Lauterbach warnt vor Hitzewelle, die es nicht gibt Leider kein Sommermärchen

Ganz offen gestanden – ich suchte zuerst den Hinweis darauf, dass es sich um Satire handelt, als ich bei den geschätzten Kollegen von Achgut heute folgenden Vorspann las: „Der Bundesgesundheitsminister hat eindringlich vor einer Mega-Hitzewelle mit Todesgefahr für viele Menschen gewarnt, aber der Deutsche Wetterdienst weiß nichts davon.“

Das kann nicht ernst gemeint sein, war meine erste Reaktion. Doch nach ein paar Sekunden hatte ich mich gefangen. Schließlich ist mir bewusst: Bei Lauterbach – und nicht nur bei ihm – ist heute nichts so absurd, dass es nicht der Realität entsprechen könnte. Das Warnen vor Todeswellen scheint für den exzentrischen Mediziner, dem ich nach der ersten persönlichen Begegnung in der Bundespressekonferenz nicht einmal mehr einen Gebrauchtwagen abkaufen würde, schon ein solcher Akt der Gewöhnung zu sein wie für andere Menschen das Frühstück.

Und wenn man sich derart an etwas gewöhnt hat, kann man durchaus auch einmal den Anlass austauschen. Diesmal nicht Corona, sondern Hitze. Aber Klima gehört ja ebenso wie das Virus zu den Lieblingsthemen des Ministers – beide hält er für geeignete Anlässe, um die Menschen via Lockdown unter Hausarrest zu stellen und die Grundrechte mal eben zu Altpapier zu erklären. Nach dem Motto: Was kümmert mich das Grundgesetz, wenn ich rot sehe!

Der Kollege Peter Grimm schreibt ebenso bissig wie zutreffend: „Nun waren Lauterbachs Todes-Vorhersagen nicht sehr zuverlässig. Auch diejenigen, die sich trotz aller Schikanen und Diskriminierungen nicht die sogenannten Corona-Impfstoffe injizieren lassen wollten, raffte das Virus nicht in Massen dahin, wie von verschiedenen Corona-Politikern im letzten Herbst angedroht.“

Was mit Corona nicht so recht hinhaute, versucht der verbissene Minister (der Begriff ist hier nicht als Anspielung auf seine Zähne gedacht, Gott bewahre) jetzt mit dem Wetter. So warnte er auf Twitter eindringlich vor vielen Toten, die eine Mega-Hitzewelle in diesen Tagen mit sich bringen könnte. Denn wer um alles in der Welt konnte erwarten, dass es im Juli in Mitteleuropa heiß wird, wo unsere Region doch eher für Eiseskälte und Schneefall im Hochsommer bekannt ist. Man verzeihe mir meinen Galgenhumor, anders ist es nicht zu ertragen.

Der Original-Tweet des Ministers lautete:

„Wir müssen jetzt schon damit beginnen, ältere und kranke Menschen vor der Mega Hitzewelle zu schützen. Vorräte an Flüssigkeit, Ventilatoren, über die Bedeutung von Flüssigkeitkeitszufuhr reden. Erreichbar sein. Diese Hitzewelle könnte viele Todesopfer bringen.“

Dazu Grimm: „Das zeigte bei manchen Menschen sofort Wirkung. Just als einige Städte verkündeten, sie würden für den Fall eines Winters ohne genügend Heizenergie für private Wohnungen Wärmehallen einrichten, forderten einige Politiker die Einrichtungen öffentlicher Kühlräume für potenzielle Hitzeopfer.“

In einem Akt seltener Aufmüpfigkeit – oder war es nur Unbedarftheit? – glichen die Kollegen von der Berliner Zeitung die ministerielle Prognose mit der aus noch berufenerem Mund ab. Sie fragten beim Deutschen Wetterdienst (DWD) nach. Die Reaktion war erstaunlich:

„Dessen Sprecher Uwe Kirsche erklärte gegenüber der Berliner Zeitung, dass man von den Hiobsbotschaften überrascht worden sei: ‚Wir haben uns schon gewundert, warum so häufig die 40-Grad-Marke genannt worden ist.‘ Fest steht aktuell nur: Es wird zwar wärmer, eine richtige Hitzewelle rollt wohl aber nicht auf die Hauptstadt zu. Stattdessen rechnet man beim DWD Mitte Juli mit Temperaturen zwischen 33 und 35 Grad.“

Müssen die Meteorologen vom Deutschen Wetterdienst jetzt damit rechnen, von Lauterbach künftig als „Hitzeleugner“ diffamiert zu werden, nach dem Beispiel der „Corona-Leugner“, wie jeder vom Minister genannt zu werden droht, der seinen Alarmismus nicht teilt?

Was für eine Ungezogenheit! Dem Minister einfach seine Todeswarnung zunichte zu machen. Und die ganze schöne Panikmache zu zerstören. Frei nach Ex-Bayern Trainer Trapattoni. „Was erlauben Deutscher Wetterdienst?“

Wie anders ist es zu verstehen, dass Lauterbach seinen Tweet nach dem Bericht der Berliner Zeitung nicht löschte, sondern die realitätsfreie Warnung einfach stehen ließ? Frei nach Hegel: Wenn die Fakten gegen meine Thesen sprechen – umso schlechter für die Fakten.

Lauterbach ist offenbar nichts mehr zu peinlich. Warum auch, wo er doch mit allem durchkommt bisher?

Diejenigen, die selbst wenig haben, bitte ich ausdrücklich darum, das Wenige zu behalten. Umso mehr freut mich Unterstützung von allen, denen sie nicht weh tut!


Bild: Shutterstock
Text: br

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