Kein Bestandsschutz – Genesene jetzt ungenesen Ministerium: "Anreiz, sich impfen zu lassen"

Das Robert Koch-Insitut konnte die Frage nicht beantworten und verwies auf das Bundesgesundheitsministerium, deshalb habe ich dieses heute auf der Bundespressekonferenz gefragt, ob Menschen, die ihren Genesenenstatus vor dessen Verkürzung auf zwei Monate erhalten haben, Bestandsschutz haben. Also mit anderen Worten: Können sie sich darauf verlassen, dass ihr Status, wie zum Zeitpunkt ihres positiven Tests vom Staat quasi „versprochen“, weiter sechs Monate gilt. Hier herrschte bisher Unklarheit. In seiner ersten Antwort auf meine entsprechende Frage verwies Karl Lauterbachs Sprecher Hanno Kautz auf politische Beschlüsse und korrigierte meine Angabe in meiner Frage, dass der Genesenenstatus nur noch zwei Monate gelte. Er sagte, ich würde hier eine falsche Angabe machen.

Hanno Kautz, Sprecher BMG

Ich hakte nach: „Warum drei Monate, wenn er ab dem 28. Tag gilt bis zum 90. Tag? Und gilt Bestandsschutz oder nicht, das wurde nicht beantwortet von Ihnen! Das RKI sagte auf entsprechende Anfrage, das müsse man das BMG fragen.“

Hanno Kautz verwies auf den PCR-Test, dass drei Monate lang nach diesem der Genesenenstatus gelte. Aber eben erst nach dem 28. Tag – wie Kautz eingestehen musste. Insofern, so der Sprecher von Lauterbach und frühere „Bild“-Journalist, habe ich doch Recht.

Kautz beantwortete dann im Nachgang auch noch die Frage nach dem Bestandsschutz: Es gibt keinen. Unzählige Genesene können sich also jetzt als betrogen fühlen. Dies ist insbesondere brisant, als die Änderung quasi per Mausklick erfolgte und wissenschaftlich höchst zweifelhaft ist.

Bemerkenswert ist, dass die Schweiz zum Jahresende noch die Gültigkeit des Genesenenstatus auf zwölf Monate verlängert hat – also genau den umgekehrten Weg geht.

Brisant ist auch eine weitere Aussage von Kautz: Man könne die Verkürzung des Genesenenstatus „auch als Anreiz sehen, sich impfen zu lassen“.

Wenigstens ist das ehrlich.

Und ich dachte, es ginge um wissenschaftliche Erkenntnisse.

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david

Bild: Shutterstock / ZDF/Screenshot
Text: br

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