wie sehr die Berichterstattung in den großen Medien, wie z.B. der New York Times oder The Hill, von den Berichten, die über andere Kanäle ausgespielt werden, abweicht. Die Artikel im Mainstream versuchen, die Proteste möglichst klein aussehen zu lassen und deren Glaubwürdigkeit durch Lächerlichmachung zu untergraben.

Es wird der Eindruck erweckt, ein Großteil der Bevölkerung sei mit der Einführung der Regeln einverstanden. Die Medien versuchen das neue Gesetz als Heilmittel für die Wirtschaft hinzustellen. So schreibt die New York Times: “Italien – die erste Demokratie, die Städte unter Quarantäne gestellt und landesweite Abriegelungen vorgenommen hat –, überschreitet erneut eine neue Schwelle und macht deutlich, dass es bereit ist, den enormen Einfluss des Staates zu nutzen, um zu versuchen, die Pandemie einzudämmen und seine Wirtschaft wieder in Gang zu bringen.” (Übersetzung deepl.com)

Es wird versucht, die Teilnehmer durch unfaire Selektion von O-Tönen zu diskreditieren. Personen mit besonders radikaler oder abweichender Meinung werden in den Mittelpunkt gerückt. Eine auch bei uns wohlbekannte Technik, wenn wir uns die Geschehnisse rund um den dubiosen Reichstagssturm in Erinnerung rufen.

Die meisten Medien haben sich aber dazu entschieden, die Proteste vollständig auszublenden, oder informieren nur vereinzelt. Die Tagesschau berichtet spärlich, aber zumindest recht neutral.

Medienvertreter haben es nicht leicht. Wie auch schon in Deutschland gesehen, reagieren die Teilnehmer auf Vertreter der Prestigemedien äußerst gereizt, sie werden weggeschickt oder ausgebuht.

Die Menschen rufen dem Moderator entgegen: „Venduti!“ – “Gekauft!” (Triest, 20.10.):

Vermutlich sind es gerade Szenen, die Mut, Freude und Zuversicht ausstrahlen, deren Verbreitung von den Medien vermieden wird (Triest, 20.10.):

Anmerkung: Bei der Recherche auf Twitter ist dem Autor aufgefallen, dass einer der großen Twitter-Accounts, die über die Proteste in Italien berichten, aus der Auto-Vervollständigung der Twitter-Suche entfernt wurde. Es wird den Menschen also nicht nur durch die Mainstream-Medien schwer gemacht, sich über die Proteste zu informieren, sondern sie kriegen auch von Twitter Steine in den Weg gelegt.

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Mario Martin ist Ökonom und arbeitet als Software-Projektmanager in Berlin.

Bild: Shutterstock
Text: Gast

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