Klima-Angst machen mit Fakes: Baerbock erneut beim Schwindeln überführt Erfundene Schock-Daten zum Thema Meeresspiegel

„Oops!…I Did It Again“ lautete ein Song des US-Sternchens Britney Spears. An den musste ich denken, als ich heute von der neusten Schwindelei von Annalena Baerbock las: Sie hat es schon wieder gemacht! Und zwar ausgerechnet im sogenannten „Triell“ im Fernsehen (kann mir übrigens mal jemand erklären, warum die kleinste Oppositionspartei im Deutschen Bundestag derart hofiert wird, die größeren Oppositionsparteien aber nicht? Nur, weil sie eine Kanzlerkandidatin aufstellte? Würde das dann auch Kleinparteien in die TV-Arena bringen? Fragen über Fragen – aber zurück zu Baerbock). Sie griff vor laufender Kamera in Sachen Klima ihre Mitbewerber Armin Laschet und Olaf Scholz an: Beide, so die Grüne, täten zu wenig gegen den „menschengemachten Klimawandel“ und stünden für ein „weiter so“.  Als ob das heute nicht schon der Maximal-Vorwurf und größte Schreck sei, untermalte sie ihre Anschuldigungen auch noch mit einem merkwürdigen Satz-Konstrukt: „Das heißt, Sie sagen einem Kind, das heute geboren ist, das im Jahr 2100 achtzig Jahre ist, sieben Meter Meeresanstieg.“

Übersetzt aus dem Baerbock-Sprech ins normale Deutsche bedeutet das ganz offensichtlich, der CDU- und der SPD-Kandidat stünden für einen Anstieg des Meeresspiegels um sieben Meter bis ins Jahr 2100. Nur die Grünen, so die unterschwellig eingebettete Botschaft, bzw. ein Kreuz für dieselben am nächsten Sonntag gebe den Weltmeeren bzw. den Küstenregionen, ja der ganzen Welt etwas Hoffnung. Wie Baerbock auf die sieben Meter kommt, ist ihr Geheimnis. Auf jeden Fall geschah das Unglaubliche: Das ZDF hat die Kandidatin der Falschaussage überführt. Nein, Sie haben sich nicht verlesen! Das gebührenfinanzierte Zweite Deutsche Fernsehen. In dem normalerweise wie in den meisten öffentlich-rechtlichen Anstalten die Grünen neben der SPD die Meistbegünstigungsklausel haben. 

Der Sender hat die Überführung zwar schamhaft versteckt, ganz unten in einem seiner berüchtigten „Faktenchecks“, hinter Fehlern von Laschet und Scholz. Wer sich bis zum Ende des Beitrags durchgekämpft hat, erfährt da: „Der Weltklimarat (IPCC) hat in einem Spezialbericht 2019 Szenarien für den Anstieg des Meeresspiegels berechnet. Das schlimmste Szenario geht davon aus, dass der Meeresspiegel im Jahr 2100 um im Schnitt 84 Zentimeter ansteigen wird. Der IPCC nennt hier eine Spannweite von 61 cm bis 110 Zentimetern – also in jedem Fall deutlich weniger als von Baerbock behauptet.“

Weiter heißt es in dem ZDF-Text: „In einem weiteren IPCC-Bericht wird ein Anstieg von bis zu sieben Meter für das Jahr 2300 prognostiziert – also 200 Jahre später, als Baerbock behauptet hat. Wie Baerbock sonst auf die sieben Meter kommen könnte? Eine aktuelle Studie von Boers führt aus, dass der Meeresspiegel um bis zu sieben Meter ansteigen kann, wenn der Grönland-Eisschild komplett schmilzt. Das wird aber erst im Jahr 3000 erwartet – auch hier läge Baerbock mit ihrer Aussage falsch.“

Ist Baerbock einfach eine gewisse Oberflächlichkeit zum Verhängnis geworden und sie hat sich vertan, oder hat sie bewusst gemogelt? Auch wenn der Grundsatz „Im Zweifel für den Angeklagten“ entgegen der landläufigen Meinung lediglich im Strafprozess gilt und keinesfalls für Politiker und schon gar nicht für eine Kanzlerkandidatin, wäre es unfair, ihr hier böse Absicht zu unterstellen. Allerdings wäre es auch naiv, diese kategorisch auszuschließen. Dass mit überzogenen Zahlen und einseitiger Wiedergabe von Fakten Angst, ja sogar Panik geschürt wird, ist durchaus ein Verhaltensmuster bei manchen Grünen (und natürlich nicht nur da, wie man der Fairness halber hinzufügen muss, wobei man dabei den Namen Lauterbach gar nicht explizit nennen muss – er kommt den meisten von sich aus in den Sinn).

Tatsächlich hatte Baerbock bereits in einer Talkshow vor laufender Kamera gewarnt, jeder Mensch in Deutschland stoße pro Jahr „neun Gigatonnen CO2“ aus. Auch da hatte sie sich etwas vertan in der Größenordnung: Es sind rund 9 Tonnen pro Kopf und Jahr. Mithin eine Milliarde Mal weniger als von Baerbock genannt. Doch damit nicht genug. In einem Tweet war bei ihr vom „CO2-Verbrauch“ die Rede. Der sei bei Wohlhabenden höher als bei Ärmeren. Sie meinte wohl den Ausstoß.

Sind solche Fehleinschätzungen bei einer Kandidatin nur dahingehend gefährlich, dass sie Wähler dazu bringen können, ihr Kreuz an anderer Stelle zu machen, als sie es ohne diese Aussagen getan hätten, könnten bei einer Regierungschefin solche Fehler durchaus ins Auge gehen. Etwa wenn es um Zahlungszusagen auf Kosten der Steuerzahler geht. Oder darum, wie viele Flüchtlinge man bereit ist aufzunehmen. Wenigstens genauso dramatisch könnte eine weitere Fehleinschätzung einer potentiellen Kanzlerin Baerbock sein: Dass Deutschland das Weltklima retten kann. Und entscheidenden Einfluss auf die Höhe des Meeresspiegels hätte. Größenwahn „made in Germany“. Diesmal grün lackiert.

Aber zurück zum Meeresspiegel. Aktuell ist dieser nach Daten der NASA von 1900 bis 2020 global um etwa 20 Zentimeter gestiegen, wie der Kollege Alexander Wendt in TE aufführt: „Zwischen 1993 und 2020 lag die jährliche Steigerung relativ stabil bei 3,3 Millimetern. Schon diese Daten zeigen: Selbst, wenn sich der Trend verstärken sollte, wären bis 2100 nur sehr viel bescheidenere Meeresspiegelhöhen möglich.“

Das jeder „Klima-Leugnung“ völlig unverdächtige „Intergovernmental Panel on Climate Change“ der Vereinten Nationen geht in einem 2019 veröffentlichten Papier von zwei Szenarien aus. In dem wahrscheinlichen beläuft sich der Anstieg des Meeresspiegels bis 2100 um 30 und 60 Zentimeter. Im dramatischeren Szenario, das einen starken Anstieg der „Treibhausgas-Emissionen“ annimmt, ist von 60 bis 110 Zentimeter Anstieg bis ins Jahr 2100 die Rede.

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Bild: Boris Reitschuster 
Text: br

 

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