Kein Herz für Kinder: Lauterbach setzt weiterhin auf Hausarrest Nur in Deutschland müssen Kinder nach dem Urlaub noch in Quarantäne

Von Daniel Weinmann

Weniger soziale Kontakte, Maskenpflicht und die Angst, ihre Mitmenschen zu gefährden. Kinder leiden in dieser Pandemie ganz besonders. Rund ein Drittel empfindet demnach weniger Lebensqualität, zeigt eine am Mittwoch präsentierte Befragung im Rahmen der sogenannten Copsy-Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf. Vor der Coronakrise war es nur jedes fünfte Kind.

Die EU hat das Leiden der jungen Menschen zumindest teilweise erkannt und schlägt seit 1. Februar vor, Kinder unter 12 Jahren, die aus einem europäischen Hochrisikoland zurückkommen, nicht mehr in Quarantäne zu schicken.

Gesundheitsminister Karl Lauterbach sieht dies anders: Hierzulande können sich schulpflichtige Kinder (über sechs Jahren) frühestens nach fünf Tagen freitesten. Der oberste Warner der Nation enttäuscht damit die Hoffnung vieler deutscher Familien, in den kommenden Faschingsferien ab 26. Februar gemeinsam in den Skiurlaub nach Österreich, Südtirol oder in die Schweiz zu fahren. Denn alle drei Länder werden vom Robert Koch-Institut als Hochrisikogebiet eingestuft.

Da sich Lauterbach – als Einziger in Europa – querstellt, bedeutet dies nach wie vor: Kinder ab sechs Jahren, die bei ihrer Rückkehr keinen Impf- oder Genesenen-Nachweis präsentieren können, müssen in Quarantäne – auch wenn sie kerngesund sind.

Hilflose Corona-Politik von Karl Lauterbach

Nach seinem Alleingang bei der Verkürzung des Genesenen-Status von sechs auf drei Monate agiert Lauterbach einmal mehr nach eigenem Gusto. Dass der Vater von fünf Kindern wenig Mitgefühl mit den Kleinen hat, zeigte zuletzt seine nüchterne Reaktion auf eine im Januar veröffentlichte Studie der Uniklinik Essen. Danach sind die Suizidversuche von Kindern und Jugendlichen im vergangenen Frühjahrs-Lockdown im Vergleich zur Vor-Pandemie-Zeit um das Vierfache gestiegen (Reitschuster.de berichtete). Der Gesundheitsminister bezweifelte einen direkten Zusammenhang zwischen dem Lockdown und psychischen Folgen. Diesen Rückschluss gäbe die Studie so nicht her, befand der SPD-Politiker.

Nicht nur böse Zungen behaupten, dass Lauterbach auf diese Weise die Eltern unter Druck setzen will, möglichst rasch ihre Kinder zum Impfarzt zu bringen. Daniel Caspary, Chef der deutschen CDU/CSU-Gruppe im EU-Parlament, spricht von einer „sinnlosen Extrawurst“, die bezeichnend sei für die hilflose Corona-Politik von Karl Lauterbach.

„Endlich haben die EU-Staaten vereinbart, dass alle wieder frei reisen dürfen. Nur Deutschland und Herr Lauterbach machen es den Familien mit Kindern unnötig schwer“; sagte der CDU-Politiker der „BILD“-Zeitung. Es sei unerträglich, dass selbst Familien, die sich an alle STIKO-Empfehlungen halten, sich noch immer mit europaweit einmaligen Quarantäneregeln herumärgern müssen.

Ein Familienvater aus dem Ortenaukreis zieht gegen diese Quarantäneregel vor das Verwaltungsgericht Freiburg (Az. 2 K 289/22). Eine Entscheidung erwartet er noch vor den Faschingsferien. Das Urteil könnte ein Präzedenzfall werden – mit möglichen Konsequenzen für bereits ausgesprochene Strafen für Eltern.


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Daniel Weinmann arbeitete viele Jahre als Redakteur bei einem der bekanntesten deutschen Medien. Er schreibt hier unter Pseudonym.

Bild: Shutterstock
Text: dw

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