Markierung: Auricher Schüler mit Maskenbefreiung sollen Button tragen Der Irrsinn ist ein Meister aus Deutschland

Von Alexander Wallasch

Der für viele so unerträgliche Übergriff an einer Wiener Schule gegen einen ungeimpften Schüler, der auf Anweisung der Schule draußen in der Kälte vor dem Schulfenster sitzen musste, ist vielen noch in gruseliger Erinnerung – die Aufnahme der Situation dürfte in künftigen Geschichtsbüchern über die Aufarbeitung der Corona-Pandemie womöglich eine mahnende Stellvertreterposition einnehmen.

Nun ist Wien weit weg, könnte man denken. Aber der Irrsinn scheint auch ein Meister aus Deutschland zu sein. Der regionale Blog- und Nachrichtenmacher „Aurich.TV“ aus dem ostfriesischen Aurich veröffentlichte nämlich gerade eine mindestens vergleichbare Entgleisung.

Tatsächlich wurden Lehrer einer Auricher Haupt- und Realschule von der Schulleitung dazu angehalten bzw. aufgefordert, Kindern, die von der Maskenpflicht aus gesundheitlichen Gründen befreit sind, mit einem Button zu kennzeichnen.

In einem Schreiben der Schulleitung an Schüler und Eltern heißt es wörtlich:

„Schüler/innen, die von der Maskenpflicht befreit sind, halten zum eigenen Schutz einen noch größeren Abstand zu den restlichen Schüler/innen. Es wird für die Schüler/innen zukünftig Button geben, die getragen werden müssen. Nur so kann sichergestellt werden, dass ein Schüler oder eine Schülerin auch wirklich von der Maskenpflicht befreit wurde. Die Klassenlehrkräfte werden die Verteilung vornehmen.“

Und Kinder, die Masken tragen dürfen, werden in besagtem Schreiben unter anderem aufgefordert:

„Beim Warten auf die Lehrkräfte nach der Pause denkt bitte an das richtige Tragen der Masken (über Mund und Nase!!!) und an das Einhalten der Abstände.“

Besagte Schulleiterin aus dem niedersächsischen Aurich hatte Ende 2021 schon einmal für Medienaufmerksamkeit gesorgt, als sie die Aufhebung der Präsenzpflicht an Schulen kritisierte.

Soll der Button jetzt eine Antwort darauf sein, dass sie an ihrer Schule alles im Griff hat?

„Jetzt liebe Leute reicht es aber mal so langsam, ich glaube hier sind alle nur noch verrückt geworden in diesem Land“, kommentiert Blogger Dunkmann das Schreiben an Eltern und Schüler.

Die E-Mail der Schulleiterin trägt die Betreffzeile „Aktueller Ministerbrief vom 26.01.2022“. Das Schreiben ist also hoch aufgehängt, der „Ministerbrief“ wurde der Email angehängt. Im Brief aus dem Ministerium dürfte sich die Button-Idee allerdings nicht wiederfinden, diese war eine Bonus-Idee der Schulleiterin.

Die „Ostfriesischen Nachrichten“ haben sich der Sache ebenfalls angenommen.

Die Problematik, welche die Schulleiterin so entsetzlich falsch beantwortet hat, ist aber nicht vollkommen neu. Denn schon im Oktober 2021 sorgte eine vergleichbare Idee aus dem nordrhein-westfälischen Moers, nämlich die Kennzeichnung von Geimpften mit einem „Ich bin geimpft-Button“, für große überregionale Empörung. Die Auricher Schulleiterin musste also damit rechnen, dass diese Maßnahme mindestens bei einigen Empfängern ihrer Email Wellen schlagen würde.

Eines zeigt diese verstörende Geschichte übrigens auch: Eine alternative Berichterstattung erfolgt jetzt öfter auch aus der Region. Hier haben engagierte Bürger die Kamera in die Hand genommen und filmen und berichten, was in ihrer unmittelbaren Umgebung falsch läuft. Und wenn dann die ansässigen Zeitungen diese Meldungen übernehmen, dann profitieren die Menschen in der Region im doppelten Maße davon.

Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben immer die Meinung des Autors wieder, nicht meine.

Alexander Wallasch ist gebürtiger Braunschweiger. Er schrieb schon früh und regelmäßig Kolumnen für Szene-Magazine. Wallasch war 14 Jahre als Texter für eine Agentur für Automotive tätig – zuletzt u. a. als Cheftexter für ein Volkswagen-Magazin. Über „Deutscher Sohn“, den Afghanistan-Heimkehrerroman von Alexander Wallasch (mit Ingo Niermann), schrieb die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung: „Das Ergebnis ist eine streng gefügte Prosa, die das kosmopolitische Erbe der Klassik neu durchdenkt. Ein glasklarer Antihysterisierungsroman, unterwegs im deutschen Verdrängten.“

Bild: Shutterstock, Symbolbild
Text: wal

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